Ungarn gestattet Zusammenrottungen zu Ehren der SS

Anfang Dezember 2012 stellte ich im Wiener Außenministerium folgende Frage an den ungarischen Außenminister János Martonyi: „Warum gestattet Ungarn bewaffnete Übungen von Neonazi und deren Zusammenrottungen zu Ehren der SS?“…

Von Karl Pfeifer

János Martonyi leugnete entschieden, dass in Ungarn derartiges gestattet würde…[01]

Bereits zwei Monate später, am 9. Februar 2013 durften – wie die deutschsprachige Website Pusztaranger detailliert und mit Bildern illustriert dokumentiert – Neonazi mitten in Budapest sich zu Ehren der SS zusammenrotten.

Letzten Samstag konnte das internationale Neonazitreffen “Tag der Ehre” – nach zweijähriger Verbannung in die Wälder wieder mitten in Budapest unter Polizeischutz stattfinden. Mit diesem Treffen gedenken die europäischen Neonazi dem Ausbruch aus dem von der Roten Armee eingekesselten Budaer Burgberg 1945, bei dem über 39.000 ungarische Soldaten und deutsche Mitglieder der Waffen-SS ums Leben kamen.[02]

Die Regierung von Viktor Orbán bringt es tatsächlich fertig, in Wien das offensichtliche leugnen zu lassen. In Ungarn duldet sie nicht nur diese Umtriebe sondern auch bewaffnete Neonaziübungen. Sie trägt damit die volle Verantwortung für all das, was deswegen noch geschehen kann.

Für alle anderen gilt das Wort des großen ungarischen Dichters Mihály Babits: „Wer schweigt, wird zum Mittäter“.

  1. Ungarns Aussenminister leugnet das Offensichtliche, http://www.hagalil.com/2012/12/05/ungarns-aussenminister/; Warum Ungarn Neonazi-Aktivitäten dulde, wurde gefragt. Martonyi darauf: „Ungarn duldet das nicht.“ (APA, 5.12.2012), http://derstandard.at/1353208313129/Ungarn-und-Oesterreich-wollen-enger-kooperieren []
  2. http://pusztaranger.wordpress.com/2013/02/11/internationaler-neonazi-aufmarsch-tag-der-ehre-2013-in-budapest/ []

39 Kommentare zu “Ungarn gestattet Zusammenrottungen zu Ehren der SS

  1. Die roma und sinti hatten es leider auch nie leicht.
    Ich kenne das nur von rumaenischen bekannten, jedes mal
    wenn das thema irgendwie darauf gekommen ist hab ich sie
    nicht wieder erkannt.

    J

  2. Stefan, Sie duerfen alles sagen. Und ich kann sagen, dass Sie ein Rassist sind, der glaubt, er sei besonders tapfer, wenn er die rassistische Mantra vorbetet, alle Roma sind schmutzig und alle Ungarn sauber.
    Uebrigens wie steht es mit der Nation, deren Soehne Gaskammern erbaut haben, soll man deswegen alle Deutschen als Moerder qualifizieren?
    Oder durften das Deutsche tun, weil sie alle so sauber waren und diejenigen, die in die Gaskammer getrieben wurden schmutzig?

    • Ja, Herr Pfeiffer, Sie können ruhig sagen, dass ich ein Rassist bin. Sie können meinetwegen auch sagen, dass ich ein Krokodil oder der Mond bin, das hat dann einen ähnlichen Wahrheitsgehalt. Aber wie gesagt, sagen dürfen Sie das alles :).
      Und wo sage ich eigentlich, dass ALLE Roma dreckig sind? Ich habe nur davon geschrieben, dass es in deren Vierteln wirklich schlimm (oder auch direkt: dreckig) aussieht. Meinen Zeilen kann ich auch nicht entnehmen, wo ich explizit schreibe, dass Ungarn durchweg sauber sind. Da ist Ihre wilde Phantasie ein wenig mit Ihnen durchgegangen. Aber Sie scheinen ja gern zu übertreiben, denn am 23.2. haben Sie mich ja schon mit einem Mörder gleichgesetzt, zumindest was das Denken angeht.
      Ich weiß zwar, dass in Ihrer Hymne von „großen Söhnen“ die Rede ist, aber „Söhne einer Nation“ ist mir neu. Ich will aber nicht kleinlich werden und darauf verweisen, dass 1933/45 ein Österreicher ganz oben stand, aber es kotzt mich schon an, wenn man als Deutscher, Jahrzehnte nach dem Weltkrieg geboren, für Greueltaten verantwortlich oder sonstwas gemacht werden soll. Wenn dem so wäre, dann müssen wir den Spaniern wegen der Inkas, den Engländern wegen Indien, den Türken wegen der Armeniern oder nicht zuletzt den kaum beachteten Belgiern wegen der Buren mächtig ins Gewissen reden. Und die Liste ist nicht vollständig… .

