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Das Ziel der Dschihadisten: Ein israelisch-ägyptischer Krieg

Der Terroranschlag am Sonntagmorgen bei Kerem Shalom unterstreicht die bedeutenden Auswirkungen des Aufstands in der arabischen Welt: Salafistische Terroristen, die zum globalen Dschihad gehören, Waffenschmuggel aus dem Sinai, der Wunsch, Ägypten zu blamieren und Israel und Ägypten gegeneinander aufzubringen…

Von Ron Ben-Yishai, Ynet, 06.08.12

Der Zwischenfall verdeutlicht auch, dass die Terroristen des Dschihad, für die der Sinai ein sicherer Rückzugsort ist, vorhaben, die Region zu entflammen, indem sie eine Situation schaffen, in der die ägyptische Armee scheinbar an einem Angriff auf Israel beteiligt ist. Die Terroristen planten offenbar, den anfänglichen Schock, den ihr Eindringen nach Israel verursacht hätte, dafür zu nutzen, einen israelischen Soldaten oder Bürger zu entführen.

Der Angriff vom Sonntag auf eine ägyptische Militärbasis offenbarte die militärische Erfahrung der Terroristen, ihre strategischen Fähigkeiten und ihre Kaltschnäuzigkeit. Die Qualität des Überfalls selbst hätte einer Armee-Elite-Einheit gut gestanden. Die Terroristen trugen offensichtlich Waffen, die aus Libyen stammten. Diese Waffen halfen ihnen, die ägyptischen Soldaten zu überwältigen, die den Grenzübergang Kerem Shalom sicherten und unzureichend bewaffnet waren. (…)

Der Globale Dschihad, im Gegensatz zu anderen Gruppierungen wie den Muslimbrüdern, hat die Herrschaft der salafistisch-wahabitischen Ausrichtung des Islam – die ihren Ursprung auf der Arabischen Halbinsel hat – zum Ziel. Sie wollen die Herrschaft zuerst in den muslimischen Ländern des Nahen Ostens und später der gesamten Welt durchsetzen. Bewegungen wie die Muslimbrüder haben relativ gemäßigte religiöse Ambitionen, die die nationalen Ziele der jeweiligen Länder berücksichtigen. Sie betreiben außerdem soziale Aktivitäten, um den Armen zu helfen. Die Dschihadisten haben nur ein Ziel – die Errichtung „globaler islamischer Emirate“, die in Übereinstimmung mit dem Scharia-Recht regiert werden. (…)

Die israelische Armee und das ägyptische Militär setzen ihre Zusammenarbeit fort, um die dschihadistische Gefahr abzuwenden. In ihren kürzlichen Gesprächen mit hochrangigen ägyptischen Funktionären in Kairo unterstrichen US-Außenministerin Clinton und Verteidigungsminister Panetta die dringende Notwendigkeit, sich der Gefahr zu stellen, die von Al Kaida und dschihadistischen Gruppen in der Region ausgeht. Diese Gruppen gefährden nicht nur Israel und den Westen, sondern auch die neu-entstandenen muslimischen Ordnungen in Ägypten, Tunesien, Libyen, Jemen und anderen Ländern.

Aus dem Newsletter der isr. Botschaft. Veröffentlichte Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder, sondern bieten einen Einblick in die politische Diskussion in Israel.