Beschämendes Schweigen

Die Todesdrohungen aus Teheran gegen den Dichter und Sänger Shahin Najafi werden in Deutschland ignoriert…

Von Matthias Küntzel

Gab es das schon, dass eine Hinrichtung in Deutschland öffentlich angekündigt und dem Mörder ein Kopfgeld von 100.000 Dollar versprochen wird?

Seit knapp vier Wochen steht Shahin Nadschafi, ein 31-jähriger Dichter und Sänger, auf der Todesliste des iranischen Regimes. Hunderttausende in Iran lieben seine Musik und die Texte seiner Lieder, die von Frauenrechten, Religion und Freiheit handeln. Für eines dieser Lieder wurde Shahin in Iran zu Hundert Peitschenhieben und drei Jahren Haft verurteilt. Er konnte rechtzeitig nach Deutschland fliehen, wo er seit 2005 lebt und seine künstlerische Karriere entfaltet.

Seine neueste Single stellte er am 7. Mai dieses Jahres ins Netz. Darin bittet er einen schiitischen Heiligen, den 10. Imam, er möge zur Erde zurückkehren und die Missstände im heutigen Iran beseitigen.

Wenige Stunden später begannen die staatlich kontrollierten Medien Irans einen Tötungsbefehl gegen Shahin zu verbreiten. Sie nutzten hierbei eine Fatwa, also das Rechtsgutachten eines Großayatollah, die jede “Schmähung” des 10. Imam als Religionsbeleidigung und als Abfall vom Glauben definiert – ein Delikt, auf das in Iran die Todesstrafe steht.

Seither stellen die Regime-Medien Fotos des Sängers ins Netz, auf denen sein Kopf in einem Fadenkreuz liegt oder Einschusslöcher aufweist. Gleichzeitig werden Demonstrationen für die Ermordung Shahins organisiert. In Deutschland sollen iranische Stellen das Todesdekret gezielt an hier lebende Iraner weitergeleitet haben. Kölner Islamisten prahlen auf Facebook damit, Shahin in Kürze aufzuspüren und abzustechen.

Mit dieser Menschenjagd, die an die schlimmsten Exzesse der mittelalterlichen Inquisition erinnert, zeigt der iranische Gottesstaat sein Gesicht. Man gibt vor, die Religion zu schützen und greift doch in Wirklichkeit zum Terror, um den Freiheitsimpuls der Iranerinnen und Iraner zu zerschlagen.

Neu ist, dass Teheran nunmehr in aller Öffentlichkeit zu einem politischen Mord auf deutschem Hoheitsgebiet aufruft. Schon deshalb ist eine energische Reaktion der Bundesregierung längst überfällig.

Zugleich enthüllt diese Menschenjagd den Wesenskern des Regimes: Seinen Hass auf die Freiheit. Dieser Hass ist der primäre Grund, warum das Regime erst Israel – die einzige freiheitliche Demokratie der Region -, später aber auch das liberale System des Westens auslöschen und durch eine Scharia-Diktatur ersetzen will.

Im Aufruf, Shahin Nadschafi zu töten, steckt das Ansinnen, die Freiheit allgemein zu töten. Demgegenüber heißt Shahin zu verteidigen, die Freiheit überall zu verteidigen.

http://www.youtube.com/watch?v=1q2k1p3hEo4

Oder auch nicht! Ich jedenfalls empfinde es als Schande, dass die Bundesregierung diesen Übergriff der Mullahs bislang stillschweigend schluckt – ohne den iranischen Botschafter einzubestellen, ohne den bedrohten Sänger demonstrativ ins Bundeskanzleramt einzuladen.

Ich finde es beschämend, dass ein Bundestagsausschuss letzte Woche die Einladung an eine Delegation oppositioneller Iraner zur Diskussion der Lage der Menschenrechte in letzter Minute und ohne Angabe von Gründen zurückgezogen hat.

