Präsident Gauck: Prediger der verrohenden Mittelschicht

Mit Christian Wulff hat sich die politische Klasse eines lästig geworden kleinbürgerlichen korrupten Aufsteigers entledigt, während die viel größeren Geschäftemacher der Parteien weiter ungestört ihren Interessen nachgehen können…

Es gibt auch in Deutschland unterschiedliche Ansichten

von Jutta Ditfurth

Um die Peinlichkeit zu übertünchen, wurde nun Joachim Gauck, der Prediger für die verrohende Mittelschicht gerufen. Dass CDU/SPD/FDP und Grüne ihn gemeinsam aufstellen verrät uns, dass uns noch mehr Sozialstaatszerstörung, noch mehr Kriege und noch weniger Demokratie drohen. Einen wie ihn holt man, um den Leuten die Ohren vollzuquatschen.

Gaucks neoliberales Verständnis von Freiheit als Freiheit des Bourgeois, schließt soziale Menschenrechte aus. Von sozialer Gleichheit als Bedingung wirklicher Freiheit versteht er nichts. Mit der Agenda 2010 und ihren brutalen Folgen ist er sehr einverstanden, für die Betroffenen und ihre Proteste hat er stets nur Verachtung. Kritik am Kapitalismus findet Gauck lächerlich. Die Entscheidung zur Begrenzung der Laufzeit von AKWs gefühlsduselig.

Dem Krieg in Afghanistan hat Gauck die Treue gehalten, denn auch dieser Christ ist ein Krieger. In der Vertriebenfrage ist der künftige Bundespräsident ein Kumpan von Erika Steinbach und hat Probleme mit der polnischen Westgrenze. Was er von Demokratie und Humanismus hält, verrät er, indem er für die Verfassungsschutzüberwachung der Linkspartei eintritt und den Ideologen des Rassismus der Mitte, Thilo Sarrazin, „mutig“ findet. Hat jemand je eine scharfe und überzeugende Kritik an Nazis von ihm gehört?

Fremdenfeindlichkeit kann er verstehen, aber er schätzt es nicht, »wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird«.
Gauck ist ein Anhänger der Totalitarismusideologie, der Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus. Mit seiner Aufstellung als Kandidat bekennen sich CDU/SPD/Grüne und FDP zu dieser unerträglichen reaktionären Weltsicht. Der Kandidat und die vier ihn aufstellenden Parteien passen zu einander.

P.S.: Das Amt des Bundespräsidenten ist überflüssig, ein feudales Relikt für obrigkeitsgläubige Deutsche.

Jutta Ditfurth, Autorin und Soziologin, vertritt ÖkoLinXAntirassistische, Liste im Frankfurter Römer

52 Kommentare zu “Präsident Gauck: Prediger der verrohenden Mittelschicht

  1. „EHRENSOLD“ in Großburgwedel… Eine Zumutung für die politische Kultur in Deutschland !!
    Solche Typen hätten in Deutschlands dunkelsten Zeiten ganz bestimmt auch jeden mißliebigen Nachbar für BARES verkauft !!
     
     

  2. Das zukünftige  „Gegauckel“ wird „die dumpe Masse“ schon wortgewaltig „beseelt“ auf kommende marktwirtschaftliche „Innovationen“ einstimmen …oberlehrmeisterlich erhaben zuseuseln …Jutta Dittfurth hat natürlich Recht mit ihren Vermutungen – man schaue sich doch die Leute nur an …deren „Lebenswerk“

    …Sem …Genisis

  3. Apropos „Mal zur Info“ : Sicherlich magst du recht haben – – – aber letztlich gings mir nicht um die Eröffnung des Oberseminars für Alte Sprachen
     
     

  4.  
    Mal zur Info: Die Semiten sind die Gemeinschaft aller die semitische Sprachen sprechen. Somit sind Semiten keine ethnische Gruppe sondern eine Sprachengemeinschaft.

