Frieden – ein „dirty word“?

Dr. John Bunzl einseitig, demagogisch und undifferenziert…

Von Karl Pfeifer

Von einem emeritierten Lehrbeauftragten der Universität Wien würde man erwarten, auch dann keine falsche Verallgemeinerung zu gebrauchen, wenn es um einen ihm verhassten Staat geht. Doch Dr. John Bunzl lässt seinen Emotionen in seinem in der Presse vom 4. 12.2012 publizierten Kommentar “Die absurden Argumente des Botschafters Prosor” freien Lauf. [1]

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen erklärte:

“Frieden ist ein zentraler Wert der israelischen Gesellschaft”.

Dr. Bunzl kommentiert: „Jeder Israel-Kenner weiß, dass außer als Begrüßungsformel, praktisch niemand vom Frieden spricht, es ist ein “dirty word” geworden.”

Eine erst unlängst (21. Sept. 2012 ) von einem palästinensischen Meinungsforschungsinstitut gemachte Meinungsumfrage widerspricht Bunzl:

RAMALLAH / JERUSALEM (inn) – …Aus einer aktuellen Umfrage des „Palästinensischen Zentrums für Politik und Meinungsforschung“ (PSR) in Ramallah geht hervor…
„…Kaum Hoffnungen auf Zweistaatenlösung

Was den Frieden im Nahen Osten angeht, so ist die Stimmung laut dieser Umfrage eher pessimistisch. 73 Prozent der Israelis und 71 Prozent der Palästinenser halten die Chancen, dass es in den kommenden fünf Jahren zur Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates neben Israel kommt, für sehr gering oder für nicht existent.

Eine Zweistaatenlösung wird von 61 Prozent der Israelis und von 52 Prozent der befragten Palästinenser unterstützt. 36 Prozent der Israelis lehnen diese ab. Bei den Palästinensern sind 46 Prozent dagegen. 50 Prozent der Israelis glauben, dass eine Zweistaatenlösung aufgrund der Siedlungen im Westjordanland scheitern wird. Bei den Palästinensern lag diese Zahl bei 57 Prozent.

Eine mögliche Einstaatenlösung wird von 31 Prozent der Israelis und 30 Prozent der Palästinenser unterstützt. 65 Prozent der Israelis und 68 Prozent der Palästinenser waren dagegen…” [2]

Dr. John Bunzl ist voll großer Worte und noch größeren Unwahrheiten, von dreister Allwissenheit und unbedingtem Glauben an sich selbst, wenn er einseitig, demagogisch und undifferenziert für alle Probleme des Konfliktes zwischen Israel und seinen Nachbarn pauschal den jüdischen Staat verantwortlich macht.

1) http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1319804/Die-absurden-Argumente-des-Botschafters-Prosor
2) http://www.israelnetz.com/gesellschaft/detailansicht/aktuell/merheit-der-israelis-glaubt-nicht-an-alleingang-gegen-iran/#.UL3ywmdP9EM