Beschneidung: Das Kölner Urteil

oder:  In Deutschland häutet man nur Zwiebeln…

Von Ramona Ambs

So. Nun ist es soweit. Die christlich-jüdische Symbiose ist mal eben kurz auseinandergebrochen. Das geht ganz schnell und tut auch nur kurz weh. Ähnlich wie die Brith, die Beschneidung, die traditionell am achten Lebenstag eines neugeborenen Jungen im Judentum vollzogen wird. Die geht auch ganz schnell und tut nur kurz weh. Und den Rest des Lebens hat Mann (und Frau) dann nur noch Vorteile dadurch. Aber wir wollen nicht immer nur über (guten) Sex reden…

Zurück zur Symbiose. Also zur deutsch-jüdischen Symbiose. Oder auch christlich-jüdische Tradition genannt. Die ist jetzt nämlich futsch seit dem Kölner Urteil. Und schuld daran sind wieder mal die Moslems, obwohl die auch nix dafür können. Aber die beschneiden ihre Jungen eben auch. Und das stört einige deutsche Gemüter so sehr, dass sie sich dagegen formieren. Offenbar fühlt man sich durch fehlende Vorhäute bedroht. Oder man will eben, dass auch ja alle Schwänze in Deutschland gleich ausschauen. Penis-Einheits-Look sozusagen.

Und nun hat man bei diesem Kampf um die deutsche Vorhautpflicht einen Etappensieg errungen. In Form eines  Gerichtsurteils. Vom Landgericht Köln. Das Kölner Urteil eben. Dieses Gerichtsurteil erklärt, dass die Beschneidung von Jungen Körperverletzung ist. Zumindest für den Richter und die Staatsanwältin. Dass praktisch alle beschnittenen Männer sich nicht im geringsten verletzt fühlen und auch die WHO die Beschneidung unbedingt empfiehlt – geschenkt… Um die und deren Körper geht es nämlich nur vordergründig, denn sonst würde man wissen, dass man hier ein Problem konstruiert, das real nicht existiert. Aber das interessiert halt nicht weiter, weil durch den beschnitten jüdischen oder muslimischen Penis ein paar deutsche Seelen leiden. Also quasi körperverletzt wurden. Oder so ähnlich.

In den letzten Jahren haben sich deshalb regelrechte Gruppen (Mediziner, Journalisten oder eben Juristen) formiert, die in unterschiedlicher Weise gegen die Beschneidung kämpfen. Einer dieser Kämpfer ist Holm Putzke, Strafrechtler an der Universität Passau. Er wird im Gerichtsurteil oft zitiert und so lobt er auch ausdrücklich die Entscheidung des Gerichts: „Das Gericht hat sich – anders als viele Politiker – nicht von der Sorge abschrecken lassen, als antisemitisch und religionsfeindlich kritisiert zu werden“. Und weiter: „Diese Entscheidung könnte nicht nur die zukünftige Rechtsprechung prägen, sondern im besten Fall auch bei den betroffenen Religionen zu einem Bewusstseinswandel führen, Grundrechte von Kindern zu respektieren“, wird Putzke in der FTD zitiert.1

Das ist natürlich sehr fürsorglich. Und es ist gut, wenn sich deutsche Juristen mal wieder darum kümmern, dass Juden (und Muslime) endlich die Grundrechte von Kindern respektieren. Ich mein, hej,-jeder weiß doch, wie es da so zugeht in diesen beschnittenen Familien. Kinder zählen da doch garnix, das ist doch schon mal klar! Deshalb merke: Zu einem ordentlichen Umgang mit Kindern gehört auch eine ordentliche Vorhaut!!!

Putzke ist geradezu besessen von dem Thema, wie ein Blick auf seine Homepage verrät.  Der Konrad Adenauer-Stipendiat  hat mehrere Publikationen, u.a. im Deutschen Ärzteblatt 20082 zu diesem Thema vorzuweisen und arbeitet seit Jahren gezielt darauf hin, Ärzte, die die Zirkumzision durchführen wollen, juristisch einzuschüchtern. Kein Wunder, dass er in Naziforen dafür beklatscht wird. Detlef Nolde beispielsweise lobt Holm ausdrücklich für sein Engagement. Putzkes anderes Steckenpferd, die Zulassung des Lügendetektors als mögliches Beweismittel, ist dafür halt auch weniger geeignet.

Auf Nachfrage erklärt Putzke seine Sorgen um die Rechte der muslimischen und jüdischen Kinder wie folgt: „Was Ihre Frage angeht, so bin ich sicher, dass weder Juden noch Moslems ihren Kindern aus bösem Willen Schmerzen zufügen. Ich bezweifle aber, dass der archaische Ritus der Beschneidung mit dem modernen Verständnis des Schutzes von Kindern vor Gewalt kompatibel ist. Insoweit bestreite ich in der Tat, dass mit Blick auf den Beschneidungsritus im Islam und Judentum das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit und das Selbstbestimmungsrecht von Kindern in erforderlichem Maße respektiert werden. Denn es handelt sich um einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff, der irreversibel und zudem mit Risiken verbunden ist, etwa Komplikationen während der Operation und Traumata wegen des zugefügten Schmerzes, erst recht wenn der Eingriff ohne Narkose durchgeführt wird. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, wenn auch innerhalb der betroffenen Religionsgemeinschaften eine Diskussion über Alternativen zustanden käme, etwa ein Verschieben der Beschneidung bis zu einem Alter, bei dem der zu Beschneidende selber entscheiden kann, ob er den Eingriff wünscht oder lieber lassen möchte. Alternativ könnte anstelle der irreversiblen körperlichen Verletzung auch ein symbolischer Akt treten.“

Möglicherweise will Herr Putzke umschulen auf Rabbiner. So ein neues religiöses Ritual der Ersatzbeschneidung sollte denn doch auf halbwegs fundierten theologischen Beinen stehen, oder? Oder sollen wir einfach nur noch so beten und leben, wie es sich Deutschlands Juristen vorstellen? Vielleicht hat er ja bereits konkrete Vorstellungen zu der Ausgestaltung des neuen rituellen Akts in der Schublade? Vermutlich merkt er nicht, wie anmaßend sein Vorschlag ist. Putzke wähnt sich nämlich als Fackelträger der Wahrheit, wie seine Festschrift zum siebzigsten Geburtstag von Rolf Dietrich Herzberg belegt. Dort zitiert er Lichtenberg und führt aus: „“Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemanden den Bart zu sengen“. Faul ist etwas in dem Moment, wenn die Bartträger (um bei dem Bild zu bleiben) versuchen, das Ergreifen und Tragen der Fackel zu verhindern. Und erst recht bedenklich wäre es, wenn die Furcht vor den Bartträgern dazu führt, dass niemand mehr die Fackel ergreifen will, sprich aus Furcht vor Repressionen, Selbstzensur an die Stelle vernünftiger Argumentation tritt. Nun geht es hier mitnichten um Religionskritik, denn die Beschneidung ist kein ausschließlich religiöses Phänomen, obwohl in Deutschland die meisten Beschneidungen sicher religiös motiviert sind. Ganz generell wurde die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit dieses chirurgischen Eingriffs hierzulande weder in der Vergangenheit hörbar gestellt* noch wird sie es heute.“3

Ja, ja, – die Bartträger sind gefährlich. Da muss man schon aufpassen was man sagt. Aber man darf sich keiner Selbstzensur unterwerfen. Der Zwiebelhäuter hat das ja auch erst kürzlich gesagt. Also das, was gesagt werden muss… Schade eigentlich nur, dass ein Mann wie Putzke, der doch immerhin während seiner Studienzeit Stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Liberalen Hochschulgruppen war, nicht liberal genug ist, um Eltern selbst entscheiden zu lassen, ob sie ihr Kind beschneiden lassen oder nicht. Man darf es ja gerne für altmodisch und unmöglich halten – aber muss man Menschen, die das anders sehen und entscheiden ernsthaft strafrechtlich verfolgen? Muss man seine Sichtweise zu einem Thema anderen vorschreiben und Menschen kriminalisieren?

Zurück zum Kölner Urteil.

Dort heisst es: „Die Staatsanwaltschaft Köln wirft dem Angeklagten vor, am XXXX in Köln eine andere Person mittels eines gefährlichen Werkzeugs körperlich misshandelt und an der Gesundheit geschädigt zu haben“.

Das haben Sie jetzt nicht verstanden?

Das ist staatsanwältisch und heißt auf deutsch, dass der Arzt (Angeklagte) unter örtlicher Betäubung einen vierjährigen muslimischen Jungen (eine andere Person) mit einem Skalpell (gefährliches Werkzeug) von seiner Vorhaut befreit hat (mißhandelt und an der Gesundheit geschädigt). Danach hat er die Wunde ordnungsgemäß vernäht und versorgt. Ein Sachverständigengutachten hat bestätigt, dass der Arzt fachlich einwandfrei gearbeitet hat.

Eigentlich alles ein ganz normaler Vorgang. Und in einem ersten Urteil im September 2011 vom Kölner Amtsgericht dazu, wird das auch noch so gesehen. Der Arzt wurde freigesprochen. In der damaligen Urteilsbegründung hieß es: „Nach Auffassung des Strafgerichts war die durch den Eingriff tatbestandsmäßig vorliegende Körperverletzung  aufgrund der  w i r k s a m e n  Einwilligung der Eltern des Kindes als Personensorgeberechtigten gerechtfertigt, denn dieselbe richtete sich zutreffend an dem „Wohl ihres Kindes“ aus (§ 1627 BGB).“

Doch das Landgericht wollte nun, wenige Wochen später, dem Amtsgericht in dieser Meinung offenbar nicht folgen. Hier heißt es nun, dass weder das Elternrecht noch die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit  diesen Eingriff rechtfertigen könnten. Besonders „lustig“ liest sich der folgende Teil des Kölner Urteils: „Die in der Beschneidung zur religiösen Erziehung liegende Verletzung der körperlichen Unversehrtheit ist, wenn sie denn erforderlich sein sollte, jedenfalls unangemessen… Zudem wird der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert. Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes, später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können, zuwider.“

Man weiss nicht so recht, ob man an dieser Stelle laut lachen darf, weil eigentlich sind ja Urteile von deutschen Gerichten nicht als Witz gedacht.  Aber dennoch: Tausende von beschnittenen Männern haben ihre Religion gewechselt. Manche sogar mehrfach. Mir wäre auch keine Religion bekannt, die beschnittenen Männern die Aufnahme verweigert. Aber vielleicht wissen das die Richter in Köln nicht? Oder die Vorstellung eines beschnittenen Penis hat sie dermaßen aus dem Konzept gebracht, dass ..na lassen wir das.

