Zwei-Staaten-Lösung: Ein Bürgerkrieg?

Zur Zeit ist es üblich, zu sagen: „Die Zwei Staaten-Lösung ist tot“, oder: „Die Zeit für eine Zwei-Staaten-Lösung läuft aus.“…

Warum tot? Wie tot? Das gehört zu dem, was keinen Beweis braucht. Die Aussage macht es.

Uri Avnery

Bedrängt man jedoch diejenigen, die nicht um die Zwei-Staaten-Lösung trauern, geben sie als Begründung an: „Es gibt zu viele Siedler in der Westbank und Jerusalem. Sie können nicht umgesiedelt werden. Das ist zu problematisch.“

Stimmt das?

Zwei Beispiele werden angeführt: die Beseitigung der Siedlungen im Norden des Sinai auf Befehl Menachem Begins nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Ägypten und die Räumung der Siedlungen im Gazastreifen auf Befehl von Ariel Sharon.

Wie furchtbar diese waren! Erinnern Sie sich noch an die herzzereißenden Szenen im Fernsehen, die weinenden Soldatinnen, die die Siedlermädels forttrugen, an die Auschwitz-Pyjamas mit dem gelben Stern, die die Siedler getragen haben, an das Stürmen der Hausdächer, an die Rabbis mit ihren Torarollen, die in den Synagogen unisono weinten.

All das nur wegen einer Handvoll Siedlungen. Was geschieht wohl, wenn eine halbe Million Menschen fortgeschafft werden müssen? Entsetzlich! Undenkbar!

Nonsens.

In Wirklichkeit war der Abtransport der Siedler aus dem Gazastreifen nichts als eine gut inszenierte Tragikomödie. Niemand wurde getötet. Niemand wurde ernsthaft verletzt. Niemand beging Selbstmord. Nachdem sie ihre zugeteilten Rollen gespielt hatten, zogen alle Siedler ab. Lediglich eine Handvoll Soldaten und Polizeibeamter haben sich den Befehlen widersetzt. Die meisten Soldaten führten die Befehle der demokratisch gewählten Regierung aus.

Wird das Gleiche nochmals geschehen? Nicht unbedingt. Westbank-Siedler von den Bergkuppen im Herzen des biblischen „Großisraels“ zu entfernen, ist etwas Anderes. Lassen Sie uns das aus nächster Nähe betrachten.

Die erste Planungsphase ist, das Problem zu analysieren. Wer sind die Siedler, die umgesiedelt werden müssen?

Nun, vor allem bilden sie keine homogene monolithische Kraft. Wenn man von „den Siedlern“ spricht, hat man eine Menge halbbesessener religiöser Fanatiker vor Augen, die jeden Moment den Messias erwarten und bereit sind, jeden zu erschießen, der sich ihnen nähert, um sie aus ihren Festungen zu vertreiben.

Das ist pure Einbildung.