  5. „Aber Gauck nun Antisemitismus (Semiten = Aramäer, Judäer und Syrer) vorzuhalten ist natürlich ebenfalls Quatsch…“
     
    Mal zur Info: Die Semiten sind die Gemeinschaft aller die semitische Sprachen sprechen. Somit sind Semiten keine ethnische Gruppe sondern eine Sprachengemeinschaft.
     

  6. Jutta Ditfurth hat natürlich recht: dieses Amt ist tatsächlich ein Relikt aus der Vergangenheit. Es knüpft an die selige Kaiserzeit an und verleiht dem Inhaber die Aura eines de-facto-Monarchen. Allein schon das Institut eines „Ehrensoldes“ von 200.000 EUR p.a. aus Steuergeldern für ausschließlich solch einen Politiker, fast egal was war. Während erhebliche Teile der Bevölkerung einer ruinierten Rentenkasse entgegensehen, die v.a. einer aus den Fugen geratenen „Arbeitsmarktpolitik“ angelastet werden muß, scheint das Staats-„Oberhaupt“ für den Rest seines Privatlebens (z.B. mit 52) sorgenfreien Zeiten entgegen zu sehen.
    Jutta Ditfurth spitzt einiges zu, aber das gehört nun mal zum Journalisten-Geschäft. Allemal doch irgendwie besser, als der inzwischen weichgespülte Einheitsbrei vieler „staatstragener Verantwortungspublizisten“, die Zugang zu vielen Medien bekommen haben. Frau Ditfurth ist mir allein schon deshalb sympathisch, weil sie seit der Gründung der damaligen Grünen/Alternative Liste nicht ihre Ursprungshaltung verlassen hat, wie so viele ihrer damaligen Mitbegründer. Beispiele gefällig? Josef Fischer, Otto Schily und, und, usw. usf. Von merkwürdigen Metamorphosen wie SPD-Schröder ganz zu schweigen… Aber Gauck nun Antisemitismus (Semiten = Aramäer, Judäer und Syrer) vorzuhalten ist natürlich ebenfalls Quatsch…

  7. Zu den Inhalten des Eingangsbeitags muß man sich nicht mehr äußern, es ist alles bereits gesagt. 
     
    Allerdings frage ich mich ernsthaft, weshalb solch absolut fragwürdige Polemiken überhaupt von hagalil als lesenswert und / oder diskussionswürdig betrachtet werden. Weil J. Ditfurth als irgendwie „links“ angesehen wird? Wegen des Sarrazin-Einwurfs oder des Totalitarismusansatzes? Ansonsten sehe ich keinerlei Grund dafür. 
     
    Hoffähig machen sollte man Abstruses nicht.       

  8. Herrn Gauck’s derzeitige Auftritte und statements sind von kühler Arroganz und persönlicher Selbsterhöhung über ALLES geprägt – das „steht mir zu -Denken“. Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland werden ganz sicher VIEL Freude mit ihm haben!

  9. Was für ein befremdlich wirkender Kommentar von Frau Ditfurth. Geschrieben in einer beleidigenden Sprache, die man in braunen Postillen vermutet. Diese Worte machen mir Angst.
    Sämtliche Zitate werden sinnentstellt wiedergegeben. Dies wiegt besonders schwer bei ihrer üblen Unterstellung, Gauck schätze es nicht, wenn der Holocaust überbewertet werde.  Hier werden Worte nicht nur uminterpretiert, nein sie werden genau als Gegenteil dessen, was gesagt wurde, kolportiert. Ein Schlag ins Gesicht für jeden Menschen, der um Differenzierung bemüht ist. An denunzierender Boshaftigkeit ist dies kaum zu übertreffen. Sollte der engstirnige Grund von Frau Ditfurths unerträglicher Entgleisung darin liegen, dass Gauck Anhänger einer „Ideologie“ ist, die Kommunismus und Faschismus gleichsetzt? Dass aber Faschismus im Gegensatz zum Kommunismus von seinem Wesen her nichts anderes als Antisemitismus ist, streitet Herr Gauck überhaupt nicht ab.
     

