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Eine krude Geschichtsfälschung auf Arte

Am 31. August „beglückte“ die von Frankreich und Deutschland betriebene Fernsehanstalt ihre Zuschauer mit einer Sendung, „Das Exil der Juden“, die zeigt, wie seriöse Recherche durch tendenziöse Propaganda ersetzt wird…

Von Karl Pfeifer

Die Geschichte Israels zu fälschen, kommt einer Strömung im Mainstream entgegen, die aufzeigen will, wie aus Opfern Täter wurden. Es handelt sich um sekundären Antisemitismus, eine neue Form der Vermittlung antijüdischer Stereotype, die von Schuldabwehr, Schuldminderung und Projektion motiviert wird.
Wenn die Tatsache, dass arabische Dorfbewohner ein paar Kilometer weiterzogen nach Nazareth oder andere arabische Dörfer mit dem jüdischen Exil gleichgestellt wird, so zeigt dies einen erstaunlichen Mangel an Sensibilität. Wenn dann behauptet wird, die Araber hätten das jüdische Erbe im Lande Israel bewahrt, dann stellt sich doch die Frage, weshalb die PA gerade dieses jüdische Erbe vehement verleugnet.

Laut Arte hätte die israelische Armee das arabische Dorf Safurie (heute Zipori) am 16. Juli 1948 belagert und „die Einwohner verjagt“.1

Doch das stimmt nicht.

Zweifelsohne ist bislang das Buch des israelischen Historikers Benny Morris „The Birth of the Palestinian Refugee Problem, 1947-1949“, deren hebräische Ausgabe, zweite Auflage durch Am Oved, Tel Aviv 1991 ich besitze, eine zuverlässige Quelle für die Geschichte der Flucht der Araber aus und im Heiligen Land. Auf Seite 269 fand ich folgende Stelle über die Ortschaft Safurie, die ich ins Deutsche übersetzte: „Am 14. und am 15. Juli kamen tausende der Flüchtlinge aus Schfaram in Safurie an und haben die Moral der Einwohner noch mehr geschwächt. Ein israelisches Militärflugzeug bombardierte das Dorf in der Nacht des 15. Juli. Einige Einwohner wurden getötet und im Dorf brach Panik aus; die Bombardierung kam als totale Überraschung. Das Dorf wurde auch von Granatwerfern getroffen. Die Mehrheit der Einwohner begann aus dem Dorf zu flüchten.
Am Anfang begaben sie sich in die umgebenden Täler und Obstgärten. Als die erhoffte Hilfe, die sie von der arabischen Befreiungsarmee (ALA) in Nazareth erwarteten nicht ankam, waren auch die Mitglieder der lokalen Miliz verzweifelt und schlossen sich ihren Verwandten an, die in den Norden flohen, die meisten von ihnen in den Libanon. Im Dorf blieben 100 Menschen, die meisten von ihnen Alte. [5] die ein paar Monate später von der israelischen Armee vertrieben wurden…wenigsten die Einwohner von zwei der Dörfer in Safurie und al Mugjdil haben [1948] den Qawuqdschi leuten*, geholfen und auch während der Unruhen 1936-9 sich gegenüber Juden feindselig verhalten.“

„Fußnote 5 (Seite 508) Nazzal, Palestinian Exodus, pp 74-77, Archiv des Haschomer Hazair 10.18 aus der Rede von Moshe Aram in der Sitzung der Sicherheitsaktivisten der [linkssozialistischen] Mapampartei am 26. Juli 1948. Aram übte scharfe Kritik an der Politik der Armee, eine Politik des Vertreibens seiner Diktion nach, und deswegen war er überrascht angesichts dessen was in Nazareth und in Safuria geschah, denn kein einziger seiner Einwohner wurde vertrieben.“

* Fawzi al Qawuqdschi war der militärischer Anführer der Arab Liberation Army, die im Auftrag der Arabischen Liga 1948 die Araber Palästinas verteidigen sollte. http://de.wikipedia.org/wiki/Fawzi_al-Qawuqdschi

© Karl Pfeifer

  1. http://www.arte.tv/guide/de/042586-000/das-exil-der-juden?autoplay=1 []