  • Natürlich gibt es auch solche Siedler. Sie bilden den harten Kern. Das sind diejenigen, die man im Fernsehen sieht, diejenigen, die in palästinensischen Dörfern Moscheen in Brand setzen, diejenigen, die palästinensische Bauern auf ihren Feldern angreifen, diejenigen, die Olivenbäume ausreißen. Sie haben lange Haare, Seitenlocken, tragen die obligatorische Kleidung mit den Fransen unter oder über ihren Hemden, tanzen ihre skurrilen Tänze. Sie sind vollkommen anders als gewöhnliche Israelis.
    Fast alle dieser Juden sind neugeboren (in Hebräisch heißt es: „Jene, die sich zurückbegeben in Reue“) und werden von den wahren orthodoxen Juden, die ihre Töchter nicht mit ihnen verheiraten würden, zutiefst verachtet. Aber sie bilden nur eine winzig kleine Minderheit.
  • Viel bedeutender ist der sogenannte „national-religiöse“ Kern, die tatsächliche Führung des Siedlungsunternehmens. Sie glauben, dass Gott uns dieses Land – und zwar das gesamte Land – gegeben hat, und viele von ihnen glauben, dass Gott ihnen auch befohlen hat, das Land zwischen dem Meer und dem Fluss (dem Mittelmeer und dem Jordan) von Nicht-Juden zu säubern.
    Diese Gruppe hat eine ungeheure politische Macht. Sie hat die sukzessiven Regierungen aus allen Parteien dazu gebracht, sie manchmal widerwillig, manchmal mehr als bereitwillig, dort zu plazieren, wo sie (nun) ist.
    Diese Siedler leben in kleineren Siedlungen konzentriert, die über die gesamten besetzten Gebiete verstreut sind. Sie sind in die Armee und in den Regierungsapparat infiltiert und schüchtern die Politiker ein. Ihre Partei ist die „Jewish Home“ (Jüdische Heimat), deren Vorsitz Naftali Benett, der „Bruder“ von Ja’ir Lapid, hat, ebenso haben sie jedoch auch enge Beziehungen zu der aufstrebenden jungen Führung des Likud und zu dem Gefolge Liebermanns.
    Jede Regierung, die Frieden schafft, muss sich mit ihnen auseinandersetzen. Sie bilden jedoch eine Minderheit unter den Siedlern.
  • Die meisten Siedler hören darauf weniger. Sie sind in den Siedlungsblocks konzentriert, die sich einige Kilometer in den besetzten Gebieten entlang der Grünen Linie aneinanderreihen.
    Sie werden „Lebensqualität-Siedler“ genannt, weil sie dorthin gezogen sind, um die klare Luft und die pitoreske Aussicht auf die muslemischen Minarets auf den benachbarten Hügeln zu genießen, jedoch hauptsächlich, um ihre Traumvillas mit den roten Schweizer-Ziegeldächern fast geschenkt zu bekommen. Sie konnten nicht davon träumen, diese jemals im eigentlichen Israel zu erwerben.
  • Eine Kategorie für sich selbst sind die Orthodoxen. Ihr riesiges, natürliches Wachstum drängt sie aus ihren Städten und Wohngebieten im eigentlichen Israel und sie benötigen dringend neue Unterkünfte, die ihnen die Regierung nur allzu gerne bereitstellt – in den besetzten Gebieten. Sie haben dort bereits mehrere Städte (gegründet), eine von ihnen ist Modi’in Illit, die Grenzstadt, die auf den Ländereien von Bil’in, liegt, dem Dorf, das einen tapferen (gewaltlosen) Kampf führt, um diese zurückzubekommen.
  • In Ostjerusalem sind die Siedlungen eine völlig andere Geschichte. Die hunderttausenden israelischen Juden, die in den neuen Wohngebieten dort leben, halten sich selbst keineswegs für Siedler, sie haben alles, was die Grüne Linie betrifft, vergessen. Tatsächlich sind sie ziemlich überrascht, wenn man sie daran erinnert. Sie mag nur ein paar Häuserblöcke entfernt sein.

All diese Kategorien – und die vielen Unter-Kategorien – müssen separat behandelt werden. Für jede gibt es eine unterschiedliche Lösung.

Nehmen wir der Diskussion wegen an, in neun Monaten würde der Traum von Kerry wahr werden. Es würde einen unterzeichneten Friedensvertrag geben, der alle Probleme löst, einschließlich eines vereinbarten Zeitplans für dessen Umsetzung.

Nehmen wir weiterhin an, dieser Vertrag würde von einer breiten Mehrheit in einem israelischen Referendum (und auch in einem palästinensischen) bewilligt. Das gäbe unserer Regierung die politische und moralische Macht, das Siedlungsproblem zu bewältigen.

