Wilders Aufruf gegen Mittel- u. Osteuropäer: Diskriminierend und erniedrigend

Die Botschafter aus Tschechien und neun weiteren mittel- und osteuropaeischen Laendern haben sich am Dienstag in Den Haag gegen einen Aufruf der niederlaendischen rechts-populistischen Partei fuer die Freiheit (PVV) von Geert Wilders gewandt…

Den Haag: Mittel- und osteuropaeische Laender protestieren gegen Wilders-Aufruf

Die PVV hatte die niederlaendischen Buerger dazu aufgerufen, „Unrecht“ zu melden, das von Menschen aus Mittel- und Osteuropa begangen werde. Der Aufruf sei klar diskriminierend und erniedrigend, schreiben die Botschafter in einem offenen Brief.

Die politischen Vertreter der Niederlande sollten sich von der Initiative der Wilders-Partei distanzieren. Neben dem tschechischen Botschafter haben auch die diplomatischen Vertreter aus der Slowakei, Polen, Bulgarien, Rumaenien, Ungarn, Slowenien, Estland, Litauen und Lettland den Brief unterschrieben.
Laut Wilders sollen auf den Aufruf seiner Partei bereits 32.000 Meldungen eingegangen sein.

PVV Wahlspot

Staatspraesident Klaus spricht sich in Ankara fuer EU-Beitritt der Tuerkei aus

Tschechien dürfte sich bei den Anhängern der fremdenfeindlichen PVV zusätzlich unbeliebt gemacht haben, nachdem Staatspraesident Vaclav Klaus sich am ersten Tag seines Staatsbesuchs in Ankara fuer einen Beitritt der Tuerkei zur Europaeischen Union ausgesprochen hat. Selbst die derzeitigen Probleme der EU seien kein Grund, dies weniger zu wuenschen. Im Gegenteil, Europa muesse „geschuettelt werden“, und der Beitritt „eines so grossen und dynamischen Landes wie der Tuerkei“ koennte genau dies bewirken, sagte Klaus nach einem Treffen mit seinem tuerkischen Amtskollegen Abdullah Guel am Dienstag. Laut Klaus unterstuetzt die Tschechische Republik „eindeutig“ den EU-Beitritt der Türkei.

Diskussion zw. Job Cohen (Bürgermeister v. Amsterdam) u. Geert Wilders (PVV-Vorsitzender)

Der tschechische Praesident befindet sich zu einem viertaegigen Besuch in der Tuerkei. In den naechsten Tagen will er noch mit Regierungschef Ali Babacan und mit dem Vorsitzenden des Parlaments, Cemil Cicek, zusammenkommen. Klaus wird von der bisher groessten Wirtschaftsdelegation bei einem Staatsbesuch begleitet. Insgesamt 60 Unternehmer hoffen von der Reise zu profitieren. So soll eine Reihe von bilateralen Vertraegen in den Wirtschaftszweigen Energie, Umweltschutz, Verkehr und Rohstoff-Foerderung unterschrieben werden. Die Tuerkei gehoert traditionell zu den 20 bedeutendsten Handelspartnern der Tschechischen Republik.

Beklagen kann man sich am
„meldpunt“ für „midden- en oosteuropeanen

Radio Praha

Presseschau – Pravda – Slowakei: Wilders kriminalisiert ganze Völker
Die rechtspopulistische Hetze der Wilders-Partei gegen Osteuropäer ist unmöglich, so die linke Tageszeitung Pravda, und das Schweigen des rechtsliberalen Premiers ebenfalls: „Die Einordnung von Menschen nach ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit ist ein bewährtes Rezept von Populisten, die Schuldige brauchen, um Wähler zu fangen. Auch die Niederlande, in denen sich das politische Klima in den vergangenen Jahren sehr verändert hat, sind gegen diesen Virus nicht immun. … Ein polnischer Installateur ist möglicherweise ein bisschen laut, hinterlässt ein bisschen Unordnung, manch einer kommt auch in Konflikt mit dem Gesetz. Es ist aber nichts schlimmer, als Einzelfälle zu generalisieren und einem ganzen Volk einen negativen Stempel aufzudrücken. … Dass der niederländische Premier Rutte nicht auf Wilders reagiert, ist verständlich: Seine Regierung ist auf die Unterstützung durch Wilders angewiesen.“ (15.02.2012)

