In Israel ist Grass Chefsache

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat zu dem Gedicht von Günter Grass eine offizielle Presseerklärung veröffentlicht…

„Günter Grass hat eine moralisch schamvolle Gleichsetzung von Israel und Iran (geäußert). Das Regime des Iran verleugnet den Holocaust und will Israel auslöschen. Das besagt wenig über Israel aber viel über Herrn Grass.

Iran, und nicht Israel ist eine Gefahr für den Frieden und die Sicherheit der Welt.

Iran und nicht Israel droht anderen Staaten mit Auslöschung.

Iran und nicht Israel unterstützt Terrororganisationen, die Raketen auf unschuldige Zivilisten abschießen.

Iran und nicht Israel unterstützt die Massaker des syrischen Regime an der eigenen Bevölkerung.

Iran und nicht Israel steinigt Frauen, hängt Homosexuelle und unterdrückt brutal dutzende Millionen seiner eigenen Bürger.

Sechs Jahrzehnte lang hat Herr Grass die Tatsache versteckt, dass er Mitglied der Waffen-SS gewesen ist. So ist es vielleicht nicht überraschend, dass er den einen und einzigen Jüdischen Staat zur größten Gefahr für den Weltfrieden macht und Widerspruch dagegen äußert, Israel die Mittel zur Selbstverteidigung zu geben.

Anständige Menschen überall sollten diese ignoranten und abstoßenden Erklärungen scharf verurteilen.“

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

15 Kommentare zu “In Israel ist Grass Chefsache

  1. Grass war SS – Mann und ganz sicher nie ein Freund jüdischer Menschen. Sein Gedicht finde ich schlecht und es ärgert mich, dass er die Politik der iranischen Führung nach innen und außen nie kritisiert hat, sondern immer und zu jeder sich bietenden Gelegenheit Israel. Andererseits er war SS Mann und ein (Ex) Nazi hackt dem Anderen kein Auge aus. Zudem war für Katholiken und Protestanten gerade Ostern, da drehen die öfter antisemitisch durch. Schade, das sich das immer noch nicht geändert hat. Ist jedenfalls spannend welch atavistische Reflexe immer noch durch die Bundesrepublik Deutschland toben.

  2. @ Fairness

    Doch doch, man darfst kritisieren, nur muss man halt die Konsequenzen hinnehmen. Diese möchte gern Juden, die Zionisten, die wahrhaften Antisemiten, die den Antisemitismus brauchen und schüren, den Namen des jüdischen Volkes in den Dreck ziehen, durch ihre Lügen, ihre Gewalt, Heuchelei und Verleumdungen. Das sind die wirklichen Feinde des Friedens. Es sind die Schergen der weltweiten Konzerne und Wirtschafts-Kolonialisten, die den „freien“ Markt predigen, die keinen anderen Glauben kennen als den an die Macht und das Geld. Das sind die gefährlichsten Feinde des Judentums und aller Völker dieser Welt, es sind Feinde der Menschen und Feinde der Freiheit. Sie benutzen die Opfer der Schoah, um die Menschen in Leid und Schuld handlungsunfähig zu machen, um sie von der Liebe und Einigkeit zu entfernen. Lässt man sich davon nicht beeindrucken, dann bekommt man ihre Medienmacht zu spüren, wie jetzt der Günther Grass.

    Sie geben sich als Retter des jüdischen Volkes aus und begehen ihre Verbrechen im Namen der Juden und so schüren sie den Antisemitismus, so wie sie es schon lange tun. Zionisten sind genau so wenig Freunde des jüdischen Volkes wie die Nazis Freunde des deutschen waren. Aber ihre Zeit läuft ab, die Wahrheit findet immer einen Weg. Lügen haben kurze Beine.

    Antifaschistisch ist, denke ich, genau das richtige, um dagegen zu sein. Faschismus ist keine Ideologie, sondern eine Methode. Ihre größte Macht ist unsere Käuflichkeit. Sie sind es nicht einmal wert dafür gehasst zu werden, man würde ihren noch einen gefallen damit tun. Diesen Krieg muss jeder gegen sich selbst kämpfen, denn ganz am Ende steht jeder nackt vor seinem eigenen Gewissen.

