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Abbas beim WEF: „Palästinenser haben bereits große Opfer gebracht“

Israel sollte der Chance auf Frieden nicht den Rücken zukehren. Das sagte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas am Dienstag auf einem Regionalgipfel des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Istanbul…

„Wir sagen zu unseren israelischen Nachbarn, dass wir Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit wollen. Unser Volk hat große Opfer gebracht, als es der Gründung eines Palästinenserstaates auf nur einem Viertel des Gebietes des historischen Palästinas zugestimmt hat. Wendet der Chance, die es heute gibt, nicht den Rücken zu“, so Abbas laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.

D. Nowak, inn

Er betonte, die Option der Zweistaatenlösung sei angesichts der Veränderungen in der Region möglicherweise nicht mehr lange auf dem Tisch.

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) forderte die USA und  andere Mitglieder des UN-Sicherheitsrates dazu auf, Israel zu einem umfassenden Siedlungsbaustopp zu drängen, um den Weg für die Wiederaufnahme des Friedensprozesses zu ebnen. Die Region müsse damit beginnen, Brücken der Kooperation, des Friedens und des Dialoges zu bauen, statt Mauern zu errichten und die Siedlungen auszubauen.

Erdogan: „Gaza ist weltgrößtes Freiluftgefängnis“

Eröffnet wurde der zweitägige Regionalgipfel des Weltwirtschaftsforums zum Nahen Osten, Nordafrika und Eurasien vom türkischen Premierminister Erdogan. Dieser betonte in seiner Eröffnungsansprache, die Angelegenheit der Palästinenser bleibe „das bedeutendste Problem, das den Frieden und die Stabilität in der Region bedroht“. Er kritisierte vor allem die sogenannte Blockade des Gazastreifens durch Israel und nannte das Gebiet das „größte Freiluftgefängnis der Welt“. Erdogan forderte Unternehmen weltweit auf, mehr in bedürftigen Teilen der Welt zu investieren, die palästinensischen Autonomiegebiete eingeschlossen.

Mehr als 1.000 Vertreter aus Wirtschaftskreisen und von verschiedenen Regierungen besuchen das Forum, das am heutigen Mittwoch zu Ende geht. Hauptthema in diesem Jahr sind die Investitionsmöglichkeiten in Ländern des sogenannten „arabischen Frühlings“.

Erdogan besteht auf Israels Entschuldigung

Mit israelischen Journalisten in Istanbul sprach Erdogan am Rande des Gipfels über die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel. Diese befinden sich seit der israelischen Razzia auf dem Schiff Mavi Marmara mit neun Toten im Mai 2010 auf einem Tiefpunkt. Der Premier betonte laut dem Online-Magazin „Globes“ erneut: „Nur wenn sich Israel dafür entschuldigt, dass seine Soldaten an Bord der Marmara gegangen sind und türkische Aktivisten getötet haben, wenn es Entschädigungen an die Familien der Toten zahlt und die schreckliche Gaza-Blockade aufhebt, werde ich bereit sein, den israelischen Premierminister zu treffen und vielleicht die Beziehungen zwischen unseren Ländern normalisieren.“ Er werde hier keinerlei Kompromisse eingehen, selbst wenn der Preis dafür eine langwierige Krise zwischen beiden Ländern sei.

„Türkei braucht keine israelischen Touristen“

Aufgrund der derzeit schlechten diplomatischen Beziehungen ist die Zahl der israelischen Touristen in der Türkei stark zurückgegangen. Erdogan teilte dazu mit, sein Land brauche keine Touristen aus Israel und deren Abwesenheit mache sich nicht bemerkbar. „Wir haben israelische Touristen durch andere Touristen ersetzt und letztes Jahr hatten wir 31 Millionen Touristen.“