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„J Street“ ist meine Straße

Am Abend des 24. März 2012 begann in Washington, DC, die dritte Jahreskonferenz der amerikanisch-jüdischen Friedensorganisation „J Street“ – eine entschlossene Alternative zum „American Israel Public Affairs Committee (AIPAC)“…

Zu den Gästen gehörten aus Israel der Schriftsteller Amos Oz („Ich habe mein ganzes Erwachsenenleben auf euch gewartet!“), der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert, der Ende September 2008 Präsident Machmud Abbas einen „Konvergenzplan“ zur Überwindung der diplomatischen Stagnation vorgelegt hatte, und aus New York der Autor Peter Beinart, der jüngst mit seinem Buch „The Crisis of Zionism“ (Times Books: New York 2012) Aufsehen erregt hat. Israels Präsident Shimon Peres richtete an die Teilnehmer eine per Video übertragene Grußadresse.

Gershon Baskin, bis vor kurzem gemeinsam mit Hanna Siniora Vorsitzender des „Israel Palestine Center for Research und Information” in Jerusalem, fasste am 26. März in einem Gastbeitrag
für die „Jerusalem Post” seine Eindrücke unter dem Titel „Encountering Peace: J Street is my street” zusammen (Auszüge):

„Ich schreibe von [der] J Street[-Konferenz] aus Washington, DC. Zweitausendfünfhundert amerikanische Juden, darunter mehr als 650 Universitätsstudenten, sind für die Jahreskonferenz von J Street unter dem Titel „Geschichte machen“ zusammengekommen.

Dieser erstaunliche Ausdruck der Unterstützung für ein jüdisches, demokratisches und friedliches Israel ist eine bemerkenswerte Stärkung der Seele eines einsamen Israelis, Juden, Zionisten, Friedensaktivisten. Eingeladen, diesen Teil der amerikanischjüdischen Gemeinschaft zu beflügeln, werde ich stattdessen von ihm beflügelt.

Amos Oz war als Redner das Ereignis der Konferenzeröffnung. Er war brillant, eloquent, energisch und so klar in seiner Vision für ein gerechtes, demokratisches und jüdisches Israel, wo soziale Gerechtigkeit auch Frieden mit unseren Nachbarn und die Entschlossenheit bedeuten, niemandem zu erlauben, das zu versäumen, was vielleicht die letzte Gelegenheit für eine faire Zwei-Staaten-Lösung ist.

Ein in Hochstimmung agierender Oz erhielt eine standing ovation als Antwort auf seine Bemerkung an die Menschen, die um ihn herumsaßen, „Es ist schwer, sich diese Art der Reaktion im Israel von heute vorzustellen“. Er hat ja so recht, und Oz, einer der höchst inspirierenden Israelis, die ich kenne, wurde selbst von dem geflügelt, was er hörte und was er bei J Street sah.

Es gibt einige Mitglieder der Knesset wie Danny Danon vom Likud, Otniel Schneller von Kadima und andere, die die Frechheit haben, J Street vorzuwerfen, es sei antiisraelisch. Schande über sie. J Street ist mehr pro-Israel in seiner realen und ehrlichen Sorge um Israels Zukunft als jene wie Danon, der gegen die Demokratie Israels Krieg führt, für die Selbstmordpolitik mit der einseitigen Annexion der Westbank eintritt und die Regierung auffordert, den Obersten Gerichtshof links liegen zu lassen.

J Street und seine vielen tausend Unterstützer überall in den Vereinigten Staaten sagen stolz: Wir sind als stolze Unterstützer der Zwei-Staaten-Lösung zusammengekommen. Wir glauben tief im Herzen an Israels Recht auf Existenz als jüdische Heimat und eine Demokratie, die allen ihren Bürgern Gleichheit garantiert. Wir kämpfen für ein Israel, dessen Menschen in Sicherheit mit anerkannten Grenzen leben, ein Israel, das in Frieden und Wohlstand an der Seite einer palästinensischen Heimat lebt, wo deren Bürger aufblühen und ihr eigenes Land aufbauen können.“

Übersetzung aus dem Englischen von Reiner Bernstein