Jedenfalls ist das Kölner Urteil ein unglaubliches Unheil für dieses Land. Und es wird viel Furore machen. Nicht nur in jüdischen und muslimischen Verbänden, sondern auch unter Ärzten und Chirurgen, die nun kriminalisiert werden.

Juden und Muslime werden sich fortan in Deutschland noch weniger heimisch fühlen. Aber immerhin hat man ihnen jetzt eine Lektion erteilt. Wie man in Deutschland jüdische und muslimische Traditionen lebt, entscheidet immer noch der deutsche Richter. Achja – und nur weils mir grad einfällt:

Demnächst merken die gleichen Leute, die gerade ein Herz für muslimische  und jüdische Vorhäute entdeckt haben, dass sie auch ein großes Herz für Tiere haben. Jede Wette!

Aber glaubt bloß nicht, dass sie dann gegen die Massentierhaltung losziehen werden und sich mit einem Schild „Fleisch muss teurer werden“ an die nächste Würstchenbude stellen. Nein, sie werden dann kommen und sagen, wie bestialisch es ist, Tiere zu schächten. Und dann wird es ein Urteil geben, dass man nicht mehr schächten darf. Und wenn dann der letzte Jude gelernt hat, wie man Kinderrechte respektiert und der letzte Moslem verstanden hat, dass man Tiere nur auf deutsche Art quälen darf, dann werden wir alle wahrscheinlich längst nicht mehr hier sein. Dann sind die christlichen Deutschen wieder unter sich und werden sich Gruselgeschichten erzählen von damals, als in Deutschland noch Juden und Moslems lebten…

Und nicht vergessen: Die Gefahr der unterlassenen Beschneidung: http://www.hagalil.com/2011/02/08/beschneidung-2/
Eine gute juristische Auseinandersetzung zu dem Thema gibt es hier: http://www.jurblog.de/2008/10/01/verbot-der-beschneidung-bei-juden-und-muslimen/

*) wenn man z.B. vom FAZ Aufmacher im letzen Jahr absieht, der damals auch schon Verwunderung hervorrufen musste, in Anbetracht der Dringlichkeit des Themas und seiner prominenten Platzierung auf der Titelseite der FAZ. (Anm. Hsg.).

  1. http://www.ftd.de/politik/deutschland/:koerperverletzung-gericht-stellt-religioese-beschneidung-unter-strafe/70054618.html []
  2. http://www.aerzteblatt.de/archiv/61273 []
  3. http://www.holmputzke.de/images/stories/pdf/2008_fs_herzberg_beschneidung.pdf []

107 Kommentare zu “Beschneidung: Das Kölner Urteil

  1. Wie so häufig und immer wieder: Ramona Ambs sei gedankt.
    Ein kleiner, hierzu passender Witz, den ich soeben in Elisabeth Jupiters Buch „No, warum nicht?“ (2010, Picus Verlag)über jüdische Witze gefunden habe:
    George Levy, ein erfolgreicher New Yorker Anwalt, ruft seine Mutter in Haifa an. „Mein Liebling, wie geht es dir denn bei der vielen Arbeit? Isst du auch genug? Vor allem, isst du koscher?“
    „Nein Mammi, das geht sich nicht immer aus, manchmal gehe ich schnell runter zu McDonald´s!“
    „Aber am Schabbes arbeitest du nicht?“
    „Na ja, manchmal lässt sich das einfach nicht vermeiden?“
    „Sag einmal, aber beschnitten bist du schon noch?“

  2. übrigens, ich kenne ausgrenzungen und diffamierungen. Ich selbst gehöre einer Menschstamm an, der wo immer es geht ausgegrenzt wird. So jetzt sind wir schon deri gruppen, die es in diesem Land schwer haben!!!!

  3. jim, ich verstehe nicht…vielleicht verstehen sie meine art zu schreiben nicht…erstens habe ich bezug auf das gebot Gottes genommen und zweitens habe ich für Menschen geschrieben, die die beschneidung aus einem anderen blickwinkel betrachten. So und wenn ich über die weise entscheidung Gottes schreibe, dann bezieht es sich auf diesen einen punkt! Gottes entscheidungen sind immer weise!!!!Das ich das jetzt noch hätte dazu schreiben sollen, ist mir ehrlich gesagt entfallen. Ich weis um was es geht und ich würde mich freuen, wenn sie sich ein bisschen mühe geben würden mich auch zu verstehen.

    schalom….

  4. Also wenn ich mir das alles anschaue, war es ein weises Gebot von Gott die Jungen beschneiden zu lassen.

    Frage: Gibt es auch weniger weise Gebote Gottes? Wenn ja, bitte ich um Beispiele.

    Chiara, Sie sind schon ne ganz eigene Nummer, ehrlich: Hier geht es eindeutig nicht um Hygiene oder sonst irgendetwas an den Haaren herbeigezogenes, problemlos zu entkräftendes, hier geht es darum, dass ein Element jüdischer und moslemischer Kernidentität, warum auch immer, per Gerichtsentscheid, zumidest aus Deutschland, verbannt werden soll.

    Hier geht es um den Widerstand gegen neuerliche Trennung, Ausgrenzung und Diffamierung!

    • „Hier geht es um den Widerstand gegen neuerliche Trennung, Ausgrenzung und Diffamierung“!
      _________________________________________________________

      Unter anderem jm, aber das endet in einer Tyrannei der
      Mehrheit gegenüber den Minderheiten.

    • Besonders originell an diesem faz-beitrag, der zwischenruf: „kannibalistisch“. Der weiß ganz offenbar nicht, was so mancher kleine Christenjunge denkt, befürchtet, wenn er zur ersten Kommunion getrieben wird, …

      Hier nun aber etwas Solides gegen minimale Zweifel, aus AVIVA, Onlinemagizin für Frauen:

      Auf Messers Schneide – Religionsfreiheit

      Demo am 09092012, Bebelplatz, Berlin

      „[…] Wir fordern die lautstarken Beschneidungs-Gegner auf, sich eingehender mit Juden und Muslimen auseinanderzusetzen, anstatt vorschnelle Verbotsforderungen zu erheben. Wir fordern Respekt für unsere kulturellen und religiösen Traditionen. Und wir fordern Respekt für jüdische und muslimische Eltern, die ihre Kinder nicht weniger lieben als die Eltern der deutschen Mehrheitsgesellschaft dies tun. Wir wehren uns dagegen,
      kriminalisiert oder als archaisch und blutrünstig hingestellt zu werden.

      Für gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander!“

      Und hier, anlässlich der Sitzung des Ethikrates des Deutschen Bundestages am 23. August 2012

      „[…] Eine gesetzliche Regelung muss die Religionsfreiheit sichern, ohne in innere Angelegenheiten des Judentums einzugreifen. ´Wir sind bereit mit allen Menschen über das Thema zu diskutieren. Veränderungen des religiösen Ritus können aber nur aus einer Debatte innerhalb des Judentums resultieren. Wir lassen uns nicht von Außenstehenden vorschreiben, wie wir unsere Religion zu leben haben´, so Lala Süsskind, Vorsitzende des JFDA.“

  5. Ich bin doch immer wieder überrascht wie Menschen an den Geboten Gottes vorüber gehen. Sie maßen sich an schlauer als Gott zu sein. Ein Gebot das dort heißt ….“beschneide deinen neugeborenen Sohn am achten Tag“….Gott hat Sein Gebot nicht aufgehoben, nein, dies ist ein Gebot auf ewig!!! Es heißt dort nicht….beschneide deine Tochter…! Also was soll das mit der Beschneidung eines Mädchen…das kann man nicht mit dem Gebot Gottes vergleichen. Hat sich schon einmal jemand gefragt warum gerade der achte Tag? Hat Gott nicht das Recht so zu entscheiden wie es für den Menschen gut ist? Man darf die Beschneidung nicht aus der Sicht eines Menschen sehen, sondern aus der Sicht Gottes. Die medizinische Seite zeigt in vielen Fällen, dass Frauen krank werden weil sie durch ihre Männer Entzündungen, Krebs und wer weiß was noch, bekommen. Ich war in der Pflege tätig und habe vieles gesehen. So zum Beispiel: „ Männer die es mit der Hygiene nicht so ernst nehmen und es vermeiden ihre Vorhaut bei der Reinigung zurückzuziehen und somit der Schleim unter ihrer Vorhaut sitzen bleibt. Was das für die Frau bedeutet kann sich jeder denken! Ich habe vor einiger Zeit einen Vortrag eines Frauenarztes auf einer Tagung gehört. Er sprach über den Gebärmutterhalskrebs. Er sagt unter anderem, dass der Träger dieser krankmachenden Keime, Bakterien, der Mann ist. Also wenn ich mir das alles anschaue, war es ein weises Gebot von Gott die Jungen beschneiden zu lassen.

    • Hat Gott nicht das Recht so zu entscheiden wie es für den Menschen gut ist?

      Kurze Antwort: Nein. Hierzulande gilt: Landgericht > Gott. Das müssen Sie nicht mögen, aber es ist die Realität.

