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Fernsehtipps für den Juli

Vom 10. bis 31. Juli 2013…

Mi, 10. Jul · 23:00-00:30 · BR
Menschliches Versagen

Was verharmlosend „Arisierung“ genannt wurde, war in Wahrheit einer der größten Raubzüge des 20. Jahrhunderts. Dabei war es nicht die Gestapo, die in die Wohnungen jüdischer Deutscher eindrang, um deren Besitz zu beschlagnahmen, es waren deutsche Finanzbeamte. Große Vermögenswerte gingen dabei an die Finanzbehörden, kleines Hab und Gut über sogenannte „Juden-Versteigerungen“ an Nachbarn, die sich als „Schnäppchenjäger“ betätigten. Regisseur Michael Verhoeven hat für seinen eindringlichen Dokumentarfilm mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern gesprochen.  Viele Aspekte des Holocaust und der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zählen heute zur Allgemeinbildung und sind – zumindest in ihren wichtigsten Fakten – bekannt. Nur wenig dokumentiert sind jedoch die Anfänge dieses Verbrechens inmitten der damaligen „ganz normalen“ Gesellschaft. In seinem Film „Menschliches Versagen“ zeigt der renommierte und vielfach preisgekrönte Regisseur Michael Verhoeven anhand der konkreten Geschichten von Betroffenen den Vorgang der Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung und schließlich Deportation und Ermordung jüdischer Mitbürger auf. Wie konnte es sein, dass ein so eklatantes Unrecht durch immer neue Gesetze „legal“ gemacht wurde? Warum haben sich die damit befassten Behörden geradezu übereifrig am Holocaust beteiligt? Warum haben die meisten nicht-jüdischen Deutschen so wenig dagegen unternommen?  Im Zentrum von Verhoevens Film steht der Prozess der sogenannten „Arisierung“ jüdischen Eigentums und Vermögens – konkret: die vollständige Ausraubung der jüdischen Bevölkerung, die nach dem Krieg durch Rückerstattung oder Schadensersatz nur zu einem geringen Prozentsatz „wieder gut“ gemacht worden ist. Michael Verhoevens Film wirft die Frage auf, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und in den besetzten Ländern wurde. Schwerpunkte der filmischen Spurensuche sind Köln und München.  Zu Wort kommen Zeitzeugen wie die 1925 in München geborene Bea Green geb. Siegel, die 1939 von ihren Eltern auf einen „Kindertransport“ nach England geschickt wurde; Edgar Feuchtwanger, Jahrgang 1924, der Neffe des Schriftstellers Lion Feuchtwanger; Dr. Gerhard Haas, der Enkel des enteigneten Löwenbräu-Miteigentümers Hermann Schülein sowie Vera Treplin, die Theresienstadt überlebte und heute als Psychotherapeutin arbeitet. Wissenschaftler wie Götz Aly und Wolfgang Dreßen erläutern den Prozess der „Arisierung“ im historischen Kontext.  Regisseur Michael Verhoeven sagt über seinen Film: „‚Menschliches Versagen‘ soll keine Schuldzuweisung sein. Vielmehr ist es das Ziel unseres Films, einen Diskurs in diesem Land zu diesem lang verschwiegenen Thema zwischen den Generationen zu fördern und Antworten auf Fragen zu finden, die die Kriegsgeneration aufgrund jahrzehntelangen Schweigens nicht gelöst, sondern nur an ihre Kinder und Enkelkinder weitergegeben hat.“

Do, 11. Jul · 00:50-02:50 · RBB
Die weiße Rose

Im Sommer 1942 ruft in München eine kleine Gruppe von Studenten, unter ihnen die Geschwister Hans und Sophie Scholl, zum Widerstand gegen das Hitler-Regime auf. Unter Einsatz ihres Lebens verteilen sie Flugblätter in mehreren Städten und knüpfen Kontakte zu Widerstandskreisen in der Spitze der Wehrmacht, bis sie im Frühjahr 1943 verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt werden. Sophie Scholl kommt im Mai 1942 von Ulm nach München, um zusammen mit ihrem Bruder Hans an der Ludwig-Maximilian-Universität zu studieren. Bald entdeckt Sophie, dass ihr Bruder mit den Kommilitonen Alex Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst in einer Widerstandsgruppe arbeitet. Unter Einsatz ihres Lebens stellen die Studenten Flugblätter her, die mit „Die weiße Rose“ unterzeichnet sind und in denen sie zum Widerstand gegen das Hitler-Regime aufrufen. Sophie hat Angst um ihren Bruder und will ihm zunächst diese Aktivitäten ausreden. Doch als Hans beinahe verhaftet wird, während er größere Mengen Briefmarken zum Verschicken der Flugblätter besorgen will, beschließt sie, sich der Gruppe anzuschließen. Dank ihrer Geschicklichkeit kann Sophie unauffällig die benötigten Marken besorgen und die Arbeit der „weißen Rose“ voranbringen. Als das Papier ausgeht, steht die Gruppe vor einem neuen Problem. Hans wendet sich an den couragierten Professor Huber, mit dessen Hilfe Nachschub besorgt werden kann. Durch den Kontakt zu dem Wehrmachtsoffizier Falk Harnack erfahren Hans und Alex, dass „Die weiße Rose“ nicht die einzige Widerstandsgruppe ist. Hoffnungsvoll verdoppeln Hans und Sophie ihre Aktivitäten; doch die Schlinge der Gestapo zieht sich immer enger um sie. Durch einen Zufall wird der Hausmeister Zeuge, wie die beiden an der Universität Flugblätter auslegen. Er denunziert die Geschwister, die daraufhin im Februar 1943 vom berüchtigten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt werden.

Fr, 12. Jul · 06:30-07:00 · BR
Jüdisches Leben in Bayern – Vom Mittelalter bis heute

Von Kreuzfahrern gehetzt, von der Kirche verteufelt, als Kammerknechte nur dem Kaiser unmittelbar untertan: Juden standen vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution außerhalb der gesellschaftlichen Hierarchie. Andererseits waren sie aber auch unersetzlich als Ärzte, Händler, Geldverleiher und Kulturvermittler. Kammerknechte waren dem Kaiser direkt unterstellte Juden, die gegen Zahlungen seinen Schutz genossen. Ein zweifelhafter Schutz.  Mit Unterstützung der Jüdischen Gemeinde in Würzburg unternimmt der Filmautor Florian Guthknecht in seinem Film eine Zeitreise durch die widersprüchliche Geschichte der Juden in Bayern, die von Verfolgung geprägt ist, aber auch von hohem Ansehen und Lebensfreude.

Fr, 12. Jul · 11:00-14:25 · MGM
Exodus

1947 versuchen Juden aus aller Welt, in Palästina eine neue Heimat zu finden. Per Schiff begeben sich 600 Heimatlose in das gelobte Land, werden jedoch von den Briten auf Zypern festgehalten. Ari Ben Kanaan (Paul Newman) will die Weiterfahrt des Schiffes „Exodus“ erzwingen. – Monumentales Meisterwerk, Oscar für die beste Filmmusik.