    • Sie haben Recht Herr Hurwitz!
      Ich erinnere mich an eine Rede in der Herr Gauck den folgenden Satz sagte:
      „Wir, die wir hier sitzen, sind doch alles intelligente Menschen. Wir wissen genau, wo das schwarze Loch unserer deutschen Geschichte liegt.“
      Ich teile Ihre Meinung. Gauck Antisemitismus vorzuwerfen ist Unsinn. 

    • “ … wo das schwarze Loch unserer deutschen Geschichte liegt“
      .
      Na klar glaubt G. das zu wissen, ist er doch Mitautor in „Das Schwarzbuch des Kommunismus“, in dem er den Beitrag „Vom schwierigen Umgang mit der Wahrnehmung“ veröffentlichte. In einem Schwarzen Loch gibt es bekanntlich nichts wahrzunehmen, aber Gauck als gelernter Prediger des Metaphysischen kann natürlich damit umgehen, wenn es auch schwierig ist. So ein Pfarrer  kann der Pfarrerstochter und Physikerin Merkel noch beibringen, was sie in Leipzig nicht lernte.

  10. „Rufmord ist es in meinen Augen z.B., zu sagen: Der hatte ja Westkontakt… Westreisen“

    keineswegs …es sind überprüfbare Feststellungen, die er selbst kommuniziert …

    „na, wenn der man nicht selbst bei der Stasi war…“

    das schreiben Sie allein C.Fried …in meinem statem. stand sowas nicht …bin ich, denke, auch viel zu unerfahren zu …vermutlich haben Sie mehr Kenntnisse aus Ihren doch sehr glaubhaft geschilderten Erfahrungen …es sind halt ????????? viele Fragezeichen zur „Vita“ des erneut –  diesmal „Blitzkanditaten“ für den Chefposten im Bundes-Präsidialamt?

    Es war ALLES andre als selbstverständlich???, unter welchen „misslichen“ Umständen Herr G. die „Diktatur“ überlebte – möglicherweise ein Hohn für tatsächlich „gelitten Habende“ …Inhaftierte …!

    Jutta Dittfurth kritisiert ihn zurecht an seinen eigens kommunizierten „menschlichen Werten“ ….und es scheint ratsam, doch noch mal richtig tief in die vergangen erlernten theologischen Studieninhalte zu gucken – schaden tät’s sicher nicht. 😐

    SH SH

    • „….na, wenn der man nicht selbst bei der Stasi war… So etwas liest man alles nun im Netz (nicht unbedingt hier)“

      So habe ich es gesagt. Und damit, lieber riciano, keinesfalls behauptet, dass Du geschrieben hättest, Gauck sei bei der Stasi gewesen. 

      Da ich G. nicht persönlich kenne, kann ich seine Vita und seine Aufrichtigkeit letztlich nicht beurteilen. Nur, er wird mein Präsident, somit bringe ich ihm erstmal Vertrauen und auch Respekt entgegen. Den Rest zeigt die Zeit.  

  11. Zu Dave:“Meine Erfahrungen dort waren glücklicherweise nicht solcher Natur, aber das Wort Heuchelei wurde für mich eines der bedeutendsten Wörter der deutschen Sprache. Meine Zweifel durch brutale und negative Erfahrungen bewegten mich sofort danach zum Kirchenaustritt. Und weisst Du was der Pfarrer mir gesagt hat – dass für mich nun der Himmel versperrt sei. “ (Zitat Ende)

    Da hat mir mal einer zum Thema Himmel einen ganz niedlichen Witz erzählt: Eine fromme Dame fragt im Gebet den lieben, ob es denn wirklich so sei, dass sie im himmel all ihre lieben Menschen wiedersehen wird? Der liebe Gott antwortet ihr: Natürlich siehst Du Deine Liebsten alle wieder. Aber die Anderen auch.