    • Die Zionisten wollten am Leben bleiben. Nach israel zu gehen war an sich eine kluge Idee. Kein Volk hat bisher ohne Staat auch nur kulturell überlebt. Vielleicht könnten die lieben Nachbarn ihre ständigen Angriffe unterlassen??

  3. Ich wurde 1951 geboren u. meine Eltern mussten wegen des Nazikrieges ihre Heimat verlassen. In meinem Elternhaus fielen niemals böse Worte über Juden. Ich teilte einige Schuljahre mit dem hübschen Aron eine Bank, in meiner Straße wohnte Luzie mit ihrer jüdischen Familie und wir spielten und meine Eltern stellten nie einen Unterschied zu anderen Nachbarn her. Ich wuchs mit Literatur von Torberg, Kästner, Feuchtwanger, Böll u. Tucholsky auf, ich weine heute noch über den holocaust, ich besuchte wie selbstverständlich die Essener und Rendsburger Synagoge, Ausstellungsort über jüdische Verfolgung, als 16 Jährige wollte ich ins Kibuz, ich höre Sendungen über das jüdische Leben in Deutschland und ihre Gebräuche = ich mache keinen Unterschied zwischen den Menschen. Ich darf jedes Land dieser Erde, egal wo, und jede Regierung kritisieren. Ich darf aber die israelische Regierung nicht kritisieren, ich darf nicht die Ansichten von Prof. Jeshajahu Leibowitz bewundern, ich darf nicht die 6 U-Boot-Lieferungen durch die deutsche Regierung kritisieren und darf auf keinen Fall die offenen Worte von Günter Grass endlich richtig finden, ich darf nicht aufmucken bei Nachrichten, in denen erwähnt wird, dass in Israel die Frauen in Bussen anders wo sitzen sollen als die Männer, ich darf nicht bedauern, dass israelische Soldaten palästinenser Städte in Schutt und Asche legten, dass ausländische Hilfsorganisationen mit Nahrungsmitteln palästinenser Kinder vor dem Hungern retten und dass auch palästinenser Väter Arbeit brauchen und, und und.  = dann bin ich plötzlich gegen meinen Willen eine ANTISEMITIN. Das verletzt mich mehr als ich sagen kann. An Frau Annette Finzer gerichtet möchte ich zum Ausdruck bringen, ihre Worte über die Elaborate von Grass und Erleuchtung der Verblendete und dann folgt der Ruf nach Frieden in die Herzen der Menschen, obwohl sie kurz vorher noch hechlerisches Gift versprühte. Ich bin keine Antisemitin, ich bin aber Antifaschistin von ganz jung an!
    >Ich bin heute angewidert von Hendryk Broder und seinem Artikel in einer großen Zeitung, so was abartiges über Grass und verstecktes oder offenes Antisemitentum habe ich viele viele Jahre nicht mehr lesen müssen. Als Antifaschistin kann ich die Diskussion von Grass nur bewundern und hoffen, dass diese Diskussion über tiefe Gräben von Juden und Deutschen hinweg hilft. Viele Deutsche, die die israelische Expansionspolitik der jeweiligen israelischen Regierung kritisch begleiten, können nicht plötzlich alle zu Antisemiten erklärt werden!! Da macht ihr es euch zu leicht.
    <wenn Schalom Frieden bedeutet, dann wünsche ich ihn mir auch für das palästinenser Volk, dem ein eigenes Land mit ausreichenden guten Böden, mit viel Wasser, wie es auch die Israelis haben. Ich wünsche mir, dass die hamas genauso aus Palästina verschwindet, wir in Deutschland hören auch gutes Radio mit fairen Berichten und erlauben uns richtige Meinungen.

  4.  
    Ich bin selbst Germanistin – und halte diese „Verpackung als  Lyrik“ nicht nur für schlicht verlogen – hätte er einen fortlaufenden , von mir aus literarischen Text , der den Regeln der Literatur folgt, verfasst, hätte auch die  künstlerische Entschuldigung viel weniger Platz bekommen.
    Hier kommt das „sondern auch“: er hätte seinen Mut zeigen können zu seiner eigenen Meinung- und sei sie nur so dummdreist und nachweisbar falsch, wie sie es nun ist.

