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Rumäniens Einstand in die EU: Gute alte antisemitische Folklore

Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien dürfen sich ab Januar überall in der EU niederlassen. Länder wie Deutschland und Großbritannien befürchten eine wachsende Armutsmigration. Ist jetzt das Recht auf Freizügigkeit in Europa in Gefahr?…

Adevărul – Rumänien
In guter Gesellschaft
Die Juden sind schuld am Tode Jesu und deshalb nur im Schornstein gut

Rumäniens staatlicher Fernsehsender TVR hat mit der Ausstrahlung eines antisemitischen Weihnachtslieds einen Skandal verursacht. In dem Text des Liedes wird den Juden vorgeworfen, das Jesuskind zu „verspotten“, weiter heißt es, dass „der Jude nur im Schornstein gut“ sei. Der Journalist Horia Ghibutiu empört sich im Onlineportal Adevărul über die Rechtfertigungen von offizieller Seite:

Beim staatlichen TV-R ist man sich keiner Schuld bewusst. Grundsätzlich gebe es überhaupt keine antisemitischen Weihnachtslieder, außerdem sei das betreffende Lied uralt. Es komme aus einer der wunderbarsten Folkloregegenden und bisher habe sich noch niemand jemals darüber beschwert. Ausgesucht habe man es, weil es bislang noch unveröffentlicht gewesen sei, dabei wurde es schon x-mal im Fernsehen gespielt. Umso erstaunlicher sei es, dass irgendjemand meint, sich hier ärgern zu müssen und sich auch noch einbildet, man müsse allgemein darauf hinweisen, obwohl das Lied doch wirklich niemanden diskreditiere… … Ja was denn jetzt?

Horia Ghibutiu meint jedenalls, es sei an der Zeit, seine Landsleute heute daran zu erinnern, dass sich sowohl sein Kontinent Europa, als auch sein Land Rumänien, stets dann zum Guten entwickelt hatten, wenn Rumänen, Ungarn, Deutsche und Juden zivilisiert miteinander umgingen und in Eintracht zusammenlebten, einander respektierten und voneinander lernten.

Nichts anderes wolle er auch jetzt und dabei sei die Behauptung, die Juden seien Schuld am Tode Jesu gewiss nicht förderlich, ganz egal in welcher Form und in welchem Zusammenhang sie vorgebracht werde. Natürlich hat er Recht, doch mit der Ansicht, derartige Behauptungen seien in Europa längst überholt und auch Rumänien könne es sich nicht leisten, zumal jetzt, als EU-Mitglied, solch gefährliche Ansichten unwidersprochen hinzunehmen, wird er auch in Europa nicht allzu viele Freunde finden.

Wie sollte er auch wissen, dass gerade diese und schlimmere Aussagen in Deutschland in Form von regierungsamtlich geförderten Aufklärungsschriften unter die Leute gebracht wurden. Sowas kann schon mal vorkommen, noch tiefer blicken ließ allerdings die Reaktion der im Aufstand der Anständigen staatlich alimentierten Anti-Antisemiten. Nicht nur dass sich niemand dem Protest anschloss, nein, viele fühlten sich sogar genötigt, die Protestierer (ja, Sie haben richtig geraten, es war haGalil – und nur haGalil, denen der „Fehler“ aufgefallen war) zur Mäßigung aufzurufen und ihnen, als Lohn der Halsstarrigkeit, die gesellschaftliche Ächtung und die konsequente Streichung von allen Förderlisten, auf denen wir eh nicht standen, vorherzusagen.

Hoffen wir, unserem rumänischen Freund, geht es besser.

Adevărul, 13.12.2013, rumänisch – Horia Ghibutiu

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