„Sie haben uns die Hand gereicht“

1963 reiste eine Gruppe von Freiwilligen der fünf Jahre zuvor gegründeten „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ für ein Jahr nach Israel…

ASF 1963 vor dem Jüdischen Blindenheim in Jerusalem
Die Gruppe an Weihnachten 1963 vor dem Jüdischen Blindenheim in Jerusalem, bei dessen Bau sie mitgeholfen hat…

Der Aufenthalt hat die Gruppe zusammengeschweißt: Viele Kontakte haben sich bis heute gehalten, auch die Verbindung zu Israel ist für viele bis heute wichtig. Jetzt, zum 50-jährigen Jubiläum des Aufenthalts, trafen sich beinahe alle der damaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Berlin.

Erste ASF Gruppe 50 Jahre später
… 50 Jahre später: Angehörige der Gruppe und Partner mit Tal Gat beim Besuch in der Botschaft

Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch in der Botschaft und ein Gespräch mit Tal Gat, dem Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit.

Nach einer teils kontroversen Diskussion wandte sich Tal Gat mit einer Frage an die Gäste: „Ich selbst war 1963 noch nicht geboren, daher würde mich interessieren: Wie haben Sie Israel damals erlebt?“

Ein gleichförmigeres Land sei es damals gewesen, erzählte ein Teilnehmer, „semi-sozialistisch“, könne man wohl sagen. Heute dagegen erlebe er Israel als sehr viel diversifizierter und auch mit mehr Entfaltungsmöglichkeiten für seine Bürger. Allerdings, fuhr er fort, habe es damals eine größere Bereitschaft gegeben, sich mit Fragen der Vergangenheit und Zukunft auseinanderzusetzen. Heute, so empfinde er es, stünden für viele Menschen die Alltagssorgen im Vordergrund.

Übereinstimmend wurde berichtet, wie herzlich die Gruppe in Israel von ehemals deutschen Juden aufgenommen worden sei. „In Jerusalem haben sie darauf bestanden, dass wir einen Weihnachtsbaum aufstellen“, so eine Teilnehmerin. „Wir wollten das ja gar nicht und fanden, es sei nicht nötig, aber sie haben darauf bestanden.“ Jerusalem sei übrigens damals ein Dorf gewesen, „gemütlich“ nennt eine andere Dame die heutige Großstadt.

Eine weitere Teilnehmerin wies darauf hin, dass ein gewisser Prozentsatz aus der Gruppe eine Beziehung mit einem Israeli eingegangen sei und einige sogar dort geheiratet hätten.
Im Vordergrund stand jedoch immer wieder die Begegnung mit ehemaligen Deutschen. „Diese Begegnungen waren für uns ein Glück“, fasst es einer der Teilnehmer zusammen. „Es gab keine Möglichkeit für sprachliche Missverständnisse; auf Hebräisch oder Englisch wäre das für die meisten von uns nicht möglich gewesen. Sie haben uns die Hand gereicht.“

Botschaft des Staates Israel, 05.06.13

Mehr über die Arbeit von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel erfahren Sie unter: www.asf-ev.de/israel
Israel ehrt “Aktion Sühnezeichen”