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Der bayerische Schriftsteller Hans Zöberlein und die Juden

Sein Name wird nur noch wenigen Bayern und Deutschen geläufig sein. Einst jedoch empfanden sich Hunderttausende von seinen Büchern angesprochen. Denn bei ihm fanden seine Leser wohl genau das, was sie suchten – Bestätigung für das von ihnen gehegte Weltbild. Ein Weltbild, das von gekränktem Nationalstolz, Werteverlust und einem irrationalen Hass auf ‚Schuldige‘ geprägt war. Da sich die Masse bekanntlich simple Erklärungen, besonders wenn diese auf liebgewonnenen Traditionen fußen, mit Vorliebe zueigen macht, nahm sie dem Autor auch nur zu gerne ab, dass hinter ‘all dem‘, was ihrem geliebten Deutschland Schmach, Schande, Not und Elend bereitet hatte‚ ‘der‘ Jude steckte. Die Rede ist vom bayerischen Schriftsteller Hans Zöberlein, der vor genau achtzig Jahren den Dichterpreis der Stadt München verliehen bekam…

Von Apollonia Viehlechner

Hans Zöberlein kam am 1. September 1895 im bayernfränkischen Nürnberg als Sohn eines Schuhmachers zur Welt. Er entschied sich ebenfalls für ein Handwerk und durchlief die Lehre eines Maurers und Steinhauers. Den Ersten Weltkrieg beendete Zöberlein als ein mit hohen Auszeichnungen dekorierter Vizefeldwebel. Seine nächste Station wurde das Freikorps Epp, das u.a. an der Niederschlagung der Revolution in Bayern beteiligt war. Wie so viele Angehörige dieser paramilitärischen Organisation wurde auch er sehr früh sowohl Mitglied der NSDAP wie der SA und ebenso selbstverständlich befand er sich unter den Teilnehmern des Hitler-Putsches vom November 1923.

Von sowohl Geltungsdrang als auch Ehrgeiz getrieben, besuchte Zöberlein eine Bauschule und wurde Architekt, ohne diesen Beruf allerdings lange, oder gar erfolgreich, auszuüben. Auch in der SA gelang es ihm nicht die Karriereleiter rasch empor zu klettern. Jedoch verschafften ihm seine Mitgliedschaft im SA-Kulturausschuss, seine Stellung als Vorsitzender des damals hoch angesehenen Ordens der Bayerischen Tapferkeitsmedaille, seine Funktion als Münchner NSDAP-Stadtrat und seine Veröffentlichungen allmählich Gehör und Einfluss.

1931 war mit „Der Glaube an Deutschland“ sein Erstlingswerk, ein Weltkriegsroman, erschienen, der in ca. 800 000 Exemplaren gedruckt, sich zu einem Bestseller entwickelte. Hitler persönlich hatte das Geleitwort verfasst. Als das Buch 1933/1934 verfilmt wurde, durfte Zöberlein bei den Dreharbeiten zu „Stoßtrupp 1917“, wie der Streifen auf Grundlage seines Romans hieß, Co-Regie führen. Ebenfalls 1934 ernannte man ihn noch zum Leiter des Münchner Kulturamts mit Zuständigkeit für Bildende Künste, Literatur, Theater, Bibliotheken, Musik und Film. Jedoch fiel er bereits ein Jahr später bei Hitler vorübergehend in Ungnade und musste die Leitung des Kulturamtes wieder abgeben.

Zöberleins zweites Buch „Der Befehl des Gewissens“ von 1937, aus dem unten ein Abschnitt wiedergegeben wird, zeichnet am Beispiel des Schustersohns und Weltkriegssoldaten Hans Krafft den Aufstieg der Nationalsozialisten nach.  Dabei präsentiert es auf seinen 990 Seiten Dünndruckpapier eine ganze Reihe von Feindbildern: Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, „Rote“, Klerikal-Konservative, den Klerus, die Freimaurer. Jedoch gegen keines dieser Feindbilder hetzt sein Autor derart ausdauernd und eifernd wie gegen Juden.

In seiner Gesamtgeschichte des Holocaust „Das Dritte Reich und die Juden“ bezeichnet Saul Friedländer eben diesen Roman Zöberleins als ein typisches Beispiel für die Verarbeitung des Themas Rassenschande in der deutschen Literatur der 1930er Jahre. Ernst Loewy schrieb über Autor Zöberlein: „Z. zählte zu den ‚Kündern‘ deutschen Fronterlebens… Seine Bücher zählen zu den übelsten Machwerken der Nazi-Literatur.“ Im biografischen Nachschlagewerk von Hermann Weiß werden Zöberleins Bücher mit dem Attribut „rassistische Propagandaromane“ versehen. In Hellmuth Langenbuchers „Deutsche Dichtung in Vergangenheit und Gegenwart“ (1937) wird Zöberlein nur en passant erwähnt und kommentarlos ein kurzer Auszug aus „Der Glaube an Deutschland“ abgedruckt.