  • Für die Jerusalemiten hatte Bill Clinton eine einfache Antwort: Lass sie dort, wo sie sind. Zeichne die Karte von Jerusalem neu, so dass „was Jüdisch ist, ein Teil Israels -, was Arabisch ist, ein Teil Palästinas ist.“
    Unter Berücksichtigung der immensen Schwierigkeit, das Omelett dahingehend auseinanderzupflücken, hat es seine Reize, besonders, wenn den Palästinensern die vollständige Souveränität über den Tempelberg und die Altstadt zurückgegeben wird (und die Westmauer mit dem jüdischen Viertel in Israel bliebe).
  • Für die großen Siedlungsblocks ist die Lösung mehr oder weniger bereits vereinbart: ein Gebietstausch.
    Die Siedlungen, die hart an der Grenze sind, werden von Israel annektiert, (im Gegenzug) wird ein gleich großes israelisches ( eventuell jedoch nicht gleichwertiges) Gebiet an Palästina übergeben.
    Das könnte nicht so einfach sein, wie es klingt. Nur die Siedlungen, oder auch das Gebiet um sie herum oder zwischen ihnen, annektieren? Und, was ist mit Ariel, der „Hauptstadt der Siedler“, die 20 km in der Westbank liegt? Ein Korridor? Eine Enklave? Und Ma’alah Adumim, das, wenn es dem jüdischen Teil Jerusalems angegliedert würde, die Westbank in zwei Teile teilen würde. Es gibt viel zu diskutieren.
  • Die „Lebensqualität“-Siedler müssen ausgezahlt werden. Das ist eine simple Frage des Geldes. Geben Sie jedem von ihnen ein gleichwertiges oder sogar besseres Appartement in der Nähe von Tel Aviv und die meisten von ihnen werden sich darauf stürzen. Tatsächlich ergaben einige Umfragen, dass eine ziemlich große Anzahl von ihnen sogar heute umziehen würde, wenn ihnen ein solches Angebot unterbreitet würde. (Wir schlugen das Yitzhak Rabin vor, aber er lehnte es ab.)
  • Bleibt noch der harte Kern der Siedler übrig, die „Ideologischen“, die Gott dienen, indem sie auf gestohlenem Land leben. Was ist mit denen?
    Die einfachste Lösung wurde von Charles de Gaulle vorgeschlagen. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages, der der Besetzung Algeriens nach Hunderten von Jahren ein Ende setzte, kündigte er an, dass die französische Armee das Land an einem bestimmten Datum verlassen werde. Er sagte zu mehr als einer Million Siedlern , viele von ihnen bereits in der vierten oder fünften Generation: Wenn ihr fortgehen wollt, geht fort. Wollt ihr bleiben, so bleibt. Das Ergebnis war ein wilder Massenexodus in letzter Minute von historischem Ausmaß.
    Ich kann mir keinen israelischen Politiker vorstellen, der kühn genug ist, diesem Beispiel zu folgen. Noch nicht einmal Sharon, ein rücksichtsloser Mensch, ohne Mitgefühl, wagte es.
    Natürlich könnte die israelische Regierung diesen Siedlern sagen: „Wenn ihr euch mit der palästinensischen Regierung arrangiert, könnt ihr bleiben, so wie es palästinensische Bürger (oder sogar israelische Bürger) tun.“
    Einige naive Israelis sagen: „Warum nicht? Es gibt anderthalb Millionen arabische Bürger in Israel? Weshalb können keine hunderttausend Israelis in Palästina sein?“
    Unwahrscheinlich. Die Araber in Israel leben auf ihrem eigenen Gebiet, das ihnen seit Jahrhunderten gehört. Die Siedler leben auf „ enteignetem“ Gebiet und sie haben mit Recht den Hass ihrer Nachbarn geerntet. Ich sehe keine Möglichkeit, wie eine palästinensische Regierung dies genehmigen könnte.
  • Verbleibt noch der harte Kern vom harten Kern. Jene, die die Siedlungen nicht gewaltlos räumen würden. Man wird sie mit Gewalt fortschaffen müssen auf Befehl einer starken Regierung, die von dem Großteil der Bevölkerung, deren Meinung in einem Referendum ermittelt wurde, unterstützt wird.

Ein Bürgerkrieg? Nicht wirklich. Nicht wie der amerikanische Bürgerkrieg, noch wie der gegenwärtige syrische. Aber trotzdem ein harter, gewalttätiger, brutaler Kampf, in dem Blut vergossen werden wird.

Erwarte ich das? Sicherlich nicht. Erschreckt es mich? Ja, das tut es. Denke ich, dass wir deshalb die Zukunft Israels, den Frieden, die Zwei-Staaten-Lösung, die einzige Lösung, die es gibt, aufgeben sollten?

Nein.

