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Syrien: Israel kann das syrische Volk nicht alleine retten

Die israelische Luftwaffe hat am Wochenende wiederholt Ziele in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus bombardiert. Sicherheitskreisen zufolge sollten die Angriffe Raketenlieferungen an die libanesische Hisbollah-Miliz verhindern. Endlich bietet ein Land dem syrischen Diktator die Stirn, loben einige Kommentatoren. Andere fürchten, dass die Angriffe Assad sogar stärken könnten und ein Eingreifen des Westens erschweren…

Ein Eingreifen des Westens?

Bild – Deutschland
Israel ist mutiger als der Westen

Anders als der verzagte Westen zeigt Israel Stärke gegen den syrischen Diktator Baschar al-Assad, lobt die Boulevardzeitung Bild:

„Während die ganze Welt dem Schlachten in Syrien (70.000 Tote) tatenlos zusieht, zeigt ein winziges Land Diktator Assad seine Grenzen auf. Israel bombardiert Ziele in Damaskus – und lässt die schalen Ausreden des Westens damit noch beschämender aussehen. Denn seit über zwei Jahren behaupten westliche Politiker, eine Intervention in Syrien sei militärisch zu riskant, weil die syrische Luftabwehr so stark sei. Israel beweist: Das Gegenteil ist richtig. Israelische Kampfjets sind schon mindestens dreimal in den syrischen Luftraum geflogen – und unbeschadet von ihren Angriffen zurückgekehrt. …
Für wachsweiche Diplomatie haben skrupellose Mörder wie Assad nur Verachtung übrig. Wer wissen will, wie man Despoten ‚rote Linien‚ aufzeigt, sollte einen Kurs bei Israels Regierungschef Netanjahu buchen.“
06.05.2013  deutsch

ABC – Spanien
Ungewollter Rückenwind für Assad

Der israelische Luftangriff auf Syrien nutzt eher Baschar al-Assad als den Rebellen, befürchtet die konservative Tageszeitung ABC:

„In diesem Fall hilft das Eingreifen der Israelis nicht, das Blutvergießen zu stoppen. Manche werden es als Akt der Selbstverteidigung verstehen, mit dem die Israelis sicherstellen, dass die terroristische Hisbollah-Miliz keine schweren Waffen vom Assad-Regime erhält, egal, wie der syrische Bürgerkrieg ausgeht. Doch gleichzeitig erschwert der Luftangriff ein Eingreifen des Westens auf Seiten der Rebellen und stützt somit auf gewisse Weise den Diktator, zumindest, was die Zustimmung seiner Anhänger betrifft.
Die Theorie des Regimes, die Rebellen mit Israel in Verbindung zu bringen, ist zwar nicht besonders schlüssig. Aber in den Augen vieler Araber, einschließlich der moderaten Befürworter der Demokratie, stiftet dieser Angriff vor allem Verwirrung, die zu nichts Gutem führt.“
06.05.2013 ABC

De Morgen – Belgien
Ein Alleingang aus Eigennutz

Die Angriffe in Syrien ändern nichts an Europas Dilemma, betont die linksliberale Tageszeitung De Morgen:

„Die jüngsten Luftangriffe haben vor allem mit der eigenen Sicherheit zu tun. Israels Sorge richtet sich nämlich in erster Linie auf die militärische Transportroute zwischen Iran und der libanesischen Hisbollah-Bewegung, die über syrisches Gebiet führt. … Israels Aktionen haben mit einer breiten, international angelegten Aktion gegen die Gräueltaten von Assad nichts zu tun. Das Ganze ist ein exklusiver Angriff von und für Israel. Er ändert auch nichts an dem moralischen Dilemma, in dem sich Europa nun seit Monaten verfangen hat. Verhandlungen mit Assad sind ausgeschlossen, dafür wurden bereits zu viele Gräueltaten begangen.
Eine Bewaffnung der Opposition ist zu gefährlich, denn dadurch würden auch moderne Waffen in die Hände von extremistischen Milizen fallen. Europa schaut zu und scheint nichts gegen dieses größte Blutbad der Welt unternehmen zu können.“
06.05.2013 flämisch