  3. ente, wo ist der Zusammenhang? Ist es nicht ein Fakt, dass der ung. Steuerzahler sehr unter dem hohen Zigeuneranteil leidet? Soll ich meine persönlichen Erfahrungen negieren, damit wieder so ist, „wie man es sagen darf“? Und die Frage, wo man in Österreich noch hohe Zigeuneranteile antrifft, wurde ebenso nicht beantwortet. Und ich stehe dazu: ein jeder fahre in Ungarn durch ein solches Viertel und mache sich sein eigenes Urteil. Dreck und Armut sind 2 Paar Schuhe, dort trifft man auf beide. Oder darf ich das nicht sagen?

    • Frau Setz, Sie sind unsachlich und beleidigend!
      Wo genau bin ich „unsäglich“? Und wieso „menschenverachtend“? Wäre ich ein besserer Mensch, wenn ich meine tatsächlichen Erfahrungen vollkommen negieren würde, nur damit es politisch korrekt ist? Das ist dann doch kaum mehr Demokratie, sondern Diktatur (der zu bildenden Meinung). Oder sind Sie vielleicht menschenverachtend, weil Sie andere Meinungen nicht akzeptieren können? Oder sind Sie vielleicht dumm oder – wie Sie das für mich definieren – „dümmlich“, weil Sie eine Meinung haben und diese nun anscheinend nicht mit meinen Erfahrungen übereinstimmt.
      Wenn Sie mehr als 3 Hochschulabschlüsse haben und sich in der angeblich unerlernbaren ungarischen Sprache qualifiziert ausdrücken können, dann können wir ja nochmal schauen, wer diesen letzten Punkt. Addig jo tanulast kivanok. Es ne felejsd, a magyar nyelv nehez, ezt nem mindenki tud tanulni ;).

    • @ Stefan: „Wo genau bin ich “unsäglich”? Und wieso “menschenverachtend”? “

      Vielleicht hier: „Na ich glaube in Ungarn leiden die (steuerzahlenden) Ungarn mehr unter den Zigeunern als diese unter irgendwelchen Vorurteilen “

      oder besser hier:
      „Zuletzt seien sie sicher, dass sich meine Erfahrungen nicht nur auf die drei – exemplarisch genannten – Romabeispiele beziehen.“

      „Wo gibt es in Österreich noch Gegenden mit hohem Zigeuneranteil? In Ungarn sehe ich da mehr “Möglichkeiten”. Eine Fahrt durch diese Viertel offenbart auch immer wieder den Unterschied zwischen “Arm”“ (kann letztlich jeden treffen) und “Dreck” (gibts da viel, hat mit Armut aber nichts zu tun).“
      Aber extra für die Elite:

      http://www.youtube.com/watch?v=kNx7Za100CU

      direkt folgend

      http://www.youtube.com/watch?v=sTEZLNi-H7U:

      und als Schmankerl:

      http://www.youtube.com/watch?v=Q6HQkSidHrw

  4. Stefan es gab einen Serienmord an Roma. Zuletzt haben Leute, die vielleicht ähnlich denken wie Sie, einen 25jährigen Vater und seinen fünfjährigen Sohn erschossen, nur weil sie Roma sind.
    Ihre eklige rassistische Mantra sollten Sie anderswo verkünden.
    Posten Sie doch lieber auf der Jungen Freiheit oder der Deutschen Stimme.

  5. Stefan, Rassismus bleibt Rassismus. Sie fällen ein Pauschalurteil über eine ganze Menschengruppe. In demokratischen Gesellschaften beurteilen Demokraten Menschen individuell und nicht kollektiv.
    Sie werden die meisten Leser – auch wenn Sie sich auf ihre wirkliche oder angebliche Erfahrung stützen – nicht überzeugen können, dass Roma die Diskriminierung verdienen, unter der sie – nicht nur in Ungarn – leiden.