  12. Na ja Frau Ditfurth,

    Ihren heiligen Zorn kann ich nachvollziehen. Der Herr Gauck ist ja noch nicht Bundespräsident und man weiss ja noch nicht, welche Leichen aus dem Keller ( wie bei Wulff ) demnächst die breite Öffentlichkeit beschäftigen werden. Ich gehe davon aus, dass der Herr Gauck sukzessive demontiert werden wird.

    Wer braucht schon Volumenredner ausser der Dumpfbacke?

    Mit freundlichen Grüssen
    ( Hans-Dieter Rüppel )

  13. Hallo C. Fried, in der Tat verstehe ich Dich jetzt besser.

    Dave schrieb weiter oben, er war als Kind in einer evangelischen Institution – Du stellst eine interessante vergleichende Hypothese zu Ricianos Gauck‘ These auf auf um mich zu lehren…

    Na der Dave, wenn der mal nicht früher was mit kl. Jungs gemacht hat….

    Tja der Dave war ein kleiner Junge in dieser religiösen Insitution, bei der sich einer der Lehrkräfte später von einer Brücke stürzte, weil diese Lehrkraft tatsächlich was mit kleinen Jungs gemacht hat und das war dort kein Einzefall.  U.a. offenbarten mittlerweile bekannte Autoren ihre Erfahrungen mit der gelebten Nächsten“liebe“ dort.

    Meine Erfahrungen dort waren glücklicherweise nicht solcher Natur, aber das Wort Heuchelei wurde für mich eines der bedeutendsten Wörter der deutschen Sprache. Meine Zweifel durch brutale und negative Erfahrungen bewegten mich sofort danach zum Kirchenaustritt. Und weisst Du was der Pfarrer mir gesagt hat – dass für mich nun der Himmel versperrt sei. 

        

       

         

  14. Leider haben die „Westmächte“ im „Wiedervereinigungsprozess“ mit vielen „Bürgerrechtlern“ voll in die Scheisse gegriffen. Klar, sie haben sie dann mit Posten und Pöstchen zugeschüttet, als Lohn dass sie den Demokratieprozess in der DDR Ende ´88-´89 voll verraten haben.
    Ob Birthler oder Gauck, oder auch Bärbel Bohley, alles nur Bürgertumsrechte aber keine aufrichtigen Bürgerrechtler.

    Wie auch immer, nach dem Wullf- und Köhlerdrama würden sie auch eine Hauskatze als Bundespräsidenten nehmen. Aber Ditfurth hat recht, der Posten ist überflüssig, was für die Tonne.
    Im Grunde ist der Bundespräsident eine einflusslose Winkewinkepuppe.
    Der Wirbel um Wullf und auch dem Gauckler ist eigentlich nichts wert.
    Wenn der Posten unbesetzt bleibt merkt das keine Sau.

  15. Weisst Du C. Fried, ich bin ein Mensch mit gerade so durchschnittlicher Intelligenz (hat mir eine evangelische Institution als Kind bestätigt) und streng evangelisch erzogen worden, diese verklausulierten Sätze haben mir schon immer Kopfzerbrechen bereitet, wie z.B…:
    Du schreibst zu Riciano…
    …Du sollst nicht falsch Zeugnis reden…” soll wohl auch gegenüber Gauck gelten:
    Oder weißt Du es nicht besser?..
    Jetzt mal meine Trivialinterpretation 
    Heisst das du sollst nicht lügen und nur das behaupten was ich denke oder Du hast keine Ahnung?
    Dann kommt der Teil…
    ….Das alles jetzt Gauck vorzuwerfen, riciano, ist Rufmord. Du musst ihn nicht mögen, aber bleibe redlich ihm gegenüber….
    Klingt für mich wie eine Drohung, immerhin darf man im stillen Kämmerlein nicht mögen, aber es ist wohl besser den Mund zu halten, auch wenn man falsch liegen sollte?
    Weiter oben schreibst Du was von „Freiheit“ versus Obrigkeitshörigkeit, hmm, das begreife ich schon gar nicht mehr, welche Freiheit meinst Du denn konkret, die, die passen tut, oder die wo jeder sagen darf, was er will?
    Dann schreibst Du…
    In Frankreich jedenfalls führte die Herrschaft der Tugend zum Fallbeil. …

    Also sollte in der Kirche eher kein Platz für Tugenden sein?

    siehst Du ich verstehe das nicht so genau daher rätsle ich weiter…..  
     
