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RaMBaM

Isaak Arama war ein Gegner des „Freidenkertums“. In seinen Werken »Unheilverheißender Anblick« (»Chasuth Kascha«) und der volkstümlich gewordenen Predigtensammlung »Akedath Jizchak« geiselt er die Philosophen um Maimonides als Abweichler und Liberalisten an. Ganz im Geiste der mittelalterlichen Scholastik vergleicht er das Verhältnis der Philosophie zur Religion mit dem zwischen der Magd Hagar und ihrer Herrin, der Erzmutter Sara…

Zu den „orthodoxen“ Denkern kann auch Don Isaak Abravanel gerechnet werden. Schon in seinen Jugendjahren flocht er »Den Alten einen Kranz« (»Atereth sekenim«), wie der Titel seiner Abhandlung über den Beruf des jüdischen Volkes lautet. Noch näher kam er den »Alten« in seinem Kommentar zum Moreh Newuchim des RaMBaM, in dem er mit besonderem Nachdruck die Lehre von der Prophetie zurückweist. Auch er ordnet den Philosophen dem Propheten unter, wie das menschliche Denken der göttlichen Offenbarung.

Mit dem Anschwellen der antirationalistischen Strömung erstarkte zugleich auch das Interesse für die Kabbala, die von dem oben erwähnten Ibn Schemtob der »griechischen Weisheit« des Maimonides als die »einzige Rettung für Israel« entgegengestellt wurde. Demgegenüber behauptet ein anderer Kabbalist dieser Zeit, Moses Botarel, in seinem Kommentar zum »Buche der Schöpfung«, daß »die Philosophie mit der Kabbala ebenso eng zusammenhängt wie die Flamme mit der Kohle«. So wenig vermochte dieser Jünger der Kabbala Philosophie und Theosophie auseinanderzuhalten, daß er sogar Maimonides zu den Mystikern zählte.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sollen in Spanien ferner die kabbalistischen Apokryphen: »Sefer ha’kana« und »Sefer ha’pelia« entstanden sein, in denen namentlich die scharfe Polemik gegen die Talmudgelehrten auffällt, die sich um die »Geheimnisse der Thora« nicht kümmern. Wenn diese Ausfälle nicht Interpolationen aus späterer Zeit sind, so können sie als Beweis dafür dienen, daß der Widerwille gegen die Bücherweisheit, der erst viel später im Chassidismus offen zum Ausbruch kommen sollte, sich unter den Adepten der Geheimwissenschaft schon sehr früh zu regen begann.