Und die Dichter und Denker dieses Landes? Abgesehen von Günter Wallraff blieb die deutsche Kunstszene auffällig still. In Schweden wird ein Solidaritätskonzert für Shahin Nadschafi organisiert. Warum nicht hier? Hält man den Mordaufruf aus Teheran für einen “Übersetzungsfehler” oder hat man sich mit dem Verbrechen bereits arrangiert?

Erstmals kündigt der Iran eine Hinrichtung in Deutschland öffentlich an. Vor 20 Jahren gelang es iranischen Schergen, den populären Entertainer Fereydoun Farokhzad in seiner Bonner Wohnung mit 40 Messerstichen zu töten. Letztes Jahr tötete in Baku ein Unbekannter den Journalisten Rafik Taghi, gegen den das Regime sechs Jahre zuvor eine Fatwa erließ. Ist nun Shahin Nadschafi an der Reihe?

Es ist an der Bundesregierung, endlich zu handeln, und dafür zu sorgen, dass der Tötungsbefehl annulliert wird.

Deutschlandradio Kultur, „Politisches Feuilleton“, 31. Mai 2012

MERKWÜRDIGKEITEN – Eine Nachbemerkung

Zur Vorbereitung des oben dokumentierten Radiokommentars wandte ich mich mit folgenden zwei Fragen an das Pressereferat des Auswärtigen Amts:

„1) Wie bewertet das Auswärtige Amt den Mordaufruf gegen Najafi? 2) Welche Schritte unternahm das Auswärtige Amt, um Iran zu einer Einstellung jener Mordkampagne zu veranlassen?“

Außerdem bat ich für den Fall, dass „der Außenminister oder eine andere Stelle Ihres Hauses eine öffentliche Erklärung zu Najafi abgegeben haben sollte“, um deren Zusendung.

Das Pressereferat beantwortete meinen Brief am 24. Mai 2012 wie folgt (ich zitiere den gesamten Wortlaut): „Aus dem AA hieß es, man nehme die gegen Shahin Najafi gerichteten Drohungen sehr ernst. Die zuständigen Sicherheitsbehörden seien eingeschaltet. Man sei zu dem Fall auch in Kontakt mit der iranischen Botschaft in Berlin.“

Was heißt das? Auf der einen Seite nimmt die Bundesregierung die Morddrohungen „sehr ernst“. Es geht, dies ist hier offiziell bestätigt, um Leben oder Tod.

Auf der anderen Seite hat sich die Bundesregierung in den ersten zwei (mittlerweile drei!) Wochen seit Beginn der Mordkampagne öffentlich nicht hierzu geäußert. Man sei aber, so versichert uns das Pressereferat, mit dem iranischen Botschafter „in Kontakt“.

Wiegt sich diese riesige Behörde mit ihren unzähligen Abteilungen und Spezialisten tatsächlich in dem kindlichen Glauben, man könne durch stille Kontakte mit den Repräsentanten des Regime die – mit der Billigung jenes Regimes verbreitete! – Fatwa wieder rückgängig machen? Hat diese Regierung immer noch nicht verstanden, dass Teheran die Leisetreterei als Zeichen von Schwäche interpretiert und somit als Ermutigung, bei den Provokationen zuzulegen? Deutschland ist kein Zwergstaat und kann dem Iran gegenüber Einfluss geltend machen. Warum wird dies in einer Frage von Leben oder Tod unterlassen?

Natürlich geht es nicht um Schahin allein: Unter Iranerinnen und Iranern ist dieser Musiker ungemein populär. Er verkörpert den Aufbruch und Veränderungswillen der iranischen Jugend, die sich von den Mullahs emanzipiert haben. Wie kann die deutsche Regierung vom arabischen Frühling schwärmen und andrerseits, wenn es konkret wird, den iranischen Freiheitswillen derart schmählich verraten?