    Du zitierst die Nächstenliebe und beklagst subtil eine U-Boot Lieferung nach Israel.
    Hmmm…habe damals als Kind gelernt, dass für uns als Christen Israel das Heilige Land ist, aber was sollen wir dann machen, wenn Israel angegriffen wird, wenn es sich nicht verteidigen kann/darf?   
    Dann finde ich auch einfachere Sätze, wie ….wer lesen kann ist im Vorteil …. hmmm, aber da bekomme ich schon wieder dieses eigenartige Gefühl einer Wertung, dabei sollen wir doch nicht über andere richten, hatte ich gelernt?
    Aber da ich bei weitem nicht perfekt bin, freue ich mich auf Deine Erklärungen, damit ich sie auch besser verstehen kann… 

      

      
      
     

        
     
     

    • Dave, so klar ich kann, antworte ich:
      Man muss Gauck nicht mögen, es ist völlig ok, ihn inhaltlich zu kritisieren (sein Freiheitsverständnis, seine Einstellung zu Hartz 4, und werweißwasnoch). Aber es sollte stimmen, was man sagt. Rufmord ist es in meinen Augen z.B., zu sagen: Der hatte ja Westkontakt… Westreisen…na, wenn der man nicht selbst bei der Stasi war…. So etwas man alles nun im Netz (nicht unbedingt hier). Das ist ja die Ebene, die unter der Gürtellinie, so als würde ich hier reinschreiben, obwohl ich Dich gar nicht kenne: Na der Dave, wenn der mal nicht früher was mit kl. Jungs gemacht hat….
      U-Boot/Tugend/Fallbeil: R. Schlickewitz provozierte mit der Bemerkung; Christentum sei völlig daneben und überflüssig, sie folgen angeblich Jesus, dem friedlich Liebenden und haben Waffen und führe Kriege. Darauf ich: Dasselbe gilt dann auch für Juden, sie lehren Nächstenliebe und lesen in der hebr. Bibel, die Schwerter mögen zu Pflugscharen werden, und bestellen in Kiel Super-U-Boote. Es ist doch klar, was ich Herrn Schl. sagen will: messe nicht mit zweierlei Mass. (Zu mir selbst: Obwohl Christ, bin ich kein Pazifist, befürworte, dass wir eine Armee und eine Polizei haben, die beide auch bewaffnet sind. Natürlich finde ich es in Ordnung, dass Israel sich zu wehren versteht. Ganz verständlich. Ich verstehe Jesus da auch anders als Herr Schl.: Sein Reich ist nicht von dieser Welt und kommt ohne schwert ist, aber immer wenn WIR Sein Reich von uns aus aufrichten wollten, endete das in Progrom, Mord, Totschlag usw. Uns soll es genügen, auf dieser Welt mit den Methoden dieser Welt ein halbwegs vernünftiges zusammenleben untereinander zu organisieren, das wäre schon eine ganze Menge.) Fallbeil und Tugend: Na—auch das ist aus der Schlickewitzantwort. Man könnte ja auch sagen: Alle Religion-ob Jude oder Christ- ist verlogen und überflüssig. Meine Antwort: Ok. Was dann? Glaube an den Menschen? Tugend? Seneca? Rousseau….das führte zum Fallbeil. Erinnere Dich an Robespierre.—Also, so einfach mit „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“  auf der Fahne gehts wohl auch nicht. Dass in Kirchen, Synagogen, Moscheen, Tempeln Tugenden gelehrt und dann hoffentlich auch gelebt werden, keine Frage.
      Natürlich ist das Sätzchen: Wer lesen kann, ist im Vorteil“ wertend, ein kleiner Seitenhieb auf Frau Ditfurth, die oben frech behauptet, Gauck findet Sarrazin mutig und kann Fremdenfeindlichkeit verstehen.
      Mein Freiheitsverständnis ist schlicht bürgerlich-liberal: Freiheit des Individuums, Recht, mein Leben im Rahmen überprüfbarer Gesetze zu gestalten, meinen Weg zu Glück und Seligkeit zu finden, zu reden, zu demonstrieren, zu wählen. Staat schafft Ordnungsrahmen und sozialen Ausgleich über Steuern und Abgaben, Staat erzieht nicht und gibt keine Lebensmodelle vor. Das im Einzelnen zu diskutieren, sprengt hier den Rahmen. So-verstehst mich nun besser?