übersetzt v. Inga Gelsdorf

38 Kommentare zu “Zwei-Staaten-Lösung: Ein Bürgerkrieg?

  1. Man kann sich auch über die EU wundern, die nicht müde wird
    Israel wegen der Gebiete zu kritisieren, die nach der jordanischen Aggression im Juni 1967 besetzt wurden; jedoch mit Marokko bereit ist ein Fischereiabkommen zu schließen, das den EU-Fischern ermöglicht vor der Küste der von Marokko besetzten Westsahara zu fischen. Was uns lehrt, quod licet Marokko not licet Israel.
    http://www.wsrw.org/a105x2693

  2. Man wundert sich nur über den verengten Blick von Uri Avnery. Wenn man ihm glauben könnte, dann sind die „hardcore Siedler“ das einzige Hindernis für eine Friedensvereinbarung.
    Tom Gross hat gestern Bilder aus der Palästinensischen Al Quds Universität ins Netz gestellt, die man sich anschauen sollte, um zu sehen mit wem man es auch zu tun hat auf der anderen Seite:
    http://www.tomgrossmedia.com/mideastdispatches/archives/001406.html

  3. Ja wenn es nach dem Patriarchen gehen würde, dann würde Israel seine eigenen Gerichtsbeschlüsse mißachten. Israelbasherin Nr. 1 vergisst, dass wir auch lesen können. Nun kann das Patriarchat rechtliche Schritte unternehmen. Doch ein illegal errichtetes Haus kann mit Gerichtsbeschluss demoliert werden.
    Wenn aus den Ländern wo die Moslems in der Mehrheit sind, Christen gelegentlich Opfer von Pogromen sind, wenn Kirchen abgefackelt werden, wenn es zu Zwangskonversionen gibt da ist dieses Patriarchat merkwürdig still und Israelbasherin Nr. 1 von hagalil auch.
    Kann uns Israelbasherin Nr.1 erklären, weshalb Christen aus allen islamischen Ländern massenhaft flüchten?

    • Hallo Herr Pfeifer,

      es scheint nicht nur so, daß die Vertreter der Christlichen Kirchen in Israel und Bethlehem Ihren religiösen Antisemitismus mit genommen haben und deswegen die Palästinenser unkritisch unterstützen.

      Bezüglich der Christenverfolgung in den arabischen Ländern (bzpl. Ägypten): damit ja die Beziehungen zu jenen Ländern und den Islam nicht gestört werden, schweigen die Kirchen lieber.

      Und, ganz böse: was interessiert die katholische, orthodoxe und protestantische Kirche schon die arabischen „Splittergruppen“ wie die koptischen Christen in Ägypten. So lange es im Westen keine Verfolgung gibt und keine Islamfeindlichkeit hoch kommt, ist doch alles in Ordnung …

      Kyniker

      • Hallo Herr Pfeifer,

        herzlichen Dank für Ihre Erläuterungen. Leider sind die ständigen christlichen Vertreter in Israel zu Polittouristen verkommen.

        Ich kann Ihren Beitrag nur unterschreiben.

        Übrigens: daß die evangelischen Kirchen ihren sekundären Antisemitismus vorführen, sieht man an den entsprechenden offiziellen Berichten … auch von Hagalil dokumentiert.

        Der Grund, warum ich mich in der Christlich-Jüdischen Versöhnung im evangelischen Bereich mich nicht mehr engagiere.

        Herzlichen Dank

        Kyniker

  4. „Jerusalemer Patriarch protestiert gegen Hauszerstörung

    Jerusalem, 5.11.13 (Kipa) Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, hat die Zerstörung eines kircheneigenen Wohnhauses durch das israelische Militär als „Akt des Vandalismus“ verurteilt. Die Massnahme verstosse gegen israelisches wie internationales Recht und werde „keinesfalls dem Friedensprozess helfen“, sagte Twal am Dienstag vor Medienvertretern. Der Anwalt des Patriarchats, Mazen Qupty, kündigte rechtliche Schritte an. Nach Kirchenangaben handelt es sich um den ersten derartigen Fall“

    http://www.kipa-apic.ch/index.php?PHPSESSID=7busdk5q1opt1ne3d2acblb5s5&pw=&na=0,0,0,0,d&ki=248432

    • Das ist auch nicht nötig. Die Palästinenser und auch die arabische Liga haben den palästinensischen Staat NEBEN Israel bereits 1988 ausgerufen. Mittlerweile ist er von 2 Dritteln der Länder der Welt anerkannt.

      Leider nicht von Israel.

