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Presseschau: Ein New Yorker aus China…

Porno in Frankreich, Horthybüsten in Ungarn…

The Guardian – Großbritannien
Ungarn verdrängt seine dunkle Vergangenheit

In der Budapester Innenstadt ist Anfang November eine Büste des Hitler-Verbündeten Miklós Horthy enthüllt worden. Dass es dagegen kaum Proteste gab, zeigt, dass die Menschen ihre faschistische Vergangenheit noch nicht aufgearbeitet haben, meint der aus Ungarn stammende Pianist und Dirigent András Schiff in der linksliberalen Tageszeitung The Guardian:

„Historiker haben uns gelehrt, dass die Horthy-Ära eines der dunkelsten Kapitel der ungarischen Geschichte war. Seine Verherrlichung in der heutigen Zeit ist skandalös. … Die Geschichte kann nicht gelöscht und nicht vergessen werden. Nicht nur Regierungen und politische Parteien sondern auch die Menschen, die ganze Nation, haben die Pflicht, die Vergangenheit zu erforschen und zu verstehen. Wir müssen uns dieser gemeinsam stellen, auch wenn das unangenehm ist, und aus ihr lernen. Die Ungarn haben diesen Prozess noch nicht durchgemacht.“

Yidisher Forverts – New York
Das jüdische Shanghai

Nach den Novemberpogromen in Deutschland im Jahre 1938 wurde das von Japanern besetzte Schanghai zur Zufluchtsstätte für rund 20 000 deutsche, österreichische und polnische Juden.

Nach Kriegsausbruch im Fernen Osten und auf politischen Druck der deutschen Regierung hin, richtete die Besatzungsmacht Japan am 18. 2. 1943 für die Schanghaier Juden ein Ghetto ein… weiter (deutsch)

Bakchich.info – Frankreich
Überdosis Nachrichten zu Prostata und Porno

Die Medien überfluten die Franzosen mit sinnfreien und schamlosen Nachrichten, kritisiert die satirische Website bakchich.info:

„Die zwei großen Neuigkeiten der letzten Woche sind sicher nicht an Ihnen vorüber gegangen: Die erste war, dass François Hollande sich vor drei Jahren an der Prostata hat operieren lassen, ohne die Presse zu versammeln und ihr zu sagen, dass er nun nicht mehr alle zwei Stunden aufs Klo gehen muss. … Der andere Scoop war, dass der Kerl Wauquiez [Vizepräsident der konservativen UMP] gestanden hat, ’so wie alle anderen‘ Youporn zu schauen. Wir leiden an einer Überdosis an Lächerlichkeit und Unbedeutsamkeit. Insbesondere seit im Radio, im Fernsehen und auch im Netz, auf den Online-Auftritten der Zeitungen, die Besessenheit eines ’ständigen Informationsflusses‘ regiert.

Da Mandela nicht jeden Tag stirbt und nicht jede Stunde ein Zug entgleist, müssen die Medien etwas zum Berichten finden und manchmal gleiten sie dabei ins Pathetische ab.“