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Wieder eine Propagandasendung des ORF

Am Samstag Mittag gab es auf Ö1 Mittagjournal wieder eine Propagandasendung. Das Thema: „25 Jahre Intifada“…

Von Karl Pfeifer

Diesmal zeichnet die außenpolitische Redakteurin Verena Gleitsmann dafür verantwortlich.1

Die feierliche Unterzeichnung des Abkommens zwischen Israel und der PLO fand in Washington DC im September 1993 statt. Man hört in der Sendung die Stimme des damaligen US-Präsidenten Clinton. Dann behauptet diese Redakteurin des Ö1, dass drei Monate nach der Unterzeichnung dieses Abkommens der israelische Ministerpräsident Yizchak Rabin ermordet wurde und damit kam nach Gleitsmanns Lesart der Friedensprozeß zum Erliegen. Doch Rabin wurde mehr als zwei Jahre später am 4. November 1995 ermordet.

Gleitsmann läßt den palästinensischen Funktionär Abdallah Frangi Israel beschuldigen, ohne eine einzige kritische Frage zu stellen.

Im September 1993 gab Jassir Arafat durch die Unterzeichnung der Vereinbarung sein Wort, dass die Palästinenser nie wieder Gewalt zur Erreichung politischer Ziele anwenden würden. In den Jahren vor den Oslo-Verträgen wurden durchschnittlich 30 Israelis pro Jahr von Palästinensern getötet. Während der fünfzehn Wochen zwischen der feierlichen Vertragsunterzeichnung und dem Ende des Jahres gab es 14 tödliche Angriffe auf Israelis, bei denen 21 Menschen starben.

Trotz Arafats Versprechen war das Jahr 1994 für die Israelis das blutigste Jahr seit 1948: Im April 1994 gab es einen Autobombenanschlag auf einen Linienbus in Afula, dabei starben 8 Personen. Im gleichen Monat kamen bei einem Selbstmordanschlag auf einen Linienbus in Hadera fünf Menschen ums Leben. Im Oktober 1994 erfolgte ein Selbstmordanschlag auf einen Bus der Linie 5 in Tel Aviv, dabei starben 21 Israelis und ein Niederländer. 1995 verbesserte sich die Lage kaum und 1996 wurden sogar 81 Israelis getötet – soviel wie während der gesamten 1980er Jahre. Während der sechsundzwanzig Monate zwischen dem Oslo-Abkommen und der Wahl Netanjahus, also noch bevor die Aktivitäten der Siedler zunahmen, wurden fast 170 Israelis getötet.

Entweder kennt Frau Gleitsmann diese Fakten nicht oder sie verschweigt sie. Auf alle Fälle zeigte sie mit dieser Sendung, dass sie nicht in der Lage ist offensichtliche Dinge zu hinterfragen und diese dann objektiv und seriös zu bewerten.

  1. http://oe1.orf.at/artikel/324965 []