      Eine solche Anerkennung schafft Rechtssicherheit auch hinsichtlich der Grenzen für BEIDE Länder.

      Arafat hat 1994 Israel innerhalb seiner international anerkannten Grenzen anerkannt und zwar mit Deckung des palästinensichen Nationalrats.

      Was fehlt ist ein Partner für den Frieden auf israelischer Seite und die Anerkennung Palästinas und das Recht des palästinensischen Volks souverän auf dem ihm verbliebenen Land in der West-Bank und in Gaza in ihrem eignen Staat leben zu können.

      • “ ‚Er (Uri Avnery) hat doch glatt die palistenensische Seite im Friendesprozess vergessen.‘

        Das ist auch nicht nötig.“

        Ach so, na dann können wir ja froh sein, dass Israel alleine Schuld an der bisherigen nicht umgesetzten Zwei-Staaten Lösung ist (SCNR).

        Arafts Handel und Aurtrehten war schon recht ambivalent.

        Kysniker

  5. „…Vor nichts haben Abbas & Co soviel Angst, wie vor einem eigenen Staat, in dem sie VERANTWORTUNG übernehmen müssten. …“

    Danke, lieber Karl – Verantwortung – für die seit 66 Jahren an der Zahl lang veranstaltenden „Krawallmacher“ in Ramlah und Gaza ein ABSOLUTES Fremdwort – für alle israelischen Regierungen stets oberstes demokratisches Staatsprinzip zur Erlangung von Stabilität.

    Abbu Mazen wird sich vermutlich absehbar in (s)einen ‚wohlverdient‘ spendenhilfsgeldgenerierten Terroristenruhestand verabschieden – WAS dann?

    …eine reissende Meute um Beute 🙁

  6. Lieber Uri Avnery, liebe Inga Gelsdorf,

    “…die Zwei-Staaten-Lösung, ‘die einzige Lösung?‘, die es gibt …“

    ??? an very explosive bloody + neverending EXPERIENCE since 1946 !!! FACT

    never solution

    Mensch könnte sich naturwissenschaftlicher Herangehensweise bedienen:

    Die analytische Aufstellung einer sozusagen mathematischen ‘Gleichung‘:

    “ …der grob in 5 Gruppen klassifizierten Siedlerschaft und sogar 5 Punkte als Lösungsansatz für jede Gruppe. Ich fand das sehr hilfreich, zumal es in Richtung einer Lösung geht … Warum immer diese EINSEITIGKEIT …“ ??? …toda David

    W O benennt Uri ‘die ANDERE SEITE grob klassifiziert‘ dieser ‘math. Gleichung‘ …eines überaus wage formulierten VERMEINTLICHEN “Lösung“sansatzes??? …viiiele ‘math. UNBEKANNTE‘

    …vielmehr jedoch real existierend durchaus schon SEHR ‘Bekannte‘?

    PA, PLO, Fatah, Islamischer Dsihad, Hamas, Al Aksa Brigaden, …und und und

    ‚welche‘ in eine „Gleichung“, welche eine „Lösung“ erbringen soll, UNbedingt einzubeziehen wären???

    Allein ungebrochener Wille zu permanent wiederholtester Wiederholung einer nachweislich GESCHEITERTEN Fiction werden letzlich NIE taugen für ‘Friede, Freude, …‘ 🙁

    p. s. übrigens ‚mathematisch‘ korrekt ‚DREI-Staaten-Lösung‘ in the total result, so Mensch definierend auf einst ‚palestine‘ abzustellen gedenkt 🙂

    • @riciano, gut formuliert. Doch Uri Avnery scheint trotz allen neuen Entwicklungen im Nahen Osten, festzuhalten an seiner Meinung. Allein die israelische Regierung soll schuld sein, wenn der Konflikt weitergeht. Würde er seine Meinung ändern, dann gäbe es keine Einladungen mehr nach Deutschland und man würde auch nicht seine Artikel drucken.
      Gefragt ist seine eindimensionale Sicht auf die Dinge auch bei den kleptokratischen Nachbarn, die immer wieder gerne hinweisen auf Avnery. Vor nichts haben Abbas & Co soviel Angst, wie vor einem eigenen Staat, in dem sie Verantwortung übernehmen müssten. So können sie bequem für alle Mißstände Israel verantwortlich machen und sich dabei auf israelische „Friedenskämpfer“ berufen, die dies Gebetsmühlenartig immer wieder herunterbeten.

