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„Sie sind reinrassig…“ – Ein prominenter Wittelsbacher über die Juden von Saloniki

Unsere Reihe mit Texten und Reiseberichten zu den Juden von Saloniki setzen wir mit einem Auszug aus den Erinnerungen eines Mitglieds des bayerischen Königshauses der Wittelsbacher fort. Der bis in die Gegenwart in hohem Ansehen stehende Kronprinz Rupprecht von Bayern (1869-1955) unternahm zahlreiche Reisen in ferne Länder, von denen ihn im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts auch eine nach Saloniki führte…

Von Robert Schlickewitz

Zur zeitlichen und dynastischen Einordnung des Kronprinzen sei ein kleiner Blick auf dessen Vorfahren und Familie vorangestellt. 1886 starb unter bis heute nicht umfassend geklärten Umständen der allseits bekannte bayerische „Märchenkönig“ Ludwig II. Als dessen Nachfolger hätte gemäß Thronfolge sein Bruder Otto nachrücken müssen. Dieser konnte jedoch wegen einer Geisteskrankheit sein Amt nicht ausfüllen, wodurch dem Onkel der beiden Brüder, dem Prinzen Luitpold, diese Würde zufiel. Luitpold regierte Bayern als Regent, nicht als König, bis zu seinem Tod im Jahre 1912. Ihm folgte sein ältester Sohn Ludwig nach, zunächst als Regent, dann ab 1913 als König Ludwig III. Kurz nach Beendigung des Ersten Weltkrieges und im Zuge der sog. Novemberrevolution von 1918 verfügte der bayerische Ministerpräsident Eisner die Aufhebung der Monarchie und die Ausrufung der Republik in Bayern. Kronprinz Rupprecht wäre, wenn die Geschichte einen anderen Verlauf genommen hätte, ab dem Tod seines Vaters Ludwigs III. Bayerns rechtmäßiger König geworden.[01]

Bayerische Monarchisten setzten während der Republik von Weimar, ebenso wie noch in den ersten Jahren unter Hitler und dann wieder ab 1945 bis in die 1950er Jahre hinein allergrößte Hoffnungen auf eine Restitution der Monarchie der Wittelsbacher unter einem König Rupprecht von Bayern.

Der Kronprinz führte eine Existenz, die erfüllt war von langjährigem aktiven Soldatentum, von der Beschäftigung mit Kunst, vom intensiven Austausch mit Gleichgesinnten, vom Reisen, von der Jagd, vor allem aber vom, letztendlich vergeblichen, Warten auf den Zeitpunkt, an dem ihn ‘sein‘ Bayern als dessen ‚heiß ersehnten‘ König rufen würde.

Rupprecht von Bayern hatte einige Semester Philosophie, Geschichte, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studiert, um anschließend die Kriegsakademie zu besuchen und eine Karriere als hoher und höchster bayerischer Militär zu machen.  Am Ersten Weltkrieg nahm er als Oberbefehlshaber, als Truppenführer und später sogar als Generalfeldmarschall teil. Wegen einiger, bedauerlicherweise bis heute nicht ausreichend geklärter, Kriegsverbrechen, u.a. wurde dem Kronprinzen vorgeworfen, für die Erschießung britischer Kriegsgefangener verantwortlich gewesen zu sein, sollte diesem nach dem Kriege der Prozess gemacht werden.[02] Da die Siegermächte jedoch mehr an regelmäßig bezahlten Reparationsleistungen durch Deutschland denn an Tribunalen gegen dessen Kriegsverbrecher interessiert waren, wurden sämtliche Bestrebungen in dieser Richtung noch in der ersten Hälfte der 1920er Jahre eingestellt.[03] In den inzwischen recht zahlreichen und überaus idealisierenden Biografien des Kronprinzen wird auf diese Episode seiner Laufbahn nur selten und wenn, dann eher ‘der Vollständigkeit halber‘, eingegangen.[04] Man wünscht keinen Makel an der so weißen Wittelsbacher Weste zudem sollen doch, wie überall auf der Welt, Kontinuität und Autorität gewahrt bleiben.

Die Reise, die den Kronprinzen u.a. nach Saloniki führte, unternahm dieser, wie er in seinen „Reiseerinnerungen aus dem Süd-Osten Europas und dem Orient“[05], aus denen der folgende Auszug stammt und die erst 1923 erschienen, angibt, bereits im Herbst des Jahres 1894.

„Saloniki

… Von Zinnenmauern umgeben, erhebt sich diese Stadt in Terrassen über dem Meere. Ihr Hafen ist trefflich, ihr Hinterland überaus fruchtbar, und es harrt daher Salonikis eine große Zukunft, sowie es mit Serbien und Thessalien  durch Bahnen verbunden sein wird.