Fr, 12. Jul · 19:30-20:00 · 3sat
Kulturkrieger in Gaza

Gaza wird oft als „größtes Gefängnis der Welt“ bezeichnet. „Hier lebt eine ganze Generation ohne Hoffnung“, erzählt der Schriftsteller Atef Abu Saif der Reporterin Katrin Sandmann. 1,7 Millionen Palästinenser drängen sich auf einer Fläche, die ungefähr so groß wie Bremen ist. Sie sind regelrecht eingeschlossen zwischen Israel und Ägypten. Der Flughafen existiert nicht mehr, das Mittelmeer wird von der israelischen Marine überwacht, nach Israel einreisen darf fast niemand. Die islamistische Hamas Regierung, nicht eben Freunde der Meinungsfreiheit, befindet sich in einer Art bewaffneter Dauerfehde mit Israel. Erst jüngst lag Gaza wieder tagelang unter israelischem Bombardement, nachdem militante Palästinenser zuvor Israel mit einem wahren Raketenhagel überzogen hatten. Wenn künstlerische Inspiration sich also aus Meinungs- und persönlicher Freiheit nährt, arbeiten die Künstler in Gaza unter denkbar schlechten Ausgangsbedingungen. Für eine neue „Kulturkrieger“-Folge begibt sich Katrin Sandmann in Gaza auf die Suche nach jungen Künstlern – und kann sich kaum retten vor Einladungen zu Vernissagen, Theaterpremieren und spontanen Kunstevents. In einem völlig überfüllten Flüchtlingslager wird sie Zeugin der ersten Kinoproduktion im Gazastreifen. Und sie lernt von „Gaza Parkour“, wie man trotz allem Mauern überwindet.

Fr, 12. Jul · 21:00-21:45 · PHOENIX
Hitlers nützliche Idole: Heinz Rühmann – Der Schauspieler

Es sei stets sein Traum gewesen, den Clown zu spielen. Viel Spaß soll er aber nicht verstanden haben – Hitlers erfolgreichster Unterhaltungskünstler, Heinz Rühmann. Seine Karriere begann schon in den letzten Jahren der Weimarer Republik. Als Hitler an die Macht kam, folgte der Durchbruch des „kleinen Mannes“. Rühmann blieb, während andere Filmgrößen wie Marlene Dietrich Deutschland konsequent den Rücken kehrten. In den Filmstudios von Babelsberg gaben nun die Nationalsozialisten den Ton an.  „Keiner aus meinem Freundeskreis hat sich nach dem Wohlwollen der braunen Herren gedrängt“, sagte Heinz Rühmann später einmal, „aber wenn ein Künstlerempfang angesetzt war, mussten wir hin!“  In der Rolle des naiven, aber liebenswürdigen Kleinbürgers eroberte Rühmann die Herzen der Menschen. Sich selbst sah er als unpolitischen Künstler, der nur seiner Gabe entsprochen habe und sein Publikum zum Lachen brachte. Dabei musste auch Rühmann Farbe bekennen: Mitte der 30er Jahre ließ er sich auf Druck der Nazis von seiner jüdischen Frau Maria Bernheim scheiden. Hans Albers und Heinz Moser hingegen standen treu zu ihren jüdischen Partnerinnen und versagten den Nazis bis zum Schluss jede Achtung. Wollte Rühmann seine jüdische Frau, von der er schon länger getrennt lebte, schützen, wie viele seiner Freunde behaupten, oder stand sie seiner Karriere im Weg? Tatsache ist, dass er sich mehr und mehr vor den propagandistischen Karren spannen ließ. Goebbels ernannte ihn 1940 schließlich zum Staatsschauspieler: die höchste Auszeichnung für Darsteller im „Dritten Reich“.  War Heinz Rühmann zu nah an der Macht oder war er der perfekte Überflieger, der Abstand hielt und sich die Finger nicht schmutzig machte? Hat er sich schuldig gemacht? Menschen, die ihm nahe standen, versuchen Antwort zu geben. „Mein Vater war ein sehr unpolitischer Mensch, der die Folgen seines Handelns nicht abschätzen konnte“, meint sein Sohn heute.  Nach dem Krieg wurde es zunächst still um den beliebten Schauspieler. Die Westalliierten erteilten ihm Berufsverbot, später wurde er von ihnen als „nicht betroffen“ eingestuft. Im Aufbaufieber der 50er Jahre gelang es Heinz Rühmann, an seine alte Popularität anzuknüpfen. Noch heute ist er – wie Umfragen zeigen – der beliebteste deutsche Schauspieler.

Fr, 12. Jul · 22:35-00:10 · PHOENIX
Das Herz von Jenin

Am 5. November 2005 erschießt ein Soldat der israelischen Armee im Flüchtlingslager Jenin den zwölfjährigen palästinensischen Jungen Ahmed Khatib, der mit einem Plastikgewehr spielt. Sein Vater Ismael entscheidet, die Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden. Eine Geste des Friedens. Zwei Jahre später begibt sich Ismael Khatib auf eine Reise quer durch Israel, um die Kinder zu besuchen, die durch die Organtransplantationen gerettet werden konnten.  Eine schmerzhafte und zugleich befreiende Reise, denn durch die Kinder kommt Ismael auch seinem Sohn wieder ganz nah.  Es fährt zu dem kleinen Beduinenjungen Mohammed in die Negev-Wüste; zu Samah, einer drusischen Teenagerin im Norden Israels und schließlich zu Menuha, der Tochter einer jüdisch-orthodoxen Familie aus Jerusalem.

So, 14. Jul · 09:15-10:15 · 3sat
Daniel Cohn-Bendit und Eva Menasse: Dunkelkammer Österreich

2005 feierte die österreichische Journalistin Eva Menasse mit ihrem Familienroman „Vienna“ ihr Debüt als Autorin. Dieses Jahr ist ihr zweiter großer Roman „Quasikristalle“ erschienen, deren Hauptfigur, Xane Molin, eine Wienerin ist. Wien war und bleibt für sie ein Dampfkessel und eine Drehscheibe des intellektuellen Lebens zwischen Ost und West.  Daniel Cohn-Bendit begibt sich mit Eva Menasse in der Reihe „Sternstunde Philosophie“ auf eine Spurensuche nach den verschiedenen Identitäten ihrer Heimat Österreich. Sie sprechen über ihr Leben als Tochter eines christlich-jüdischen Elternpaares, über ihr Verhältnis zu ihrem Vater, der Fußball-Legende Hans Menasse, und das zu ihrem Bruder, dem Schriftsteller Robert Menasse.

So, 14. Jul · 23:15-00:00 · PHOENIX
1945 – Als die Franzosen Deutschland besetzten