Seine weiteren Werke erschienen während des Zweiten Weltkriegs: „Der Druckposten“ (1940), „Der Schrapnellbaum“ (1940), „Dichter unter den Waffen“ (Hg. Heinz Riecke; 1940).

Gegen Kriegsende fungierte Hans Zöberlein als Anführer eines der berüchtigten „Werwolf“-Kommandos im Voralpengebiet. Nachdem couragierte Bürger der oberbayerischen Stadt Penzberg ihren NSDAP-Bürgermeister absetzten, um rascher und ohne Verluste eine Kapitulation in die Wege leiten zu können, ließ Zöberlein mindestens acht Personen als Verräter hinrichten. Für diese „Penzberger Mordnacht“ wurde der Schriftsteller 1948 zunächst zum Tode verurteilt, dann zu lebenslanger Haft begnadigt und bereits 1958 aus gesundheitlichen Gründen in die Freiheit entlassen. Anlässlich seines Spruchkammerverfahrens, 1948, hatte sich Zöberlein als überzeugten Nationalsozialisten und Antisemiten bezeichnet. Am 13. Februar 1964 verstarb er in München.

Die diesen Beitrag begleitenden Illustrationen (Auswahl) aus „Der Befehl des Gewissens“ stammen von „Kunstmaler“ Albert Reich, (Neumarkt 1881-1942 München). Sie stellen Juden in der bayerischen Landeshauptstadt dar, oder präziser: Ostjuden auf der Durchreise, eine „graue“ Straße mit Läden und Kaufhäusern jüdischer Inhaber, einen „Geldjuden“, der seine Taler und Goldstücke zählt, ferner den Typ „Revolutionsjuden“ mit erhobener Pistole und wirrem Blick, den lüsternen „Genussjuden“ mit zwei keuschen nichtjüdischen Begleiterinnen, die „Rechtsanwaltjuden“ mit unverkennbarer Physiognomie und Gestik, denen der geradezu Abscheu erregend hässliche „Täterjude“ gegenüber sitzt, die gnadenlosen „Pfandleiherjuden“ mit der unvermeidlichen Goldwaage, „Geschäftemacherjuden“, wohlgenährt, bärtig, absolut undeutsch erscheinend, außerdem, und immer wieder –  als das ‘Symbol der Hoffnung‘, das Hakenkreuz. Mal bedeckt es den Boden und ein gefallener Angehöriger der ‘Bewegung‘ liegt auf ihm, während im Hintergrund der Satan, der Mephisto, der jüdische Teufel voller Häme grinst und höhnt, dann weht die Hakenkreuzflagge über München und suggeriert ‘Stadt der Bewegung‘, schließlich das Hakenkreuz umflammt, als Zeichen kommenden Heils. Den Buchtitel ziert, unverkennbar, die Münchner Feldherrnhalle, jener denkwürdige Ort… und, natürlich, das Bildnis des unbekannten Soldaten aus dem nicht fernen Gedenkort am Hofgarten. Nach Albert Reich war übrigens noch bis vor kurzem in seiner Heimatstadt Neumarkt eine Straße benannt und es soll nicht wenig Mühe gekostet haben, die konservativen Stadtväter von einer Umbennung zu überzeugen.

Bemerkenswert erscheint der Umgang der bayerischen Historiografie mit Zöberlein und Reich. Eines der meist verbreiteten, weithin angesehenen, biografischen Nachschlagewerke zu Bayern dürfte immer noch „Bosl’s Bayerische Biographie“, (Hg.) Karl Bosl, Regensburg 1983, sein. Darin sucht man Hans Zöberlein vergeblich, jedoch ist ein knapper Eintrag zu Albert Reich vorhanden. Dieser gibt als Geburtsdatum für den aus Neumarkt in der Oberpfalz stammenden ‚Künstler‘ den 14. November 1881, als Sterbedatum lediglich April 1942 München, an. Und: „Hauptsächlich Illustrator. Für den Nationalsozialismus engagiert. – W(erke): …‘Dietrich Eckart der Vorkämpfer der völkischen Bewegung‘…“ Den Schriftsteller und Mörder Zöberlein versuchte man also von oberster bayerischer Historikerseite her vergessen zu machen, den durfte es einfach nicht gegeben haben. Reich hingegen, als den vermeintlich schwächer belasteten, nahm man auf mit dem kürzest-möglichen Hinweis auf dessen ‚Verwicklung‘. Bayerische Vergangenheitsbewältigung durch Vergangenheitsbeseitigung.