  7. Eine „Zweistaatenlösung“ auf dem kleinen Land Israel mit feindlich gesinnten Menschen, die auch noch auf zwei Gebiete verteilt sind, ist m.E. Unsinn.
    Die Palästinenser hätten schon längst ihren eigenen Staat, würde man in Jordanien eine echte Demokratie einführen. Aber das will offenbar die Welt nicht, denn dann wäre ja die Möglichkeit gegeben, dass man einen Landtausch gegen Entschädigung vornehmen könnte und diejenigen, die nicht im jüdischen Staat Israel leben wollen, genug Platz in Jordanien fänden.

    • Eine ‚ZweiStaatenLösung‘ ‚auf dem kleinen Land Israel – also Hans Dieter – es geht um zwei GETRENNTE Länder – und darum, dass die Palästinenser auf IHREM Land die feindlich gesinnten Israelis endlich los sind.

      Was wohl niemand will ist ein GEMEINSAMER Staat. Die Isrealis haben ihren Staat und die Welt wollte es. Nur endet der an der Grünen Linie und das reicht ihnen nicht.

      Die völkerrechtliche Lage ist klar. Die Israelis haben kein Recht sich der Landressourcen jenseits der Grünen Linie einfach zu bedienen und DESHALB ist Frieden unmöglich.

      Es sei denn, die Israelis sehen das endlich ein. Weshalb sollten sich die Palästinenser entgegen einer rechtlich eindeutigen Lage widerstandslos vertreiben lassen?

  8. Lieber David G. ich habe mich mit Uri Avnery gründlich auseinandergesetzt. Er ist ein Schüler des Yonatan Ratosh, dessen verworrene, heidnische Philosophie und zum Teil Rechtfertigung der Protokolle der Weisen Zion, die alle vom Selbsthaß gekennzeichnet sind, mir bereits Ende der 40er Jahre aufgefallen sind.
    Avnery ist einen weiten Weg gegangen von der „pan-semitischen“ Sicht des Nahen Ostens und der Verachtung der jüdischen Diaspora bis zu seiner enthusiastischen Umarmung von Yasser Arafat.

    Ich habe mich bereits in der Vergangenheit mit ihm auch auf Hagalil auseinandergesetzt.
    http://www.judentum.net/europa/avnery.htm

    Bitte zu beachten, dass ich eine politische Diskussion führe und jeden ad personam Angriff vermeide. Auch weil ich in der Vergangenheit seine Schreibweise in Haolam Haseh bewundert habe.
    Es ist gut und richtig, dass er Kommentare in einer Tageszeitung schreiben kann und auch im israelischen Staatsfernsehen- und Radio zu Wort kommt.

    • Darf ich noch hinzufügen, der sich mit Avnery´s politischen Positionen seit Jahren auseinander setzt, dass er ein treugläubiger Phantast ist. Als Person repektiere ich Ihn, als Politker ist er, bardon, ein Idiot, wenn er meint, Hamas, Plo und Co. würden ein Staat Israel an ihrer Seite heute dulden.

      Es gibt nur eine Lösung — aber was kaue ich hier wieder alles weiter.
      Die Sektflachen stehen bereits kalt 🙁

      Kyniker

      • Arafat hatte Israel längst anerkannt und der palästinensische Staat wurde längst ausgerufen und wird von 2 Dritteln der Erde anerkannt.

        Die Hamas war damals noch ein kleines nicht allzu bedeutendes Häufchen und ist auch nur eine politische Kraft von mehreren.

        Aber selbst die Hamas hat bereits mehrfach signalisiert, dass sie sich dem Willen des Volks in dieser Frage nicht widersetzen würde, ihre Charta diesbezüglich ändern kann und ein Palästina jenseits der Grünen Linie akzeptieren könnte.

        Mit diesem Standpunkt befindet sich die Hamas jedenfalls mehr im Einklang mit dem internationalen Recht, als die israelische Regierung.

        Wenn Israel irgendwas vermeiden möchte, dann ist es, dass sich die Hamas mäßigt, wie sie es an und für sich auch lt. Jerusalem Post schon 2 Jahre vor ihrer Wahl getan hatte und jegliche Anschläge auf Zivilisten eingestellt hatte.