„Jetzt sind die an der Reihe! Soll der Krieg ruhig mal bei denen stattfinden“, so dachten im Frühjahr 1945 viele französische Soldaten, als sie in Deutschland einmarschierten. In der Dokumentation von Christine Rütten schildern die Zeitzeugen sehr offen, mit welchen Gefühlen sie damals als Besatzer zu den Deutschen kamen. Natürlich dachten sie an Rache. Zum Beispiel die Elsässer Frédéric Baehr und Jean-Paul Bailliard, die von den Nazis zwangsrekrutiert und an die Ostfront geschickt wurden.  Oder die jungen jüdischen Soldaten Henry Becker und Jean-Mathieu Boris.  Beide betrauerten zahlreiche Verwandte, die von den Deutschen deportiert und ermordet worden waren. Und schließlich Claude Boussagol, dessen Vater und Großvater schon gegen die Deutschen in den Krieg gezogen waren. Für ihn hatte der Konflikt mit dem deutschen Nachbarn damals noch etwas Unvermeidbares: „Es war, als müsse es alle 30 Jahre einen Krieg geben“, sagt er. Aber als er 1945 in das zerstörte Freudenstadt einrückte, wurde ihm klar, dass es noch etwas anderes geben musste als Krieg zwischen diesen Völkern.Das Leid, dem die jungen französischen Soldaten nun auch in Deutschland begegneten, die menschlichen Kontakte, die sie knüpften, relativierten alte Feindbilder und legten schließlich den Grundstein für einen Neubeginn. Frédéric Baehr verliebt sich am Bodensee in die schöne Tochter seiner Wirtin, während Henri Becker schon mal sehr sarkastische Späßchen mit den ängstlichen Deutschen treibt: „Zeigen Sie mir, wo Ihr Essen versteckt ist, sonst werden Sie erschossen“, sagt er zu einer Bäuerin, aber er zitiert dabei aus einem Sprachführer für Wehrmachtsoldaten in Frankreich.  Die Deutschen erinnern sich im Film zuerst an die Angst jener Tage, Angst vor Rache, vor Plünderungen, Vergewaltigungen. Warum das Ende des Krieges dennoch zum Wendepunkt im deutsch-französischen Verhältnis werden konnte, davon geben ehemalige Besatzer und Besetzte eindrucksvoll Zeugnis. Trotz der tiefen und noch so frischen Wunden begann der Wandel bereits in den ersten Monaten nach der Befreiung. Das ist die verblüffende Erkenntnis, die diese Dokumentation des Hessischen Rundfunks mit berührenden Einzelschicksalen und außergewöhnlichem Archivmaterial belegt.

Mo, 15. Jul · 14:15-15:15 · PHOENIX
Juden im Mittelalter

Im ersten nachchristlichen Jahrtausend verlagerte sich der Schwerpunkt der jüdischen Diaspora immer mehr vom Nahen und Mittleren Osten nach Europa. Von Italien kommend siedelten die ersten jüdischen Familien entlang des Rheins und gründeten neue Zentren jüdischen Lebens. Die jüdische Bevölkerung leistete Entscheidendes für die kulturelle Entwicklung der Städte: Vor allem in den Städten Speyer, wo bis heute eine Mikwe – ein Ritualbad – erhalten ist, Worms, Straßburg und Mainz entstanden bedeutsame jüdische Gemeinden.       Die neuen Siedler nahmen auch Gebräuche der neuen Heimat in ihre Kultur auf – vor allem übernahmen sie Wörter und Struktur des Mittelhochdeutschen in ihre Alltagssprache, das „Jiddisch“ entstand.

Mo, 15. Jul · 17:20-18:13 · arte
Nazis im BND – Neuer Dienst und alte Kameraden

Waren der Bundesnachrichtendienst (BND) und sein Vorläufer, die „Organisation Gehlen“ ein Hort ehemaliger Nazis? Arbeitete der Auslandsgeheimdienst der Bundesrepublik mit Männern zusammen, die an der Ermordung von Millionen von Menschen beteiligt waren? Was sagen die Akten des BND-Archivs über die Mitarbeit von SS-Angehörigen und Funktionären der Nazi-Partei? Der Filmemacherin Christine Rütten ist es gelungen, einigen Netzwerken der „alten Kameraden“ im BND auf die Spur zu kommen. In monatelangen Recherchen setzte sie Decknamen und verschiedene Vorgänge miteinander in Beziehung und förderte interessante Details zutage. Als im Jahr 2011 vier deutsche Historiker vom Bundesnachrichtendienst (BND) den Auftrag bekamen, die Geschichte der Behörde zu erforschen, sagte ihr damaliger Chef Ernst Uhrlau: „Wir öffnen ein Fass, von dem wir nicht wissen, was drin ist.“ Alois Brunner und Klaus Barbie waren die Schlüsselfiguren bei der Deportation und Ermordung der französischen Juden während des Zweiten Weltkrieges. Beide entzogen sich der Strafverfolgung und wurden von französischen Gerichten in Abwesenheit verurteilt. Beiden wurden gute Kontakte zum BND beziehungsweise zu seinem Vorgänger, der „Organisation Gehlen“, nachgesagt. Wenn nun das „Fass“ geöffnet würde – würden sich konkrete Beweise finden? Was verraten die Akten aus dem BND-Archiv über Rekrutierung und Einsatz von SS-Männern und NS-Funktionären? Die Dokumentation schildert, wie Männer von SS und Gestapo den Geheimdienst in den ersten Jahren der Bundesrepublik prägten. Von 1946 bis 1968, das waren die Jahre, in denen Reinhard Gehlen, Hitlers Chefaufklärer Richtung Osten, den Geheimdienst im westlichen Nachkriegsdeutschland aufbaute und den „Dienst“ der jungen Bundesrepublik Deutschland führte. Er holte vor allem alte Kameraden aus der Abteilung „Fremde Heere Ost“ in den neuen Dienst. In den Akten findet die Filmemacherin Christine Rütten Belege dafür, wie auch in Nürnberg verurteilte, und später begnadigte Kriegsverbrecher alten Kameraden erstklassige Zeugnisse für den Dienst ausstellten. Als Anfang der 60er Jahre die großen Prozesse um Adolf Eichmann in Jerusalem und in Frankfurt um die Wachmannschaften des Konzentrationslagers Auschwitz die Öffentlichkeit aufrüttelten, geriet auch das Personal des BND in die Kritik. Eine unfreiwillige Entnazifizierung aller hauptamtlichen Mitarbeiter der Behörde war die Folge. Hans-Henning Crome führte damals die Untersuchungen. Er schildert in dem Dokumentarfilm, wie bestürzt er war, als er die Lebensläufe seiner Kollegen überprüfte. Für die Dokumentation sichtete Christine Rütten zahlreiche, zum Teil bislang nicht zugängliche Akten, und zeigt, wie sogar Massenmörder auf die Gehaltsliste des BND kamen und wie sie aus ihrem speziellen Wissen auch nach dem Krieg Kapital schlagen konnten. Am Ende aber muss sie sich immer noch die Frage stellen, ob der Bundesnachrichtendienst auch in Sachen Geschichtsaufarbeitung nach dem bewährten Geheimdienstmotto vorgeht: „Niemand soll mehr wissen, als er wissen muss“. Im Jahr 2016 wird die unabhängige Historikerkommission ihre Ergebnisse zu diesem Thema vorlegen.