Die Leseprobe aus „Der Befehl des Gewissens“:

Liebe besitzt eine unergründliche Macht, die von daher kommt, wo nur noch das Übersinnliche webt. Liebe kann alles! Sich opfern bist zur Selbstaufgabe, kämpfen bis zum Tod, arbeiten, ohne müde zu werden, hungern und dürsten, ohne es zu spüren; weil nichts so schwer sein kann, so düster und grau, daß das Geliebte davor verblassen würde. Sein Leuchten überstrahlt alles.

„Du bist furchtbar gescheit“, lacht Hans seine Berta aus, als sie auf einer Wiese mitten unter Blumen liegt und davon erzählt.

„Du irrst dich, ich war immer nur eine mittlere Schülerin. Aber das, was ich sage, das sehe ich ja vor mir. Ich gebe es nur wieder. Das Sehen macht mich so, das ich vordem nicht hatte.“

So wandern sie täglich ins Freie und kehren am Abend wieder heim voll von wunderbarem Erleben und Erkennen. Oder sie wandern einmal eine laue geisterhafte Sommernacht hindurch und sind den ganzen Tag hernach so tief zufrieden vom sonderbar Schönen, das aus ihnen gesprochen hat in der nächtlichen Stille. Sie singen durch die Wälder gemeinsam vor Lebenslust und freuen sich, wie schön ihre Stimmen zusammenschwingen. Sie baden im klaren See miteinander und freuen sich heimlich an ihren ranken Körpern. Er am Feinen, Graziösen und dem Hauch der kindlichen Unschuld ihres Leibes, sie an seiner Kraft, der schnellenden Geschmeidigkeit und stolzen Haltung.

Ein heißer Tag trieb sie wieder einmal an einen See zum Baden. Hans schwimmt weit draußen, und Berta sieht ihm vom Ufer nach. Da fühlt sie, wie die Blicke der herumliegenden Männer auf ihr ruhen, und als sie stolz abweisend umhersieht, grinsen ihr lauter feixende Judengesichter entgegen, daß sie vor Ekel leise schauert und bange sehnt, Hans möchte bei ihr sein. Sie spürt, daß die Blicke ihr folgen, als sie weggeht, und hört, daß hinter ihr her dreckig gelacht wird. Und sie schämt sich ja so. Plötzlich springt vor ihr ein schwarzgebrannter Judenbengel auf und tritt ihr in den Weg:

„Darf ich das gnädige Fräulein zum Kaffee einladen – oder zum Eis? Bitt‘ schön! Sehen bezaubernd aus, die Gestalt von einer Venus.“

„Lassen Sie mich in Ruhe!“

„Aber warum denn? Ein Mädel allein? Allein ist’s doch nicht schön hier.“ Dazu grinst er hinter seiner Hornbrille wie ein Satan und kommt näher.

Berta tritt zurück und erbleicht, wie sie sich plötzlich von lauter Juden umgeben sieht, von denen einer nach ihrer Hand fassen will und frech sagt: „Mir gibst Du keinen Korb, nicht wahr, Kleine?“ Er winkt im Kreise und ruft laut: „Auf ins Kasino!“ Und der Chor brüllt, lacht und tobt, daß man das Flehen und Rufen der gefangenen Berta kaum noch hört. „Hans!“ flüstert sie leise, „Hans hilf mir!“ Geile Pfoten tappen sie an und schieben und ziehen an ihr. Sie reißt sich los, aber einer fasst sie erneut und sagt: „Netter Kerl! Wir haben doch ein Auto, darfst mitfahren!“

Aber da faucht er plötzlich und schlägt die Hand vor sein Gesicht, weil ihm Berta blitzschnell ihre Krallen durchgezogen hatte. Einige Juden stutzen, andere lachen, aber niemand kommt ihr zu Hilfe. Ein Mädel allein, Gott was sucht so ein Mädel hier? „Anschluß, was sonst, einen Kavalier!“

„Was ist da los?“ Hans ist auf einmal da, triefnaß und atemlos. Er sieht Berta an, sieht die Auslese des Satans umherstehen und wird bleich wie eine Wand. Seine Augen werden ganz starr und grünleuchtend, da taumelt der vorderste Jude, der zweite, der dritte, so blitzschnell trifft seine Faust. Die anderen laufen davon. Dann lacht er grimmig auf und hat seine gesunde Farbe wieder.