  16. @ C.Fried

    Es tut mir leid, dass ich Sie mit von mir kommunizierten Inhalten zum belegten bewegenden „Tun und Lassen“ des medial glorifiert gefeierten NEUEN Präsidentschaftskanditaten der Bundesrepublik D. möglicherweise verletzt haben könnte …das war keineswegs eine meiner Absichten …im Gegenteil …alle Aufmerksamkeit galt ausschliesslich der Person …dem Menschen …J. Gauck  …wissen Sie Herr C.Freid? …meine bescheidenen Vorstellungen von glaubwürdigen Geistlichen …Priestern – welch große Verantwortung – orientieren sich eher an dem dazu Überlieferten in den Heiligen Schriften …ja auch an denen Ihres Herrn …des JUDEN J.v.N. …befremdlich, wie „berechnend“ selbstgefällig Herr G. sich über z. B. am untersten Rand der „demokratischen“ Gesellschaft lebende Menschen verhöhnend äußern glauben zu müssen??? … „Du musst sie an ihren TATEN messen“ – NUR daran und ausschliesslich …blosse Feststellungen seines „eingerichteten“ Lebens in der „schrecklichen Diktatur“ nun gleich als Ruf“Mord“ zu bezeichnen??? …ich denke, Herr Gauck würde dazu gewohnt „erhaben“ flotte erklärende Antworten liefern!
    Ihnen nehme ich Ihr Engagement ab – Herrn G NICHT.
    Tut mir leid …Berufung …zu „predigen“ ist komplett was ANDERES …lesen Sie in der Bibel nach …

  17. “Die Deutschen werden es insbesondere Amerika niemals verzeihen, dass es Deutschland besiegt hat. „
     
    “ Das Amerika, welches uns-also meine Großeltern-besiegte,“
     
    IHR habt “leichtfüßig“ die über 5 Millionen getöteten Soldaten der …ja die Rote/n Armee der Sowjets unterschlagen, die zum entscheidenden Teil zur Kapitulation in der Reichshauptstadt Berlin beitrug!!!
     
    Wie weit ist es eigentlich mit Authentität und Glaubwürdigkeit eines ja vom Herrn persönlich zu spirituell Anderem …Höherem “Berufenen“, wenn dieser sich in der lebenserfahrendsten Phase …“Blüte seiner Weisheit“ nun zukünftig niederen “weltlichen“ Dingen zuwendet??? …will schreiben …seine “pastoralen Ansprüche“ politischem Kalkül, Macht- u. Amtsanspruch weichen lässt??? …das dabei an den Tag gelegte „Niveau“ mal unberücksichtigend …die evangelische Kirche kann einem um solcher “Priester“ wegen leid tun …
     
    Herr J. Gauck fristete in der “Diktatur“ DDR eine äußerst privilegiertes Dasein – durfte sogar in die  “nichtsozialistische“ Freiheit – mit wessen Hilfe, Wohlwollen und Fürsprache auch immer – reisen! Welch  ehemaliger DDR-Bürger kann so was schon über seine “düstere“ Vergangenheit  berichten????
     