Mo, 15. Jul · 22:05-22:35 · Das Erste (ARD)
Gefährliche Geschäfte: Deutsche Deals mit dem Iran

Unterlaufen deutsche Firmen heimlich die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran? Seit Jahren hält das Mullah-Regime mit seinem Atomprogramm die ganze Welt in Atem und verweigert sich jeder Kontrolle. Ein nuklear bewaffneter Gottesstaat würde zur Bedrohung weit über die Region hinaus. Darum gelten für den Iranhandel so scharfe Beschränkungen wie für kaum ein anderes Land der Welt. Dennoch entfaltet sich ein reges Wirtschaftsleben, und Deutschland ist nach wie vor der wichtigste westliche Handelspartner des Iran. 2012 haben deutsche Firmen Waren im Wert von 2,5 Milliarden Euro an den Iran geliefert. Doch es scheint weit mehr zu sein. Denn dies sei nur der legale Handel, prahlt die deutsch-iranische Handelskammer in Teheran – die vom Bundeswirtschaftsministerium finanziert wird – in einer internen Broschüre. Offiziell halten sich natürlich alle Unternehmen an die Sanktionsbestimmungen, doch so einfach will man den lukrativen Markt nicht aufgeben. Immer offener machen deutsche Firmen Front gegen die Sanktionen. Und ganz diskret wählen sie zunehmend „alternative Handelsrouten“. Die Reportage folgt den verschlungenen Pfaden, auf denen deutsche Technologie allen Sanktionen zum Trotz in den Iran gelangt. Peter Gerhardt und Ahmed Senyurt haben sich auf die Suche gemacht nach den Akteuren dieser gefährlichen Deals und kommen einem wahren Wirtschaftskrimi auf die Spur. Die Recherche führte sie auch in die Türkei, die dabei eine Hauptrolle spielt und sich als Transitland anbietet. Hier sind die Kontrollen lasch und die Grenzen offen. Der amerikanische Präsident hat jüngst erklärt, dass die USA eine iranische Atombombe nicht tolerieren werden. Gleichzeitig droht Israel mit militärischen Gegenschlägen. Ein militärischer Flächenbrand im Nahen Osten scheint nur noch eine Frage der Zeit. Vor diesem Hintergrund deckt die Reportage zahlreiche legale und halblegale Lücken an der Embargofront auf, die am Ende dem Iran genauso nützen wie der deutschen Wirtschaft.

Di, 16. Jul · 12:45-13:11 · arte
Verschollene Filmschätze: 1936. Die Spiele von Berlin

„Verschollene Filmschätze“ ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. ARTE zeigt die Dokumentationsreihe „Verschollene Filmschätze“ jeweils samstags gegen 17.40 Uhr. Heute: 1936. Die Spiele von Berlin Berlin, 1. August 1936. Ein Samstag. In dem modernen, monumentalen Berliner Sportstadion, das 100.000 Personen fasst, eröffnet Reichskanzler Adolf Hitler die Olympischen Sommerspiele, offiziell „Spiele der XI. Olympiade“ genannt. Trotz der zahlreichen Boykottaufrufe, unter anderem in den USA, hat es nie zuvor so viele teilnehmende Länder beziehungsweise Athleten gegeben. Wie wurden die schwarzen amerikanischen Sportler, deren Leistungen mit besonderer Spannung erwartet wurden, im rassistischen, totalitären Regime empfangen? Welche Bedeutung maßen Hitler und andere führende Nazis diesen Spielen bei? Welche Propagandamittel setzten sie ein, und wie bedienten sie sich der Medien? Und unter welchen Bedingungen durften die ausländischen Journalisten über das sportliche Großereignis berichten?

Di, 16. Jul · 18:20-19:09 · arte
Erste Geige und junge Talente

Nach 30 Jahren als Sologeigerin im Israelischen Philharmonischen Orchester hat Anna Ronovsky Tel Aviv den Rücken gekehrt, um ehrenamtlich mit Kindern aus den Vorstädten von Tiberias zu arbeiten. Im Rahmen dieses Projekts will sie hochbegabten jungen Musikern das Geigenspiel beibringen. Die Dokumentation beginnt mit einem Besuch beim Israelischen Philharmonischen Orchester. Dort treffen Anna und ihre Schützlinge auf wenig Milde. Das Spiel der ungestümen Anfänger ist einfach noch zu chaotisch für das feine Ohr von Chefdirigent Zubin Mehta. Daraufhin kniet sich Anna Ronovsky, die vom Talent ihrer jungen Schüler überzeugt ist, noch tiefer in das Projekt. Die Erwartungen der Lehrmeisterin sind hoch, und der Alltag der Kinder ist voller Verpflichtungen. Neben Schule, Hausaufgaben und den regelmäßigen Proben im Gemeindezentrum und zu Hause bleibt ihnen nicht viel Zeit für sich. Mickey, Lena, Barak, Erez und Jenny scheinen dennoch ihren Spaß zu haben. Sie gehen sehr liebevoll miteinander um und sprühen vor Neugier. Ihre Leidenschaft für die Musik verbindet sie. Doch nicht alle Eltern sind von Annas Methoden überzeugt. Vor allem die Eltern von Mickey und Lena haben Vorbehalte. Die Dokumentation fängt sensibel ihre Reaktionen ein. Sie sind hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, ihrem Nachwuchs die erforderliche Unterstützung zu geben, aber auch als Eltern in Erscheinung zu treten, die um die psychische Gesundheit ihrer Kinder besorgt sind. Trotz ihrer großen Fortschritte werden die beiden Kinder schließlich zu Anna Ronovskys großem Bedauern aus dem Programm genommen.

Mi, 17. Jul · 20:15-23:05 · kabel eins
Unbeugsam – Defiance

Der Film basiert auf dem Buch „Defiance: The Bielski Partisans“. Er schildert die Flucht polnischer Juden vor den deutschen Besatzern während des 2. Weltkriegs und deren Widerstandskampf. Die Protagonisten sind die Brüder Tuvia, Zus, Asael und Aron Bielski, deren Familie zum großen Teil durch die Deutschen getötet wurde, die eine Widerstandsgruppe aufbauen um andere Juden zu retten.

