Bulgarien in der EU: Eine sozialistische Beat Box

Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien dürfen sich ab Januar überall in der EU niederlassen. Länder wie Deutschland und Großbritannien befürchten eine wachsende Armutsmigration. Ist jetzt das Recht auf Freizügigkeit in Europa in Gefahr?…

Webcafé – Bulgarien
Fiese Strafen für harmlose Kiffer abschaffen

Gerade hat Uruguay Anbau und Verkauf von Cannabis unter staatlicher Kontrolle legalisiert. Damit wurde der erste Schritt getan, nachdem die Organisation amerikanischer Staaten den „Krieg gegen die Drogen“ verurteilt hatte. Dieser schmutzige Krieg sei für Elend und Tod Hunderttausender in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts geborener Menschen verantwortlich. Ähnlich hatte sich auch Ruth Dreifuss, die ehemalige Bundespräsidentin der Schweizim Namen der WHO geäußert. Eine BBC-Reportage kam zum Schluss, es handle sich bei diesem Krieg um das unanständigste und destruktivste gesellschaftspolitische Geschehen unserer Zeit.

Социализмът върви с марихуана

Vor diesem Hintergrund sollten sich die in Bulgarien regierenden Sozialisten ein Beispiel an ihren lateinamerikanischen Genossen nehmen und wenigstens den Joint entkriminalisieren, so das bulgarische Meinungsportal Webcafé:
„Die Kriminalisierung eines einzigen Joints ist eine fiese Angelegenheit. Kaum ein anderer Paragraph im Strafgesetz hat das Leben so vieler junger Menschen zerstört. Und das nur, weil sie mit einem Joint erwischt wurden. … Die Sozialistische Partei sollte eine Kampagne starten und die Praxis ein für alle Mal beenden, die es der Polizei erlaubt, harmlose Kiffer zu jagen und zu verhaften. Außerdem könnten die Sozialisten damit ihre Wählerschaft, die total veraltet ist und höchstens noch zwei Mandate lang durchhält, deutlich verjüngen.

Interessante Vorschläge, und es ist den Bulgaren sicherlich zu wünschen, dass die Vernunft Oberhand gewinnt. In Deutschland, dem stärksten Land Europas, werden solche Vorschläge ohne Diskussion abgeschmettert und am liebsten würde man Berlins starre Haltung auch auf andere Staaten Europas ausweiten. Jedenfalls bemüht sich die Bundesregierung nach Kräften, Liberalisierungstendenzen in Europa, insbesondere in den direkten Nachbarstaaten zu unterdrücken.
An dieser harten Linie scheint keine deutschen Partei ernsthaft etwas ändern zu wollen. So haben noch nicht einmal die früher als „junge Bewegung“ angetretenen Grünen einen kleinen Schritt in diese Richtung gewagt, geschweige denn die Sozialdemokraten.  Nicht einmal in Baden-Württemberg, wo die Grünen immerhin stärkste Regierungspartei sind, hat sich irgendein kreatives Pflänzlein geregt. Das bulgarische Webcafé meint „Sozialismus und Gras gehen nun mal Hand in Hand, liebe Genossen. Denken Sie nur an Che. Venceremos!“

Mit der Freizügigkeit für Bulgaren und Rumänen sollte Europa gewinnen. Musikalisch haben beide einiges zu bieten, auch wenn sie die Eurovision lieber meiden, so kann Bulgariens Aziz durchaus als Pendant zu Dana international gelten.

Aber Achtung! Auch Deutschland ist in der EU. Vermutlich deshalb musste die bayerische Blasmusik am Beginn des Stücks aus urheberrechtlichen Gründen entfernt werden. Die GEMA versteht da keinen Spaß, soviel dazu…

Wintermärchen oder Eiszeit in Deutschland?

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Nicht nur in der Dorfsauna geht’s heiss her, auch der Sofia Live Club hat mit Elitsa Todorova und Stoyan Yankoulov einiges zu bieten. Und wie bei den bulgarischen Frauenchören, die mit der israelischen BBB (Balkan Beat Box) kooperieren, kommt hier eine Menge bulgarische Folklore mit in’s Spiel.

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Webcafé, 11.12.2013, bulgarischBoris Hristov.