      • „Aber selbst die Hamas hat bereits mehrfach signalisiert, dass sie sich dem Willen des Volks in dieser Frage (Anerkennung des Staates Israel) nicht widersetzen würde, …“

        Interessant, dass hier die Hamas auf den Willen des palästinensischen Volkes hören würde, wo sie ansonsten eine derartige Rechtfertigung nicht braucht.

        Kluger Schachzug …

        Kyniker

  9. Lieber Karl,
    das ist wirklich sehr konstruiert oder eben zu 95% Unterstellung.
    Denn wenn ich sage, ich könne es verstehen, dass die Bauern aus dem Dorf A die Bewohner der Siedlung B nicht leiden können oder gar hassen, dann habe ich nicht mehr gesagt, als dass Leute, denen man Ländereien, die sie seit Generationen für die ihren halten und sie auch so nutzen, selbst wenn sie keinen Eintrag im preussischen Grundbuch haben, verständlicherweise sauer werden, wenn plötzlich ein paar Neuerweckte von sonstwo her kommen und behaupten alles gehöre eigentlich ihnen.
    Das ist alles.

    Ich habe nicht gesagt, ich fände es toll, dass Menschen in der Stadtbuslinie 18 zerfetzt und ihr Kopf vom Rumpf gerissen wird, dass Folter, Raketen aus Gaza, Lynchmorde in Ramallah, Korruption, Todestrafe, die Unterdrückung der Tibeter und die Ausrottung der Armenier von mir gutgeheissen werden.

    Vielleicht haben wir ja beide eine selektive Wahrnehmung, mir fielen eher Sätze wie folgender auf:
    „Wenn man von „den Siedlern“ spricht, hat man eine Menge halbbesessener religiöser Fanatiker vor Augen, die jeden Moment den Messias erwarten und bereit sind, jeden zu erschießen, der sich ihnen nähert, um sie aus ihren Festungen zu vertreiben.
    Das ist pure Einbildung!“

    Was dann folgt ist eine recht anschauliche Beschreibung der grob in 5 Gruppen klassifizierten Siedlerschaft und sogar 5 Punkte als Lösungsansatz für jede Gruppe.
    Ich fand das sehr hilfreich, zumal es in Richtung einer Lösung geht. Das ist mehr als ich an konstruktiven Vorschlägen von der anderen Seite des politischen Spektrums gehört hätte. Oder wie sieht eine realistische Alternative zum sagen wir mal „Genfer Abkommen“ deiner Meinung nach aus. Kennst du konkrete konstruktive Pläne von Bennet, Lieberman, Netanyahu?

    Warum immer diese Einseitigkeit, die den Gegner noch zehnmal mehr extremisiert als er ist? Und es wäre schön, wenn wir einfach mal bei diesem Artikel und diesem Thema bleiben könnten.

    A gitn Schabes
    David

    • Also hier wird unterstellt, es gäbe auf der einen Seite nur Uri Avnery und auf der anderen Bennet, Lieberman, Netanyahu. Das ist nicht realistisch.
      Was hat die Hasspropaganda den einfachen Palästinensern gebracht?
      Und was bringt sie der palästinensischen Elite?
      Wie kam denn Judea und Samaria (oder Westbank) in die Hände der Israelis? Hat Israel einfach ohne jegliche Provokation den König Hussein 1967 angegriffen, oder hat König Hussein ohne jegliche Provokation und obwohl er von den Israelis gewarnt wurde, Israel angegriffen?
      Haben die Palästinenser und ihre arabischen Schutzherren in Khartum die famosen drei nein postuliert?
      Hat Arafat im Camp David die Vorschläge von Clinton abgelehnt und ist ohne Gegenvorschläge aufgestanden vom Verhandlungstisch?
      Hat Arafat nach Oslo nicht in einer Moschee in Südafrika davon gesprochen, dass dies nur die erste Phase ist im Kampf für ganz Palästina?
      Was sind das für Friedenspartner deren einziger Erfolg, die von den Amerikanern gezwungene Freilassung von mehrfachen Mördern ist, die dann von Abbas & Co als Helden gefeiert werden?