Mi, 17. Jul · 22:45-23:30 · Das Erste (ARD)
Pop-Legenden: Amy Winehouse

Ihr Tod kam nicht unerwartet, ihre Familie, ihre Freunde und ihre Fans waren dennoch geschockt. Die letzten fünf Jahre hatten sie miterlebt, wie sich Amy Winehouse immer tiefer in einen zerstörerischen Kreislauf von Drogen und Alkohol verlor und hatten ihr doch nicht helfen können. Sie wurde nur 27 Jahre alt. Amy Winehouse war in vielerlei Hinsicht, genau wie andere jung verstorbene Musiker, gefangen zwischen Rausch und Genie. Drogen und Alkohol sollten ihr anfangs helfen, die Angst vor großen Auftritten zu nehmen, trieben sie aber immer tiefer in die Abhängigkeit.  Das Leben von Amy Winehouse war nicht immer chaotisch. Geboren am 14. September 1983, wächst sie in einer mittelständischen jüdischen Familie im Norden Londons auf. Amy liebt nichts mehr als das Singen – ihr Vater, selbst ein Musiknarr, bringt ihr die Songs von Frank Sinatra, Tony Bennett und Ella Fitzgerald bei. Doch 1992 trennen sich ihre Eltern. Für die neunjährige Amy bricht eine Welt zusammen. Sie reagiert mit Widerstand und Trotz, besucht mehrere Schulen, hält es aber nirgendwo lange aus. Mit 16 schmeißt sie alles hin – ohne Abschluss. Einzig am Singen hält sie fest – bei Schulaufführungen, in ihrer eigenen HipHop-Band oder dem nationalen Jazzorchester – und wird von dem Musikmanager Nick Godwyn entdeckt. Ihr erstes Album, „Frank“, erscheint 2003; Fans und Kritiker trauen ihren Ohren nicht. Wer ist dieses Mädchen, das da voller Inbrunst von ihren persönlichen Problemen singt? Das Album macht Amy über Nacht zum Star. Ende 2004 lernt sie auf einer ihrer Kneipentouren die Liebe ihres Lebens kennen: Blake Fielder-Civil wird die wichtigste Person in Amys Leben und verführt sie zu Alkoholexzessen. Als Blake sie nach einem Jahr verlässt, ist sie am Boden zerstört. Amy flüchtet sich in die Arbeit, kehrt ins Studio zurück und produziert in wenigen Wochen ein Album, das Musikgeschichte schreibt: „Back To Black“. Es erscheint im Herbst 2006 und wird ein Welterfolg. Mit Liedern wie „Rehab“, der ersten Singleauskopplung aus „Back To Black“, und „Love Is A Losing Game“ verarbeitet sie das Trauma ihrer gescheiterten Beziehung. Das Album ist künstlerisch brillant, aber auch Ausdruck Amys abgrundtiefer Depressionen und ihres seelischen und körperlichen Verfalls. Mit dem Erfolg taucht auch Blake wieder auf. Doch dieses Mal bleibt es nicht beim Alkohol. Amy folgt ihm in die Heroin- und Kokainsucht. Als Blake Ende 2007 wegen schwerer Körperverletzung ins Gefängnis muss, verliert Amy den Boden unter den Füßen. Beruflich ist sie, nach dem Gewinn von fünf Grammys, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, aber persönlich ist sie ein gebrochener Mensch. Dann kommt Hoffnung auf – während eines ausgedehnten Aufenthaltes auf der Karibikinsel St. Lucia schafft sie es, sich nicht nur von Heroin und Kokain, sondern auch von Blake zu lösen. Amys Leben stabilisiert sich ganz langsam, doch der Alkohol bleibt ihr ständiger Begleiter. Sie versucht vergeblich, ihr Leben in den Griff zu bekommen: Am 23. Juli 2011 stirbt sie an einer Alkoholvergiftung. Die Dokumentation blickt hinter die Legende, auf den Menschen Amy Winehouse. Mit Hilfe exklusiver Interviews ergründet sie die Brüche in Amys Leben, versucht, ihre komplexe Persönlichkeit verständlich zu machen. Neben ihren Eltern Janis und Mitch Winehouse ist es erstmals gelungen, Amys engste Vertraute und Mitstreiter vor der Kamera zu versammeln: Ihre beste Freundin Juliette Ashby, die gefeierten Musikproduzenten Mark Ronson und Salaam Remi, Bandmitglied und Gitarrist Ian Barter, sowie Amys langjährigen Manager Nick Godwyn. Darüber hinaus kommen Lehrer und Mentoren sowie Englands bekanntester Musikkritiker, Dan Cairns, zu Wort. Sie erzählen die Lebensgeschichte der Legende Amy Winehouse. Seltenes und zum Teil noch nie gezeigtes Archivmaterial, Interviews mit Amy Winehouse sowie Filmmaterial von ihren Auftritten, lassen den Zuschauer teilhaben am riesigen Talent dieser einzigartigen Künstlerin.

Mi, 17. Jul · 22:55-00:25 · arte
Sumo – Eine Frage der Größe

In der israelischen Stadt Ramla versucht eine Gruppe von Übergewichtigen ein straffes Diätprogramm durchzuhalten, das sie ihrer Traumfigur endlich näherbringen soll. Fünf der Mitglieder haben den ständigen Verzicht und die fiesen Sticheleien des Diät-Coachs jedoch endgültig satt. Anstatt sich weiter jeden Tag mit Ernährungsplänen herumzuschlagen, wollen sie ihre vielen Pfunde lieber sinnvoll einsetzen. Herzl, der aufgrund seines fülligen Erscheinungsbildes den Posten des Küchenchefs gegen einen Spüljob in einem japanischen Restaurant eintauschen musste, kommt die geniale Idee: Er will die Kunst des Sumo erlernen. Bei seinem ehrgeizigen Projekt soll ihm der Restaurantbesitzer Kitano helfen, der im fernen Japan Erfahrung als Trainer und Ringrichter sammeln konnte – doch Kitano zeigt sich von den Hirngespinsten seines Angestellten zunächst unbeeindruckt. Mit seinen Freunden Aharon, Gidi, Sami und der weiblichen Unterstützung durch Zeha, plant dieser trotz alledem einen Sumo-Ring zu eröffnen, dessen Aufbau jedoch durch die ständigen Selbstzweifel seiner Mitstreiter bald zum Erliegen kommt. Bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch dreht sich plötzlich der Wind: Kitano will der Gruppe ausgenommen von Zeha das Sumokämpfen lehren, das ausschließlich Männern vorbehalten ist. Hoch motiviert stürzen sich die vier Pfundskerle in das anspruchsvolle Training und genießen es, sich endlich wieder einmal satt essen zu dürfen. Obwohl sie von Tag zu Tag mehr Vertrauen in sich und ihr Äußeres gewinnen, häufen sich außerhalb des Rings die privaten Probleme. Zeha findet heraus, dass Herzl sie belügt, Aharon wird von seiner Frau betrogen und Gidi macht das Geheimnis um seine Homosexualität zu schaffen. Zudem erweisen sich die zusätzlich antrainierten Pfunde im Alltag eher als hinderlich. Allein für Kitano scheint die Welt im Gleichgewicht: „Ein Yokuzuma muss schließlich über den Dingen stehen!“

Do, 18. Jul · 23:05-23:35 · MDR
Gunter Schoß – Der Geschichtenerzähler

Schauspieler Gunter Schoß ist bekannt. Er war 24, als mit dem DEFA-Film „Egon und das achte Weltwunder“ seine Karriere begann. Doch mehrere Jahre und einige Filme später spielte er die Hauptrolle in dem Film, der für seine Entwicklung prägend sein sollte: „Die Bilder des Zeugen Schattmann“ nach dem Buch des jüdischen Schriftstellers und KZ-Überlebenden Peter Edel. Gunter Schoß, auf dessen Familiengeschichte ein dunkler Fleck lag, identifizierte sich tief und nachhaltig mit dem Thema um Schuld und Verantwortung. Die Geschichte wird ihn von nun an nie mehr loslassen, nicht privat und nicht als Schauspieler.  Er spielt in vielen historischen Filmen mit, ist Scharnhorst und Bebel, der polnische Graf Sulkowski in „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“. Für die großen politischen Filme wie „Thälmann“ oder „Liebknecht“ wählt man ihn indes nicht aus. Zu kritisch, zu unverblümt, zu unsicher scheint der Mann, dessen Bruder in den Westen „abgehauen“ war und der einen aufmüpfigen Brief an Kurt Hager verfasst hatte, unbekümmert ob der möglichen Konsequenzen.  Aber ohnehin, so sagt Gunter Schoß selbst, waren ihm die kleinen Geschichten oft viel wichtiger. Nach dem Untergang der DDR aber bricht dieser Teil seiner Karriere ab. Es sind andere Rollen, die man ihm nun anbietet: distinguierte Ärzte, Professoren mit sonorer Stimme, der Staatsanwalt in „Rosa Roth“. Nicht, dass es ihn nicht ernährte, doch seine Leidenschaft für die Geschichte bleibt unbefriedigt. Da tut sich ihm ein neues Betätigungsfeld auf: Wenn jetzt im Fernsehen seine tiefe, unverwechselbare Stimme zu hören ist, kann man mit großer Sicherheit annehmen, dass es sich um ein historisches Thema handelt. Er moderiert seit 12 Jahren die Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“, seit fünf Jahren das Geschichtsmagazin des MDR, gibt seine Stimme Dokumentationen und Hörbüchern.  Auch wenn er die siebzig unlängst hinter sich gelassen hat, kann er sich aussuchen, woran ihm etwas liegt und was er besser lässt. Und sein Erfolg rührt zu einem guten Teil wohl auch daher, dass es ihm ernst ist mit dem, was er da spricht und dass sich genau das seinem Publikum mitteilt.