  6. Es ist schon absurd: Stefan assoziiert hier eine ganze Bevölkerungsgruppe mit „Dreck“ (posting vom 16.02., 7:39) und fühlt sich von Aufklebern in Regenbogenfarben bedrängt, um dann, wenn man ihn auffordert sein tumbes Ressentiment für sich zu behalten, die Meinungsfreiheit für sich in Anspruch zu nehmen. Nun, Stefan, Rassismus mag Ihr „Stil“ sein, tolerieren muss man ihn deshalb noch lange nicht, denn für mich ist Rassismus nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. Toleranz und Freiheit heißen eben nicht „everything goes“, vor allem wenn dadurch die Grundlage zur Herabwürdigung und Diskriminierung anderer Gruppen gelegt wird. Vielmehr konstituiert sich Toleranz vor dem Hintergrund dessen, was nicht mehr toleriert werden kann. Faschismus, Rassismus, Antisemitismus oder Homophobie sind keine Meinung, sondern Angriffe auf andere Menschen, sprachlich oder physisch. In welcher Tradition die Verbindung von Menschen mit „Dreck“ steht, dürfte hinlänglich bekannt sein!

    • Fahren Sie in ein Zigeunerviertel. Sie werden sehen, dass es dort dreckig ist. Das hat nichts mit Armut zu tun. Ich habe in Rumänien arme Dörfer gesehen, aber da sah es nicht so aus. Eine Assoziation, wie Sie sie mir unterstellen, habe ich nicht von mir gegeben.
      @Pfeifer. Ich bin nicht besorgt um die Rechte der Nazis, sondern halte es allgemein für gefährlich, wenn man demokratische Rechte beschneiden will, Rechts wie Links! Wenn Sie von „allerprimitivsten Pauschalurteilen“ sprechen, so unterminieren Sie schon wieder meine Meinung. Ich weiß, dass meine Meinung „im Westen“ zuweilen als sehr rechts angesehen wird, aber mit einem Jahrzehnt Ungarnerfahrung erlaube ich mir auch, meine Meinung abseits der political correctness zu haben und zu behalten. Es ist eben nicht rassistisch, sondern eine Erfahrung, wenn ich sagen, dass ich schon viele Zigeuner habe Auto fahren sehen, aber noch nie einen Zigeuner im Fahrschulauto. Mir diese Meinung zu verbieten, und das ist in D der Standard, zeigt aber doch gerade ein schiefes Demokratieverständnis. Denn die Wahrheit kann man sich nicht so zurechtbiegen, wie man es gern hätte.

  7. Stefan besorgt sind Sie,wenn es um die Rechte von Neonazi geht.
    Wenn es um die Rechte von Roma geht, da sind sie sorglos, sie rechtfertigen deren Diskriminierung und sonst geben Sie auch allerprimitivste Pauschalurteile von sich. Sie sollten auf der Jungen Freiheit oder Deutschen Stimme posten.

  8. Wie gesagt: die Demonstrationsfreiheit ist ein hohes Gut, welches nur unter ganz engen Umständen eingeschränkt werden darf. Übrigens auch in Deutschland und Österreich.
    Wenn ein vereinzelter Teilnehmer sich durch das Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole strafbar gemacht hat, führt das noch nicht zum Verlust des Grundrechtsschutzes.

  9. Stefan

    Danke für Ihre Rückantwort; vllt.war mein Ton auch ein bißchen zu resolut.

    Über Ihre Frage: Ist es nicht besser, die NPD mit Argumenten ad absurdum zu führen, anstatt sie in den unkontrollierten Untergrund zu treiben?

    – habe ich oft nachgedacht. Die NPD ist „der Pfahl im Fleisch“ (bei J.P. Sartre ausgeliehen) der Deutschen, aber merkwürdigerweise u. trotz guter Argumente nicht auszurotten. Zumindest müsste mit einem Verbot die finanzielle Lage der NPD, ihr Wahlkampf und somit ihre Außendarstellung, bezahlen zu können, dem müsste ein Ende bereitet werden.

    warum nun die Homophobie ins Unendliche getrieben wurde, verstehe ich nicht, aber Sie halte ich nun wirklich nicht für Nazi-affin.

    Danke für Ihre interessante Meinungs-Bildung an der Vorgehensweise des Richters Jan Rennesse.