  6. …nun bleibt für alle Bürger “deutschen Landes“ Bundesrepublik nur zu hoffen, dass nicht gar noch der dort gefeierte Neujahrstag “unter Strafandrohung“ gestellt werden möge – in circumcisione domini – “das Fest zur Beschneidung des Herrn, mit dem acht Tage nach Heiligabend jeweils am 1. Januar der Beschneidung des J U D E N Jesu (Lk 2,21 EU) gedacht wird“!

    „Ihr sollt die Vorhaut eures Herzens beschneiden und nicht länger halsstarrig sein.“ (Dtn 10,16 EU).

  7. BS“D

    Die Nachricht von dem Koelner Beschneidungsurteil verschlug mir zunaechst einmal die Sprache. Dem gerade erst ergangenen Urteil des Koelner Landgerichts zufolge, „erfuellt die religioese Beschneidung den Tatbestand der Koerperverletzung und ist somit strafbar, Eltern eines nicht einwilligungsfaehigen Jungen sind nicht zur Einwilligung in dessen Beschneidung berechtigt.“
    Dies Urteil des Koelner Landgerichts kriminalisiert die Juedische sowie die Muslimische Gemeinde in Deutschland (und nicht nur dort) per se – nicht mehr und nicht weniger. Das Urteil ist indes ein Novum, seit 1945 hat es ein solches Urteil in Deutschland noch nicht gegeben, und dennoch wird die in diesem Urteil wiederzufindende Rechtsauffassung auch von anderen Juristen in Deutschland geteilt, ganz zu schweigen von weiten Teilen der Deutschen Gesellschaft, wenn man sich die Reaktionen hierauf betrachtet.

    Das Urteil ist letztlich nichts anderes, als der Ausdruck einer kompromislos sekularen – um nicht zu sagen anti-religioesen – Lebenseinstellung, wie sie sich in der Mitte der Deutschen beziehungsweise Mitteleuropaeischen Gesellschaft etabliert hat.

    Die Koelner Richter urteilten, dass „die physische Unversehrtheit des Kindes, die Grundrechte der Religionsfreiheit sowie des Erziehungsrechts der Eltern ueberwiege“. Letztlich formulieren die Richter damit, dass kein Religionsgesetz ueber dem weltlichen Gesetz des Staates zu stehen habe. Zwar gewaehrt das Grundgesetz dem Buerger freie Religionsausuebung – aber bitteschoen nur als Privatangelegenheit im stillen Kaemmerlein.

    Es stellt sich indes auch die Frage, ob die Richter hier ueberhaupt eine ernstzunehmende Rechtsgueterabwegung in Betracht zogen. Deren Argument lautet, dass die Beschneidung eines unmuendigen Kindes nicht mit dem Recht auf freie Religionsausuebung zu vereinbaren sei – oder soll man besser sagen, „nichts damit zu tun habe?!“ Aus der Sicht der Befuerworter dieses Urteils, „beschneidet die Beschneidung eines Minderjaehrigen geradezu dessen Religionsfreiheit“, schliesslich koenne sich jeder Mensch auch als Erwachsener aus freien Stuecken zu dieser oder jener Religion bekennen und deren Traditionen annehmen, „ein Kind hingegen wuerde durch die Beschneidung irreversibel bevormundet.“ Aus der Sichtweise eines konsequent sekular denkenden Menschen scheint dies auch nur eine logische Schlussfolgerung zu sein.

    Voellig negiert wird mit dieser Auffassung aber letztlich nicht nur die Existenz, sondern auch nur die blosse Moeglichkeit der Existenz eines G“ttlichen Gesetzes. Ganz in diesem Sinne scheint auch das Koelner Urteil anscheinend klar stellen zu wollen, dass in diesem Staat allein nur das sekular staatliche Recht geltung habe. Ironischer Weise basieren aber die ethischen Grundlagen sowie sozialen Wertvorstellungen dieser Gesellschaft gerade auch auf den Prinzipien der Thora, dem Juedischen – und vom Christentum in weiten Teilen adaptierten – Grundgesetz.

    Die Deutsche Verfassung selbst, ist massgeblich vom Geiste der Kantschen Moralvorstellungen gepraegt, die wiederum auf wesentlichen Thora-Prinzipen, wie insbesondere dem Prinzip „ve’ahavta lere’acha kamocha“ (Vajikra/ Levitikus 19:18) – [liebe, beziehungsweise achte deinen Mitmenschen wie dich selbst] – basieren.

    Die sekulare Gesellschaft sieht „das Blut des beschnittenen Knaben“ und empfindet dies als „barbarischen Akt religioesen Wahns“ – wie religioese Traditionen auch ganz allgemein als rueckstaendig, ueberholt und unzeitgemaess empfunden werden – „schliesslich ist man heute ja aufgeklaert“. „Ethische Grundsaetze schon, aber bitte nur auf der Grundlage menschlichen Vernunftdenkens“. Doch wie beliebig aber auch „menschliches Vernunftsdenken“ sein kann, und wohin „gesundes Volksempfinden“ letztlich fuehren kann, hat uns die Geschichte leider nur zu leidvoll gezeigt.

    Dass hingegen ein Juedischer Knabe, der nicht am achten Tag beschnitten wurde, an seiner Seele blutet – und dies nicht nur fuer kurze Zeit, sondern andauernd – wird in einer sekularen Gesellschaft allzu oft nur „als Wahnvorstellung religioeser Spinner“ abgetan. Wie will man aber von einer Gesellschaft, die das Konzept von Seele, und erst recht die Vorstellung von einem G“ttlichen Gesetz, ueberhaupt nicht versteht und auch nicht verstehen will, also erwarten zu verstehen, was Religionsfreiheit eigentlich bedeutet? Das Rechtsgut der Religionsfreiheit wird in einer solchen Gesellschaft schliesslich reduziert auf deren (Un~)Verstaendnis dessen, was Religion eigentlich ist – abgesehen von „persoenlichen Jenseitsvorstellungen“ vielleicht.

    Auch das Argument, dass „wenn der Rechtsstaat die religioese Beschneidung von minderjaehrigen Knaben toleriere, er dann auch allen anderen moeglichen Menschenrechtsverletzungen im Namen der Religion, Tuer und Tor oeffnen wuerde“ – wie es von Seiten der Befuerworter des Koelner Urteils zu vernehmen ist -, ist schlichtweg an den Haaren herbeigezogen und zeugt von purem Sarkasmus. Die Brith Milah wird im Judentum seit Jahrtausenden praktiziert, sie gehoert seit Avraham Avinu unverzichtbar und unaufschiebbar zur Identitaet des Juedischen Volkes sowie eines jeden einzelnen Juden, sie hat ihre eindeutige Grundlage in der Thora (Bereshit/ Genesis 17: 9-14) – einem Gesetz, welches selbst in Deutschland gedruckt wurde (und zwar in lateinischer Uebersetzung, durch Johannes Gutenberg), lange zuvor ueberhaupt irgend ein weltliches Gesetz in Deutschland den Weg in eine Druckerpresse fand.

    Es bleibt also zu hoffen, dass das Urteil des Landgerichtes Koeln ein Einzelfall bleibt, dass andernfalls das Bundesverfassungsgericht sich eindeutig gegen diese Rechtsauffassung wendet oder – noch wuenschenswerter – der Gesetzgeber nun von sich aus klar regelt, dass die religioese Beschneidung von minderjaehrigen Knaben sehr wohl vom Recht der freien Religionsausuebung sowie vom Bestimmungsrecht der Eltern gedeckt ist und keinen Straftatbestand darstellt. Es waere eine unertraegliche Vorstellung, dass eine Jude eines Tages, seiner Religion wegen, wieder in einem deutschen Gefaengnis landen koennte. Dies wuerde schlussendlich bedeuten, dass „das Experiment eines Neuaufbau von Juedischem Leben in Deutschland nach der Schoah“ endgueltig gescheitert waere – sowie, dass die Deutsche Gesellschaft anscheinend doch nichts aus der Geschichte gelernt haette…

    • Da hab ich mal eine Frage. Glauben Sie, dass man mit einer jüdischen, muslimischen, hinduistischen oder sogar deutschen Seele geboren wird? Oder (direkter gefragt) wie ist das jüdische Verständnis von der Seele? Und leiten Sie daraus bitte die Aussage: „Dass hingegen ein Juedischer Knabe, der nicht am achten Tag beschnitten wurde, an seiner Seele blutet – und dies nicht nur fuer kurze Zeit, sondern andauernd –“ her. Danke.

  8. Finde das Urteil supi. Man sollte aber weiter gehen:

    – Haare schneiden von Kindern verbieten! Es gibt keine medizinische Grundlage und verstößt gegen das Haareschneideverbot bei Sikhs und Rastafaris. Haare schneiden daher erst, wenn Kinder selbst entscheiden können.

    – Christliche Propädeutik verbieten! Es ist durch zahlreiche Studien belegt, welche fatale Auswirkung die – auch passive – Aussetzung von Kindern gegenüber Folter und Kanibalismus hat. Daher dürfen Kinder nicht weiterhin unter einem Foltersymbol indoktriniert und (symbolischen*) Kanibalismen ausgesetzt werden, in einigen Fällen gar in Form von Ministranten Teil der Exekution des Kanibalismus werden.

    zu *: Liebe Katholiken e.a., verzeiht bitte, dass ich hier Eure Desubstantionslehre vernachlässige, aber ich glaube kaum, dass Euer Fall dadurch besser wird, dass Ihr Euren Kindern einredet, es sei echtes Fleisch und Blut -> Psychose !!!

  9. „Ansonsten schließe ich mich christoph linge an, in einer säkularen, weltlichen und freiheitlichen Gesellschaft muss man darüber diskutieren können.“

    muss ich in einer „weltlichen und freiheitlichen Gesellschaft“ auch darueber diskutieren in welcher farbe ich meine kueche anstreiche?