Und der Bundestag, dessen Aufgabe darin besteht, die Regierung kontrollieren und ihr, falls nötig, Feuer unterm Hintern zu machen? Dessen Shahin-Engagement illustriert eine Episode, über die einzig und allein die Berliner Zeitung schrieb.

Letzte Woche, am 24. Mai 2012, war für den frühen Morgen eine Sitzung des Menschenrechtsausschusses des Bundestages angesetzt. Wichtigstes Thema der Tagesordnung war die Lage der Menschenrechte in Iran – ein Thema, dessen dramatische Aktualität am 14. Tag der Fatwa gegen Shahin jedem der 18 Bundestagsabgeordneten dieses Ausschusses offenkundig sein musste.

Für diese Diskussion wurden nach iranischen Quellen zehn Vertreter der iranischen Opposition ins Bundeshaus eingeladen, darunter Prinz Reza Pahlavi, der 51-jährige Sohn des letzten Schah, der dafür eintritt, die Theokratie durch eine säkulare Demokratie zu ersetzen.

Wenige Stunden vor Sitzungsbeginn, am Mittag des 23. Mai 2012, zog jedoch der von dem Grünen Tom Koenigs angeführte Menschenrechtsausschuss seine Einladung an die iranischen Oppositionellen zurück.

„Das war für mich verwunderlich, der Ausschuss gab mir auch keinerlei Erklärung“ – beschwerte sich Reza Pahlavi in einem Gespräch mit der BZ. Auf Nachfrage der BZ erklärte eine Sprecherin des Parlaments: „Das Gespräch wurde aus terminlichen Gründen abgesagt. Derzeit ist offen, ob es nachgeholt wird.“ („Irans Opposition braucht die Hilfe des Westens“, in: Berliner Zeitung, 25. Mai 2012)

Diesen Vorfall als „Brüskierung“ zu bezeichnen, wäre wohl eine Verniedlichung. Eher war dies ein (abschließendes?) Statement über den Stellenwert, den der Deutsche Bundestag der Demokratiebewegung innerhalb und außerhalb des Iran beimisst.

Hatte zuvor die Exekutive in Gestalt des Bundesaußenministers bei den Parlamentariern interveniert und eingedenk der am selben Tage stattfindenden Atomgespräche von Bagdad um jene Ausladung ersucht? Oder waren es die unmittelbaren „Kontakte mit der iranischen Botschaft in Berlin“, die für diesen Affront in letzter Minute sorgten?

Vielleicht sollten sich die Abgeordneten mal die Bundestagsdrucksache 11/4057 vom 22. Februar 1989 besorgen. Damals war die Fatwa gegen Salman Rushdie aktuell. Die Drucksache dokumentiert eine gemeinsame Erklärung der Bundestagsfraktionen der CDU/CSU, der SPD und der FDP.

Darin wird die Todesfatwa gegen Rushdie als „eine Kriegserklärung gegen unser Rechts- und Wertesystem, gegen das Völkerrecht und gegen die universellen Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen“ bezeichnet. Khomeini müsse seine Fatwa „für null und nichtig“ erklären: „Der freiheitliche Geist unserer Verfassung erlaubt kein Zurückweichen vor solchen Drohungen.“

Zutreffende Worte, die, wenn wir sie heute ernstnehmen, nur zwei Möglichkeiten lassen: Entweder es gibt heute jenen „freiheitlichen Geist“ der Verfassung nicht mehr oder der Bundestag weicht „unerlaubterweise“ vor den Mullahs zurück.

Ich kenne derzeit nur drei Abgeordnete, die sich individuell zur Fatwa gegen Najafi geäußert haben: Volker Beck, Omid Nouripour und Ruprecht Polenz. Demgegenüber schwiegen die Gremien des Bundestages ebenso wie die im Bundestag vertretenen Parteien: Auf ihren Homepages findet sich zu Shahin Najafi kein Wort.

