Haaretz: Netanyahu zu Verzicht auf Jordantal bereit

Drei Wochen nach Ende der Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern in Amman hat die Tageszeitung Haaretz Details aus dem Vorschlag von Ministerpräsident Binyamin Netanyahu zum zukünftigen Grenzverlauf veröffentlicht…

Der Zeitung zufolge sah das Angebot Netanyahus vor, die großen Siedlungsblöcke Israel zuzuschlagen und dafür aber auf das Jordantal zu verzichten. Der Vorschlag wäre damit dem Angebot ähnlich, das die damalige Außenministerin Tzipi Livni 2008 in Annapolis unterbreitet hatte.

Haaretz wartet außerdem mit Details aus dem Verlauf der Gespräche auf. Dem Bericht zufolge stellte der israelische Verhandlungsführer Yitzhak Molcho bei seiner Ankunft zur ersten Runde der Gespräche in Amman fest, dass von palästinensischer Seite zu den Verhandlungen nicht wie vorher erklärt Verhandlungsführer Saeb Erekat erschienen war, sondern ein weniger hochrangiger Repräsentant der Palästinensischen Autonomiebehörde. Dieser war darüber hinaus nicht bereit, mit Molcho in einem Zimmer zu sitzen, so dass die Vertreter des Nahostquartetts zwischen den beiden Parteien hin und her pendeln mussten.

Beinahe zwei Monate, so Haaretz, habe es gedauert, bis es den Vertretern des Nahostquartetts gelang, die Palästinenser in den Verhandlungsraum zu bringen. Erst als der jordanische König Abdallah II sich dem Druck anschloss, stimmten sie zu.

Bereits beim zweiten Treffen am 3. Januar hätten die Palästinenser dann klar gemacht, dass für sie die Gespräche am 26. Januar beendet wären. Die Israelis waren verwundert: „Wir haben gerade erst begonnen zu sprechen, und Sie drohen bereits mit Abbruch der Gespräche“, soll Molcho gesagt haben.

Ähnlich unproduktiv seien die übrigen drei Treffen verlaufen. So seien etwa Hinweise der Israelis auf anti-israelische Hetze wie die Aussagen des Muftis von Jerusalem von den Palästinensern nicht ernst genommen und als Verleumdung bezeichnet worden.

Die Vorschläge Netanyahus, die Molcho bei den Gesprächen vorstellte, orientierten sich, so Haaretz, in vielen Punkten an dem Angebot Tzipi Livnis in Annapolis. Dementsprechend sei davon auszugehen, dass Netanyahu bereit gewesen sei, auf mindestens 90% des Westjordanlandes zu verzichten.

Zum Ende des fünften Treffens am 25. Januar hätte Erekat dann noch eine Reihe von Fragen an die Israelis gestellt. Molcho habe gesagt, er sei gerne bereit, diese beim nächsten Treffen zu beantworten. Doch dazu sollte es nicht kommen: Einen Tag später erklärten die Palästinenser die Gespräche für beendet.

Haaretz, 20.02.12, Newsletter der Botschaft des Staates Israel

8 Kommentare zu “Haaretz: Netanyahu zu Verzicht auf Jordantal bereit

  1. so nennt man das also…“ein gutes Angebot“ ich stehle jemandem 100 Kühe und bin „bereit“ 90 davon zurück zu geben. Dabei bleiben die besten 10 Milchkühe auch noch bei mir.
    Israel und Moral! Es gibt kein Land auf der Erde ausser Israel, dass sich in der heutgen Zeit noch Land von anderen unter den Nagel reißt.