Badewärter kommen und helfen den niedergeschlagenen Juden auf die Beine, und Berta kann nun auch schon wieder über die hilflos dummen Gesichter lachen und über das Rachegeschrei der Davongelaufenen, das aber gleich wieder verstummt, als Hans sich umdreht.

„Sie müssen sofort das Bad verlassen“ verlangt einer der Wärter. „Werfen Sie doch die frechen Juden hinaus!“ empört sich Hans. „Juden? – Sie, beleidigen Sie unsere Badegäste nicht so unverschämt. Hier gibt’s keine Juden und keine Christen. Verlassen Sie das Bad!“ Berta drängt Hans: „Komm, wir suchen ein anständiges Bad, hier ist es so wie am Jordan in der Bibel, das ekelt mich an.“

„Ui jegerl, tun S‘ nur nicht so g’schwollen, sind S‘ froh, wenn ein besserer Herr sich abgeben mag mit so einer…“

Da fliegt der Wärter durch einen prima Kinnhaken unter eine Rotte geziert aufschreiender Weiber. Dadurch sind die Juden erneut aufmerksam geworden und pirschen sich lüstern an das girrende Weibsvolk heran.

„Siehst du, die haben nur darauf gewartet, auffallen zu können, hör nur, wie sie balzen und förmlich Rad schlagen“, sagt Hans zu Berta.

„Mir dreht sich das Herz um, wenn ich das sehen muß“, entgegnet sie. „Diese Judenschweine richten uns zugrunde, das ganze Blut versauen sie uns.“

„Und Blut ist das Beste und das Einzige, was wir noch haben.“

Als sie sich nach dem Ankleiden treffen, zittert Berta noch leise und schmiegt sich im Gehen eng an ihn, daß er besorgt fragt: „Fehlt dir was?“ Sie meint ganz beklommen: „Nein, nichts! Mir graut nur noch vor der Berührung, als hätte mich eine Schlange gestreift. Und angst möchte mir werden, weil es deutsche Mädel gibt, die das nicht fühlen.“

Und dann frägt sie auf einmal: „Hans, wie stehst du zur Judenfrage?“

Er hält betroffen den Schritt an und frägt verwundert dagegen: „Was weißt du davon?“ „Sehr viel!“ sagt sie, „seit vorhin weiß ich aber, daß sie die brennendste Frage für uns ist. Der Prüfstein, an dem sich alles Echte und Unechte im Deutschen scheiden muß.“

„Hm – wenn ich recht nachdenke, die Juden habe ich noch nie leiden können, schon als kleiner Bub in der Schule nicht“, erwidert er, und Berta sieht ihn dabei an, als erwarte sie von ihm ein Urteil über Leben und Tod. „Woran das liegt, habe ich mich zwar nie gefragt, ich denke, das liegt uns im Blut. Die Juden sind für unser Empfinden schmutzig, schweinisch, ehrlos – kurz gesagt, das genaue Gegenteil von uns. Kennst du das Verslein nicht? –

Jud‘, Jud‘ – hepp, hepp, hepp!
Schweinefleisch ist fett, fett, fett!
Sauerkraut ist gut –
Du bist ein stinkender Jud‘!“

„Nein, das kenne ich nicht“, lacht sie heiter.

„Das haben wir daheim als Kinder zum Abzählen beim Spiel hergesagt. Wenn uns ein Judenbengel auf der Straße begegnet ist, haben wir ihn ebenso ausgespottet: Jud‘, Jud‘ – hepp, hepp, hepp! – und dann richtig verhaut, weil wir die falschen Judenbuben einfach nicht riechen konnten. Der Jud‘ stinkt, haben wir als Kinder immer gesagt.“

„Wir auch! Kinder und Narren sagen die Wahrheit, heißt es.“

„Von einer Judenfrage habe ich auch schon manchmal reden hören. Da hat es doch früher die Antisemiten gegeben, die zu allerlei Geschrei und Judengezeter Anlaß gaben. Aber es geht mir da so wie in vielen sogenannten Fragen, wie mit der Treue, der Vaterlandsliebe oder der Ehre. Das sind für mich keine Fragen, sondern Selbstverständlichkeiten, wie das Waschen, das Zähneputzen, die Reinlichkeit. Wenn ich das nicht mache, fühle ich mich nicht wohl, nicht gesund. Ich habe dann Angst, ich kriege Läuse, Ungeziefer.“ –

