Europäischer Tag der jüdischen Kultur in München

Wie seit vielen Jahren beteiligt sich die Israelitische Kultusgemeinde in München auch dieses Jahr wieder am Europäischen Tag der jüdischen Kultur, der jeweils am 1. Sonntag im September in mehr als 30 europäischen Ländern begangen wird, diesmal unter dem Motto „The Spirit of Jewish Humor“…

Neben dem Standardprogramm wie den vom Publikum immer gern angenommenen Synagogenführungen gibt es Führungen durch die Münchner Innenstadt „auf jüdischen Spuren“, einen Bücherflohmarkt, eine Karikaturenausstellung „Kohnversation“ von Ruth und Charles Lewinsky, die Vorführung des Dokumentarfilms  „Laughing in the Darkness“ über den Jiddisch schreibenden Humoristen und Satiriker Scholem Alejchem, und als Abschluss eine Lesung mit dem Schauspieler und Autor Miguel Herz-Kestranek „Die Frau von Poillak oder Die jüdischen Lieblingswitze meines Vaters“.

Und auch das Kulinarische kommt mit jüdischer und internationaler koscherer Küche im Restaurant Einstein im Hause nicht zu kurz.

Kurzum – ein Programm, das Jung und Alt interessieren dürfte.

Weitere Informationen unter www.ikg-m.de

Eintritt zu Film und Lesung jeweils € 5,00

Kartenreservierung unter (089) 20 24 00 – 491 oder per E-Mail: karten@ikg-m.de

Veranstalter und Organisator:  Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

 

Ausführlichere Infos zu den Highlights Film-Ausstellung-Lesung nachfolgend:

15.00 Uhr                                                                                                          

“Sholem Aleichem: Laughing in the Darkness”

Dokumentarfilm über Scholem Alejchem

Drehbuch / Regie: Joseph Dorman

USA 2011, 93 min., OF (Englisch/Jiddisch)

Der preisgekrönte Filmemacher JOSEPH DORMAN arbeitete u. a. für PBS, CBS,
Discovery Channel and CNN. Seine Spezialität sind Porträts u. a. über Daniel Bell, Nathan Glazer, Irving Howe, und John Kerry.

Scholem Alejchem (Perejaslaw, 2.3.1859-New York, 13.5.1916), eigentlich Schalom Rabinowitsch, gilt als einer der Begründer der jiddischsprachigen Literatur.  Der Sohn eines Gutspächters begann 1877 nach dem Gymnasialabschluss mit dem Schreiben. Den Stoff lieferte seine Umwelt: vom Leben jüdischer Taglöhner bis zur aufsteigenden Mittelschicht, von Luftmenschen und Rabbinern bis zu pogromgezeichneten Emigranten.

Josef Dorman beschreibt das Leben des wohl berühmtesten jüdischen jüdischen Volksschriftstellers und seine Wanderschaft durch die Welt, die ihn von Kiew auf Zick-Zack-Wegen schließlich nach New York führte. Dort traf der Regisseur auch noch auf die 100-jährige Enkelin Bel Kaufman. Bild- und Tonaufnahmen ergänzen das eindrucksvolle Porträt des Schöpfers von weltbekannt gewordenen Figuren wie Tewje, der Milchiker,  Menachem Mendel, „a Jid fun a ganz Jor“,  und Motl Peyse, der Chasn.

Eintritt: 5,- Euro

In Kooperation mit dem Jüdischen Filmfestival Berlin & Potsdam

 

16.45 Uhr                                                                                         

Vernissage zur Karikaturen-Ausstellung „KOHNVERSATION“  mit Ruth Lewinsky (Zeichnungen) und Charles Lewinsky (Text).
Vorstellung des Künstlerpaares und geselliges „Lechajm“

Orthodoxe Juden unter sich und im Clinch mit dem säkularem Alltag um sie herum, das ist ein inspirierendes Thema für die Grafikerin Ruth Lewinsky geworden. Über Jahre schuf sie dreigliedrige Comic Strips, zunächst für „tachles. Jüdisches Wochenmagazin“ (Zürich) und dann für die „Jüdische Allgemeine“ (Berlin). Ihre filigranen Zeichnungen entstehen immer wieder auch im Zusammenspiel mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller und Drehbuchautor Charles Lewinsky, der einräumt: „Wir haben viel Spaß zusammen – nicht nur, wenn wir uns neue Kohnversationen ausdenken.“

Laufzeit : 3.09. – 18.10.2012, Montag mit Donnerstag von 15 – 19 Uhr.

Geschlossen von Freitag bis Sonntag sowie am 17./18./ 25./26. Sept., 1./2./8./ 9. Okt. 2012.

Eintritt frei.

 

18.00 Uhr    

„Die Frau von Pollak oder Wie mein Vater jüdische Witze erzählte“.

Lesung mit  Miguel Herz-Kestranek

Mit verhaltenem Lächeln und leiser Wehmut verbindet der Autor vergessene jüdische Geschichten und weniger geläufige jüdische Witze und Bonmots, so wie er sie in seiner Kindheit mitbekam. Die Anekdoten über die legendäre Frau von Pollak, die er von seinem Vater hörte, weisen sie als eine Nachbarin der „Tante Jolesch“ von Friedrich Torberg aus und belegen, dass sich nach dem „Untergang des Abendlandes“ noch immer Geschichten von Schlemihlen und Schnorrern, Weisen und Wunderrabbis ausgraben lassen aus Verschüttetem und Vergessenem.

Miguel Herz-Kestranek, 1948 in St. Gallen geboren, absolvierte seine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar. Als Autor und Herausgeber war er von 2000 – 2011 Vizepräsident des Österreichischen PEN-Clubs, derzeit ist er Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung. Er spielte u.a. am Wiener Theater in der Josefstadt und wirkte in über 160 TV-Produktionen und Kinofilmen mit. Im Wiener Ibera-Verlag  erschienen u.a. „Mit Ejzes bin ich versehen“ (1998), „Wortmeldung – Polemiken, Pointen, Poesien“ (2007) und „Die Frau von Pollak oder Wie mein Vater jüdische Witze erzählte“ (2011).

Anschließend gibt es ein Gespräch über jüdischen Humor zwischen Miguel Herz-Kestranek und der Kulturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Dr. Eva Gesine Baur. Zuletzt veröffentlichte sie 2012 im Verlag C. H. Beck die Biographie „Emanuel Schikaneder. Der Mann für Mozart“.

Ein Kommentar zu “Europäischer Tag der jüdischen Kultur in München

  1. In der letzten seiner Sendungen „Diesseits von Eden“ bringt der WDR5 in den ersten zwei Teilen Beiträge zum Tag der jüdischen Kultur und berichtet dabei auch von dem feigen Überfall in Berlin. Samt einem Kommentar dazu von Günter Bernd Ginzel (http://www.smartmediahosting.de/seniorenstudium/index.php?option=com_eventlist&view=venueevents&id=44&pop=1&tmpl=component&Itemid=22)

    Nebenbei kommt im zweiten Teil auch jemand zu Wort, der vor Jahren sich für längere Zeit in HaGalils Forum beteiligte, dazu dann aber die Lust verlor, weil er ständig angefeindet wurde.., nun ja. Ob ihn jemand erkennt?

    Alles herunterladbar – zum Anhören – hier:

    http://medien.wdr.de/m/1346429202/radio/eden/wdr5_diesseits_von_eden_20120902_0900.mp3

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