    • Warum sollte man die NPD unbedingt ausrotten müssen? Es gibt dafür eben ein Potenzial, ich denke in jedem Volk. Solange sie sich bei 2-3% bewegt, ist das de facto auch unwichtig. Vielleicht sogar besser, als wenn es sie nicht gäbe, denn es zwingt doch zu einer Auseinandersetzung seitens der anderen Parteien.
      Wer ist Richter Rennesse?

  10. Gut zu wissen, dass Sie sich selber verzeihen. Wenn Sie aber glauben Rosa Luxemburg dafür zitieren zu müssen, dass man in Budapest einer Gruppe von Nazi erlaubt sich zusammenzurotten, um gegen die „zionistische Weltherrschaft“ anzutreten, dann ist das ein Mißbrauch.
    Im übrigen, einer von der Nazimeute fiel sogar der ungarischen Polizei auf, er trug einen Ring mit Hakenkreuz, einem in Ungarn verbotenen Symbol.

  11. Herr Pfeifer, dann muss ich mich bzgl. der Homophobie bei Ihnen entschuldigen, was ich hiermit tue. Ich habe das einfach übersehen, was ich mir als menschlichen Fehler aber verzeihe. Das mit dem Ignorant hätten man aber auch freundlicher formulieren können.
    So, und nun zu Ihnen, Chaim. Was ich leider in die falsche Richtung geschrieben habe, das gilt dann Ihnen, wie Sie schon richtig festgestellt haben. Wenn Sie andere Meinungen als „Geschwafel“ abtun, dann sagt das viel über Ihre demokratische Einstellung. „Meinungsfreiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“, meinte Rosa Luxemburg. Und Sie respektieren meine andere Meinung überhaupt nicht, sondern versuchen, hier zu diffamieren.
    Ich bin mit meiner Meinung hier wohl in der Minderheit. O.k., das kann ich akzeptieren. Aber greife ich deswegen irgendjemanden unsachlich an? Ich denke nicht. Aber nicht jeder hat halt (diesen) Stil.

    • Lieber Herr Pfeifer, es ist geradezu peinlich, dass Stefan das Wort „Chaim“ nicht von den Worten „Karl Pfeifer“ unterscheiden kann (wo sie sich doch so ähnlich sind). Es tut mir leid, dass er Sie mit seinem Geschwafel belästigt, dass doch an mich adressiert war, aber: Es sagt doch beachtlich viel über seinen Diskussionsstil aus (von seinen Inhalten sprechen wir lieber nicht).

      PS: Herzlichen Dank für Ihren Artikel und die links

  12. @Stefan

    Für Neonazi darf es nirgendwo einen Quadratmeter Platz geben.
    Für Neonazi gibt es keine Toleranz und es gibt überhaupt keinen Anlass für ihr Auftreten und zwar nirgendwo.
    Ich finde das deutsche Demokratieverständnis, und nicht nur Ihres, gegenüber Nazis so absurd, dass ich mir leider nur den Reim darauf machen kann, dass NPD/DVU gar nicht verboten werden sollen!

    Sie haben einer „“Zigeunerin““ (!) verboten, nein, Sie haben sie nur aufgefordert, rechtswidrig nicht zu rauchen,,, – aber Sie finden das rechtsstaatlich geschützte Recht der Scheiß-Nazis auf polizeilichen Schutz sonst ganz normal.
    So darf ich mich über Ausländer, die die „Deutsche Genauigkeit und Gerechtigkeit“ verachten und verlachen, auch nicht wundern.

    • fairness, Demokratie ist ein Wettstreit der Meinungen. Was das Verbot des NPD mit meinem Hinweis an die Zigeunerin (oder meinetwegen Sinti oder Roma, das ändert an der Sache nichts), zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.
      Ich finde es grundsätzlich gut, ja sogar sehr gut, dass in D ALLEIN das Bundesverfassungsgericht feststellen kann, wann eine Partei die Ebene des Grundgesetzes verlassen hat. Dies darf auf keinem Fall dem politischen Gegner überlassen werden. Dann hätte man in Bayern ja schon seit Jahrzehnten nur noch eine Partei…;). Ein Verbot der NPD ist meines Wissens nach schon einmal gescheitert, hauptsächlich wohl daran, dass ein Großteil der verfassungsfeindlichen Akte von eingeschleusten V-Leuten begangen wurde. Naja, so gehts ja auch nicht, dass ich bei jemanden Dreck vor die Tür karre und ihn dann dafür verantwortlich mache.
      Sofern diese Parteien, welche ich im übrigen noch nie gewählt habe, Zuspruch beim Wahlbürger haben, so sollte das die politische Konkurrenz (man spricht auch gern von „etablierten Parteien“) zum Anlass nehmen, über die Ursachen für dieses Wahlverhalten nachzudenken. Auch in Ungarn muss es die Demokratie einfach aushalten, wenn 15% Jobbik wählen.
      Ist es nicht besser, die NPD mit Argumenten ad absurdum zu führen, anstatt sie in den unkontrollierten Untergrund zu treiben?