    J

  10. Ein erstklassiger Kommentar von Ramona Ambs zum „Kölner Urteil“ (hier das Urteil selbst http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/koeln/lg_koeln/j2012/151_Ns_169_11_Urteil_20120507.html)

    Außerdem: Ein Gedanke, auf den weder das Urteil des LG Köln, noch die meisten Kommentare in der Presse eingehen:
    Normalerweise ist es nicht Aufgabe eines vereinzelten Staatsanwalts und eines einzelnen Richters einer Berufungskammer eines Landgerichts, ein derartiges „Unwert-Urteil“ über zentrale, selbst in Deutschland seit Jahrhunderten unangefochtene kulturelle Praktiken anerkannter Minderheiten zu sprechen oder durch „forsche Vorstöße“ für Verunsicherung der Betroffenen zu sorgen.
    Die Entscheidung derart weitreichender Fragen muss beim Bundestag liegen, wo sonst (außer dem Bundesverfassungsgericht), weil es hier zumindest um die Abwägung verschiedener Grundrechte geht, die das Kölner Urteil nicht leistet und auf 10 Zeilen auch nicht leisten kann.
    Bemerkenswert ist insofern auch, dass das Kölner Urteil völlig außer acht lässt, dass Bundesrat und Bundestag sich bereits mit einer Beschneidungsthematik beschäftigt haben, aber gerade nicht mit der Beschneidung männlicher Vorhäute, sondern der weiblicher Genitalien.
    Bundesrat und FDP-Fraktion haben Anfand 2010 Strafrechtsänderungsentwürfe dazu geliefert, über die eine Entscheidung des Bundestages aber meines Wissens noch aussteht. Trotzdem zeigt das Vorhandensein dieser Entwürfe: Ein Verbot männlicher Zirkumzision oder eine Klausel, nach der diese erst mit einem bestimmten Alter zulässig sein soll, ist weder vom Bundesrat, noch einer im Bundestag vertretenen Partei gewollt bzw. für notwendig erachtet worden. http://www.bundesgerichtshof.de/DE/Bibliothek/GesMat/WP17/S/StrAendGGenitalverstuemmelung.html

    Darin liegt eine Grundentscheidung, über die sich ein Gericht nicht so einfach hinwegsetzen kann, wie das LG Köln es sich hier anmaßt.

  11. Liebe Leute,
    vielleicht lasst Ihr mal Männer zu Wort kommen, die rituell im Alter von 8 Tagen beschnittenen worden sind,wie’s denen als Erwachsene damit geht; und fragt mal die Experten, z.B. Rabbi Dr.med. Deusel aus Bamberg, die ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht hat!
    Die Beschneidung der Vorhaut ist nicht zu verwechseln mit der Clitorisbeschneidung bei Mädchen, die eine echte Verstümmelung und Körperverletzung ist.
    Bis zum heutigen Tag kenne ich keinen erwachsenen Juden, der von seiner brith mila (Beschneidung) traumatisiert worden wäre. Allerdings wirkt die ständige Verfolgung bis in die jüngste Generation weiter.
    Die jüdischen Brith-Gegner als Argumentationshilfe gegen die Beschneidung ins Feld zu führen ist Heuchelei, ebenso die Argumente gegen das Schächten!
    Massentierhaltung und Schlachthöfe, wo „normal“ geschlachtet wird sind Tierquälerei, aber die meisten Menschen essen doch bedenkenlos mit großem Appetit Steaks u. Schnitzel etc., und natürlich sollen die auch noch superbillig sein!!
    Die jüdische Religion hat unzählige Beispiele für Tierschutz. Sie ist auch lebensnah, denn sie predigt, dass die Menschen erst nach der Sintflut angefangen haben Fleisch zu essen, der Mensch ist nun mal so gestrickt, aber wenn schon Tiere töten, dann so schmerzfrei wie möglich. Damit das Tier nicht leidet, muss es mit einem schartenfreien scharfen Messer durch einen einzigen Schnitt durch die Halsschlagader getötet werden.

    So gibt es zahlreiche Beispiele für Vorteile gegen die angeblich „archaiischen“ jüdischen Bräuche, meistens von Menschen, die keine Ahnung von der jüdischen Religion haben.

    Zum Schluß noch ein Zitat, ich glaube v. Paul Wazlawik:
    „Neidische Menschen mit feinerer Witterung suchen den anderen (Menschen) nicht so genau kennenzulernen, um sich ihm überlegen fühlen zu können!“
    Es wäre schön, wenn sich viele Menschen mit wirklich wichtigen Themen beschäftigen würden und l e s e n und l e r n e n, statt ihren Hass auszuleben.

  12. @Yael

    Wie ich sagte, ich würde gerne mal einen Psychoanalytiker dazu hören. Ich meine, dass es bestimmt nicht gut für die allgemeine Entwicklung eines Kindes ist, wenn das erste große Gefühl was es im Leben empfindet, ein großer Schmerz am empfindlichsten und wichtigsten Körperteil was es hat ist. Da hat es eine offene Wunde, dann werden da vielleicht noch Windeln drüber gezogen und Urin kommt auch noch dran, das brennt doch wie Feuer. Und da soll mir mal jemand sagen, dass das einem Baby nichts ausmacht. Ich finde dabei vor allem das Alter entscheidend. Wenn man es bewusst erlebt und so auch direkt verarbeitet kann, ist das was anderes. Jedenfalls sind frühkindliche Schmerzerlebnisse immer problematisch. Und das sage ich gerade weil ich einen spirituellen Glauben habe und an so etwas wie eine Seele glaube und weiß wie empfindlich die ist.

    Aber trotzdem, ich würde es jetzt als erwachsener Mann niemals tun lassen. Und ich gehe auch davon aus, dass es die meisten auch nicht tun würden, wenn sie die freie Wahl hätten.

    „Was ein beschnittener Penis mit angeblicher nichtreligionsfreiheit zu tun hat und warum man mit einem beschnittenen Penis nicht eine andere Relgion annehmen dürfe, werden uns die Experten hier sicher gern erklären.“

    Das müssen Sie erklären. Denn mit dieser Aussage nehmen Sie ja der Beschneidung den zwingenden religiösen Charakter, also kann sie auch nicht unter die Religionsfreiheit fallen. Es hat ja auch wenig mit Freiheit zu tun, wenn man sich nicht selbst entscheiden kann. Es ist doch schlimm genug, wenn man als Deutscher oder Jude geboren wurde, das kann man sich schon nicht aussuchen. Es geht dabei um die körperliche Unversehrtheit und darum in wie weit die Eltern das Recht haben, diese zu verletzen. Es wird doch durch das Urteil niemand in seiner freien Religionsausübung eingeschränkt, im Gegenteil. Der juristische Denkfehler der von den Gemeinden gemacht wird ist, dass sie die Religionsfreiheit als Recht der Gemeinschaft betrachten, es ist aber ein individuelles Recht des Einzelnen.

    Es wird in Deutschland auch über Ohrlöcher und Schönheits-OP bei Kindern diskutiert und man sollte das auch strenger regeln.

    Ansonsten schließe ich mich christoph linge an, in einer säkularen, weltlichen und freiheitlichen Gesellschaft muss man darüber diskutieren können.

  13. Sarah es gibt nicht genug Toiletten auf der Welt für die Scheisse die aus deinem Mund kommt. Darf ich auch mal einen Menschen mit diesem Namen kennen lernen der nicht gänzlich mischugge ist?

    Es bedarf eigendlich keine weitere Diskussion da du wahrscheinlich zu blöd bist auch nur einen Satz von mir zu verstehen.

  14. Und zum Schluss: @Yael „Übrigens mal zur Info: Jude ist man durch eine jüdische Mutter, beschnitten oder nicht.“ – ja wie denn nun? Also brauchen wir die Beschneidung doch nicht und das ganze Thema hat sich erledigt! Nein?

    • Die Beschneidung ist eines der Symbole für den Bund mit Gott. Strenggenommen dürfen nichtbeschnittene keine Bar Mitzwa feiern, nicht zur Thora aufgerufen werden etc. Es hat daher schon seinen Sinn, aber Jude ist man auch ohne Beschneidung.

  15. „Aber dennoch: Tausende von beschnittenen Männern haben ihre Religion gewechselt. Manche sogar mehrfach. Mir wäre auch keine Religion bekannt, die beschnittenen Männern die Aufnahme verweigert. Aber vielleicht wissen das die Richter in Köln nicht?“ Hier verrennst du dich, denn genau das ist _nicht_ der Punkt … „Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes, später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können, zuwider.“ Klar, diesen Satz kann man im Sinne deiner Aussage interpretieren, aber in Verbindung mit der körperlichen Unversehrtheit folge ich doch eher dem Gericht. Zugegeben, ein solches Urteil lässt nun an ganz andere, mögliche Verfahren denken und ich glaube, die Selbstbestimmtheit bei Kindern ist ein interessantes Feld in der Rechtssprechung, und genauso wie der gesellschaftliche Konsens darüber, was Norm ist und was nicht, immer in Bewegung.

    Ich argumentiere in das andere Extrem: es ist gesellschaftlicher Konsens (zumindest in unserer), dass die Beschneidung von Frauen inakzeptabel ist. Ja, mehr als mieser Vergleich, da dann hier die entsprechenden hygienischen Bedingungen herranzitiert werden – ok, was ist mit Beschneidungen von Frauen, unter modernster, medizinischer Aufsicht? Vielieicht findet findet sich auch eine Variante, die von der WHO befürwortet wird.
    Entschuldigung, zuviel Polemik. Versuchen wir es andersherum: was ist mit Impfungen, zu denen ich meine Kinder ja auch „zwinge“ ohne sie entscheiden zu lassen? Gilt das auch?
    Weiter: „Warum denn erst jetzt dieses Urteil?“ Aber liegt das wirklich nur daran, dass wir jetzt mit Erschrecken festgestellt haben, das der Muselmane (sic!) auch solch merkwürdige Bräuche besitzt (war mit neu)?