Schon jetzt ist Saloniki die am meisten europäisierte Stadt der Türkei. Der Konak des Wali ist weit stattlicher wie die Gebäude der Hohen Pforte in Konstantinopel. Die neuen Straßen sind breit und bei Nacht durch Gasflammen erhellt, die Lebensmittelbasare in Markthallen verlegt. Alle diese Umgestaltungen wurden durch Brände erleichtert, die in den letzten Jahren ganze Stadtviertel ergriffen, und die Erweiterung der Stadt dadurch, daß der Sultan, der nach türkischem Recht in jeder von den Osmanen eroberten Stadt der Eigentümer ihrer Befestigungswerke ist und des ihnen vorliegenden Verteidigungsrayons, auf diesem zahlreiche Häuser erbauen ließ, die er um billiges Geld hauptsächlich an ausländische Kaufleute und Unternehmer vermietet. Die Brände waren vermutlich das Werk gaunerhafter Hausbesitzer, die sich Versicherungsgelder erschwindeln wollten. In der Altstadt sind immerhin einige echt türkische Häuser übrig geblieben mit vergitterten Holzbalkons…

Den in Saloniki in einer Zahl von je 20 000 ansässigen Türken und Griechen stehen 60 000 Spaniolen gegenüber, Nachkommen von im Jahr 1492 aus Spanien vertriebenen Juden, die untereinander noch immer ein verderbtes Spanisch sprechen. Sie sind reinrassig, größer und kräftiger als die polnischen Juden, die vor Jahrhunderten mit den Chazaren sich mischten, welche von ihnen zur mosaischen Religion bekehrt wurden. Die Spaniolen unterscheiden sich von ihnen auch in ihren religiösen Riten und nennen sie Aschkenazim, sich selbst aber Sephardim. Die Männer lassen sich lange Bärte wachsen. Sie tragen den landesüblichen Tarbûsch, buntgestreifte Kaftans und seidene Hüfttücher, die vermöglicheren Leute mit Pelz gefütterte blaue Mäntel. Die Rabbiner umwinden ihre schwarzen Mützen mit flachen Turbans aus schwarz-weißen Bändern. Die Frauen verbergen ihr kurzgeschnittenes Haar unter grünen, die Witwen unter roten kegelförmigen Hauben, deren Nackenende mit Perlen und Goldstickerei geschmückt ist. Sie kleiden sich in buntfarbige Röcke und pelzverbrämte Westen mit seidenen Brustlätzen.

Da gerade die Zeit des Laubhüttenfestes war, sah man auf den flachen Dächern der jüdischen Häuser Laubhütten errichtet. Unter ihnen erwarten die der Niederkunft nahen Frauen ihre Entbindung in der Hoffnung, den Messias zu gebären, der an einem Tage des Festes zu einer bestimmten Stunde das Licht der Welt erblicken soll.

Alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde halten fest zueinander und unterstützen sich gegenseitig in Fällen der Not. Die sonst so gewandten griechischen Geschäftsleute sind wegen ihren vielen Feiertagen, die sie gewissenhaft einhalten, ihren spaniolischen Kollegen gegenüber im Nachteil. Es gibt unter diesen schwer reiche Leute, doch sind nicht alle Spaniolen mit Glücksgütern gesegnet. Viele verdienen sich ihren Unterhalt als Handwerker, ja sogar als Hamâls oder Lastträger. Als unser Schiff im Hafen anlegte, hatte der Kapitän große Mühe, die Ordnung an Deck aufrecht zu erhalten, das Scharen von jüdischen Hamâls erstürmten, die, ohne weiter zu fragen, die herumliegenden Gepäckstücke fortzuschleppen begannen. Die Spaniolen, die das Hafenviertel bewohnen, sind verwegene Gesellen, von denen viele den Schmuggel betreiben. Messerstechereien in ihren Kneipen sind an der Tagesordnung.

Neben den Spaniolen gibt es in Saloniki noch andere Juden, die sog. Maamin oder Dönme, deren Vorfahren gegen das Ende des 17. Jahrhunderts zum Islâm übertraten unter Beibehalt einer Reihe jüdischer Gepflogenheiten. Die Dönme bilden nun eine Sekte für sich. Sie werden sowohl von den anderen Juden als auch von den Mohammedanern gemieden, die ihnen nicht einmal die Mitbenutzung ihrer Friedhöfe gestatten, wodurch sie genötigt wurden, sich einen eigenen Begräbnisplatz zu beschaffen, auf dem dicht zusammengedrängt ein Wald von Denksteinen steht. Da die Dönme auf türkische Weise sich kleiden, fallen sie wenig auf.