Sa, 20. Jul · 19:30-20:00 · 3sat
Der letzte Kronzeuge Stauffenbergs

Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler im Juli 1944 wurde der Anführer der Widerstandskämpfer, Generalstabsoffizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg, mit fast allen seinen Verbündeten hingerichtet. Nur in Österreich blieben die Mittelsmänner der „Operation Walküre“ unentdeckt – auch Major Carl Szokoll (1915 – 2004). Er leitete in der damaligen Ostmark die Verschwörung gegen das NS-Regime und riskierte wenige Monate später noch einmal Kopf und Kragen, als er in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs den Kontakt zur Sowjetarmee herstellte. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Carl Szokoll seine Widerstandserfahrungen als Filmproduzent auf und agierte als Zeitzeuge vor Schülern und Lehrern.

Sa, 20. Jul · 20:15-21:45 · 3sat
Stauffenberg

21. Juli 1944, 0.15 Uhr: Mit dem Ruf „Es lebe unser heiliges Deutschland“ auf den Lippen stirbt Claus Graf Schenk von Stauffenberg in der Gewehrsalve eines Wachbataillons. Er hat einen weiten Weg zurückgelegt vom jungen Offizier, der vom neuen Reichskanzler Adolf Hitler begeistert ist und der, überzeugt von den deutschen Kriegszielen, seiner Frau staatstragende Briefe aus dem Polenfeldzug schreibt. Oberst Henning von Tresckow gehört zu denen, die Stauffenberg die Augen über die Kriegsverbrechen der Deutschen hinter der Front des Russlandfeldzugs öffnen. Stauffenberg wird schwer verletzt ins Lazarett nach München gebracht. Er hat nicht nur ein Auge, sondern auch die rechte Hand und zwei Finger der linken Hand verloren. Stauffenberg ist inzwischen davon überzeugt, dass es seine Pflicht ist, an der Beseitigung Hitlers mitzuwirken. Gemeinsam mit einigen Gesinnungsgenossen bereitet er das Attentat auf Hitler vor – die „Operation Walküre“. Durch seine Berufung zum Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres Generaloberst Friedrich Fromm, bietet sich ihm die seltene Gelegenheit, bei einer Lagebesprechung in der „Wolfschanze“ nahe an Hitler heranzukommen und eine Bombe zu zünden. Am 20. Juli 1944 kommt Stauffenberg auf dem Flugplatz in Rastenburg an. In der Aktentasche führt er unbemerkt zwei Bomben mit sich. Im Besprechungsraum platziert Stauffenberg die Tasche so nah wie möglich bei Hitler und verlässt das Zimmer. Eine Bombe detoniert mit voller Wucht, überall Trümmer, Rauchschwaden, Verletzte. Stauffenberg erteilt dem Mitverschwörer General Erich Fellgiebel die Anweisung, umgehend das gelungene Attentat nach Berlin zu melden. Doch als Stauffenberg zwei Stunden später in Berlin ankommt, um den zweiten Teil der Operation durchzuführen ist alles merkwürdig ruhig. „Es ist etwas Schreckliches geschehen, Hitler lebt!“ – So lautet die Nachricht von Fellgiebel aus der „Wolfsschanze“ nach Berlin.

Sa, 20. Jul · 22:00-23:40 · BR
Alles koscher!

Der liberale Muslim Mahmud führt mit seiner Familie ein einfaches, aber glückliches Leben im Londoner East End. Als Mahmuds Mutter stirbt, muss der Unternehmer eine für ihn schockierende Entdeckung machen: Nicht nur wurde er als Kind adoptiert, sondern seine biologischen Eltern sind Juden. Um mehr über seine Wurzeln zu erfahren, beschließt Mahmud, sich von einem jüdischen Nachbarn in das Judentum einweisen zu lassen. Als Problem erweist sich bald, dass Mahmuds Sohn in die Familie eines islamistischen Extremisten einheiraten will – und für den sind Juden der Todfeind.  Mahmud Masir führt mit seiner Frau Saamiya und seinen zwei Kindern Rashid und Nabi ein einfaches, aber glückliches Leben im Londoner East End. Der Betreiber eines Minibusunternehmens ist zwar Muslim pakistanischer Herkunft, hält es allerdings nicht allzu streng mit den Vorschriften des Islam. Mahmuds Einstellung ist eher pragmatisch: Warum sollte sich Gott daran stören, wenn man ab und an ein Bier trinkt und nicht fünfmal am Tag betet? Fußball im Fernsehen ist obendrein wesentlich spannender als ein Besuch in der Moschee. Doch dann erschüttern zwei Neuigkeiten Mahmuds geordnete Welt.  Zunächst überrascht ihn sein frommer Sohn Rashid damit, dass er die Stieftochter des berühmt-berüchtigten wahabitischen „Hasspredigers“ Arshad al-Masri heiraten will. Rashid zuliebe lässt sich Mahmud davon überzeugen, während des Besuchs des Fanatikers die Vorschiften des Islam zu beachten. Stärker aus der Bahn wirft den Familienvater die Tatsache, dass er nach dem Tod seiner Mutter erfährt, dass er nicht nur adoptiert wurde, sondern seine biologischen Eltern obendrein Juden sind. Damit sitzt der cholerische Mahmud, der mindestens so viele Vorurteile gegenüber dem Judentum hegt wie seine christlichen Nachbarn über ihn als Muslim, endgültig zwischen den Stühlen. Seine neue Doppelidentität führt bald zu einer Serie von Katastrophen.  Josh Appignanesis „Alles koscher!“ ist eine temporeiche und schwarzhumorige Abrechnung mit religiöser Intoleranz, kulturellen Vorurteilen und dem ganz alltäglichen Rassismus, der nicht nur in der Mehrheitsgesellschaft Großbritanniens, sondern auch innerhalb der kulturellen Minderheiten moderner Großstädte floriert. In der Hauptrolle der bissigen Komödie brilliert Omid Djalili, der sich als „jüdischer Muslim“ bzw. „muslimischer Jude“ auf eine tragisch-komische Identitätssuche begibt und sich dabei sowohl mit antiislamischen wie antijüdischen Ressentiments auseinandersetzen muss. Hauptdarsteller Djalili zählt in Großbritannien zu den bekanntesten Stand-up-Comedians und war in einer Vielzahl von Kinofilmen zu sehen, u. a. auch in Nebenrollen von Kassenerfolgen wie „Gladiator“ und „Die Mumie“. Die bitterböse Komödie über kulturelle Missverständnisse überzeugt zudem durch ihren mitreißenden Soundtrack. „Alles koscher!“ ist an diesem Abend als Free-TV-Premiere zu sehen.

