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Solidarische Reise gegen die zionistische Bedrohung

Unverbrüchliche Solidarität mit dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad…

Von Sigrid Deutschmann

Ausgerechnet in Teheran traf  – dies ist kein Scherz! – ein illustrer, rühriger Kreis von Querfront-Strategen zum Fotoshooting und solidarischem Gespräch mit dem notorischen Holocaust-Leugner Ahmadinedschad und weiteren iranischen Ministern zusammen.

Mittendrinnen die aufrechten Betreiber der selbsternannten Kölner„Arbeiterfotografie“, Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann. Beide Autoren veröffentlichen ihre antisemitische Hetze auch regelmäßig in der in Köln produzierten „Neuen Rheinischen Zeitung“ (NrhZ).

Der mit langjährigen Erfahrungen gegen das Böse gesegnete Antizionismus-Kämpfer Andreas Neumann (sein besonderes Vorbild sind Möllemann und Haider, beides bemitleidenswerte Opfer zionistischer Attentate – wer´s nicht glaubt kann dies auf seiner verschwörungstheoretischen Website nachlesen) präsentiert sich im Khaki-Kampfdress beim iranischen Präsidenten – dies kommt gut an bei einem Holocaustleugner und Bombenbastler, der seine „Feinde“ im eigenen Land hinrichten lässt, der fortdauernd Terrorgruppen gegen den zionistischen Todfeind ausrüstet und losschickt, der Frauen jegliche Selbstbestimmung abspricht und sie in schwarze Säcke verhüllt, der Familien von Massenmördern eine lebenslange Rente garantiert und der keinen Zweifel daran lässt, das „zionistische Krebsgeschwür“ baldmöglichst auszulöschen. Ob solcher Heldentaten möchte der mutige Khaki-Kampfdress-Andreas an seinem militärischen Kampfeswillen denn doch keinen Zweifel aufkommen lassen.

Und auch Fikentscher, die immer dabei ist, wenn es gegen „die Zionisten“, für die weltweit geschätzte Kölner „Klagemauer“ des senilen Kölners Walter Herrmann geht, wusste sich für die iranische Regierung adrett in Szene zu setzen – die iranische Nachrichtenagentur IRNA hat zahlreiche Fotos dieser „Staatsgäste“ auf ihrer offiziellen Website veröffentlicht.1

Die „linke“ Verschwörungsfanatikerin Fikentscher trug ein schickes, verhüllendes Kopftuch, die Hände hierbei brav gefaltet. In Köln hatten Fikentscher/Neumann das wegweisende, vom alten Vorstand der Alten Feuerwache protegierte Projekt einer Kulturbotschaft ausgehebelt2 – nun füllen sie ihre antisemitische Mission bei der Teheran Fotoshow mit einer sehr viel wirkungsmächtigeren „Kulturbotschaft“ gegen das „zionistische Tätervolk“…

W. Herrmann war bedauerlicher Weise nicht dabei: Sein vieljähriges Bemühen, die Kölner Domplatte von Juden und Zionisten zu reinigen, hat ihn wohl als Unabkömmlich erscheinen lassen. Vielleicht hat der inzwischen eher verwirrt auftretende Saubermann aber auch einfach nicht den Eingang zum Flugzeug nach Teheran gefunden…

Rechts neben Fikentscher sehen wir die ganz in Burka auftretende Fatimá Özugaz; daneben wiederum, mit imposanter Pose und sauber gestutztem Bart, Yavuz Özoguz, Betreiber des geschätzten antisemitischen und antiwestlichen „Muslim-Marktes“ und Vertreter der in Delmenhorst ansässigen Organisation „Islamischer Weg“. Muslim-Markt wird seit Jahren vom Verfassungsschutz wegen seiner antiisraelischen und antizionistischen Bestrebungen sowie seiner vielfältig dokumentierten Sympathie für das theokratische System des Iran beobachtet. Özoguz betreut auch eine „Enzyklopädie des Islam“.