Uns unverständlich ist welch faszinierende Macht der Anblick des Goldes auf die orientalischen Juden, und wie ich mich später überzeugen sollte, auch auf arabische wie indische Händler ausübt. Wenn sie Gold sehen, funkeln ihre Augen und zittern ihre Hände vor Erregung, und im Basar von Saloniki widerfuhr es mir, daß ein Spaniole beim Anblick des gezeigten Goldes derart außer Fassung geriet, daß er sich in der Hast zu seinen Ungunsten verrechnete und mich betroffen ansah, als ich ihn über seinen Irrtum aufklärte…

Am Tage meiner Abreise war der Militärposten vor der otomanischen Bank von Einbrechern ermordet worden, die bis auf einen entkamen, der zu lange im Gebäude verweilt war und den ihn umstellenden Zaptiehs oder Gendarmen verzweifelten Widerstand leistete. Derlei Vorfälle ereignen sich überall, und im allgemeinen sind die Sicherheitsverhältnisse nicht viel schlimmer wie anderwärts, nur empfiehlt es sich, bei Dunkelheit das Hafenviertel zu meiden und die Viertel um die Kasernen…“

Nachtrag:

Vom fragwürdigen Informationsgehalt der Ausführungen des Kronprinzen einmal abgesehen,[06] müssen jedem auch nur einigermaßen sensibilisierten Leser die hier zum Ausdruck gebrachten Antisemitismen auffallen:

Sowohl in seiner ganz spezifischen Wortwahl als auch semantisch wertet Rupprecht in seinen Ausführungen zu Juden ganz deutlich ab. Juden sind für ihn klar negativ konnotiert. Tief schöpft er aus gängigen Klischeebildern, populären Stereotypen und schäbigen Vorurteilen.

Von Wittelsbacher- ebenso wie von Katholizismusapologeten wird gerne vorgebracht, der in manchen historischen Dokumenten und Büchern angetroffene Antisemitismus sei zu gewissen Zeiten derart weit verbreitet gewesen, dass er bisweilen schon „zum guten Ton“ gehört habe und daher heute „nicht überschätzt“ werden dürfe. – Dem ist ganz entschieden entgegenzuhalten, dass es zu allen Zeiten Autoren gegeben hat, die Menschen als Menschen beschrieben, und andere, die, indem sie Rassen- und Religionsunterschiede abwertend hervorhoben, oder sich gar darüber lustig machten, Menschen publizistisch, und somit massenwirksam, diskriminierten.

Um sich einen Eindruck von den unterschiedlichen Darstellungsweisen zu verschaffen, vergleiche man den vorliegenden Text etwa mit dem von Ernst von Hesse-Wartegg, einem Wiener Zeitgenossen des bayerischen Kronprinzen.

Könnte der oben aufgezeigte, königlich bayerische Antisemitismus möglicherweise eine Form von einmaliger Revanche dafür gewesen sein, dass es wenige Jahre vor Erscheinen der „Reiseerinnerungen“ ein Jude war, Ministerpräsident Kurt Eisner, der in Bayern die Monarchie für beendet erklärte und somit den Kronprinzen um seine Krone gebracht hat?

Ganz klar, nein.

Wer sich der Mühe unterzieht, die bisher veröffentlichten Tagebucheinträge aus vielen Jahrzehnten, die drei Bände „Reiseerinnerungen“[07] und die zahlreichen Biografien zu Rupprecht[08] aus einem Zeitraum von fast einhundert Jahren zu lesen, stößt auf eine nahezu lebenslange Abneigung gegen Juden. Eine Abneigung, die ihre Wurzeln in der katholischen und somit traditionell judenfeindlichen[09] Sozialisation des Kronprinzen und in seinem persönlichen Umgang hatte. Von der Biografin von Rupprechts Mutter wird geradezu betont wie „fromm“ (katholisch) dessen Eltern waren – auch im Vergleich zu anderen Wittelsbachern[10]. Der Freundes- und Bekanntenkreis des Kronprinzen wies überaus zahlreiche erklärte Antisemiten auf, wie etwa dessen Kriegskameraden und langjährigen Gefährten Konrad Krafft von Dellmensingen[11]) oder den SA-Chef, und zugleich überzeugten Monarchisten, Ernst Röhm, bzw. Kleriker, deren Haltung Juden gegenüber als höchst zweifelhaft gilt, wie Kardinal Faulhaber  oder Eugenio Pacelli, den späteren Papst Pius XII.

