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Terroranschläge werden noch immer glorifiziert

Hetze gegen Israel besteht weiterhin im palästinensischen Fernsehen und Radio, wo Orte wie Haifa und Tel Aviv als Teil des „besetzten Palästina“ betrachtet werden…

Bericht von Avi Issacharoff, Ha’aretz, 19.02.2012
Übersetzung von Daniela Marcus

Während des Anschauens einer Sendung des palästinensischen Fernsehens vom 25. Oktober 2011, fällt es einem an manchen Stellen schwer zu glauben, dass dies der offizielle Fernsehsender der palästinensischen Autonomiebehörde und der PLO ist, und nicht etwa derjenige der Hamas oder des Islamischen Dschihad.

Doch die betreffende Sendung zeigt einen Vor-Ort-Bericht des palästinensischen Fernsehens aus Tulkarem, der von den wunderbaren Taten des führenden Terroristen Abbas a-Said berichtet. A-Said sitzt in Israel gefangen. Er wurde zu 35 Mal lebenslänglich verurteilt.

Zu Beginn des letzten Jahrzehnts wurde dieser Mann als Leiter des militärischen Flügels der Hamas in der Stadt betrachtet. Er war verantwortlich für zwei der schlimmsten Selbstmordattentate in Israel. Dazu gehörte der Anschlag im Park-Hotel in Netanya während des Sederabends an Pessach im Jahr 2002.

Der Reporter, der für ein Programm arbeitet, das den Familien von Gefangenen gewidmet ist, sparte nicht mit Superlativen: „Wir sind vor dem Haus des Kriegshelden, des Kommandeurs, des Gefängnislöwen, Abbas a-Said.“

Und das Schauspiel geht weiter. Der Reporter wendet sich an zwei ehemalige weibliche Gefangene, die im Haus von a-Said sitzen, und fragt sie: „Wie fühlt Ihr Euch jetzt, da Ihr im Haus des Führers, des Helden, des Bezwingers des Feindes, des Siegers des Gefängnisses und des Löwen der Ermittlungen sitzt?“ Eine der Frauen, Dia al-Jiosi, erwidert, dass a-Said ein Vorbild „für uns“ war.

Später geht der Reporter nach draußen, um die Nachbarn des „Helden“ zu interviewen. Einer von ihnen erklärt, a-Said sei „die Krone auf unserem Haupt, die Erlösung für die Nation brachte, ohne Zweifel machte er uns stolz“.

Offensichtlich ist dieses Beispiel nicht atypisch für das offizielle palästinensische Fernsehen, selbst in Zeiten der Herrschaft des derzeitigen Vorsitzenden der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas. Nan Jacques Zilberdik, eine Analystin bei Palestinian Media Watch, erklärt, im palästinensischen Fernsehen „gibt es keine Botschaft des Friedens mit Israel“.

Zilberdik, die in Dänemark geboren wurde, veröffentlichte vor Kurzem gemeinsam mit dem Direktor von Palestinian Media Watch, Itamar Marcus, ein Buch mit dem Titel „Irreführung“. Das Buch beobachtet palästinensische Medien über ein Jahr hinweg, beginnend im Mai 2010. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Fernsehübertragungen. Die Ergebnisse des Buchs lösen in manchen Fällen Sorge und in den meisten anderen Übelkeit aus.

Es sollte vielleicht erwähnt werden, dass Palestinian Media Watch kürzlich als eine nach rechts tendierende Gruppe erwähnt wurde, die dem Büro von Premierminister Netanyahu Informationen über palästinensische Medien liefert. Doch ein genauerer Blick sowohl auf die Ergebnisse des Buches als auch auf die palästinensischen Sendungen selbst, offenbart –ungeachtet der politischen Richtung von Palestinian Media Watch–, dass die Programmleiter des palästinensischen Fernsehens weit davon entfernt sind, eine Botschaft des Friedens zu vermitteln.

„Es gibt keine Erziehung zum Frieden“, sagte Zilberdik in einem Gespräch mit Ha’aretz. „Die neue palästinensische Generation, die palästinensisches Fernsehen schaut, hört nichts davon, dass Tel Aviv oder Ashkelon israelische Städte sind. Sie hört von besetzten Städten, die befreit werden müssen. Es gibt keinen Diskurs über Kompromisse oder Zugeständnisse. Andererseits, in den israelischen Medien gibt es solche Diskurse.“

Zilberdik sagte, die Kriterien, nach denen das palästinensische Fernsehprogramm untersucht wurde, seien diejenigen, denen die palästinensische Autonomiebehörde in der Vergangenheit zugestimmt habe: ein Ende der Gewalt, Anerkennung Israels und Akzeptanz der unterzeichneten Vereinbarungen.