  13. Stefan, homophobie habe ich Ihnen nicht vorgeworfen. Wenn Sie aber eine ganze Menschengruppe (Roma) hassen, wenn Sie Pauschalurteile über Völker und Menschengruppen abgeben und dann noch hier glauben für eine Zusammenrottung von Neonazi Verständnis wecken zu müssen, dann dürfen Sie sich nicht wundern.

    Ich habe mit Neonazi und denjenigen, die versuchen für Neonazi Sympathie zu wecken und für Rassisten kein Verständnis.

    • Wer lesen kann ist klar im Vorteil?

      „Behalten Sie doch bitte in der Öffentlichkeit Ihre Homophobie für sich!“ – Ihr Zitat vom 14.2. um 20.01 Uhr!

      Ein „linker“ Vorteil ist es eben, wenn man der anderen Seite ständig Dinge vorwirft (möglichst noch mit starken Worten wie „Gewäsch“, was meine Meinung zusätzlich disqualifizieren soll, nicht jeder ist eben so demokratisch, dass er andere Meinungen respektieren kann), ohne dass es dafür einen Grund gibt oder gewisse Sachen einfach übergeht (hier mein Hinweis, dass Homosexuelle miteinander machen können, was sie wollen – das ist nicht tolerant?!). So kann man sich natürlich auch vor gewissen Erkenntnissen winden.

      Ja, es bedarf keiner Forschungen dazu, dass Homosexuelle ständig ihre Andersartigkeit in der Öffentlichkeit kundtun. Haben Sie schon einmal einen Aufkleber an einem Auto gesehen, wo jemand auf seine Heterosexualität hinweist? Ich kenne nur Regenbogenfarben. Und was denn sonst sind die achso beliebten CSDs? Und jetzt kommen Sie mir bitte nicht damit, dass diese die Toleranz der Leute zeigen. Da geht man im Allgemeinen nur hin, um sich über „die schrägen Vögel“ lustig zu machen.

      Zuletzt seien sie sicher, dass sich meine Erfahrungen nicht nur auf die drei – exemplarisch genannten – Romabeispiele beziehen.

      Wo gibt es in Österreich noch Gegenden mit hohem Zigeuneranteil? In Ungarn sehe ich da mehr „Möglichkeiten“. Eine Fahrt durch diese Viertel offenbart auch immer wieder den Unterschied zwischen „Arm“ (kann letztlich jeden treffen) und „Dreck“ (gibts da viel, hat mit Armut aber nichts zu tun).

      Und bitte unterlassen Sie diese ständigen Unterstellungen, ich sei ein Nazi. Wie gesagt, abgesehen von der Internationalität meiner eigenen Familie, die dem schon einmal entgegensteht, kommt noch hinzu, dass man noch lange kein Nazi ist, nur weil man die Zigeuner nicht liebt. Es gibt nicht nur die Farben weiß und schwarz!

  14. Herr Pfeifer, sie übertreiben. Wo bin ich denn homophob? Haben Sie nicht gelesen, dass es mir grundsätzlich egal ist, welche sexuelle Ausrichtung jemand hat? Wo schreibe ich, dass ich die Deutschen als ersten Opfer des NS sehe? Nirgends, auch nicht zwischen den Zeilen. Das es auch in der Wehrmacht Verbrechen gab, ist hinlänglich bekannt. Aber deswegen alle Soldaten verurteilen? Das ist Übertreibung. Freuen wir uns mit Hlemut Kohl über die „Gnade der späten Geburt“…! Und was die Roma angeht. Wissen Sie, schlau darüber schreiben, ist ziemlich einfach. Kommen Sie nach Ungarn und erleben sie das! Lassen Sie sich beschimpfen, (2x) fast von der Straße drängen (mit Kindern im Auto) – mal sehen, wie es dann mit Ihrer Romafreundlichkeit aussieht.