    Weiter bin ich auch noch nicht, und wie man sieht, ist das alles nicht so einfach.

    • „Weiter bin ich auch noch nicht, und wie man sieht, ist das alles nicht so einfach.“

      es ist noch viel einfacher… man muss sich nur ueberlegen was sind die konsequenzen von dem einen und was sidn die konsequenzen von dem anderen und so kann man zu zwei unterschiedlichen ergebnissen kommen.. dazu muss man einfach nur diferenzieren an statt auf prinzipien rumzureiten.

      die beschneidung von jungen und auch die von maedchen werden seit jahrtausenden durchgefuehrt (bei maedichen bin ich mir gar nicth mal so sicher aber sei es darumm). und was bedeutet das? ist es allein deshalb richtig? nein! weder das eine noch das andere. aber es bedeutet dass man mit beiden shcon seit sehr langer zeit erfahrungen gemacht hat und die sind bei jungen so und bei maedchen anders.

      wenn du willst kanns tdu jetzt die theorie (von unbeschnittenen) ueber tatsaechliche erfahrungen (von jungen und maedchen) stellen und was dabei rauskommt siehst du ja selbst.

      J

  16. Anregung

    Vllt. ergibt sich ja einmal für alle demokratischen, aufgeklärten Gerichtsbarkeiten der sog. westlichen Welt im alltäglich zu bewältigenden „Prozessierstrudel“ des RechtsSchaffen und -sprechen ein sachter Moment des Innehaltens zum tiefgründigeren Nachdenken über – ja – möglicherweise aus dem Zehntwort …dem Dekalog …der Thora entliehenen – historisch überaus bedeutsamen Grundregelwerk menschlichen Miteinanders in heutigem von ihnen selbst angewandten zivilisiereten Rechtsnormen? …

  17. als Moslem sage ich nur danke Ramona du sprichts uns und unseren jüdischen Freunde aus der Seele.Ich kann immer noch nicht verstehen warum dieses Urteil plötzlich zustande kam, es wurde ja schließlich seit jahrhunderte in Europa praktiziert.

  18. Liebe Sarah.Du vergleichst hier ein feuchtes Streichholz mit einem Waldbrand.
    Das Christentum kommt auch ganz ohne Tierquälerei und Beschneidung aus. Und das seit mehr als 2000 Jahren.
    Die Bahai kommen auch ganz gut ohne aus. Das seit fast 300 Jahren.
    Der Zoroastrismus bzw. Zarathustrismus
    Der Sikhismus
    usw usw usw.
    Alles nicht heidnische Monotheistische Religionen.
    Genitalverstümmelung ist natürlich aufgrund des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit des Kindes strafbar. Man muss doch einem Kind nix vom Piepman abschneiden, weil ein Elternteil das aufgrund seiner religiöse Weltanschauung so will. Was ist das denn für’n kranker Scheiß.
     

    • Wie kann man so blöd sein. Auf der Bibel steht „Alle Tiere gebe ich euch als Nahrung“. Jesus selbst hat Fische verspeist. Die Bibel predigt keinen Vegetarismus sonder der Hinduismus. Du bist einfach ein typisch deutscher kranker Heide. Du hast keine Ahnung von Christentum. Beim Pommes essen vergiß bitte nicht die Currywurst. Schließlich liefert sie wertvolle Proteine!

    • Entschuldigung, aber Sie sollten schnellenst mal eine Massenschlachterei besuchen. Da werden Sie Tierquälerei En Masse erleben. Eben wurde das in Dtl. festgestellt. Von den grausamen Tiertransporten ganz zu schweigen. Ergo: Wenn schon konsequent, dann dürften Sie auch keinerlei Fleisch essen. Denn die trotzdem Fleisch essen, zeigen nur dass es Ihnen eben nicht um den Tierschutz geht.

    • absolut richtig was yael sagt. es ist sehr naiv zu glauben dass die tierschutzrechte etwas zaehlen wenn geld im spiel ist.

      was will dieser pommes eigentlich? die welt von seinen vorstellungen belehren? was hat er mit dem thema beschneidung ueberhaupt zu tun? er ist kein arzt und er ist kein jurist und jude oder moslem ist er auch nicht.. aber er regt sich so auf als ob sein leben davon abhaengt.

      J

  19. Entscheidend für eine Beurteilung scheint hier ausschliesslich der Blickwinkel des jeweiligen Betrachters. Natürlich kann ein “weltliches“ Gericht eines säkularen …liberalen Staates zu gar keinem anderen Urteil kommen, wie beim LG Köln geschehen. Kinder unterliegen bis zur Erlangung eigenständig voller Rechts- und Geschäftsfähigkeit besonderem Schutz je nach den jeweiligen Rechtsordnungen des jeweiligen Staates, in dem sie leben. Grundsätzlich entscheiden die gesetzlichen Vertreter – in der Regel die Eltern – über Kindeswohl – Personensorge – Erziehung usw. An dieser Stelle wäre juristisch klar zu definieren, was genau “körperliche Unversehrtheit“ bedeutet? Hier ist zuvorderst der Gesetzgeber gefragt!

    Wenn wir unseren Blickwinkel zusätzlich darüber hinaus hin zur Bedeutung erweitern, erkennen wir zudem – so wir das wollen – das es sich um ein …das zentrale Bundeszeichen  gemäss den Überlieferungen der Thora handelt. Die “Beschneidung“ von “Mensch“ symbolisch  am Herzen sozusagen in immerwährender Achtung von Güte, Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit – so wie es uns vorgestellt und geschildert wird.
     
    Meines Erachtens – soweit es sich bislang darstellt – begründeten die Richter ihre Entscheidung “dazu“ lediglich mit: “aus religiösen Gründen …“ – nun man könnte meinen, dies sei etwas “kurz“ gegriffen – bedenke man – Thora – die Weisung – vielmehr als “nur Religion“ sei – ein alle Lebensbereiche umfassender WAY OF LIVE?

    Danke Ramona für Ihre erfrischenden Zeilen – auch so was muss natürlich in einem sich eigens säkular, liberal definierenden Staat logisch erlaubt sein 😉

    • Ist das Stechen von Ohrlöchern bei Kindern erlaubt? Warum?
      Gute Frage. Ich glaube nicht, dass es dazu ein einschlägiges Urteil gibt. Es ist – zu meinem persönlichen Leidwesen – zwar üblich, dass Eltern ihren Kleinkindern Ohrlöcher stechen lassen. Aber das ist bzw. war Beschneidung ja auch.
      Ob es rechtens ist, scheint mir sehr fragwürdig, denn Ohrlöcher zu stechen ist objektiv ebenso eine Körperverletzung.
      Ich glaube, wenn Sie den Fall eines Ohrlochstechens bei einem nicht einwilligungsfähigen Kleinkind zur Anzeige bringen, hätten Sie gute Chancen, dass das Gericht in der Tat die Rechtswidrigkeit feststellt. Ein Urteil, das ich auf jeden Fall begrüßen würde.

  20. ……da habe ich von ramona ambs schon besseres gelesen.

    es geht hier nicht um tatsächlich oder vermeintlichen besseren sex  —  wobei jeder/e  all das ausprobieren darf. wenn er/sie für sich verantwortlich entscheiden kann.
    genau das können kinder mit 7 jahren nicht, neugeborene in der ersten lebenswoche schon gar nicht.
    ich denke nicht, dass es eine unbotmässige zumutung ist, sich mit dieser frage auseinanderzusetzen.
    alles, was menschen  —  und sei es seit jahrtausenden  —  „schon immer so gemacht haben“, kann hinterfragt werden.
    beim nicht wirklich lustigen gespöttele über das kurzzeitige auseinanderbrechen der christlich-jüdischen symbiose (ich sehe diesen begriff ebenfalls kritisch) übersieht frau ambs, dass es eben auch die christlichen autoritäten sind, die in den aufschrei ihrer muslimischen und jüdischen kollegen einstimmen.
    und spätestens an dem punkt sollte man stutzig und hellhörig werden.
    bei einer solch „heiligen allianz“ geht es, unschwer erkennbar, um deutungsrecht/-hohheit und damit um macht.
    natürlich ist die geschichte der beschneidung sehr alt, und wie vieles andere im vermeintlich ach so brutalen „alten testament“ ist der hintergrund ein zivilisatorischer:
    gott erlässt abraham die opferung seines geliebten sohnes, die „gehorsamsprüfung“ nimmt qua opferung eines stückchens vorhaut einen glimpflichen ausgang.
    und unwidersprochen handelt es sich bei der beschneidung der vorhaut um ein weltweit sehr verbreitetes phänomen.

    das kann aber nicht heissen, dass in einer offenen gesellschaft, die sich zu recht und mit stolz über ihre distanz zu religiös „begründetem“ „so ist das eben“ definiert, man nicht über rolle und befindlichkeit des eigentlichen objekts, sprich der kleinen jungen reden und auch urteilen darf.

    wer an dieser stelle das böse „a(ntisemitismus) – wort“ ins feld führt, springt sehr kurz.
    es ist eben nicht nur ein „besessener“ jurist im bösen deutschland, de den „armen“ juden ihre identität rauben wollte:
    die gleichen überlegungen in san francisco, der sicherlich liberalsten stadt in den usa, hatten ja gerade ihren ausgang im nachdenken über körperliche und religiöse selbstbestimmung.
    das dort anlaufende referendum wurde auch nicht abgelehnt, sondern von den politischen institutionen schlicht „kassiert“, denen das ganze zu „heiss“ wurde.
    und auch in israel gibt es eine reihe von leuten/eltern, die ihre söhne eigentlich eines tages, nämlich wenn sie „gross“ sind, gerne selber entscheiden lassen würden. andererseits ist der konformitätsdruck natürlich hoch, sodass die rate an erkennbaren „brith“-verweigerern kaum wahrnehmbar ist.
    im recht auf beschneidung von neugeborenen deren vermeintlich ausschliesslichen zugang zu gott zu verteidigen, erscheint mir fragwürdig.
    auch wenn der anstoss zur (längst fälligen) diskussion jetzt von ausserhalb, also von einem „goy“kam: die gedankliche beschäftigung damit ist sicher zumutbar.