    Tatsächlich missbraucht er erneut seinen künstlerischen Anspruch – wie er ihn schon lange missbraucht: immerhin ist es ihm gelungen, sehr viele Jahre lang seine SS-Mitgliedschaft zu verbergen, und sich dennoch als das Gewissen der Nation aufzuspielen.

    Wer will  ihm denn jetzt noch glauben, dass er nicht antisemitisch eingestellt ist ?
     Die rhetorische Floskel beherrscht er schon: Eine Anklage voranzutreiben und dabei zu bekräftigen, auf der Seite des Angeklagten zu sein. Uralter Trick.

    Der Oberheuchler prangert die Heuchelei an. 

    Nur ein schwacher Trost , dass uns weitere Elaborate dieser Art erspart bleiben könnten:  Ich zitiere : „Warum sage ich erst jetzt…. und mit letzter Tinte“

    Wenn das mal nicht gelogen ist, bleibt ein gewisser Hoffnungsschimmer.

    Tintenhersteller aufgepasst !

    Mit aufgebrachten Grüßen – aber –

    Shalom ! Friede in die Herzen der Menschen! Beten wir gemeinsam um Erleuchtung der Verblendeten.

    Annette Finzer
     

     

  5. 1. Der Iran hat in seiner jüngeren Geschichte noch nie fremde Länder angegriffen und besetzt.
    2. Siehe hier:
    http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.1147.html
    Und das ist nicht irgend ein Hinz und Kunz, sondern immerhin ein Minister der damaligen Regierung, der hier der iranischen Nation mit der „Auslöschung“ gedroht hat.
    3. Nein, Israel schießt lieber selber. Macht’s aber nicht besser.
    Die folgenden Punkte sind eigentlich irrelevant, weil es Grass wie erwähnt um den Frieden in der Region ging und nicht um die interne Verfaßtheit des Iran. Nichtsdestotrotz…
    4. Ich sehe nicht, wo Israel sich jemals um die Unterdrückten in anderen Ländern bemüht hätte. Ich erinnere auch daran, dass Israel sich jahrzehntelang prächtig mit Mubarak verstanden hat.
    5. Israel kann natürlich nicht dutzende Millionen unterdrücken, weil zum Glück nicht so viele Menschen unter seiner Herrschaft stehen. Es unterdrückt allerdings Millionen von Palästinensern, die vollkommen unter Kontrolle der israelischen Politik stehen und dabei nicht das geringste Mitspracherecht haben.

  6. Haha
     
    ausgerechnet Netanjahu – Der Elephant im Porzelanladen -,
    der mit seiner Politik mehr kaputt gemacht hat, als irgend-
    ein Anderer, spricht von „anständigen Menschen“.
     
    Natürlich ist die Politik Irans unter aller Sau. Natürlich müssen
    wir versuchen, die Macht Irans zu begrenzen. Es wäre wünschens-
    wert, wenn im Iran, welcher von der Bevölkerung her übrigens
    dem Westen mehr zugeneigt ist, als viele arabische Staaten,
    endlich eine freie Demokratie eingeführt würde.
     
    Nur: Hat es die Geschichte immer wieder gezeigt, daß in den
    seltensten Fällen aus Gewalt etwas Positives entsteht.
     
    Eine Kritik an der Atompolitik Israels und den Gedankenspielen,
    den Iran anzugreifen ist somit gerechtfertigt. Es ist klar, daß
    Netanjahu das nicht gutheißen will. 😉
     
    …meine Meinung…

    • Buhuhuuuuu…
       
      ich bin teuflisch …. gut 😛
       
      Aber da es weder einen Gott noch einen Teufel gibt,
      mache ich mir darum keinen Kopf. 😛
       
      Religionen werden eh immer wieder nur für Machtspielereien
      misbraucht. Alleine deshalb für mich keine Option.
       