13 Kommentare zu “Wilders Aufruf gegen Mittel- u. Osteuropäer: Diskriminierend und erniedrigend

  1. Ob die Sache wirklich so hoch gehängt werden sollte – also ich halte es für unklug. Der PVV-Aufruf beschäftigt sich in der Hauptsache mit einem Phänomen, das auch in der BRD diskutiert wurde und wird, nämlich dass die sich jetzt beschwerenden Länder es nur schwer schaffen, trotz erheblicher EU-Hilfen, genau dafür gegeben, vielen ihrer Staatsangehörigen einen angemessenen Lebensunterhalt zu gewährleisten, vor Allem durch Schaffung und Bereitstellung von Arbeitsplätzen, aber auch so Selbstverständlichkeiten (für uns selbstverständlich) wie einigermaßen angemessene Arbeitslosenhilfen, sondern ihre BürgerInnen im Stich lassen und ihr ureigenes Problem verlagern auf andere EU-Staaten, indem sie sozusagen froh sind, wenn ihre Arbeitslosen woanders auf Arbeitssuche gehen und sie sie damit erstmal „los“ sind.
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    Der BRD ging es allerdings nicht viel besser: trotz der Millarden für den „Aufbau Ost“ und den Soli-Zuschlag konnte die Abwanderung aus Neufünfland in die Länder der „alten BRD“ und nach z.B. Irland – solang es boomte – nur schwer verringert und nicht gestoppt werden. Dort „im Osten“ ist man stellenweise froh, wenn osteuropäische Leute die Arbeiten machen, für die Deutsche nicht mehr zu haben sind, weil einfach nicht mehr vorhanden. Und in beispielsweise Polen drängen nun ersatzweise Russen und Ukrainer ins Land, weil da ausgebildete Kräfte mancherorts knapp werden…
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    Eine Zeitlang war es trotz dem EU-Beitritt ihrer Länder schwer, als osteuropäische/r EU-Bürger/in trotz der EU-Freizügigkeitsregelung von 2004 in der BRD Arbeit zu suchen (eine zu erhalten steht auf einem noch anderen Blatt); die BRD als m.W. einziges EU-Land hintertrieb das Jahr für Jahr durch Eingaben in Brüssel und erreichte Sonderregelungen, aber seit dem 01.05.2011 ist damit endgültig Schluss. Die dauernd erneuerten Einschränkungen galten für die gleichen Länder, die jetzt protestieren, (nicht zuletzt unterschwellig gefordert von unseren Gewerkschaften):
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    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Arbeitsmarkt-offen-fuer-Osteuropaeer-article3222266.html
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    und Spanien erwirkte vor einigen Monaten eine strikte Zuzugsbeschränkung für rumänische Arbeitssuchende:
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    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Arbeitsmarkt-offen-fuer-Osteuropaeer-article3222266.html
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    Warum die Botschafter sich nicht früher zusammenschlossen und vehement gegen den deutschen Sonderweg protestierten, als jetzt bei Wilders plötzlich aufzuwachen – wer weiß es? Ich nicht.
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    Wilders geht lediglich hin und bringt die mit Vorverhandlungen gut ein Jahrzehnt alte Angelegenheit in seiner (rechts-)populistischen Art in die Schlagzeilen: dass es allgemein schwierig ist, damit umzugehen, ist nichts Meues, Herr Wilders, Guten Morgen!
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    Man sollte ihn nicht unnötig aufwerten, aber genau das haben die Botschafter getan. Was Besseres konnte ihm garnicht passieren.
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    Kein Fehler wäre es, ihm mal die Essenz dieses Artikels unter die Nase zu reiben:
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    http://www.welt.de/wirtschaft/article13241989/Bundesagentur-schwaermt-vom-Zuzug-aus-Osteuropa.html
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    Zitat:
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    „Wie unbegründet die Sorge sei, dass billige osteuropäische Arbeitskräfte einheimischen Kräften die Arbeitsplätze wegnähmen, habe sich in Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Irland und Schweden gezeigt: Dort können sich Osteuropäer schon seit Jahren ohne Arbeitserlaubnis einen Job suchen. ‚Das blieb dort alles in einem verkraftbaren und undramatischen Rahmen. Und ich glaube, dass beispielsweise der Großraum London vom Zugang polnischer Arbeitnehmer profitiert hat‘, sagte Alt. Schon jetzt gebe es einen Wettbewerb westeuropäischer Länder um Fachkräfte aus Osteuropa.“
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    Vermutlich wäre Wilders froh, wenn ein lettischer Facharbeiter ihm den Wasserhahn repariert, weil es an einheimischen mangelt und er sonst bis in den Sommer damit warten müsste.
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    Und dass nun ein Betrieb einen gut ausgebildeten Osteuropäer einem u.U. nicht so leistungsfähigen Niederländer vorzieht – nun, das ist halt so. Europa wächst zusammen, grenzüberschreitend in jeder Form. Da müsste Wilders schon das knallharte kapitalistische Wirtschaftssystem angreifen (wovor er sich hüten wird), aber nicht herumtönen, dass ein paar Zehntausend vermutlich sehr bedauernswerte Looser auf seinen „Oproep“ reagiert haben.