    was ich mit all dem zu tun habe?
    ich bin anästhesist.
    mein fachgebiet hat lange für das recht der kleinen auf schmerz(empfinden) gekämpft.
    das immer noch/wieder kolportierte „kleine kinder haben weniger schmerzen“ ist schlicht falsch.
    wenn damit die realisierung einer tradition „ermöglicht“ werden soll, wird es schlicht dumpf.
    für mich ist das eigentliche problem aber auch bei anwendung einer narkose dazu nicht aus der welt:
    ich habe bei hunderten von kleinen jungen die narkose bei deren beschneidung gemacht.
    ich habe sie immer mehr als „fremde“ in ihrem eigenen film erlebt:
    schlimmstenfalls hatten sie (von den eltern so gewollt) keine ahnung von dem, was damit ihnen geschehen sollte.
    im besseren falle spielten sie die vermeintliche hauptrolle in einem film, dessen regie andere bestimmen.
    ich führe inzwischen keine narkosen mehr bei „ritueller indikation“ durch.

    ich finde die überlegungen zum recht auf selbstbestimmung richtig.
    wer versucht, sie mit begriffen wie tradition und identität von vornherein abzuwürgen, praktiziert dumpfen kulturalismus.

     

  21. @yeal:
    Die WHO spricht sich FÜR Beschneidung Erwachsener, und GEGEN Bescheidung von Babys und Kindern aus. Im Übrigen zur AIDS-Prävention, und die spielt bei Babys und Kindern noch keine Rolle, jedenfalls nicht mit dem Glied.
    Alles andere ist eine Falschinformation

    • Das ist falsch. Sie sollten Ihre Infos überprüfen. Die WHO hat ein „Handbuch zur frühkindlichen männlichen Beschneidung unter lokaler Betäubung“ herausgebracht.

  22. Danke für diesen Text. Ich verstehe das Kölner Urteil als Stärkung des Säkularen Staates, dennoch bringe ich soviel Toleranz auf, dass ich keinesfalls möchte, das Eltern, die ihre Kinder aus traditionellen Gründen beschneiden lassen, kriminalisiert werden. Das haben die Nazis gemacht und darf sich in Deutschland nicht wiederholen.

  23. Also geht es doch nur um die sexuelle Befriedigung der Frau. Frau Ambs, Beschneidung ist bei uns eben kein „ganz normaler Vorgang“ sondern eine medizinische Ausnahme. Religionsfreiheit bedeutet frei über seine Religion entscheiden zu können und das meint nicht, dass die Eltern frei über die Religion des Kindes entscheiden dürfen. Und somit ist dieses Urteil eine Stärkung der Religionsfreiheit. Und Sie als Frau werden sicher nicht nachvollziehen können was „ein bisschen Schmerz“ sein kann. Da möchte ich mal einen Psychoanalytiker dazu hören, was der meint, was so ein unbewusstes Schmerzerlebnis in frühester Kindheit für seelische Folgen haben kann. Man wundert sich immer über die (sexuelle) Gewalt im Nahen Osten??? Wenn Sie das lustig finden, bitte, dann beschweren Sie sich aber nicht, wenn man Sie nicht ernst nimmt.

    • Man wundert sich immer über die (sexuelle) Gewalt im Nahen Osten???
       
      Es wird immer noch abstruser. Jetzt wird sexueller Gewalt schon durch beschnittene Penisse erklärt? Stimmt, in den USA, Japan etc. hat die sexuelle Gewalt seit den Beschneidungen sowas von zugenommen. Und das britische Königshaus erst 😀 Sowas (so jemanden) kann man wirklich nicht mehr ernst nehmen.
      Übrigens mal zur Info: Jude ist man durch eine jüdische Mutter, beschnitten oder nicht. Was ein beschnittener Penis mit angeblicher nichtreligionsfreiheit zu tun hat und warum man mit einem beschnittenen Penis nicht eine andere Relgion annehmen dürfe, werden uns die Experten hier sicher gern erklären. 🙄

    • Japan? Da ist praktisch niemand beschnitten. Sicher, dass Sie das nicht mit (Süd-)Korea verwechselt haben? Das ist das einzige nicht mehrheitlich muslimische Land in Ostasien, in dem Beschneidung weithin üblich ist.

  24. @klauswerner
    Noch ’ne Pointe zu „massenhaften Ver- und Geboten“:  Schon reichlich grotesk, wenn orthodoxe Rabbis das Rasieren generell schief ansehen. ABER Rasieren mit einem Elektro-Rasierer wär da noch (zähneknirschend) hinzunehmen – mit einer Klinge oder Rasiermesser dagegen nicht !!
    War was …?
     

  25. Im übrigen bin ich auch gegen das schächten von Tieren.
    Hast du auch einen Therad perat der mir meine Psyche so deutet das ich deshalb am Ende ein Antisemit bin? 😀

    • Sehr schön! Wir gehen Richtung Heidentum. Deutschland entwickelt sich in einer Diktatur im Namen der „Körperfreiheit“. Die Beschneidung hat nichts mit Gewalt zu tun genauso wie das Schächten der Tiere. Körperverletzung hin und her. Eine Gesellschaft ohne Religions- und Kulturtraditionen wo Tiere und Pflanzen „verehrt“ werden (Götzenreligion) und wo sich die vegetarischen Mischwesen mit Tieren und Pflanzen paaren. Zeus ist zurück!
       

  26. Neidgeschrei xDDD
    Ist das geil. Ja ok ich gebs zu. Ich wäre so gerne beschnitten und ich blicke neidnvoll jedem Juden in den Schritt. Das macht mich innerlich so Antisemitisch. ;D

  27. Ich habe in den 90ern, weil ich mit der Pastorin im Berliner Martin-Luther-Krankenhaus befreundet war, dort am Heiligen Abend immer aus dem Lukas-Evangelium die Weihnachtsgeschichte im Gottesdienst vorgelesen. Ich habe aber immer einen Vers weitergelesen als üblich, weil da die Beschneidung des Jesus beschrieben wird. Ich sagte: „Deine Gemeinde soll schon wissen, dass er ein Jude war.“ Vielleicht sollten nächstes Weihnachten alle christlichen Kirchen diese Stelle auch vorlesen lassen.

  28. Wer behauptet das Verstümmeln des Geschlechtsteiles eines Kindes gegen die Ethik geht ist ein Antisemit. Oh man…
    Ihr macht euch selbst zum Affen und merkt es nichtmal.
    „Und den Rest des Lebens hat Mann (und Frau) dann nur noch Vorteile dadurch.“

    Oh Chuzpe. In meinem Bettchen gibt es duzende Vorteile. Die Vorteile gehen wohl eher vom Mann aus als davon das er Mützenträger ist oder nicht.


     
     

  29. Was soll das? 
    Man fühlt sich durch fehlende Vorhäute bedroht?

    Also bitte, das Urteil hat doch klar gemacht um was es geht: die körperliche Unversehrtheit von Kindern!
    Außerdem, wer sagt denn, das es in „beschnittenen Familien“, wie es die Autorin nennt, schlimm zugehen soll? wer?
    Mal wieder ein typischer Fall von aufbauschender Darstellung der Gegenseite, wie es ja in so vielen Zeitungsartikeln geschieht…
    Ich denke nicht, dass es sich gegen Religionen richtet, so einfach gestrickt sind die meisten Juristen nicht. 
    Es mag sein, dass durch eine Beschneidung einige „Krankheitsrisiken“ minimiert werden, aber was ist schon „krank“? Wir wollen ja auch nicht, das jemand Kinder die mit einer geistigen „Behinderung“ zur Welt kämen abtreibt, nur weil er es als nicht passend empfindet.

    Ja, ob es nun für ihr weiteres Leben von Vorteil sein sollte oder nicht, finde ich man sollte Menschen selbst entscheiden lassen ob sie sich beschneiden lassen wollen oder nicht, so bald sie dazu in der Lage sind.
     Eltern müssen Verantwortung für ihre Kinder tragen, doch Kinder „gehören“ einem nicht wie ein Gegenstand, mit dem man machen kann was man will und was man selbst für richtig erachtet (zumindest nach meinem Verständnis, das sich durch reife Überlegung geformt hat, und nicht über angenommene Tradierung (das meine ich nicht wertend)).
     Somit habe ich auch etwas gegen die Taufe, mag sie noch so schmerzfrei sein, aber sie spiegelt eben jenes Verständnis wieder, das es „christliche“, „jüdische“, „muslimische“, etc. Kinder gibt, genauso gibt es ja auch keine „konservativen“, „kommunistischen“ oder „liberalen“ Kinder. Es ist die Erziehung und die Umstände die uns dazu machen (streng religiöse Menschen werden mir natürlich widersprechen). Jene Unterschiede sind es die soviel Feindschaft schaffen, und uns vergessen lassen, das wir doch eigentlich alle die gleichen Kohlenstoffeinheiten sind.

    Vielleicht könnte man besser miteinander auskommen, wenn mehr Menschen über ihren religiösen, politischen oder weltanschaulichen Schatten sprängen und mehr über ihr Handeln und ihre Einstellungen (auch gegenüber anderen Tieren) reflektierten. Natürlich bin ich mir im Klaren, dass das wohl leider nie vorkommen wird.     