Und die zahllosen Musiker, Dichter, Intellektuellen und Friedensbewegte, die Shahin seinem Schicksal überlassen? Über sie schweigt des Sängers Höflichkeit.

19 Kommentare zu “Beschämendes Schweigen

  1. Hinweisen möchte ich noch auf ein neues taz-Interview mit Günter Wallraff über diesen mutigen iranischen, nun in Köln lebenden Musiker:
    http://www.taz.de/Guenter-Wallraff-ueber-iranische-Repression/!94949/

    Hierin bemerkt Wallraff auf die Frage:
    „Was könnten Künstlerkollegen denn zum Beispiel tun?
    Ein Solidaritätskonzert mit namhaften Künstlern wäre eine große Hilfe und Schutz für ihn. Er selbst ist sehr zurückhaltend, erwartet nichts und drängt sich keinem auf. Aber ich erwarte so etwas. Leider habe ich den Eindruck, dass sich gerade die deutschen Stars damit schwertun.“

    Ja, konkrete, öffentliche Solidarität ist angesagt!

  2.  
    Ein anderer Fall:
     
    Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein“ (Le Figaro).
     
    Fazil Say „Appassionata“
     
    …, ihm drohen,  wegen beleidigender Äußerungen, bis zu 18 Monate Haft in der Türkei!
     
    PS: „The 2012 Carmen Opera Festival is an event not to be missed.  From Thursday June 7ththrough Monday the 11th, Masada will be taken over by unforgettable musical performances.  Carmen will be led by Conductor Daniel Oren on the evenings of Thursday June 7th, Saturday the 9th and Sunday the 10th.  On Friday, June 8th, world-renowned Turkish pianist, Fazil Say, will give a special one-time performance with London’s Royal Philharmonic Orchestra at Masada.“
     
     

  3. @Eldah
    sehr richtig bemerkt: wo einst der Salon-Sozialist G. Schröder und inzwischen auch der Fussball-Matador Beckenbauer, Schalcke 04 & Co. gestrandet sind (Putin + Gazprom + Konsorten), da wird wohl ‚Mutti‘ einst als gelernte stramme FDJ-Sekretärin A.M. ebenfalls anlanden.
    Vorher werden aber noch viele Deutsche sich an der eigenen muffigen Dumpfblödigkeit dieses Systems berauschen, diese Erfinder der spiessigen Biedermeier-Innerlichkeit !
     

  4. Nein, der Christian Wulff und Gauck haben es ja gesagt. Der Islam bzw. die Muslime gehören zu Deutschland, damit gehören Fatwa, Lynchjustitz, Scharia usw auch zu Deutschland. Nach dem alten Motto:“ Wer a sagt, muss auch b sagen.“
    Da greift der Iran das b, c und d auf, und haben damit absolut recht. Dafür können eher Politiker etwas dafür, die die strenggläubigen Muslime auch noch darin unterstützen unter Deckmantel der Religionsfreiheit, die anderen wichtigeren Grundrechte abzuschaffen, wie das Recht auf Unversehrtheit oder Freiheit.
    Zu guter letzt was, will Deutschland gegen den Scharia Staat Iran tun wollen, wenn es nix dagegen tut, das im eigenen Land mehr oder weniger still und heimlich die Scharia eingeführt wird.
    Eher müssten die Politiker die entweder durch ihr nichts tun, oder durch ihr begatellisieren, der schleichenden Islamisierung Deutschlands nichts tun. Den Iran massiv unterstützen, was sie nach Meinung http://www.matthiaskuentzel.de/contents/kategorie/19/ auch tun.
    Bloß unterstützten unsere hebräischen Freunde auch diese Entwicklung, da jede Bedacht formulierte Äußerung gegen Muslime die die Scharia einführen wollen, als islamophob  und damit gleich schlimm einer antisemtischen Äußerung wurde. Und so schließt sich der Kreis.

