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Viktor Orbáns Bewunderer in Deutschland und Italien

Ein ungarisches Sprichwort beurteilt „den Vogel nach seinen Federn, den Menschen nach seinen Freunden“. Dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán kann man alles Mögliche vorwerfen, aber nicht, dass er sich einen italienischen Faschisten oder deutsche Neonazi als Freunde ausgesucht hätte…

Von Karl Pfeifer

Doch frappiert es, wenn Andrea Zunino der selbst ernannte Sprecher der italienischen „Heugabelbewegung“, die Tausende auf die Straße bringt, um gegen die italienische Regierung zu demonstrieren, über „jüdische Bankiere“ schwadroniert und sich für Orbán –  „der sein Land wirklich befreit“ – begeistert.

Im, vom deutschen Neonaziverlag Nordland herausgegebenen „Volk in Bewegung – der Reichsbote“ fand ich hingegen neben einem Nachruf auf den in Italien gestorbenen Kriegsverbrecher Erich Priebke einen Artikel „Ungarn geht neue Wege, schuldenfreies Geld von eigener Nationalbank“: „Erstmals seit 1945 wagt ein großes europäisches Land sich aus dem Zugriff des internationalen Rothschild-Bankenclans zu befreien…“

Das Blatt kehrt zur Nazitheorie vom schaffenden versus raffenden Kapital zurück: „Orbán erklärte: „Ungarn erfreut sich des Vertrauens der Investoren“, wobei damit nicht der IWF, die FED oder irgendeine andere Sektion des Rotschilds (sic!) Finanzimperiums gemeint ist. Orbán bezog sich auf Investoren, die etwas in Ungarn für Ungarn produzieren und wirkliches Wirtschaftswachstum generieren. Das ist kein „Papierwohlstand“ der plutokratischen Räubernomaden, sondern jene Art von Produktion, die schließlich Menschen beschäftigt und ihre Lebensqualität verbessert. Statt sich die Finanzangelegenheiten von internationalen Wucherern vorschreiben zu lassen, hat die Ungarische Regierung die Souveränität über ihre eigene Währung übernommen und emittiert jetzt Geld schuldenfrei. Die Ungarische Zentralbank erhebt die volle Souveränität in allen Währungsangelegenheiten“.

Das Neonaziblatt phantasiert: „Die ungarische Wirtschaft erholt sich rapide“ und glaubt: „Nun könnte das Land die Einführung eines Geldtauschsystems für ausländische Währungen betreiben, wie es in Deutschland zwischen 1933 und 1945 existierte…“

Das ungarische Sprichwort kann ergänzt werden, man beurteile den Vogel nach seinen Federn, den Politiker nach seinen Bewunderern.