So, 21. Jul · 01:15-02:50 · BR
Tel Aviv Rendezvous

Der Pariser Gynäkologe Alain Gaash stammt von litauischen Juden ab. Mit der Religion hat der gut situierte Arzt allerdings nie etwas am Hut gehabt. Das ändert sich durch die Heirat seines Sohnes Nicolas. Denn Alains Frau Gisèle entdeckt plötzlich das Judentum als neuen Impuls für ihr Leben. Nach einem gemeinsamen Israel-Urlaub stellt sie ihn vor eine Entscheidung: Auswanderung nach Israel oder Scheidung! Seiner Frau zuliebe stimmt Alain der Auswanderung zu. Doch das gelobte Land rollt den beiden Franzosen nicht gerade den roten Teppich aus. Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen: Ein Makler verkaufte ihnen ein Traumhaus am Meer, ein hilfsbereiter israelischer Kollege bot Alain eine Stelle im Krankenhaus an. Doch nach der Übersiedelung muss das Paar feststellen, dass das alltägliche Leben in der israelischen Großstadt Tel Aviv ganz eigenen Gesetzen folgt. So bleibt das bereits bezahlte Haus ein Rohbau, ihr Umzugscontainer landet auf dem Meeresgrund, und mit der neuen Arbeitsstelle wird es auch nichts. Dennoch lässt sich Gisèle nicht irritieren. Dann trifft Alain einen Entschluss.

Mo, 22. Jul · 15:15-16:00 · NDR Niedersachsen
Am See Genezareth

Der See Genezareth ist Anziehungspunkt für Fischer, Touristen und Pilger. Die Gegend um den See ist geprägt von einer faszinierenden Landschaft, von Städten wie Tiberias, eine Stadt am See, die von Herodes Antipas im Jahre 17 n. Chr. errichtet wurde, antiken Ruinen und Klöstern. Am Ostufer dagegen weisen Stacheldraht und Minenwarnschilder auf das zwischen Israel und Syrien umstrittene Gebiet des Golan hin.

Mo, 22. Jul · 20:15-22:08 · arte
George

Als „König im Reich der Fantasie“ wurde Heinrich George in den 20er Jahren gefeiert. Er brillierte auf der Bühne – unter anderem in seiner Lieblingsrolle als „Götz von Berlichingen“ – und in Filmen. So spielte er unter Fritz Lang in „Metropolis“ und verkörperte den Franz Biberkopf in der Verfilmung von Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“. Auch nachdem die Nazis an die Macht gekommen waren, wollte Heinrich George in Deutschland spielen, und das um jeden Preis. Und er spielte: in Literatur- und Theaterverfilmungen wie „Der Postmeister“ und „Der Biberpelz“ ebenso wie in Propagandastreifen wie „Hitlerjunge Quex“, „Jud Süß“ und „Kolberg“. George nahm von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die Intendanz des Schillertheaters an und lobte Hitler in Reden und Interviews. Aber er trat auch für andere Künstler ein, mitunter mutig und entschlossen. So fanden jüdische Kollegen und Oppositionelle im Schillertheater Schutz. Aber bis zuletzt hielt George in der Öffentlichkeit zum Regime und rief noch im April 1945 zum Endkampf auf. Nach dem Krieg wurde er vom russischen Geheimdienst NKWD verhaftet und der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ angeklagt. Nach wochenlangen Verhören erfolgte die Verurteilung. Heinrich George wurde in das Lager Hohenschönhausen gebracht. Auch dort spielte er, dieses Mal unter elenden Bedingungen. Er gründete eine Theatergruppe, spielte den Faust, später brachte er im Lager Sachsenhausen den Postmeister auf Russisch auf die Bühne. Nach über 14 Monaten im Lager starb Heinrich George, von den Haftbedingungen geschwächt und krank, an den Folgen einer Blinddarmentzündung. Er war ein „Jahrhundertschauspieler“ mit Widersprüchen. Im Mittelpunkt des Doku-Dramas stehen die letzten Lebensjahre Heinrich Georges. Dabei befasst sich der Film intensiv mit dem Thema der Schuld und der Verantwortung des Künstlers in der Diktatur.

Di, 23. Jul · 04:20-05:35 · 3sat
Khaled

Das Wort „Raï“, stehend für die Populärmusik Algeriens, bedeutet Meinung oder Sichtweise, eine pointierte Mitteilung also an die Welt. Dass dies gefährlich sein kann, erfuhr auch Khaled. 1986, als der algerische Sänger 26 war, ergriffen die Islamisten die Macht in seinem Land, er musste flüchten. Khaled entwickelte seine Kunst in Frankreich, stieg zum Superstar auf und wurde auch in seiner Heimat zum Symbol, ohne dort singen zu dürfen. Dafür sang er im Duett mit der Israelin Noa, was ihn zusätzlich verdächtig machte. Khaled kümmerte so etwas nie. Er will unterhalten und populär sein, sagen, was er denkt, und den Raï so spielen, wie es ihm Spaß macht – elektronisch und doch mit traditionellen Instrumenten, westlich und doch maghrebinisch, in verschiedenen Sprachen und vor allem: laut.

Di, 23. Jul · 21:45-22:37 · arte
Schattenkampf – Europas Résistance gegen die Nazis, 3/6, 1942/1943 – Widerstand gegen den Völkermord

In ganz Europa – von Paris bis Warschau, von Athen bis Kopenhagen, in Berlin, London und Moskau – bildeten sich zwischen 1939 und 1945 Widerstandsgruppen gegen die brutale Gewalt und Barbarei des NS-Regimes. Auch wenn sie nur eine Minderheit waren, bekämpften sie den Nationalsozialismus mit allem, was ihnen zur Verfügung stand und setzten ihr Leben aufs Spiel. In der Dokumentarfilmreihe erzählen die ,Kämpfer im Schatten‘ aus ganz Europa von ihrem außergewöhnlichen mutigen Engagement. Der dritte Teil der Reihe beschreibt den jüdischen Widerstand in den von den Deutschen besetzten Gebieten.  In den Jahren 1942 und 1943 wird in Deutschland von den Nazis die Vernichtung der europäischen Juden vorangetrieben. Die in einer schönen Villa – mit Blick auf den See! – stattfindende ,Wannsee-Konferenz‘ leitet am 20. Januar 1942 das industrialisierte Morden, die sogenannte „Endlösung“ ein. Die nationalen und die internationalen Widerstandsbewegungen reagieren darauf mit mehr oder weniger erfolgreichen Untergrundaktionen. Auch Juden lehnen sich gegen ihr Schicksal auf und kämpfen um ihr Überleben, indem sie mit falschen Papieren untertauchen oder sich verstecken. Vereinzelt greifen jüdische Widerstandsgruppen auch zu Waffen.

Do, 25. Jul · 04:55-05:25 · HR
Entweder-Broder – Die Europa-Safari (4/4)

In der vierten Folge ihrer Europa-Safari reisen Henryk und Hamed in zwei Länder, die gegensätzlicher nicht sein können. Zunächst begeben sie sich mit Volvo Kurt und Foxterrier Wilma an den südlichen Rand des Kontinents. An der Küste Kalabriens in Süditalien wollen die beiden Zeuge einer Geschichte werden, die der gebeutelten Seele Europas neues Leben einhauchen soll. Vorher jedoch müssen sie einmal durch ganz Italien fahren, von Nord nach Süd. Dabei begegnen sie in Florenz der Geschichte und außerdem einem ehemaligen Strafverteidiger, Mafiagegner und Krimiautor. Sie werden von Nonnen geküsst und klären am Rande Neapels mit Damen des ältesten Gewerbes der Welt die Europa-Frage. In Süditalien angekommen, erwartet sie in der „Città Futura“ eine herbe Enttäuschung, und fast scheint Europa schon wieder verloren. Doch einen Anlauf nehmen Henryk und Hamed noch, um die Seele Europas endlich zu finden. Henryk glaubt, sie befinde sich vielleicht unterhalb des nördlichen Polarkreises: Island ist zwar nicht in der EU, aber die älteste Demokratie im Europa der Neuzeit. Das Land hat bereits eine Krise erfolgreich überstanden. Henryk ist begeistert: „In Island gibt es keine Moslems, keine Juden, wenig Deutsche – der perfekte Platz zum Leben!“ Ob Henryk und Hamed im Land der Wikinger aber tatsächlich die Seele Europas finden, erfährt man in der vierten Episode der Europa-Safari. Nach vielen Tausend Kilometern und um vieles klüger endet ihre Europa-Safari – zu Hause und mit der Frage, wie europäisch ganz Deutschland mittlerweile ist.