    • Stefan, wer liest ist klar im Vorteil, vor allem, wenn es um Namen geht.

      Homophobie offenbaren Sie in Ihrem Ressentiment gegenüber Homosexuellen, oder haben Sie Forschungen dazu, wie sehr “ ständig auf ihre Andersweitigkeit hinweisen (oder breiten Heterosexuelle ihre Intimleben so offen aus?!)“ (Zitat Stefan)? Nein? Eben: dumpfes Ressentiment.

      Weiters: von 3 (!!) Erfahrungen Rückschlüsse auf eine ganze Gruppe zu ziehen, IST rassistisch. Mit christlichen Deutschen habe ich weit mehr negative Erlebnisse, als Sie mit Roma, dennoch würde ich niemals, wie Sie es tun, ein Kollektiv konstruieren, um es in Gänze abzulehnen. Das ist zutiefst falsch. Betrachten Sie Individuen und konstruieren Sie keine allgemeinen Merkmale „der Roma“. Und bevor Sie damit ankommen: Ich lebe in einem Stadtteil mit recht hohem Prozentsatz an Sinti, also sage ich Ihnen aus vollem Herzen: Behalten Sie Ihr Gewäsch für sich und belästigen Sie nicht andere damit!

  15. Im übrigen, Herr Pfeifer, sie verunglimpfen jedes Gedenken an die Toten auf der Verliererseite des II. Weltkrieges. Das ist völlig fehl am Platze, denn quasi jede deutsche und österreichische Familie hatte Angehörige, die die Wehrmachtsuniform trugen bzw. tragen mussten und gefallen sind, weil da ein durchgedrehter Österreicher und ein ebensolcher sowjetischer Diktator vollkommen wahnsinnig geworden sind. Wollen Sie letztlich ein ganzes Volk bzw. beide Völker an den Pranger stellen?

    • „da ein durchgedrehter Österreicher “
      Stefan, falls Sie es vergessen haben: gewählt und von den Massen bejubelt. Ihre Wortwahl klingt mir zu sehr nach der Mähr von den Deutschen als den ersten Opfern des NS.
      Dass Sie gleich vom „Pranger“ reden, stösst ebenfalls unangenehm auf: Verbrechen der einfachen und normalen Wehrmachtsangehörigen und Polizisten sind nun wirklich hinlänglich dokumentiert, für Sie verweise ich hier beispielhaft auf Christopher Brownings „Ordinary Men“ (dtsch. „Ganz normale Männer“). Sich Gedenken genau anzuschauen, vor allem wenn es um ein solches geht, tut wirklich Not, und ich attestiere Ihnen hier zumindest gefährliche Naivität.

      „Bin ich nicht für die Roma, “
      Pauschal gegen ein konstruiertes Kollektiv zu sein, nennt man gemeinhin Rassismus. Angesichts dessen, das Hunderttausende Sinti und Roma von Deutschen ermordet wurden und der Porajmos bis heute längst noch nicht „aufgearbeitet“ ist, empfinde ich Ihre Äußerungen, offen gesagt, als widerlich.

      „breiten Heterosexuelle ihre Intimleben so offen aus?!“
      Ja, in jeder Zeitung, Zeitschrift, jedem TV-Sender usw.
      Doch wer wie seine Sexualität in Werbung, Filmen und Interviews inszeniert sei dahingestellt. Behalten Sie doch bitte in der Öffentlichkeit Ihre Homophobie für sich! Oder wie Sie es so schön nennen: Betonen Sie gefälligst nicht so unangebracht Ihre „Andersartigkeit“und belästigen Sie nicht andere mit Ihrem „Intimleben“.

  16. Jaja, weiß ist weiß und schwarz ist schwarz. Bin ich nicht für die Roma, dann kann ich ja nur ein Nazi sein. Angesichts der Tatsache, dass mein eigenes Kind deutsche, ungarische und russische Großeltern hat, sehe ich den Hinweis, ich solle mich in die ganz rechte Ecke stellen, sehr gelassen, denn ich denke, die Welt ist vielschichtiger, als viele glauben möchten.