Der Antisemitismus des Wittelsbachers Rupprecht von Bayern wiegt besonders schwer, weil Bayern gerade zur Zeit des Erscheinens der besprochenen „Reiseerinnerungen“ die Wiege des Nationalsozialismus‘ war[12], ferner weil es sich beim Kronprinzen eben nicht um einen unbedeutenden Wald- und Wiesenadligen, sondern um die Spitze des bayerischen Königshauses handelte, somit um eine Persönlichkeit, die gleichberechtigt neben den Köpfen der Habsburger, der Hohenzollern oder der Windsor stand[13] und nicht zuletzt weil der Kronprinz in sämtlichen, auch in den allermodernsten, biografischen Darstellungen als braver und vorbildlicher „Nazigegner“ gefeiert wird[14].

Das kürzlich mit festlichem Pomp, brandendem Jubel und sich wechselseitig überbietenden Vorschusslorbeeren eröffnete Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau[15] hat selbstverständlich kein Interesse daran, die dunklen Seiten der heimischen Monarchie zu beleuchten. Wittelsbacher Antisemitismus, oder gar, Antiziganismus, könnten doch Besucher vergraulen, existieren ergo für die Verantwortlichen der Einrichtung nicht.

Bayern ist „schön“ und muss es bleiben.

  1. Hermann Rumschöttel, Ludwig II. von Bayern, München 2011, S. 104-113. Hans Michael Körner, Die Wittelsbacher, München 2009, S. 100-110. Dieter J. Weiß, Kronprinz Rupprecht von Bayern, Regensburg 2007 (dieser auch im Folgenden). []
  2. Das virtuelle “Historische Lexikon Bayerns” in seinem Kapitel “Versailller Vertrag, 1919/20″:  “Auch die Auslieferung von Kriegsverbrechern betraf Bayern. Kronprinz Rupprecht von Bayern (1869-1955), ehemaliger Armeebefehlshaber in Frankreich, Admiral Franz von Hipper (1863-1932) und weitere bayerische Generäle und Regimentskommandeure sollten wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden. Durch Verhandlungen konnte man jedoch eine Verlegung der Verfahren an das Reichsgericht erreichen. Alle Fälle verliefen letztlich im Sande.http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44635
    Weitere Aufschlüsse enthalten alte Pressemeldungen, die online abrufbar sind:
    Eine Reuter-Meldung vom 23.10.1919: http://paperspast.natlib.govt.nz/cgi-bin/paperspast?a=d&d=NA19191023.2.32
    Die New York Times vom 1.2.1920: http://query.nytimes.com/gst/abstract.html?res=F00E15FA385F1B728DDDA80894DA405B808EF1D3
    Die New York Times vom 8.4.1921: http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=F00D11FB3B5B1B7A93CAA9178FD85F458285F9,  Darin:“… that he had ordered prisoners to be slain…”
    Der vorerst letzte Biograf des Kronprinzen, Dieter J. Weiß, widmet dieser Problematik zwar ein Unterkapitel (S. 174-178), worin er noch zahlreiche weitere Anklagepunkte aufzählt, kann jedoch zu deren (erwünschter) Entkräftung nicht mehr beitragen, als dass er die Anschuldigungen als „im Widerspruch“ zum „Charakter“ des Kronprinzen Rupprecht stehend ansieht. Bei den von Weiß aufgeführten Entlastungszeugen handelt es sich ausschließlich um deutsche Adelige und hohe Militärs aus der nächsten Umgebung des Kronprinzen, die wohl als neutrale Zeugen am wenigsten geeignet erscheinen, setzt man den üblichen Korpsgeist, patriotische und solidarische Empfindungen, Loyalität etc. in Anrechnung. Tatsache ist, dass bis heute nicht ausreichend geklärt ist, welche der so zahlreichen von Deutschen begangenen Kriegsverbrechen des Ersten Weltkrieges auf das Konto des bayerischen Kronprinzen gehen.
    Die englische Fassung von Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Rupprecht,_Crown_Prince_of_Bavaria verschweigt (im Feberuar 2012) unter ihrem Eintrag zu Rupprecht den Themenkomplex Kriegsverbrechen übrigens ebenso wie ihr deutschsprachiges Pendant: http://de.wikipedia.org/wiki/Rupprecht_von_Bayern []
  3. Nähere Einzelheiten zu den Prozessen sind in der Literatur unter dem Stichwort „Leipziger Prozesse“ einzusehen. []