    • Hallo David,

      besten Dank für Ihre Antwort, aber wenn ich dem folge frage ich mich, warum es in Europa generell kein Hauen und Stechen gibt.

      Jugolslawien ausgenommen, hat hier wohl doch eine Völkerversöhnung gesiegt.

      Und: es geht im mittleren Osten Konflikt von Anfang an nicht um irgendwelche Dörfer.

      “Wenn man von „den Siedlern“ spricht, hat man eine Menge halbbesessener religiöser Fanatiker vor Augen,.. “ klar, und Männer sind klüger als Frauen.
      SCNR

      Kyniker

  10. „Und sie haben mit Recht den Hass ihrer Nachbarn geerntet“ schreibt Avnery und rechtfertigt damit den blutigen Terror gegen Zivilisten.
    Damit rechtfertigt Avnery auch die Aufrechterhaltung der Korruption, der Folter und Todesstrafe sowie der Hasspropaganda gegen Juden in der PA. Denn diese argumentiert ja wie alle arabischen Staaten mit dem Argument der israelischen Besatzung, gegen jede demokratische und rationale Reform. Die palästinensische Elite lebt nicht schlecht damit, denn die EU und andere Staaten senden ihnen Unsummen, deren größter Teil in ihren Taschen versickert.
    Es ist ja gerade dieser Hass, den Avnery rechtfertigt, der dazu führt, dass der Konflikt weiterschwelt.
    Die türkische Armee hat Nordzypern besetzt, es gibt dort keinerlei griechischen Terror, weder gegen die türkische Armee noch gegen die türkischen Siedler. Übrigens die EU investiert Geld in den türkisch besetzten Teil Zyperns.

      • Mir kann vieles entgegengehalten werden und es wurde mir schon vieles entgegengehalten. Zum Beispiel hielt mir eine der Säulen des sich links gebenden Antisemitismus in Deutschland vor, ich hätte an einer Menschenjagd teilgenommen und behauptete damit das gleiche, wie es Rechtsextremisten und Neonazi tun, die mir unterstellten, ich hätte mit einer 1995 publizierten Rezension einen Rechtsextremisten 2000 in den Selbstmord gejagt.

      • Jane: „Herr Pfeifer – genauso kann ich Ihnen entgegenhalt, dass Sie Korruption, Folter, Raub, außergerichtliche Hinrichtung und eine Willkürjustiz rechtfertigen.“

        Entgegenhalten könne Sie vieles, doch entspricht es nicht den Tatsachen. Vermeintliche Kollaborateure, Schwule usw. werden von der Hamas und Co. gerne hingerichtet.

        Aber natürlich: wenn die Hamas, PLO und Co. foltern, rauben und Mörder verherlichen, ist das nur „legimitiemer Widerstand“.

        Ich bedauere die Palistenänser über ihre politieschen Führung sehr. So werden sie keinen Frieden finden …

        Kyniker

      • err Pfeifer – ich habe nicht gesagt, dass ICH Ihnen das vorwerfe, sondern, dass man mit der Logik, mit der sie andere STandpunkte als den Ihren delegitimieren, sich eben dies vorwerfen lassen MÜSSTEN.

        Kyniker – es gibt auch in Israel Kriminelle und Extremisten. Rechtfertigt das die Entrechtung des israelischen Volks – natürlich nicht.

        Wer so argumentiert, hat die Menschenrechte nicht begriffen.

      • ‚Was die Israelbasher nicht wissen wollen, …syrisches Kind…‘

        Doch Herr Pfeifer – ich bin ganz sicher, dass es nette Juden und Israelis gibt, die hilfsbereit und philantrop agieren, ob nun zu Juden oder Nicht-Juden.

        Was heißt ich bin sicher, – ich weiß es.

        Das ändert aber nichts daran, dass diese Besatzung unmenschlich und unrecht ist.

      • Jane:
        „Kyniker – es gibt auch in Israel Kriminelle und Extremisten. Rechtfertigt das die Entrechtung des israelischen Volks – natürlich nicht.

        Wer so argumentiert, hat die Menschenrechte nicht begriffen.“

        Aber, aber, das werde ich Ihnen natürlich nicht unterstellen.

        Arabische Staaten, inkl. Gaza und Westbank, und Menschenrechte sind ein spannungsgeladenes Thema.

        Kyniker

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