„Zum Beispiel fanden wir im Magazin der palästinensischen Autonomiebehörde, Zayzafuna, eine Geschichte über ein junges Mädchen, das vier Personen begegnet. Die vierte Person war Adolf Hitler. Er erklärt ihr, was es mit dem Töten von Juden auf sich hat und was getan werden muss. Doch es gibt keinerlei Anmerkung des Redaktionsteams darüber, wer Hitler ist und wofür er verantwortlich ist.“

Zilberdik stimmte zu, dass sich der Inhalt des palästinensischen Fernsehprogramms seit den noch dunkleren Tagen zu Beginn des letzten Jahrzehnts, als es offene Hetze und Aufrufe zu Selbstmordanschlägen und Gewalt gab, geändert habe. „Heutzutage gibt es kein Aufhetzen zum Töten von Juden. Doch sie rühmen diejenigen, die Terroranschläge ausführen“, sagte sie.

Das immer wieder kehrende Beispiel ist die Terroristin Dalal Mughrabi, die zu einem Symbol in den palästinensischen Medien wurde aus Gründen, die nicht klar sind. Mughrabi, die 1978 bei einem Anschlag, der als „Küstenstraßenmassaker“ bekannt wurde, 37 Israelis ermordete, wird im palästinensischen Fernsehen immer wieder als Heldin erwähnt.

Das palästinensische Fernsehen beging zum Beispiel den Geburtstag von Yassir Arafat am 4. August 2010 und strahlte dabei mehrere Lieder aus, die Mughrabi priesen. Etwa einen Monat später erschien eine Band mit dem Namen Al-Ashkin (arabisch für „die Unterdrückten“) bei einer offiziellen Fatah-Veranstaltung, die vom palästinensischen Fernsehen übertragen wurde, und sang Lieder, die die Art und Weise rühmten, in der die Palästinenser „die Zionisten mit Waffen angriffen“. Die Band sang lauthals „Finger am Abzug“.

Der Mann, der für die palästinensischen Fernseh- und Radioübertragungen verantwortlich ist, ist Yasser Abed Rabo, einer der bekanntesten Mitglieder des palästinensischen „Friedenslagers“. Abed Rabo steht hinter der Genfer Initiative und wurde wegen seiner Bereitschaft zu übertriebenen Zugeständnissen viele Male von den Palästinensern gescholten. Aus diesem Blickwinkel ist es vielleicht schwierig, dieses Phänomen und jenes, das sich im palästinensischen Fernsehen abspielt, zu erklären. In der Tat ist es die PLO-Sendestation, von der man eigentlich annimmt, dass sie die Idee von „zwei Staaten“ unterstützt, die ständig Terroristen rühmt, die Israelis töten.

Ein weiteres Problem, das beim Anschauen der Sendungen auftritt, ist die völlige Missachtung der Existenz des Staates Israel. Immer wieder, und besonders während Sendungen für Teenager, sagen die Moderatoren, Sänger oder Gäste, dass Städte wie Akko, Haifa, Lod, Ramle und sogar Tel Aviv Teil des besetzten Palästina seien. Am 25. August 2010 sagte zum Beispiel der Moderator einer Kindersendung, dass Lod, Haifa und Akko besetzte Städte seien. Im Juni desselben Jahres fragte eine andere Moderatorin, die sich mit dem Sohn eines palästinensischen Gefangenen unterhielt: „Die Juden sind unsere Feinde, richtig?“ Der Hinweis möge genügen, dass sie sich auf israelische Soldaten mit noch härteren Worten bezog: „Tiere“. Und im Oktober 2010 bemühte sich der Sender, mehrere jordanische Nahostexperten zu interviewen, die erklärten: „Wegen ihrer Liebe zum Geld werden die Juden überall, wo sie sind, gehasst.“

Zilberdik sagt, dass die Hetze der palästinensischen Medien weder in israelischen Medien und ganz bestimmt nicht in internationalen Medien aufgedeckt wird. „Die internationale Gemeinschaft nimmt die Glorifizierung von Terroristen oder die Leugnung der Schoah in den palästinensischen Medien nicht wahr. Es ist einfacher zu überprüfen, ob in den Siedlungen gebaut wird, als die Hetze auf der palästinensischen Seite zu verfolgen. Ich selbst identifiziere mich nicht mit dem rechten politischen Flügel. Als ich aus Dänemark nach Israel kam, wählte ich die Meretz-Partei. Aber es ist unmöglich zu ignorieren, was in den palästinensischen Medien geschieht. Es gibt keine Erziehung zum Frieden, nicht einmal eine Diskussion solcher Themen. Das einzige, was man dort hört, ist, dass sie „nicht aufgeben werden“. Das ist alles.“

Abed Rabo und Journalisten, die für das palästinensische Fernsehen arbeiten, weigerten sich, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.