  5. Auch wenn Irans Wirtschaft unter hoher Arbeitslosigkeit und Inflation leidet und die Gewinne aus dem Ölgeschäft keiner nachhaltigen Wirtschaftspolitik-a, sondern einer populistischen Verteilungspolitik dienen, das Land nach Saudi-Arabien die größten Erdölreserven weltweit besitzt und damit seit der Restauration des Schah-Regimes 1953 zu den wichtigsten Nettoerdölexporteuren gehört.
     
    „Die Essenz der iranischen Geschichte“, so formulierte der frühere Präsident Mohammed Chatami einmal vor Studenten, „ist der Kampf für die Demokratie.“ Unter dem Eindruck der offensiven Außen- und populistischen Innenpolitik seines Nachfolgers Mahmoud Ahmadinedschad fällt es schwerer denn je, die Geschichte der Islamischen Republik Iran als eine solche zu begreifen, in der sich Freiheit und Rechtsstaatlichkeit verwirklichen könnten.
     
    Dies alles geschieht und geschah immer und zu jeder Zeit unter permanenter Beobachtung aller westlich zivilisierten Länder, die den lauthals proklamierten Kampf für Demokratie; Freiheit und Selbstbestimmung als Ihr oberstes Lebensziel und unser eigentlichen Lebenssinn definierten, im Grunde jedoch nie auch nur eine Wimper zucken ließen ohne die überlebensgesteuerten Bedarfs-Analysen ihrer  rein pragmatisch denkenden, national-patriotisch ausgerichteten und global operierenden Wirtschafts- und REAL-POLITIKER, – die Gleichen übrigens für die Humanismus und Aufklärung „eine herausragende Bedeutung“ in ihrem kreativ gestalterischen Wirken und Denken besitzt – dabei sind rein rationell betrachtet eigene Anstrengungen in der Munitions- und Waffenproduktion und deren Export an Kunden  und Freunde „aller Couleur“ als reine Verteidigungsbemühung zu betrachten   „naturellement“     !
     
    Weiter…
     
    Erdöl wurde in Iran bereits 1908 entdeckt und seit 1913 kommerziell gefördert, doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg das Land zu einem der weltweit führenden Energieproduzenten auf. Aktuellen Zahlen zufolge verfügt Iran über 11 Prozent der nachgewiesenen Erdölreserven und nimmt damit hinter Saudi-Arabien den zweiten Platz der erdölreichsten Länder weltweit ein. Anfang 2008 gab das iranische Ölministerium bekannt, dass mit 4,184 Millionen Barrel (englisch für Fass entspricht 159 Litern) pro Tag die höchste Produktion seit Beginn der Revolution erreicht wurde; im Oktober 2007 exportierte Iran 2,93 Millionen Barrel. Auch beim Wert der Exporte, die sich auf über 70 Milliarden US-Dollar beliefen, wurde Iran nur von einem Nettoerdölexporteur übertroffen: Saudi-Arabien. Ungeachtet seines wachsenden inländischen Bedarfs hat Iran gute Chancen, seine Rolle als zentraler Welterdölproduzent zu festigen: Das Land könnte rein rechnerisch auf dem heutigen Niveau (2012) noch 84 Jahre produzieren – die USA hingegen nur 9, Russland nur 19 und selbst Saudi-Arabien „nur“ 64 Jahre.
     
    Ideologisch betonten die Revolutionäre nach 1979 egalitäre Entwicklungskonzepte, tatsächlich orientierten sie sich unmittelbar nach Gründung der Islamischen Republik Iran aber an einer Staats- und Planwirtschaft. Darüber hinaus übernahm der Klerus die profitabelsten monopolartigen Unternehmen der geflüchteten und teilweise getöteten Wirtschaftselite der Schah-Zeit und überführte sie in diverse Stiftungen (bonyadha). Der Klerus stieg damit nicht nur zum größten kollektiven Unternehmer in Iran auf, sondern schuf sich auch eine zentrale Einkommensquelle, die keinerlei staatlicher Kontrolle unterliegt. 
     