    • Udo, der Fragebogen des „Aufrufs“ von wegen „MOE-Staaten“ (Mittel-und Ost Europa) spricht das nicht an. Fünf Fragen sind mit Ja oder Nein zu beantworten, es geht eigentlich höchst simpel bis auf eine um das, was unseren lieben nordwestlichen Nachbarn auch an manchen Deutschen in besonders ihren touristisch von Deutschen „überschwemmten“ Ferienorten und genauso den Deutschen hier in von Niederländern stark frequentierten Gegenden bei einigen von denen mehr oder weniger zu Recht missfällt: Lärm, Besoffensein, Parkplatzbelegung und Hinterlassung von Müll.
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      Und dann aber: Arbeitsplatzverlust, aber da hatte ich ja schon was zu geschrieben. Wilders weiß ganz genau, dass die Polen, Letten, Tschechen usw. nicht hinkommen, um sich in die soziale Hängematte in NL zu legen – denn sie lassen ja, mit Ausnahme vielleicht von manchen „Zigeunern“, ihre Familie zu Hause -, sondern sie suchen händeringend einen einigermaßen gut bezahlten Job, um damit ihre Familien durchzubringen. DAS passt ihm nicht.  Die sollen woanders hingehen, nach Deutschland oder Frankreich oder auch auf den Mond. 
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      Seine Hetze gegen das, wie er vielleicht nicht ganz zu Unrecht meint, verstärkte Kommen von ImmigrantInnen, die es schwer haben, sich anzupassen, die real gesehen z.T. durchaus das soziale Netz belasten und sich logischerweise zu ihresgleichen hingezogen fühlen, ist ihm eine andere Schiene, s. auch das Streitgespräch oben. Da zieht er gegen den Islam vom Leder, das spielt aber keine Rolle bei dem Aufruf, der allein gegen Arbeitssuchende aus den MOE-Staaten geht.

  2. euinside – Bulgarien
    Hetze gegen Osteuropäer schadet der EU 

    Die Hetzseite des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders sollte schleunigst verboten werden, bevor sie größeren Schaden in Europa anrichtet, fordert das Onlineportal euinside: „Als Mittel- und Osteuropäer ertragen wir bereits die Erniedrigung, von unseren westeuropäischen Partnern von oben herab betrachtet zu werden (meist völlig zu Recht). Dazu muss man aber auch sagen, dass wir uns ehrlich bemühen, den gemeinsamen Werten Europas gerecht zu werden und in diesem Streben darf uns niemand aufhalten. Andernfalls hätte das schlimme Folgen – nicht nur für uns, sondern für ganz Europa. … Wenn wir versagen, müssen nämlich alle gemeinsam die Konsequenzen tragen. Die EU würde außenpolitisch und wirtschaftlich an Stärke verlieren, denn sie würde immer tiefer in ihren eigenen Problemen versinken. Kampagnen wie die der niederländischen Partei der ‚Freiheit‘ bewirken nichts weiter als das schale Gefühl, dass das vereinte Europa nur etwas mehr als 50 Jahre gebraucht hat, um zu seinen Anfängen zurückzukehren.“ (14.02.2012)