       

    • Dann können Sie zum größten Teil eh nicht mitreden, weil der Nahe Osten ist hauptsächlich eine religiöse Sache.

      666 ist aber eine eine Religion geknüpft, und das wissen Sie.

      Wenn Sie sich darüber lustig machen können, ist Ihr Pech.

      Mit Religion mach man keine Späße. Das machen nur Dummköpfe. 

    • Sehr geehrte Carmela,
       
      Der Nahe Osten ist eben nicht nur eine religiöse Sache.
      Die Religion wird wieder mal misbraucht. Sie wird für andere Gründe
      vorgeschoben. Die Ursache für die Konflikte liegt nicht in den
      unterschiedlichen Religionen sondern vielmehr in der Geschichte
      der Region.
       
      Verheerend ist die mangelnde Fähigkeit, aufeinander zuzugehen
      und Empathie für das Gegenüber zu empfinden. In den 90ern
      gab es gute Ansätze, das Problem Palästina-Israel zu lösen,
      die dann mit einem Schlag wieder zunichte gemacht worden sind.
       
      Würde dieses Problem nicht mehr bestehen, so würden vielen
      islamischen Aufhetzern die Luft aus den Segeln genommen werden.
      Bestimmte, bornierte Politiker in Israel können anscheinend diesen
      Zusammenhang nicht erkennen…
       
      Und ob Sie es glauben oder nicht: Ich war auch mal gläubig.
       
      Wenn man nun aber weiß, wie die monotheistischen Religionen
      entstanden sind, wenn man weiß, daß das Judentum (und somit
      auch Christentum und Islam) ein Mischmasch aus früheren Reli-
      gionen ist, dann muß man sich schon fragen, was das Ganze
      soll.
       
      Keine Sorge, das 666 neben friedrich hat nichts teuflisches an sich.
      Das hat andere Gründe und auch nichts mit dieser Seite hier zu tun. 😉
       
       

    • Darf ich Ihnen etwas aufzeigen?

      Haben Sie schon einmal die Krone gesehen, mit der der Papst unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach der Wahl zum Papst und bei der Amtseinsetzung aufgesetzt bekommt? Haben Sie sich gefragt, warum jede Amtseinsetzung nicht öffentlich gemacht wird? Weil auf dieser Krone etwas drauf ist, was niemand sehen darf.

      Der Mischmasch in den Religionen ist auch nur entstanden, weil Menschen Fabeln mehr lieben als die Wahrheit.

      Wir sind gerade dabei in ein modernes Mittelalter zu geraten!  Und das ist Verschmelzung von Staat und Kirche. Und ich kann Ihnen versichern dass es eine monotheistische Religion es geben wird, die da nicht mitmachen wird. Und es zeigt sich schon heute, dass es nur eine bleiben wird.

       

    • Sehr geehrte Carmela,
       
      bitte, bitte, bleiben Sie mir mit dem Papst vom Hals. Ich war
      mal Katholik. Es gibt kaum etwas Heuchlerischeres, als die
      Röm. Katholische Kirche…
       
      Sie haben vollkommen Recht mit dem Mittelalter.
      Jedoch haben Sie leider(!) Unrecht, wenn Sie meinen, daß es
      eine monotheistische Religion gäbe, die da nicht mitmachen
      wolle.
      Islam: Darüber brauchen wir uns wohl nicht zu unterhalten… 😉
      Christentum: Schaue ich in Richtung USA, so brauche ich mir nur
      den letzten Präsidenten anzusehen, der ebenso in diese Richtung
      ging.
      Judentum: Auch in Israel gibt es (gerade unter den Orthodoxen Juden)
      immer mehr Tendenzen in diese Richtung.
       
      Alles in Allem sehe ich in Religionen mehr und mehr nur Schlechtes…
      Es führt immer wieder auf einen Punkt hinaus: Die Unterdrückung
      der Bevölkerung oder zumindestens Teile der Bevölkerung.
       
      P.S.: Ich will hier niemandem seinen Glauben madig machen. Eigentlich
      wollte ich mich hier darüber gar nicht unterhalten. Ich bitte dies zu
      berücksichtigen und vorab um Entschuldigung. 😉
       

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