- haGalil - http://www.hagalil.com -

Hanan Ashrawi warnt: Bis 2020 stellen Juden die Minderheit in Erez Israel

Schon in zwei Jahren werden zwischen Jordan und Mittelmeer genauso viele Palästinenser wie Juden leben, Spätestens 2020 werden Juden im historischen Erez Israel / Palästina die Minderheit sein, so eine Verlautbarung des palästinensischen Zentralbüros für Statistik…

ZWEI-STAATEN-LÖSUNG IN GEFAHR

Die Zahlen sind allerdings nicht überraschend. Trotzdem warnte die prominente palästinensische Politikerin Hanan Ashrawi davor, dass eine solche Situation die Chancen für eine Zwei -Staaten-Lösung endgültig beenden würde. Es sei kaum zu glauben, dass gerade Israel nicht jede Chance zur Umsetzung der zwei Staaten -Lösung wahrnehme, denn niemand habe de facto so große Vorteile davon. Jasir Arafat habe in Camp David die Grenzen von 1967 angeboten, dies sei auch so in den Oslo-Verträgen, wie sie Arafat und Rabin ausgehandelt hatten, als Grundlage festgehalten worden.

Damit hätte die PLO einen palästinensischen Staat auf 22% des Territoriums des historischen Palästina errichtet, in Nachbarschaft und Koexistenz mit dem Staat Israel auf 78% der Fläche des historischen Erez Israel. Jerusalem sollte ungeteilt bleiben, mit palästinensischer Hoheit auf den Gebieten östlich der Linie von 1967 und israelischer Hoheit westlich davon. Die Stadtverwaltung solle gemeinsam geregelt werden.

Zum Rückkehrrecht habe Arafat sich unter anderem in der New-York Times deutlich dahingehend geäußert, dass israelische Ängste zur Demographie zu berücksichtigen seien und deshalb nur eine symbolische  Rückkehr von wenigen Tausend Personen in Übereinkunft mit einer Quote, die die Mehrheitsverhältnisse im jüdischen Staat Israel von ca. 20% arabischer Israelis nicht verändern würde.

Leider sei Israel auf weitere Angebote ähnlichen Inhalts, so die saudische oder später arabische Friedensinitiative, nicht eingegangen.

Heute gebe es weltweit fast 12 Millionen Palästinenser. 4,4 Millionen lebten unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde (West Bank und Gazastreifen), 1,4 Millionen seien israelische Bürger, davon 36 Prozent jünger als 15 Jahre.

Die Geburtenrate sei sowohl in der West Bank als auch im Gazastreifen gesunken. Hatte eine Familie 1997 noch sechs Kinder, waren es im Jahr 2008 nur noch 4,4.

Die meisten Palästinenser außerhalb der Region Israel / Palästina leben in arabischen Ländern und nur 655.000 in nicht-arabischen Ländern, davon ca. 120.000 in Deutschland, v.a. in Berlin.

Aus Zahlen des Zentralamts für Statistik in Jerusalem (Israel) geht hervor, das Israels Bevölkerung bei knapp 8 Millionen liegt. 6.015.000 davon sind jüdisch. Die Wachstumsrate liegt bei 1,8%, vgl. mit 2,4% beim arab. Bevölkerungsanteil.

Wenn diese Prognosen zutreffen, und es gibt keinen Grund dafür, sie anzuzweifeln, bewegt sich Israel immer weiter in eine Richtung, die die Zwei-Staaten-Lösung unmöglich macht.

Beide Seiten gerieten in den Sog einer Ein-Staaten-Lösung, eines bi-nationalen Staates, mit nicht-jüdischer Mehrheit, so Hanan Ashrawi gegnüber der israelischen Nachrichten-Plattform y-net.

Dies sei ein Zustand, den sich weder Israelis noch Palästinenser wünschen sollten. Deshalb appellierte sie noch einmal an Israel, die Alternative zu bedenken: Ein demokratischer Staat Palästina, an der Seite des demokratischen Staates Israel und der gemeinsamen Hauptstadt Jerusalem.

Wir geben den Israelis die Chance zu verstehen, dass sie mit einer solchen Lösung besser fahren.

Auf die Frage, warum die Israelis nicht engagierter an einer Zwei-Staaten-Lösung mitarbeiteten, wenn dies doch so offensichtlich zu ihrem Vorteil sei,  liege, so Ashrawi,  daran, dass es sich die israelischen Regierungen leisten konnten zu tun, was immer sie wollten, ohne dass jemand sie stoppen würde. Die ehemalige Angehörige des Verhandlungsteams um Arafat meint, auch heute glaube man in Jerusalem, es werde immer so weiter gehen. Es sei aber an der Zeit, dass „die israelische Regierung verinnerlicht, dass wir nicht verschwinden und dass es höchste Zeit ist, die Idee eines palästinensischen Staates zu akzeptieren.“

Auf der israelischen Seite bezweifeln einige Wissenschaftler die Genauigkeit der palästinensischen Zahlen. Die statistischen Erhebungen seien nicht immer an den höchsten Standards orientiert, manche der Zahlen seien tendenziös ausgelegt worden.