  17. Stefan, ein Gedenken an den Ausbruch der SS bedeutet die SS zu feiern und die von Ihnen entschuldigten Neonazi haben ganz im Gegenteil zu Ihnen davon auch gar kein Geheimnis gemacht.
    Ihre Belehrung ist fehl am Platz. In Österreich schreibt man nicht Neonazis sonder Neonazi. Die gemeinsame Sprache trennt uns halt.
    Folge ich Ihrer Logik, dann muß man auch Verständnis haben für die deutschen und österreichischen Nationalsozialisten, die den Haß gegen Juden propagierten und dann auch daran gingen ihre „Ideen“ in die Tat umzusetzen.
    Aha „die Roma“ und „die Ungarn“ und vielleicht auch „die Deutschen“ und „die Juden“. Posten Sie doch lieber auf Neonazi-Websites.

  18. Herr Pfeifer, ein Gedenken an den Ausbruchversuch im Februar 1945 kann man doch nicht gleich gleichsetzen mit einem „Feiern der SS“. SS war – wie oft – auch dabei, aber auch viele ungarische und deutsche Soldaten, die diesen Krieg nicht wollten und dennoch ihr Leben lassen mussten.
    Auch was eine „Zusammenrottung von Neonazis“ (Sie meinten sicherlich die Pluralform) angeht, so ist diese Einteilung eben nicht – und zum Glück – dem politischen Gegner überlassen, sondern ist an den auch in Deutschland oder Österreich hohen Werten des Grundgesetzes bzw. der Verfassung zu messen. Und danach sind Demonstrationen egal welcher Richtung eben nur sehr schwer zu verbieten.
    Wenn man in Ungarn die Zigeuner und – zumindest derzeit – die Linken hasst, dann sage ich mit meiner mehrjährigen Ungarnerfahrung auch: Das kann ich verstehen! Den Zigeunerhass konnte ich anfangs nicht verstehen, aber jeder, der hier längere Zeit lebt, wird seine negativen Erfahrungen machen und den Ungarn in diesem Punkt Recht geben. Das ist eine intolerante, aggressive Bevölkerung, während ich die Ungarn als sehr tolerant kennengelernt habe.
    Und nein, man muss es nicht gut finden, wenn Homosexuelle, die privat von mir aus machen können, was sie wollen, ständig auf ihre Andersweitigkeit hinweisen (oder breiten Heterosexuelle ihre Intimleben so offen aus?!). Ein Tolerieren gibt es da auch in Ungarn, ein Agierenlassen eben nicht.

  19. Nuri, nicht alle Muslime sind bei allen Ungarn unbeliebt. Die rechtsextreme Jobbik Partei legt großen Wert auf gute Beziehungen zum Iran und sie erklärt immer wieder ihre Solidarität mit Palästinensern. Bei ihren Zusammenrottungen hört man oft „mocskos zsidók“ (dreckige Juden) bei einer propalästinensischen Demonstration hat der Vertreter der PA in Ungarn gegen solche Zurufe protestiert.

  20. Stefan, in Österreich erhalten Neonazi, die die SS feiern wollen keine Erlaubnis zu demonstrieren. Ungarn hat sich im Friedensvertrag von Paris verpflichtet keine faschistische Bewegung zu dulden. Außerdem sagte mir der ungarische Aussenminister während eines Presspoints im österreichischen Außenministeriums, Ungarn würde keine Zusammenrottung von Neonazi und kein Feiern der SS dulden.
    Stefan, Sie haben kein Problem mit der Beschimpfung und Verächtlichmachung von Juden, Zigeunern, Homosexuellen und Linken in Ungarn?

  21. Vergessen Sie bitte nicht, dass das Recht auf Demonstrationsfreiheit auch ein hohes Verfassungsgut ist, welches in Deutschland auch nicht ohne weiteres eingeschränkt werden darf. Solange z. B. die NPD nicht verboten ist bzw. rechtsstaatlich nicht verboten werden kann, wird auch sie von der Polizei bei der Durchsetzung dieses Grundrechts geschützt.
    Auf Ungarn bezogen wird leider vieles dramatisiert. Ich als Ausländer habe jedenfalls noch keine diesbzgl. Probleme gehabt – von einer Beschimpfung durch eine Zigeunerin einmal abgesehen, die ich aufforderte, das rechtswidrige Rauchen in einem geschützten öffentlichen Bereich zu unterlassen. Insofern…

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.