  2. @mfb …wärest Du in der Lage …würdest Du es nachvollziehbar hinbekommen, auch ein paar „nettewertende Worte zu den allseits hinlänglich bekannten Argumentations-Parolen „der härtesten Hamasanhänger“ zu formulieren??? …würd gerne …nee muss eigentlich dringend vergleichen wollen! …bin ich Dir unbedingt schuldig …mir ist entfallen???, wie konnte ich jemals??? …geistesumnachtet …in fiebrigen Wahnvorstellungen gefangen??? …von „totaler Vernichtung“ „Auslöschung“ eines ganzen „Menschenvolkes“ schreiben??????? 🙁

    Kopf hoch …dat wird scho 🙂 vllt. …irgendwann …dereinst …möglicherweise …hoffentlich …

  3. @mfb
    bitte nicht ganz sooo viel tosenden Applaus – für eine Gleichsetzung meiner Argumentation mit der von Hamas & Consorten FEHLT mir jegliches TERRORISTISCHES „Geprür & Feingefühl“ …eine strategisch orientierte Weiterbildung auf DIESEM Spezialgebiet halte ich für substanzlose Zeitverschwendung …VIELE Kriege waren längst …nun und Du hast NICHT richtig hingesehen …KEINE 3-Staatenlösung …vielmehr Belassen bei der seit 1946/1948 entstandenen ZweiStaatenschaffung, jedoch OHNE TerrorClanFÜHRER diesseits des Jordanflusses …“Die“ sollten tatsächlich …und wenn es sein muss mit Gewalt …über den Jordan …oder noch weiter verjagt werden …

    Sind Zweifel an Solidarität und Unterstützung des „Westens“ für Israel wirklich sooo utopisch???

    Was Jeder sehen, hören und lesen kann: …die „armen (erf.)Palästinenser“

    ..sollt doch erlaubt sein, dies sich sorgend zumindest benennen zu dürfen – meinst nicht auch?

    Nun ja, das „ALLEINLASSEN“ der – aus zig Ländern der Erde vertriebenen, verjagten und geflohenen – jüdischen Menschen seitens der „westlichen Staatengemeinschaft“ auf den von Briten hinterlassenen „Vakuum“ zeugt keineswegs von „Unterstützung“ – Israel stand selbst auf …und wird bis heut dafür in never-ending-story-Manie zu Rechtfertigungen gezwungen – von Jedem darf in Frage gestellt …beifallsbekundend kritiseirt werden …Kein Sch. …interessiert sich für die „anderen“ Begünstigten der grosszügigen „Landverteilung“ vor Ort …man mag sich gar net trauen vorzustellen, wäre es genau andersrum gelaufen …heisst nach dem dok. Völkerwille!!! …den MANDATSbedingungen

  4. Schaum vorm Mund?

    @ rici,

    deine Argumentation unterscheidet sich eigentlich nie von der der härtesten Hamasanhänger .. ihr wollt alle die Einstaatlösung .. nur du ohne Araber und die ohne Juden. Du willst die Palästinenser über den Jordan treiben und die die Juden über das Meer.

    Und woanders hast du schon die Solidarität des Westens angezweifelt. Da hast du recht – für deine Lösung gibt es keinewestliche, keine deutsche Unterstützung. Und wenn ihr es so versucht, dann erwarte nicht, dass noch jemand für das „Existenzrecht“ Israels eintritt.

  5. …vllt. erreichen die dt.-sprachig europäischen „Beklauten“ auf modern ökonomischem Weg dereinst verfolgtes Ziel ja doch noch – ja der liebe Wettbewerb …auf welcher Ebene …heut fast Wurscht

  6. Sagt der Dieb zum Bestohlenen:
    „Du, ich geb dir dein Hartgeld zurück. Das wiegt doch viel mehr als die Scheine und die Kreditkarten.“

    Wundert sich der Dieb, dass der Bestohlene auf dieser Basis nicht verhandeln will.

  7. Taqiyya-Versuch der zigste abgebrochen …immer wenn’s drohen könnte, konkret zu werden …Fakten …RESET back to option ALL …sooo langweiliger Scheinwille der selbsterfundenen Pali-FÜHRER-Ganoven …slicha sorry it’s!
    …rüber über den Jordan in den arabischen Teil Palästinas …

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