Deutsch-Israelisches Jugendprojekt in Haifa

Vom 14. bis 25. April findet in Haifa ein Jugendprojekt zwischen Schülern des WIZO-College für Kunst und Design Haifa und dem Goethe-Musikgymnasium Demmin in Mecklenburg-Vorpommern statt…

Dazu werden die Schüler des Goethe-Gymnasiums nach Haifa reisen und dort zusammen mit den israelischen Schülern Stücke des Komponisten und Musikers Hanning Schröder einstudieren. Am 22. April werden die Stücke dann von beiden Schülergruppen gemeinsam auf einem Abschlusskonzert aufgeführt. Dazu wird auch die Tochter des Komponisten Nele Hertling anwesend sein.

Hanning Schröder, dem das Projekt gewidmet ist, versteckte während der Zeit des Nationalsozialismus ein jüdisches Ehepaar in Deutschland in seiner Wohnung und wurde dafür später von  Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Seine Ehefrau Cornelia Schröder, selbst jüdischer Herkunft, überlebte die NS-Zeit mit der Tochter im mecklenburgischen Dargun.

Bei Recherchen durch die private Begegnungsstätte „Engelscher Hof“ über Menschen aus Nordostdeutschland, die Juden in der Zeit des Dritten Reiches zu überleben halfen und später dafür geehrt wurden, stieß man auf das Schicksal der Familie Schröder. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee zum Projekt zwischen Schülern des nahe Dargun gelegenen Goethe-Gymnasiums und dem WIZO College-Haifa.

Die Jugend- und Begegnungsstätte „Engelscher Hof“ selbst entstand vor ca. zehn Jahren im Rahmen der Sanierung eines alten Synagogengebäudes in Röbel an der Müritz, ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Ein Kommentar zu “Deutsch-Israelisches Jugendprojekt in Haifa

  1. Ein wunderbares Projekt. Eine wirklicher Beitrag zur Völkerverständigung.
    Zur Vorbereitung ist wohl immer eine Lektüre von Amos Oz Büchern hilfreich. Soeben ist in der Jüdischen Allgemeinen ein feines Portrait über Amos Oz erschienen, die Ausgabe lohnt sich; die Kurzversion im Internet:
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/15657

    Ein kurzer Auszug über seinen Weg hin zur israelischen Friedensbewegung – der 67er Krieg, in dem Israel beinahe vernichtet wurde – und doch überlebte:

    „Der israelische Überraschungssieg erfüllt ihn mit Freude, doch die folgende Besetzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und des Sinai hält er für falsch: Gemeinsam mit anderen gründet er die israelische Friedensbewegung »Schalom Achschav«, deren grundsätzliches Anliegen er heute noch in zahlreichen Interviews und Zeitungsartikeln vertritt.
    »Ich bin sicher, dass es eine Zwei-Staaten-Lösung geben wird, denn es gibt schlicht keine Alternative. Die Palästinenser werden nicht gehen, wir Israelis auch nicht, wir werden beide bleiben und wir werden keine glückliche Familie werden. Also müssen wir das Haus in zwei kleinere Wohnungen teilen, das muss so kommen. Und in ihrem Herzen weiß das die Mehrheit der Israelis genauso wie die Mehrheit der Palästinenser.«“

    Trotz der permanenten, latenten Bedrohung in Israel: Amos Oz hat nie daran gedacht, sein Land Israel auf Dauer zu verlassen:

    „Er selbst zumindest hat es keinen Tag bereut, in Israel gelebt zu haben. »Israel ist ein mediterranes Land, laut, warmherzig, leidenschaftlich, eine offene Gesellschaft. Ich lebe am aufregendsten Ort der Welt und in der spannendsten Zeit der Geschichte. Warum sollte ich je darüber nachdenken, Israel zu verlassen?«

    Im Gegenteil. Amos Oz will sich weiter in die israelische Gesellschaft einmischen, als Friedensaktivist und als Schriftsteller: »Wenn ich mir zu 100 Prozent sicher bin, schreibe ich einen wütenden Artikel, in dem ich meiner Regierung sage, dass sie sich zum Teufel scheren soll. Wenn ich mir nicht so ganz sicher bin und in mir mehrere Stimmen höre, dann weiß ich, dass ich eine Geschichte in mir trage und keinen Artikel.«

    Wenn es doch mehr dieser Brückenbauer, dieser großartigen Erzähler gäbe!

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