Fr, 26. Jul · 20:15-21:35 · arte
Kalte Rache

In ihrem Luxusappartement wird eine alte Dame erschossen aufgefunden. Wandschmierereien deuten auf eine Vergangenheit in der Résistance hin. Doch gegen den unkonventionellen Kommissar Masselot scheint sich bei seinen Ermittlungen unerklärlicherweise die gesamte Kriminalpolizei verschworen zu haben.  Als die hochbetagte Maryvonne Levasseur von ihrer Haushälterin tot aufgefunden wird, wird der Fall Kommissar Masselot übertragen, der wegen seines Engagements für einen Kollegen unter Beobachtung seines Vorgesetzten steht. Neben der Ermordeten findet die Polizei Schmierereien an der Wand, die auf Maryvonne Levasseurs Vergangenheit in der Résistance hindeuten. War sie die Verräterin einer Gruppe jüdischer und kommunistischer Widerständler, die von der französischen Polizei an die Deutschen ausgeliefert und exekutiert worden waren? Auch Masselots Vorgesetzter will die Spur als eindeutige Tatzuschreibung sehen und drängt auf eine schnelle Schließung des Falls. Allen Widerständen zum Trotz fängt Masselot an, daran zu zweifeln, dass Maryvonnes 80-jährige, kommunistische Freunde etwas mit dem Mord an ihr zu tun haben. Mit Hilfe der in den Archivdienst verbannten jungen Polizistin Martine enthüllt er, dass der vermeintlichen Hinrichtung der „Venezianerin“, wie der Kampfname Levasseurs einst lautete, eine politische Affäre zugrunde liegt, in die der Ex-Minister Lectoure verwickelt ist. Dieser sieht sich mit Vorwürfen in einer Schmiergeldaffäre bei internationalen, staatlichen Rüstungsdeals konfrontiert. Masselot, den zu alledem noch die Ehefrau samt Tochter verlassen hat, muss sich entscheiden, ob er unter den massiven Drohungen auf den ihm vorgehaltenen Köder einer Beförderung anspringt und die politischen Verwicklungen einfach übergeht …

Di, 30. Jul · 13:50-14:35 · 3sat
Die Erbschaft des Feuers

Als der Archäologe Ernst Herzfeld (1897 – 1948) die jahrtausendealten Tafeln in den Händen hält, kann er es kaum fassen: Was er 1933 in einer zerstörten Festungsmauer in Persepolis entdeckt, prägt seither das Bild vom Reich der Perser, dem ersten Imperium der Geschichte. 30.000 Tontafeln, das Palastarchiv der untergegangenen Stadt – Quittungen, Arbeitsverträge und Lieferscheine, einer der größten Inschriftenfunde der Archäologie. Ein Schatz von unglaublichem Wert, der der verheerenden Brandstiftung durch die Soldaten Alexanders des Großen wie durch ein Wunder entgehen konnte. Der Fund macht Herzfeld weltberühmt, denn er hilft, das persische Reich einer Neueinschätzung zu unterziehen. Vorher wurde das Bild vor allem von den griechischen Eroberern geprägt, die die Perser als Tyrannen und brutale Despoten beschrieben. Doch 1933 verliert der Archäologe wegen seiner jüdischen Vorfahren seine Professur in Berlin und wird Opfer einer Diffamierungskampagne.  Die Dokumentation „Die Erbschaft des Feuers“ erzählt die Geschichte der Entdeckung des Palastarchivs von Persepolis und des Archäologen Ernst Herzfeld.

Mi, 31. Jul · 02:20-03:55 · 3sat
Zwölfeläuten

Ein Dorf in der Steiermark, Österreich 1945: Der Krieg ist fast zu Ende, und ein winziger Trupp Partisanen streicht durch die Wälder. Das letzte Aufgebot an Lahmen, Alten und Dorftrotteln wird vom ehrgeizigen Dorf-Obernazi, dem Jäger, zur Partisanenjagd aufgestellt. Doch keiner will so richtig. Ihre Motive sind Angst, Feigheit, Dummheit, bei manchen auch Voraussicht – schließlich kommen bald die Alliierten, und wer weiß, was dann passiert. Unter der Regie von Harald Sicheritz entstand mit „Zwölfeläuten“ eine hochkarätig besetzte Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks von Heinz R. Unger.

Mi, 31. Jul · 03:55-04:40 · 3sat
Ein General gegen Hitler – Wilhelm Zehner

12. März 1938: Die deutsche Wehrmacht marschiert in Österreich ein – ohne auf Widerstand zu stoßen. Hätte der Anschluss militärisch verhindert oder verzögert werden können? Der letzte Staatssekretär im Verteidigungsministerium, General der Infanterie Wilhelm Zehner, befürwortete einen Einsatz des Bundesheeres gegen NS-Deutschland. Seine Gesinnung hat er mit dem Tod bezahlt. Zehner starb nach einem Besuch der Gestapo in seiner Wohnung am 10. April 1938. 70 Jahre nach den Ereignissen zeichnet die Dokumentation „Ein General gegen Hitler – Wilhelm Zehner“ die Ereignisse in Spielszenen und mit Originalaufnahmen nach und lässt auch Historiker und Zeitzeugen zu Wort kommen.

Mi, 31. Jul · 05:30-05:55 · 3sat
Der Anschlag: Terror am Flughafen Wien-Schwechat

Es war ein Tag, der Österreich erschütterte: Am 27. Dezember 1985, drei Tage nach Weihnachten, verübte ein Kommando der damals berüchtigten Terrorgruppe Abu Nidal einen Anschlag auf den Schalter der israelischen Fluglinie El Al am Flughafen Wien-Schwechat. Die blutige Bilanz: Drei Tote, Dutzende Verletzte. Der Anschlag rückte die österreichische Nahost-Politik in die öffentliche Diskussion. War das Engagement Bruno Kreiskys im Nahost-Konflikt die Ursache, dass Österreich zum Terror-Schauplatz wurde? Mehr als ein Jahrzehnt lang versuchte Kreisky zuerst als Bundeskanzler, dann als Berater der Regierung Sinowatz durch geheime persönliche Gespräche mit radikalen Palästinenserführern die Bedrohung durch Anschläge in Österreich zu vermindern. Darunter waren auch von Israel gesuchte Terroristen wie Ali Hassan Salameh, einer der Verantwortlichen für das Massaker an israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen in München 1972. Die Dokumentation „Katastrophentage: Der Anschlag“ rollt die Hintergründe des Flughafen-Attentats von 1985 auf. Zu Wort kommen unter anderen Bruno Kreiskys ehemalige engste Mitarbeiter wie die Innenminister Erwin Lanc und Karl Blecha.