    Die autoritären Machthaber der Islamischen Republik machten hier von Anfang an keine Ausnahme, heute erst recht nicht Ahmadinedschad, der durch sein offensive Auftreten, seine Leugnung des Holocaust und des Existenzrechts Israels sowie Unnachgiebigkeit im Atomkonflikt Iran weiter isoliert und Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zur Folge hat, die noch weitreichender, ja – unabsehbare Konsequenzen auch und gerade für Israel haben könnte, da niemand weiß wie provoziert sich dieses Land eines Tages sehen könnte einen Präventivschlag gegen den Staat Israel bzw. seinen größten Verbündeten die USA zu führen, der unmissverständlich in einen GLOBAL-WAR münden- und damit alle anderen Konflikte der letzten 20 Jahre seit dem Balkankrieg 1990 in den Schatten stellen würde und nachhaltig destabilisierenden Folgen für den gesamten Nahen und Mittleren Osten zu befürchten sind – ohne Aussicht auf einen absehbaren friedlichen Ausgang – fern in der Zukunft!
     
    Was das alles Deutschland angeht?
     
    Abwarten und Tee trinken und wie in Lybien – zur rechten Zeit HELFEN (nach einer Zerstörung IRANS !?!) und die HAND AUFHALTEN – wenn’s um’s VERTEILEN von natürlichen Ressourcen geht.
     
    Daran ändert, sehr geschätzter Herr Küntzel, auch ein „echter“ Freundschaft-Besuch von Bundespräsident Gauck NOTHING!
     
    Frau Merkel kümmert eine etwaige Eskalation in Nahen-Osten „SORRY“ ebenfalls einen Dre…, da nur noch störend sein kann wieviel z. Bsp. Journalisten und Regimgegner in Russland auf Niemerwiedersehn verschwinden – schließlich wartet nach Ihrem Abdanken als Null-Nummer-Kanzlerin, große Pseudo-Patriotin und als „leider, leider voll aufgeflogene“ linientreu ausgebildete Marxistin-Leninistin (zuständig für Agitation und Propaganda im DDR-Apparatschick-Konstrukt) ein kapitalistisch lukrativer Job bei GAZ-PUTIN-PROM.

  6. Eine Ergänzung: Das Engagement Günter Wallraffs hätte ausführlicher dargestellt werden sollen. In der Zeit (online) und im Kölner Stadtanzeiger sind ausführlichere Beiträge zur Todesdrohung erschienen.

  7. @Rosa
    Sie hat in einen Post über die jüdischen Flüchtlinge das faschistische Regime im Iran gelobt und ein andere hat dann was ähnliches was ich geschrieben habe + die Hinrichtung der Homosexuellen. Das hat sie meiner Meinung nach als Antisemitin entlarvt.  

  8. Na ja, es ist noch irgendwie anders.

    Der Iran ist für Deutschland vollkommen unwichtig, noch unwichtiger ist was ein 81 jähriger Großahjatollah so verzapft. Es hat einfach keine echte Relevanz, es interessiert auch kaum wem groß in Deutschland.
    Deutschland liegt mitten in Europa, die Wirtschaft brummt wie verrückt.
    Die gefährlichste deutsche Aussengrenze ist die von Polen. Man hat Angst das ein paar Osteuropäer rüberhopsen um sich nen Panamera oder 7er BMW zu stibitzen.
    Aus Sicht eines deutschen Bürgers ist die Iransache so relevant wie der sack Reis in China.
    Der Erzfeind des Irans ist Israel.
    Die Leute in Deutschland interessieren sich nur dafür ob „Mutti“ den Tanker durch die globale Krise manövriert.  Und das keine Eurobonds kommen, weil dann die Inflation um 1-2 % steigen könnte.

    Murksel ist ein Ostweib, Ex FDJ Agitatorin, fast alle Männer aus der CDU hat sie kaltgestellt, Gegner aus dem Weg geräumt. Was sie sie zu sowas sagen?