Zum „Muslimmarkt“ eine nette Anekdote: Die „taz“ hatte auf ihrer Satireseite eine Meldung, der zufolge indische Muslime das Fernsehen für ein Erdbeben verantwortlich machten, so kommentiert: „Allah ist groß, Allah ist mächtig, er hat einen Arsch von drei Meter sechzig.“ Für den sittenstrengen Muslim-Markt war dies eine „unverschämte, perverse und abartige Beleidigung gegen Allah“, die – dies sollte durchaus als Handlungsaufforderung verstanden werden – „selbst die aggressiven Attacken Rushdies gegen den Propheten in den Schatten stellt“.3

Wenig überraschend, dass auf dem „Muslim-Markt“ alles „querfrontige“ publiziert wird, was zur antizionistischen bundesrepublikanischen Avantgarde gehört: Dort schreibt sowohl der Duisburger Links-Partei-Demagoge Hermann Dierkes4 als auch der Ex-NPDler und heutige Pro-Kölner Andreas Molau.5 An der Person des ehemaligen Lehrers Molau lässt sich die heutige Querfront-Kooperation zwischen Antiamerikanismus und Antisemitismus bzw. die Kooperation von Islamisten, deutschen Rechtsextremisten und deutschen Linksextremisten (s.u.) gut verdeutlichen. In einem Interview mit „Muslim-Markt“ begeisterte sich Molau vor drei Jahren geradezu für das schicke Kopftuch: “Etwas mehr Kopftuch, als Frage einer züchtigen Kleiderordnung, stünde manch deutschem Mädel schon gut zu Gesicht”.6

Wer mag noch fehlen, in dieser illustren Gruppe, mag sich der neugierige Leser fragen? Nun, einer darf gewiss nicht fehlen: Der emsige Horst Mahler wäre ganz gewiss mit „dabei“ gewesen. Bedauerlich: widrige Umstände haben seine Beteiligung an dieser Huldigungsreise zum Holocaustleugner Ahmadinedschad verunmöglicht.

An seine Stelle tritt der ehemalige K-Grüppler, Konkret-Redakteur und gewendete Linksextremist und Sarazzin-Fan Jürgen Elsässer, der heute als Betreiber des finistren, verschwörungstheoretischen „Compact“-Magazins Bündnisse zwischen allen links- und rechtsradikalen, antisemitischen Gruppierungen voranzutreiben sucht.7 Aufrecht, mit einem süffisanten Lächeln, steht er mal wieder im Mittelpunkt der radikalen Kämpfer, wenn´s gegen „den mörderischen Zionismus“ geht, direkt rechts hinter Ahmadinedschad. Was für ein Auftritt! Was für ein Kerl! Wir erinnern uns voller Wärme an seinen nur wenige Monate zurück liegenden Auftritt bei Broders Safari-TV-Show.8

Laut einer Analyse des Blogs Reflexion9 sowie einer eitlen Selbstdarstellung von Elsässer selbst – der Herr befindet sich auf Werbetour für sein „Magazin“, finanziell scheint´s etwas knapp zu sein, aber die iranische Regierung wird den überzeugten Antisemiten schon nicht verhungern lassen10 – soll auch der fanatische Verschwörungstheoretiker Gerhard Wisnewski – der WDR feuerte ihn, als er dessen Verschwörungstheorien zum „9.11.“ gewahr wurde – an der Reise teilgenommen haben. Wir sehen ein Foto, auf dem Wisnewski bei der Audienz durch den iranischen Antisemiten „in einer Geste der Ehrerbietung, seinen Kopf vor Ahmadinedschad“ verbeugt (s. FN 9). Voller Groll ob der erlittenen schlechten Behandlung weiß Elsässer sogar von einer Kontrolle Wisnewskis durch Zöllner zu berichten. Und dieser große Held Elsässer fügt voller Stolz in seinem Magazin hinzu – Mahler, ik hör dir trapsen: „Wir lassen uns freilich nicht abschrecken. Wir wussten, dass diese Reise den Kriegstreibern nicht gefällt. Genau deswegen habe ich mich schließlich der Gruppe angeschlossen!“