  4. Weiß, S. 174-178 sowie Joe J. Heydecker, Kronprinz Rupprecht, München 1953, S. 94 und Kurt Sendtner, Rupprecht von Wittelsbach Kronprinz von Bayern, München 1954, S. 440- 446. []
  5. Reiseerinnerungen aus dem Süd-Osten Europas und dem Orient, Rupprecht Kronprinz von Bayern, München 1923, S. 125f, 129-132. []
  6. Einen authentischen und modernen Stand der Erkenntnisse über jüdisches Leben in Saloniki vor und nach der Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert vermitteln u.a.: Esther Benbassa und Aron Rodrigue, The Jews oft he Balkans Oxford/UK  und Cambridge/Mass. 1995, S. 81-86, 96ff. []
  7. Neben dem unter (5) genannten Werk: Reiseerinnerungen aus Ostasien, 1906/1923; und Reiseerinnerungen aus Indien 1922. []
  8. Außer den oben genannten von Weiß, Heydecker und Sendtner noch: Josef Breg, Kronprinz Rupprecht von Bayern, München 1918 und Otto Kolshorn, Kronprinz Rupprecht von Bayern,  München 1918. []
  9. U.a. zwei katholische Geistliche klärten, der eine, Ignaz von Döllinger, auch noch als angesehener Historiker und Politiker hervorgetreten, bereits im 19., der andere, Edward Flannery, langjähriger Berater des Vatikan in jüdischen Angelegenheiten, im 20. Jh., überzeugend über das von christlichem Hass geprägte katholisch-jüdische Verhältnis der vergangenen Jahrhunderte auf: Edward Flannery, The Anguish of the Jews – Twenty-three Centuries of Antisemitism, New York und Mahwah, N.J. 1985/1999/2004 und http://www.hagalil.com/2009/05/06/doellinger/ []
  10. Martha Schad, Bayerns Königinnen, Regensburg 1992 und (hier) München und Zürich 2005 (durchgesehene Taschenbuchausgabe), S. 327. []
  11. Die Biografie zum protestantischen, königlich-bayerischen General und Gründer der Gebirgstruppen, Krafft von Dellmensingen kann geradezu als ein Steinbruch an in Bayern geläufigen, bösartigen Antisemitismen vieler Jahrzehnte angesehen werden: Thomas Müller, Konrad Krafft von Dellmensingen (1862-1953), Kallmünz 2002 (Materialien zur Bayerischen Landesgeschichte 16 []
  12. 1918 war in München die antisemitische Thule-Gesellschaft entstanden, 1919/1920 erfolgte ebendort die Gründung der NSDAP, 1921 die der SA, schließlich 1925 die der SS. Erst in den Jahren 1925/26 begann sich die „Bewegung“ von Bayern aus systematisch auch auf andere deutsche Landesteile auszubreiten. []
  13. Darüber hinaus genoss der Kronprinz einen geradezu herausragenden Ruf als beschlagener Kunstexperte , als verlässlicher Gutachter bzw. als „Regius Polyhistor“ (königlicher Gelehrter); er war Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Träger zahlreicher nationaler wie internationaler Auszeichnungen; das ihm gewidmete Denkmal, ein Brunnen, steht unübersehbar gegenüber dem Eingang der bayerischen Akademie der Wissenschaften der Landeshauptstadt München. Seine Popularität bei der bayerischen Bevölkerung hielt noch weit über seinen Tod an, wie die sehr zahlreichen Gedenken seiner in allen möglichen Medien und in Buchform belegen. []
  14. In Nachschlagewerken herrscht neuerdings die Tendenz vor, den Kronprinzen Rupprecht nicht mehr aufzuführen, ihm kein eigenes Stichwort mehr zuzueignen. Während er in keinem Lexikon des 20. Jh. fehlen durfte, und noch in den 1970ern ein angesehenes biografisches Werk ihm mit Phrasen wie „Die Sonderstellung der bayerischen Monarchie erlaubten (sic!) es dem reichgebildeten, weltoffenen R., auch nach dem Sturz der Monarchie eine Stellung als ‚heimlicher König‘ Bayerns zu wahren“ huldigen zu müssen glaubte, verzichtet etwa der neueste Brockhaus (21. Aufl., 2006) auf einen eigenen Eintrag. – Möglicherweise möchte man damit auch verhindern, dass sich die Nachwelt noch einmal intensiv mit seiner Biografie auseinandersetzt. []
  15. http://www.presseportal.de/pm/102572/2109845/das-museum-der-bayerischen-koenige-in-hohenschwangau-wird-eroeffnet-ausstellung-umfasst-die und http://www.sueddeutsche.de/bayern/museum-der-bayerischen-koenige-eine-der-schoensten-adressen-bayerns-1.1141547 []