    NRC Handelsblad – Niederlande
    Premier muss sich von Wilders distanzieren 

    Die zehn Botschafter aus Mittel- und Osteuropa haben in ihrem offenen Brief nicht nur die Internetseite für Klagen über Osteuropäer als diskriminierend verurteilt, sondern auch die niederländische Regierung aufgefordert, sich von der Aktion der rechtspopulistischen PVV zu distanzieren. Doch Premier Mark Rutte lehnt das ab. Die liberale Tageszeitung NRC Handelsblad unterstützt die Botschafter: „Sie schreiben, dass in Ihren Ländern die niederländische Gesellschaft als Vorbild für Freiheit und Toleranz galt. Damit treffen Sie uns tief, gerade weil Sie europäische Mitgliedstaaten vertreten, die jahrzehntelang ohne Demokratie und ohne Freiheit auskommen mussten. … Das macht die diskriminierende PVV-Seite so bitter. Es ist sehr zu bedauern, dass unser Premier Rutte so wenig Empathie zeigt für Ihre Gefühle und einen so formellen Standpunkt einnimmt. Wir fürchten, dass die Zusammenarbeit der Niederlande mit Ihren Ländern dadurch schwieriger wird. … Wir hoffen, dass sich unsere Regierung doch noch deutlich von dieser verächtlichen Internetseite distanziert.“ (15.02.2012)

  3. Zitat aus dem Artikel:“


    „Staatspraesident Klaus spricht sich in Ankara fuer EU-Beitritt der Tuerkei aus“

    Was das sein Sprache?
    Jiddeledeutsch?`


    Sprechen so die ach so benachteiligten Juden in Deutschland!
    Naja, auch der Autor des Artikels kann seine Herkunft nicht verleugnen!
     
     

    • Wenn man nicht selber kann mache alles richtisch in Doitsch soll man nicht bemängele andere Loide doitschsprech.

      „Sprechen so die ach so benachteiligten Juden in Deutschland!“ Der Satz ist eine Frage und muss darum mit „?“ enden, nicht mit“!“.
      „Naja, auch der Autor des Artikels kann seine Herkunft nicht verleugnen!“ 
      Naja schreibt sich: Na ja. Besser: Nun ja. Der ganze Satz ist eine Aussage und endet daher mit „.“, nicht mit „!“.
       

    • Nagel: Schaum vor der Schnauze und Staub auf der Brille? 
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      Oder täusche ich mich und das geheimnisvolle “ hinter dem Doppelpunkt in der ersten Zeile hat einen tieferen Sinn?
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      Und von wegen Sprache – noch nie das Wort Schlagzeile gehört? Aber wenn du so super im Erkennen eines „Jiddeledeutsch“, nebenbei eine Wortkreation, in keiner Suchmaschine zu finden – lass sie sie dir patentieren – bist, mach einen Vorschlag und bring sie doch in eine deutsch genagelte, genauso aussagekräftige Form. Kannst du nicht? Ooh…  Üben! Das schaffst du schon.
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      Allgemein usus und korrekte nicht nur deutsche Rechtschreibung ist es übrigens, eine Frage durch ein Frage- und nicht durch ein Ausrufungszeichen am Satzende zu kennzeichnen. Vorschlag: erst mal den deutschen Hauptschulabschluss nachholen, dabei die deutsche Rechtschreibung lernen und danach sinnentleert dummes Zeugs, dann aber korrekt, aus der Mottenkiste des, du weißt schon, in die Tastatur tippen. 
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      Btw.: Schön, dass haGalil so tolerant ist und auch bestimmten geistig Benachteiligten just4fun die Möglichkeit gewährt, ihre Herkunft, nämlich die aus der braunen Ecke, zur bemitleidenswerten Selbstentblößung (Selbstentblödung) kundzutun. Bitte, liebe hier Lesende, nicht  lachen über Frau oder Herrn Nagel!
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      http://de.wikipedia.org/wiki/Nagel

    • Nagel, irgendwie biste hier falsch. Das hier ist die Website von hagalil und nicht etwa altermedia oder thiazi. Vielleicht solltest Du mal im Internet nach der richtigen Homepage suchen.
      Das hast Du nicht verstanden? Ach so, wie heißt es bei Euch?
      Vielleicht solltest Du im Weltnetz nach der richtigen Heimseite suchen.

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