„Jawohl! Ungeziefer, das ist das richtige Wort dafür. Weil wir eine schmutzige Zeit erleben, drum gedeiht dieses Ungeziefer so prächtig. Es frißt uns noch auf, wenn das so weitergeht. Und dieses Ungeziefer hat sich überall eingeschlichen und drückt uns jetzt sein Gesicht  und seine Gesetze auf. Weg mit der Moral, der Ehrlichkeit, der Sauberkeit, der Ehre! Wenn es nur noch Schweine gibt, dann wird aus der Erde am besten ein großer Misthaufen gemacht, ein Paradies für Schweine. Manchmal scheint mir, als sei uns diese Judenplage geschickt, daß wir sehend werden sollen. So wie die Menschen das Auftreten von Ungeziefer zu größerer Reinlichkeit zwingt.“

„Wir haben uns schon die schönste Zeit ausgesucht, um auf die Welt zu kommen“ lacht Hans ironisch. „Grad lustig ist’s zum Leben! Nichts als Sorgen, schlimme Aussichten für die Zukunft, den erschöpfenden Krieg hinter uns. Man möchte fast verzweifeln, wenn…“

„Wenn?“ fragt sie neugierig.

„Wenn es nicht noch ein paar solche deutsche, gesunde Prachtmädel gäbe, wie du eines bist. Komm, wir nehmen einen Kahn und fahren ganz weit in den See hinaus, wo nur noch Fische und wirklich keine Juden mehr sind.“

(Hans Zöberlein, Der Befehl des Gewissens, München 1937, S. 296-300)

Dieser Beitrag besteht aus drei Teilen. In Teil 3 wird der Umgang der allerneuesten bayerischen Geschichtsschreibung mit dem Tabuautor Zöberlein einer eingehenden Betrachtung unterworfen.

Literatur:

Enzyklopädie des Nationalsozialismus, (Hg.) Wolfgang Benz u.a., München 2007
Saul Friedländer, Das Dritte Reich und die Juden, München 2008 (hier: S. 138f)
Hellmuth Langenbucher, Deutsche Dichtung in Vergangenheit und Gegenwart, Berlin 1937 (S. 307f)
Joseph Wulf, Kultur im Dritten Reich – Literatur und Dichtung, Frankfurt a. M. und Berlin 1989, S. 407
Hans Zöberlein, Der Befehl des Gewissens, München 1937 (3. Aufl., 51.-70. Tausend)

Zöberlein, Hans in:
Biographisches Lexikon zum Dritten Reich, (Hg.) Hermann Weiß, Frankfurt a. M. 2002

Der Große Brockhaus in zwanzig Bänden, 15. Aufl., Leipzig 1935:

„Schriftsteller, *Nürnberg 1. Sept. 1895, lebt in München, Architekt. Z. ist seit 1934 Leiter des Kulturamtes München; er gründete den Münchner Künstlerkreis „Der Glaube an Deutschland“. Unter dem gleichen Titel erschien sein Kriegsbuch (1931, mit einem Geleitwort von Adolf Hitler), das die Erlebnisse des Infanteristen Z. an der Westfront schildert; nach diesem Buch wurde vom Verfasser 1933 der Frontfilm ‚Stoßtrupp 1917‘ hergestellt.“

Der Neue Brockhaus in vier Bänden, 2. Aufl., Leipzig 1942:

„Dichter, *Nürnberg 1. Sept. 1895, Architekt, seit 1934 Leiter des Kulturamts München; schrieb einen vom Weltkrieg zur nationalen Revolution reichenden Doppelroman: ‚Der Glaube an Deutschland‘ (1931) und ‚Befehl des Gewissens‘ (1937).“

Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt a. M. 2007
Ernst Loewy, Literatur unterm Hakenkreuz, Frankfurt a. M. 1983, S. 328f.
Meyers Kleines Lexikon in drei Bänden, 9. Aufl., Leipzig 1934:
„Architekt und Schriftsteller, *1895; ‚Der Glaube an Deutschland‘ (Kriegsbuch, 1933; preisgekrönt)“
Robert Wistrich, Wer war wer im Dritten Reich?, Frankfurt a. M. 1992
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Z%C3%B6berlein

http://www.mordnacht.de/28april.shtml

http://www.munzinger.de/search/portrait/Hans+Z%C3%B6berlein/0/3196.html

Zu Albert Reich:

http://www.artnet.de/K%C3%BCnstler/albert-reich/auktionsresultate

http://www.arcadja.com/auctions/de/reich_albert/kunstler/59697/

http://www.mittelbayerische.de/region/neumarkt/artikel/albert_reich_strasse_wird_umbe/606018/albert_reich_strasse_wird_umbe.html

http://antifanm.blogsport.de/2010/11/20/albert-reich-strasse-wird-endlich-umbenannt/