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Syrische Verbrechen gegen die Menschen: Opposition und Regierung gegen das Volk

Oppositionstruppen und Anhänger des syrischen Assad-Regimes konkurrieren umeinander, was Grausamkeit und Selbstgerechtigkeit anbelangt. Panischer Fanatismus und verzweifelter Überlebenskampf einer immerhin militärisch mächtigen Minderheit begehen täglich neue Gemetzel…

Bewaffnete Oppositionsgruppen in Syrien haben bei einer am 4. August 2013 gestarteten Militäroffensive im Verwaltungsbezirk Latakia mindestens 190 Zivilisten getötet und über 200 als Geiseln genommen, so Human Rights Watch in einem Bericht. Mindestens 67 Opfer wurden in der Nähe von regierungstreuen alewitischen Dörfern hingerichtet oder völkerrechtswidrig getötet.

(New York) – Der 105-seitige Bericht „‘You can still see their blood’: Executions, Indiscriminate Shootings, and Hostage Taking by Opposition Forces in Latakia Countrysidey“ dokumentiert, dass am 4. August, dem ersten Tag der Offensive, Zivilisten getötet wurden. Die beiden daran beteiligten Oppositionsgruppen, der Islamische Staat im Irak und al-Sham sowie Jaisch al-Muhadschireen wal-Ansar, halten immer noch Geiseln fest, die meisten davon Frauen und Kinder. Die Erkenntnisse von Human Rights Watch deuten klar darauf hin, dass die Tötungen, Geiselnahmen und anderen Menschenrechtsverletzungen als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzustufen sind.

Auch die Regierungskräfte verüben Massenexekutionen

248 Hinrichtungen in Küstenorten

Regierungstreue Kämpfer auf dem Stadtplatz von Al-Bayda am 2. Mai 2013, wo Bewohner gesammelt und hingerichtet wurden. Zuvor war es dort zu gewaltsamen Zusammenstößen von Truppen der syrischen Regierung und regierungstreue Milizen mit oppositionellen Kämpfern gekommen. Nach dem Abzug der oppositionellen Kämpfer trieben die regierungstreuen Truppen und Milizen eine große Anzahl Männer zusammen und exekutierten. Auch Frauen und Kinder wurden hingerichtet.

… „Während die Welt auf die schockierenden Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen in den Vororten von Damaskus blickt, dürfen wir nicht vergessen, dass die syrischen Regierungstruppen Zivilisten auch mit konventionellen Methoden abschlachten“…
Joe Stork, kommissarischer Direktor der Abteilung Naher Osten und Nordafrika

(London) – Syrische Regierungskräfte und ihre Verbündeten haben am 2. und 3. Mai 2013 mindestens 250 Menschen in den Städten al-Bayda und Baniyas hingerichtet, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Damit handelt es sich um zwei der größten Massenexekutionen seit dem Beginn des Konflikts in Syrien.

Der 68-seitige Bericht „‘No One’s Left‘: Summary Executions by Syrian Forces in al-Bayda and Baniyas“ basiert auf Interviews mit 15 Anwohnern von al-Bayda und fünf Personen aus Baniyas, von denen einige mitanhörten oder sahen, wie Regierungstruppen und regierungsfreundliche Kräfte ihre Angehörigen verhafteten und hinrichteten. In Zusammenarbeit mit Überlebenden und Aktivisten vor Ort hat Human Rights Watch eine Liste von 167 in al-Bayda und 81 in Baniyas getöteten Menschen erstellt. Augenzeugenberichte und Videoaufnahmen belegen, dass die überwältigende Mehrheit nach militärischen Zusammenstößen hingerichtet wurde, zu einem Zeitpunkt, als die oppositionellen Kämpfer sich bereits zurückgezogen hatten. Die tatsächlichen Opferzahlen sind möglicherweise noch höher, gerade in Baniyas, da die Region schwer zugänglich ist und Todesursachen manchmal nicht feststellbar sind.

© 2013 AP Worldwide
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