    Mit freundlichen Grüßen 🙂       

  30. Da muss das Bundesverfassungsgericht ran, ein Grundgesetz gegen das andere aufwiegen und dann entscheiden.
    Mir persönlich ist es egal, wer da wie beschnitten wird. Weiß nur nicht, wer die Beschneidung bezahlt, die Krankenkasse oder, ob man das Privat bezahlen muss.
    Wenn für Beschneidungen aus religiösen Gründen gelten würde, wie es für Schönheitsoperationen gilt, dann ist das für mich in Ordnung. Denn dann kommt die Privatperson auch für evt. Folgenkosten auf wie es bei dem Fall mit dem muslimischen Jungen war, welcher die Entscheidung des Kölner Landgerichts provozierte.
    Es sei den die Thesen, wonach das Beschneiden gut für die Gesundheit wäre, würde dass mit wer das bezahlen muss, auch anders aussehen.

  31. Chapeaux! Dieser „Wutausbruch“ ähnelt dem meinigen sehr! Einzig unbeantwortet bliebt die
    Frage was denn die neuerliche deutsche Sorge um des Nachbarn Vorhaut ausgelöst hat? Es
    mag durchaus irgendeine Form beseelten Missionarismus oder auch Anti-wasauchimmer-Haltung sein, was jedoch vielmehr verwundert ist die mediale Aufnahme, die mich z.B. entsetzt. Grotesk, wie inmitten einer  – sich nicht eben in Sorglosigkeit sonnenden – Welt, das breite Interesse der Öffentlichkeit sich ausgerechnet hieran festbeißt! Das hat ja beinahe
    satirische Züge! Bevor der Euro dahin ist, und bevor Deutschland die Welt (nicht) durch irgendwelche Maßnahmen rettet, löst es mal eben noch dieses andere große Problem…
    Auf das die Welt mit Vorhaut besser werde, als ohne… Ich für meinen Teil, werde nicht
    mehr dazu beitragen können, aber all die „verschonten“ vielleicht. Was ein Hohn!
    Das Resultat wird sein – neben der blödsinnigen Anmutung des Urteils: was hier „normal“
    sei und was nicht hierher gehöre – , daß wieder verstärkt ein Mohel anstatt irgendwelcher christl. Chirurgen ran müssen. Vielleicht gibt es bald den „Berufsstand“ der Mohelim wieder? 

    Es grüßt Sie

    Ch. Demian 

  32. Liebe Frau Ambs,
    Sie schreiben: „Oder man will eben, dass auch ja alle Schwänze in Deutschland gleich ausschauen. Penis-Einheits-Look sozusagen.“
    Ich nehme an, dass ihnen einiges an sexueller Erfahrung fehlt. Auch bei unbeschnittenen Penisen kann nie und nimmer von einem „Penis-Einheits-Look“ gesprochen werden.
    So wenig es Einheits-Brüste gibt, gibt es Einheits-Penise. Wobei ich zugebe, bei Brüsten sind die Unterschiede offensichtlicher.
    Grüße
    Klauswerner

  33. @Yael:
    Leider kann ich die Kommentare auf dieser Seite nicht mehr sehen, so habe ich nur die Hinweis-Mails, aus denen ich deinen Text entnehmen kann.
    Ich nehme an, hier war wohl wieder viel judenfeindlicher Scheiß zu finden.
    Aber zurück zum Thema:
    Du schreibst: „Außerdem beschneiden liberale Juden ihre Söhne auch (noch).“
    und „Das Judentum ist eben nicht nur Glaube.“
    Das weißt eigentlich auf eine eher kulturell als religiös bedingte Beschneidungspraxis hin. Hierzu hat die UNO-Kinderrechtskonvention aber schon eindeutig Stellung genommen:
    “Danach haben die Vertragstaaten „alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen (zu treffen), um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen“. [Quelle]
    Sollten es doch eher religiöse Gründe für die Beschneidung sein (Vorab: ich kenne mich mit dem AT aus, ich hoffe in den genannten Bereichen ist der Unterschied zur Thora nicht allzugroß):
    Es gibt massenhaft Gebote in der Genesis, beispielsweise das Verbot den Bart zu schneiden oder das Gebot Schwule zu töten. Diese und andere Gebote werden längst nicht mehr befolgt, sie sind wohl als „Traditionen“ schlichtweg im Rahmen der Zivilisation der Religionen der Aufklärung zum Opfer gefallen.
    Warum man sich dann aber immer wieder auf ein bestimmtes Gebot versteift (Juden: Beschneidung, Christen: Homofeindlichkeit) und genau dieses als Unveränderbar und ewig gültig hinstellt, viele andere Gebote aber flux beiseite schiebt, ist mir bei allen Religionen immer ein Rätsel geblieben.
    Desweiterem: Keinem Ungläubigen ist es erlaubt „aus irgendwelchen Gründen“ ohne medizinische Indikationen einen solchen Eingriff durchzuführen. Woraus leitet sich dieses (und andere) Sonderrecht der Religionen ab?
    Grüßle

  34. Den Mumpitz, den diese Artikelschreiberin oben erwähnt, der wird von den „Ab-Schneidern“ immer wieder neu verbreitet (und kann durch keinerlei ernst zu nehmende Studie erhärtet werden).
    Sie meint: Vorhaut weg = Guter Sex. Vorhaut da = Schlechter Sex.
    Offenbar ignoriert die total, dass die Ab-schneide-Apologeten 100% religiös-rituelle Gründe angeben !
    Und ausserdem, werte Dame, ob guter oder schlechter Sex, das könnte doch schließlich nur so eine(r) beurteilen, wenn der sexuell aktive Partner solcherlei Erfahrung aus einem Leben vor, und einem Leben nach dem „Schnitt“ schöpfen kann.
     
    Nehme nicht an, dass die Autorin die zum Orthodoxen Judentum übergetretenen Männer systematisch untersucht und interviewt hatte… oder etwa doch??
     

  35. Hallo,

    „Wie man in Deutschland jüdische und muslimische Traditionen lebt, entscheidet immer noch der deutsche Richter. “

    das haben Sie gut erkannt. Alles andere wäre ja auch Schwachsinn. Hier in Deutschland wird der Mensch vor anderen Menschen geschützt.

  36. Dieser Putzke geht in seiner Sprachweise noch weiter: Im Radios sprach er von „religiös motivierter Gewalt“. 


    Juden und Muslime werden sich fortan in Deutschland noch weniger heimisch fühlen.
     
    Jüdisches Leben ist hier kaum noch zu leben. Einerseits labern fast alle, man wolle jüdisches Leben in Dtl. haben, andererseits lässt man es nicht zu. Diese Verlogenheit schlägt immer neuere Blüten.

    • Nachtrag: Das ist mehr als bescheuert. Nicht nur dass Putzke hier Öl ins Feuer gießt, nein, er ist leider clever genug behaupten zu können, dass seine Aussage richtig ist: „Gericht sagt es ist Gewalt“ + „Wird auf Grund von Religion durchgeführt“ = „religiös motivierte Gewalt“. Ein demagogisches Minenfeld? Bezeichnen wir ihn als eine Art Extremisten. Solche merkwürdigen logischen Konstrukte finden sich bei ähnlichen Gruppierungen, angefangen bei den Nazis, bis hin zu Veganern.

      Aber eine Frage, „Jüdisches Leben ist hier kaum noch zu leben.“ Was heißt das? Sagst du, dass ohne Beschneidung hier keine jüdische Kultur möglich ist?

  37. @Yael
    27. Juni 2012 – ז׳ בתמוז תשע״ב at 12:45
    L
    ieber Yael, aus einer Kirche kann man austreten, egal ob christlich oder andersgläubig, jedenfalls in den meisten Ländern. Und man bleibt völlig unversehrt. Enttaufen geht ganz einfach mit dem Fön. Da bleibt nix zurück.

    Sieht aber mit der Beschneidung anders aus, oder? Aus religösen oder kulturellen Gründen halsstreckende Ringe zu Tragen oder so, das wäre wohl eher vergleichbar. Da gibts ja weltweit ne Menge merkwürdiger Rituale, die in Deutschland wohl aus guten Grund nahezu alle verboten sind.

    Jetzt kommt halt noch eins dazu.

    Und trösten Sie sich: Die Glaubensmitglieder, die sich dann als Erwachsene ganz bewusst für den Glauben und die zugehörigen Rituale entscheiden, sind sicher nicht die schlechtesten!

  38. Liebe Frau Ambs,
    Sie schreiben: „So ein neues religiöses Ritual der Ersatzbeschneidung sollte denn doch auf halbwegs fundierten theologischen Beinen stehen, oder?“
    Vielleicht schauen Sie mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Reformjudentum
    „Auf diesen Konferenzen wurden auch radikalere Ansätze geäußert. So sprach sich Abraham Geiger gegen die Beschneidung von jüdischen Jungen aus. In den Gemeinden wurden diese Ansätze jedoch nicht verfolgt, lediglich die Reformgruppen in Berlin und Frankfurt folgten radikaleren Ansätzen.“
     
    Traditionen heissen so, weil man Dinge schon immer so gemacht hat. Aber sie ändern sich auch häufig oder verschwinden manchmal einfach.
    Die Zeiten ändern sich halt, Hund dürfen auch nicht mehr kupiert werden.
    Und wenn man Beschneidung rechtfertigt, weil es Gottes Gebot ist: Wenn man erst einmal generell kulturelle oder religiöse Gründe bzw. sogar Notwendigkeiten für eine Beschneidung akzeptierst, so musst man auch akzeptieren, das sie unter den Bedingungen durchgeführt werden, die in der jeweiligen Region der Welt gegeben sind.
    Gott hat NICHT gesagt: “Du sollst als Zeichen des ewigen Bundes dich und dein Nachkommen beschneiden lassen, sofern ein steriler OP-Raum und Betäubungsmittel vorhanden sind.”
    Und man wird niemals durchsetzen: “Gottes Gebot gilt nur unter obiger Vorraussetzung”.
    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/maennliche-beschneidung/eine-kleine-operation/religioese-beschneidung.html
    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/maennliche-beschneidung/eine-kleine-operation/kulturelle-beschneidung.html
    Blöde Frage: wer wägt eigentlich ab, was aus religiösen Gründen erlaubt ist? Beschneidung, Burka, Steinigung, welche Regel ist ok, welche nicht? Das hat sich doch in vielen Ländern der Welt immer wieder verändert, und so wird es mit der Beschneidung auch gehen.

