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Al mezan: Palästinensische Autoritäten verletzen Menschenrechte

Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international beklagt fortgesetzte Menschenrechtsverletzungen und zunehmende Repression der palästinensischen Autoritäten und bewaffneter Gruppen gegenüber der eigenen Bevölkerung…

Messerangriff auf medico-Partner in Gaza

Erst im vergangenen Monat wurde der Menschenrechtsaktivist Mahmoud Abu Rahma von der medico-Partnerorganisation Al Mezan in Gaza von drei vermummten Angreifern mit Messern verletzt. Die Täter begründeten den Überfall mit einem jüngst von Abu Rahma veröffentlichten Artikel. Darin warnt er vor einem „System der Rechtlosigkeit und der Willkür“, das entstehe wenn Regierung und Widerstandsgruppen „das Recht auf Meinungsfreiheit oder auf physische Unversehrtheit weiter mit Füßen treten“.

Die Berichte aus dem Arbeitsalltag der Gazaer Menschenrechtsorganisation sind erschreckend. Sowohl Fatah wie auch Hamas setzen willkürliche Verhaftungen und Folter zur Einschüchterung des politischen Gegners im innerpalästinensischen Machtkampf ein. Al Mezan liegen Hunderte Fälle von Folter sowohl in der Westbank als auch Gazastreifen vor, die in mehreren Fällen mit dem Tod endeten. Die palästinensischen Quasiregierungen verweigern dazu Auskünfte und seriöse Untersuchungen.

Auch militante Gruppen nehmen billigend in Kauf, dass Zivilisten zu Schaden kommen. Sie bauen Übungsplätze nahe öffentlicher Einrichtungen wie Schulen. Kinder wurden durch nicht explodierte Bomben verletzt, die sie beim Spielen fanden. Einem jungen Mann, der sich öffentlich darüber beschwerte, schossen Unbekannte ins Bein. medico unterstützt Al Mezan mit Spenden und Öffentlichkeitsarbeit. Die Menschenrechtsorganisation im Gazastreifen sieht ihre Aufgabe nicht nur im Anprangern von Menschenrechtsverletzungen aller Seiten, sondern auch in der Unterstützung der Opfer.

Weitere Informationen zu Mahmoud Abu Rahma und der Arbeit von Al Mezan finden Sie auf: www.medico.de/almezan