    Der Iran freut sich doch bloss wenn die Regierung was sagen würde aus Deutschland.
    Dem Geschassten hilft das auch nicht groß.  
      
      
        

  9. Berlino, der Punkt mit dem Podium ist ja sowas von ausgelatscht.
    Ob man Uri Avnery, oder andere Kritiker der Siedlungspolitik verteufeln will, oder iranische Regimekritiker mundtot machen will, immer kommt das beorgte Argument der Richtigwisser, von wegen man dürfe diesen oder jenen bloß kein Podium geben: Man dürfe keine Ansichten hören, die man nicht teilt.

    Merkt noch jemand was? 
    Und was hat die angedrohte Hinrichtung eines Künstlers mit der Redefreiheit von Jane zu tun? 

  10. Natürlich hat Matthias Küntzel mit seinem Kommentar im Politischen Feuilleton des DLR-K vollkommen recht. Das Schweigen des deutschen Aussenministeriums ist ebenfalls sehr bedeutsam und ergänzt die lange Spanne, wann immer die FDP dort federführend war. Egal, ob es sich seinerzeit in Libyen um eine „Insektenvernichtungsmittel-Fabrik“ handeln sollte, oder bis hin zu Kinkels sogenannten iranischen „Kritischen Dialog“. Immer stets nach dem Motto dieser Klientel-Partei: nicht safety, sondern business first !
    Aber das öffentliche Schweigen der deutschen Regierung ist auch nicht gerade schweigsamer als das Schweigen einer breiten, zu breiten israelischen Öffentlichkeit, wenn es sich um die wohlbekannten „Grobheiten“ und Duldungen von Verletzungen gegenüber einer nicht-jüdischen Bevölkerung handelt, die im Ausübungsbereich israelischer Kommandeure und hardcore-Zionisten wohnt.
    Also immer erst mal vor der eigenen Türe kehren, und dann meinetwegen mit dem ‚Hochdruckreiniger‘ auch alle anderen polieren…
     

  11. Vlt. ist das gar nicht mal so verkehrt das die deutsche Regierung eben nicht reagiert.
    Was soll sie auch sagen?
    Fakt ist das Theran und islamistische Gruppen ein Podium bekommen möchten.
    Theran leidet an heilloser Selbstüberschätzung, hält sich für den Nabel der Welt, die Islamisten sind doch auch nicht ganz dicht.
    Es gibt keine Ebene auf der die deutsche Regierung mit Theran eine absurde Monstrosität wie eine Fatwa, es sollen bereits 4 fatwas sein, gegen einen Menschen der sich auf ihren Staatsgebiet befindet diskuttieren könnte.
    Zudem ist Thearn megaweit weg aus deutscher Sicht, ein Irrenhausland ähnlich wie Nordkorea.
    Deutschland ist auch eine mächtige Indutrienation.  die Mullahs lauern doch nur darauf das sich solche Länder auf einen Dialog mit ihnen einlassen, so würde ihre Wertigkeit bloss erhöht.
    Das Problem ist das wir diese Islamisten & co. unterstellen das sie religiös verwirrt und nicht ganz dicht sind, Israels sehen sie als „ihresgleichen“, deshalb glauben viele das alle Kommunikation über Israel laufen muss, es praktisch der einzige seriöse Ansprechpartner ist.
    Bei Jane & co. ist doch auch, sie schreibseln nicht umsonst auch jüdische websites, die wissen genau das es nixs bringt auf islamischen sites zu diskuttieren. 

  12. Keine Sorge, das ist der Vorzeigestaat (und Rechsttaat) den Die Linke und Jane ja ach so vergöttern, in denen alle Religionen mit dem Islam gleichgesetzt sind und die Juden überall reisen können wo die wollen, und wo es genügend Redefreiheit gibt und die Politiker „gemässigt“ sind. 

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