Ein weiterer Teilnehmer war der – verschiedentlich auch im deutschen Fernsehen auftretende – „Finanzexperte“ Ralf Flierl. Last but not least erblicken wir den in Bonn lebenden “jüdischen Musiker” Elias Davidsson, der wohl der durchgeknallteste Typ aller Teilnehmer ist… Davidsson, der überall auftritt, wo Israel als zionistischer Mörderstaat diffamiert und der iranische Präsident hofiert wird – manch einer, der in der Umgebung Bonns wohnt, wird schon einmal einen Telefonanruf dieses fanatischen Menschen erlebt haben – bezeichnet sich sogar selbst als überzeugten Antisemiten. Er tritt gerne bei Burschenschaften auf und fordert immer wieder eine Zusammenarbeit zwischen Links- und Rechtsradikalen.

Insgesamt also eine feine Reisegesellschaft, die sich da in Teheran eingefunden hat. Wer noch irgendwelche Zweifel an der einen oder anderen Gestalt hatte, sollte jetzt eines besseren belehrt worden sein.

Ein Epilog:

Der ewig gewendete und sich in seinem antisemitischen Furor doch treu bleibende Elsässer ist schon `ne putzige, anrührende Figur. Bei seiner Pilger-Tour nach Mekka – achso, ne: nach Teheran – ist der tiefe Glaube in den ehemaligen K-Grüppler gefahren. Auf seiner Website zeigt er sich noch als ein sinnend drein blickender, von Zigarrettenqualm umwobener veritabler Denker. Nach seiner Rückkehr aus Teheran spricht er nun schon ganz wie Fernseh-Pfarrer Fliege – selbstverständlich gänzlich selbstlos, nur für die „gute“, antizionistische Sache: Während Fliege, nach seinem Rauswurf aus den Fernsehstudios, nun schnödes Wasser in Behältnisse füllt und dieses, mit seinem eigenen Segen veredelt, für mehrere zig Euro vertreibt, so bittet der Ex-Kommunist nun um „Gottes Segen“ (wäre Allahs Segen nicht passender, Herr Elsässer?) – für das arme iranische Regime. O-Ton:
„Anfang Mai wird die neue Compact-Ausgabe erscheinen mit dem Artikel `Mit Gottes Segen im Iran´ – ein berührender Erfahrungsbericht einer evangelischen Pastorentochter, die sechs Jahre in Teheran mit ihrer Familie gelebt und eine Pfarrgemeine mit betreut hat. `Mit Gottes Segen im Iran´ – das soll auch mein Motto sein.
Beten Sie nicht für mich, für mich wird gesorgt. Beten Sie für die Menschen im Iran, egal ob Muslime, Christen oder Juden. Beten Sie für den Frieden.
Wir lesen uns wieder in zwölf Tagen und in der neuen Ausgabe von Compact-Magazin
Ihr (Herr Elsässer!: spricht man so unter Genossen?!) Jürgen Elsässer“

  1. http://www.irna.ir/Display.aspx?NID=080098871 und als Slide-Show: http://www.president.ir/fa/37058 []
  2. www.hagalil.com/2011/06/21/klagemauer-3/ []
  3. http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-56323086.html []
  4. http://www.hagalil.com/2009/02/26/boykottaufruf/ []
  5. www.hagalil.com/2005/10/lehrer.htm []
  6. www.hagalil.com/2009/01/12/dmz/ []
  7. http://www.hagalil.com/2011/01/19/elsaesser-2/ []
  8. http://www.youtube.com/watch?v=bo5p42PO_To []
  9. http://reflexion-blog.com/?p=2353 []
  10. http://www.compact-magazin.com/index.php?option=com_content&view=article&id=270:juergen-elsaesser-im-iran&catid=3:newsflash []