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Yeshiva-University: Rücktritt wegen Vertuschung von Missbrauch

Rabbiner Norman Lamm (85), seit 1976 Direktor und Kanzler des jüdischen Seminars an der Yeshiva-Universität, ist am 1. Juli von seinem Amt zurückgetreten. Lamm, Leiter der als Aushängeschild des orthodoxen Judentums geltenden Bildungseinrichtung, war vorgeworfen worden, in den 1980er Jahren über 20 Fälle von sexuellem Missbrauch an der Einrichtung vertuscht zu haben…

Die beiden Beschuldigten, die Rabbiner George Finkelstein und Macy Gordon, habe er ungestraft gelassen. Beide leben heute in Israel und bestreiten die Vorwürfe. Lamms Rücktritt gilt als Folge der vor sechs Monaten im „The Forward“ veröffentlichten Details. In einem öffentlichen Brief bezeichnet er seinen jetzigen Schritt als „Tschuwah“, Reue.

Kevin Mulhearn, Anwalt der mutmaßlich zwischen 1971 und 1989 Missbrauchten, begrüßte Lamms Entscheidung, forderte jedoch weitere Maßnahmen von Seiten der Universität. Die Yeshiva-Universität, die keinen Zusammenhang von Lamms Rücktritt mit den Missbrauchsvorwürfen sehen will, ist in den letzten Monaten auch durch einen Fall von Rassenhass ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

© Jüdische Zeitung Nr.8