     
    Grüße
    klauswerner

  39. Na ja,

    ich bin ja auch zwangsgetauft ( katholisch ). In der späteren Entwicklung wird dann Wert darauf gelegt, dass man fade Oblaten als Mannah ansieht ( s. dazu “ Gruppenbild mit Dame “ des Katholiken Heinrich Böll ). Um diesen Irrtum zu erregen, werden umfangreiche Ersatzhandlungen durchgeführt und eine schillernde Verpackung gewählt ).  Zusätzlich eine Massnahme der erweiterten Mitgliedsbindung in sonntäglich stattfindenden magischen Shows und Geisterbeschwörungen. Wegen der Zahlungsbindung ( Kirchensteuer ) kann man ohne grosse Schwierigkeiten auch annehmen, dass die so produzierte Konsumeinstellung zu nachteiligen finaziellen Dispositionen ( durch sog. Meme und Dispositive ) führt. Die Stellungnahme des Kölner Gerichtes zu diesem Sachverhalt unter dem Gesichtspunkt des § 263 StGB ( Betrug ) wäre m.E. ganz interessant.

    Mit freundlichen Grüssen
    ( Hans-Dieter Rüppel )
          

  40. Liebe Frau Ambs,
    um es gleich klarzustellen: ich bin „natürlich“ beschnitten und meine beiden Söhne „selbstverständlich“ auch (von einem christlichen deutschen Arzt übrigens). Und ich habe auch niemals darunter gelitten und meine Söhne – soweit ich weiß – genausowenig. Aber so einfach, wie Sie in Ihrer Glosse es sich machen, ist es natürlich auch nicht!
    Es hat ein deutsches Gericht nach Recht und Gesetz entschieden und es ging um die Frage, ob die Beschneidung als gefährliche Körperverletzung zu werten ist. Ohne Zweifel erfüllt diese Handlung alle Tatbestandsmerkmale, wie jeder den Körper verletzende ärztliche Eingriff zunächst einmal den Tatbestand der Körperverletzung erfüllt.
    Die entscheidende Frage war aber die, ob die Handlung auch rechtswidrig war. Das wäre sie dann nicht, wenn sie aus irgendwelchen Gründen – medizinische, rechtliche oder sonstige – gerechtfertigt werden könnte. Und hier hat das Gericht eben keinen religiösen Rechtfertigungsgrund gesehen. Es hat sich für den Schutz der körperlichen Unversehrtheit des Kindes entschieden und dabei als weltliches Gericht alle religiösen Aspekte ausgeblendet.
    Das verdient Respekt – auch unseren Respekt, obwohl wir anderer Ansicht sind. Und an dem scheint es Ihnen zu fehlen. So polemisch wie Sie sich mit dem Urteil auseinandersetzen, offenbar ohne jeden Selbstzweifel und ohne erkennbare Ironie, das finde ich nicht gut. Und im übrigen haben Sie Ihre Behauptungen – insbesondere die falsche Behauptung, die WHO empfehle die Beschneidung von Jungen „unbedingt“ – nicht belegt. Das hat nichts mit Journalismus zu tun. Leider.
    Beste Grüße
    Michael Stern, München
     

  41. Eben Köln. Wer mag an Zufall glauben. Hermanns Wand, Aachen in der Nähe.
    Es ist horribel, das ist wahr und was es an Gedanken auslöst auch. Aber es ein Gericht, nicht die Rechtsprechung als solche. Dennoch den Aufschrei wert, um dafür zu sensibilisieren, wohin solches Denken führt. Irre genug, dass sich 2012 Leute wie Putzke sich darüber Gedanken machen.
    Verfolge man das Thema.

  42. Also ich finde das Urteil absolut richtig!
    Wenn sich jemand aus freiem Willen beschneiden lassen will, gibt’s nichts dagegen einzuwenden. Aber wenn Eltern aus ihrer eigenen Religiösität heraus über das Beschneiden ihres Sohnes entscheiden ist das einfach nur widerwärtig. Warum lässt man das Kind nicht aufwachsen und es soll dann später selbst entscheiden? Woher wollen die Eltern denn wissen, dass ihr Kind später die gleichen religiösen Ansichten vertreten wird wie sie selbst?

    • „Woher wollen die Eltern denn wissen, dass ihr Kind später die gleichen religiösen Ansichten vertreten wird wie sie selbst?“
       
      Dann muss man konsequenterweise auch die Taufe verbieten, denn das betrifft es genauso. Würde sich das die Christen bieten lassen?

  43. >>Demnächst merken die gleichen Leute, die geade ein Herz für muslimische  und jüdische Vorhäute entdeckt haben, dass sie auch ein großes Herz für Tiere haben. Jede Wette!<<
    Rituelles Schächten gehört auch verboten…das ist reine Tierquälerei.
    Genausowenig kann ein 8 Tage altes Kind seine Zustimmung zu einer vorsätzlichen Körperverletzung geben, schon gar nicht aus religiösen Gründen.
    Steinigungen, Genitalverstümmelungen,Hexenverbrennungen und Kindsheirat sind ja auch alte Sitten und Traditionen, bedeutet ja nicht das diese einen Platz in einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft haben.
     

    • Dann verbieten Sie auch sofort das Massenschlachten, wenn bis zu 12% der Tiere ihren qualvollen Tod bei unzureichender Betäubung erleben müssen. Eure Doppelmoral ist widerwärtig.

    • Na dann, lieber Daniel, hoffe ich Sie verspeisen oder benutzen keine konventionell produzierten Tierprodukte (Fleisch/Wurst aus dem Supermarkt, Lederschuhe usw.). Die Bedingungen der Massentierhaltung sind ja hinreichend bekannt.
      Des Weiteren, verzeihen Sie den Einwand, gilt der schnell und professionell durchgeführte Schnitt durch die Kehle als eine der schnellsten Schlachtungsmethoden (ganz im Gegensatz zum Bolzenschuss). entsprechende Untersuchungen gibt’s schon recht lange und lassen sich leicht über google finden, falls Sie doch Interesse haben sollten.
      Darüber hinaus nehmen Sie zur Kenntnis, dass Beschneidung in vielen Ländern zur hygienischen Praxis gehört, bei Christen, Muslimen und Juden. Hier von Körperverletzung zu sprechen ist absurd. Ihr Vergleich mit Genitalverstümmelung (Ihre Vorhaut ist also Ihr Geschlechtsorgan, soso) oder Mord (!!) ist in der Tat nur eins: Niederträchtig und widerlich.

  44. …und vielleicht hätte man noch erwähnen können, daß in den USA die Beschneidung bei männlichen Kindern – UNABHÄNGIG VON DER RELIGION !!! – etwas völlig normales ist. Es geschieht dort aus medizinischen und hygienischen Gründen!  Werden deutsche Gerichte jetzt die amerikanische Nation zu einem Volk von Kinderschändern erklären???

  45. „Die geht auch ganz schnell und tut nur kurz weh.“

    Aha, und woher willst du das wissen? aus eigener Erfahrung?

    „Und den Rest des Lebens hat Mann (und Frau) dann nur noch Vorteile dadurch. Aber wir wollen nicht immer nur über (guten) Sex reden…“
    So, so. Zum guten Sex brauchst du einen verstümmelten Mann, der nie die Gelegenheit dazu hatte, selbst darüber zu entscheiden?
    Übrigens, den guten Sex führen auch die Befürworter der Frauen-Beschneidungen auch gerne an.
    Der Rest des Artikels ist sehr wirr und auch dein hilfloser Versuch auf Tierschutz auszuweichen, macht diese Buchstabenansammlung leider nicht besser.

  46. Sehr schöner Artikel! Und zum Urteil ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen…  Vor allem die Begründung, eine Beschneidung würde das spätere religiöse Wahlrecht einschränken – was für ein Unsinn. 

    Wie das Beschneidungsverbot von Antiochos geendet hat, wissen wir ja…  

  47. Als ich im Rundfunk während einer Autofahrt von diesem Urteil hörte. bin ich erst zuammengezuckt, dann hab ich schallend gelacht und zum Schluss nur noch resigniert den Kopf geschüttelt.
    Ich finde es unglaublich, wie dumm deutsche Juristen sein können, noch schlimmer finde ich allerdings den Umstand, dass sie die Macht haben, ihre intellektuell defizienten Ansichten In Urteilen zu betonieren.
     
     

  48. Demokratie lebt 😉 Es wird Proabschneider geben und Contraabschneider und irgendwann wird es eine BVerfG-Abwäguung zwischen Art.2 und Art. 4 GG geben. In einem säkularen Staat muss Art.2 höher gewichtet werden.

    Schon jetzt stirbt eins von 20.000 Kindern an Komplikationen dieses unnötigen Eingriffs. Ist das in Ordnung? Darf Religionsfreiheit solche Opfer fordern?
    http://www.cirp.org/library/disease/UTI/thompson/

  49. Das zeigt, dass Deutschland wirklich ein Rechtsstaat ist. Schönes Urteil. Das Recht des Kindes auf Unversehrtheit ist in einer säkularen Demokratie wichtiger als Tradition. Schön!

  50. Der artzt der jungs verstümmelt, verstümmelt auch mädchen. Eine ritualfolter an kinder aus der steinzeit. Diese „ärtzte“ gehören eingesperrt oder in die phychiatrie.
     

  51. Frage, kann man das Urteil nicht auch aus und umlegen auf die EntLEERung in deutschen LEERanstalten durch LEERkörper? diesen EINgriff in GEH! HIRN von Kindern find ich schlimmer!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.