    “Gauck als DDR- Stabilisator. Ausreisewilligen wollte er von ihrem Irrweg
    abbringen. Gauck würdigte und erwähnte weiterhin SEINE VIELEN BRDReisen.“
     
    …landläufig wurden und werden Solche liebevoll “Wendehälse“ genannt.

    • Riciano, ich hab lang überlegt, ob ich antworten soll, weil ich erst richtig sauer über Dein Gerede war, nun hats sich etwas gelegt, aber „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden…“ soll wohl auch gegenüber Gauck gelten:
      Oder weißt Du es nicht besser?
      1) Evangelische Pastoren sind in der Regel immer auch politisch, das war bei Luther so, bei Calvin, bei Niemöller und Bonhoeffer, leider auch bei Reichsbischof Müller, so auch bei Gauck. Man kann ja gar nicht Jesus für heute verkünden, ohne auch politisch zu werden. Ist das denn bei Juden so anders?
      2) Gauck hatte wie alle DDR-Pfarrer einen Paten aus einer Westdeutschen Kirche, einen Pfarrer oder aus dem Westen, der ihn und seine Gemeinde finanziell und ideell unterstützte. Auch besuchte usw. Das war völlig normal, so wollte die ev. Kirche verhindern, das Ost und West zu zwei Völkern wurden. Einer trage des anderen Last, so lief das. Und ganze Kirchenvorstände, ich war selbst mit dabei auf Reisen nach Sachsen, wo unser Paten“kind“ war, reisten mit und verorgten die dortigen Schwester und Brüder mit Zement, Waschbecken, Kaffeemaschinen etc. Und die Stasi wusste das alles, aber ließ uns machen.
      3) DDR Pfarrer flohen nicht. Jedenfalls die Meisten nicht. Man hätte es wohl gern gesehen von Seiten der Stasi, aber sie blieben. Bereitwillig erlaubte man ihnen Westreisen, hoffend, sie würden nicht zurück kommen. Aber sie kamen zurück. Unser Patenpfarrer war auch bei uns zu Besuch, hat sogar meinen Sohn getauft, all das war normal. Das alles jetzt Gauck vorzuwerfen, riciano, ist Rufmord. Du musst ihn nicht mögen, aber bleibe redlich ihm gegenüber.

  18. Das was die deutsch christliche Community  insgeheim will, ist ein Präsident, der uns mit seinen menschlichen und moralischen Qualitäten mit einem Federstrich von aller Schuld und aller Vergangenheit befreien kann.  Einen normalen Menschen als Präsidenten, können wir uns gar nicht mehr vorstellen. Mit unserer arischen Herrenrasse sind wir auf die Fresse gefallen, jetzt wollen wir eine moralische Herrenrasse sein. Bei allem was wir alleine ohne Amerika nicht zu Stande bringen, z.B. das Morden auf dem Balkan zu stoppen, brüllen wir: „Nie wieder Krieg“!
    In Wirklichkeit rührt diese verlogene Moral nicht daher, weil die Deutschen den zweiten Weltkrieg angefangen haben, sondern weil Amerika, Russland und die Alliierten das deutsche Morden in Europa mit Waffengewalt beendet haben. Das ist der wahre Grund, warum die Deutschen schreien: „Nie wieder Krieg!“ Die Deutschen werden es insbesondere Amerika niemals verzeihen, dass es Deutschland besiegt hat. 
    Von den Hilfeschreien aus den Massengräbern in Syrien wenden wir uns eiskalt mit unserer verlogenen  „nie wieder Krieg-Moral“ ab.    
    Wir wollen einen Präsidenten, der uns vor allem aus unserer Vergangenheit, wie aus einem Alptraum herausführt, so dass wir Auschwitz für immer vergessen können. Mit weniger geben wir uns nicht zufrieden. Einen echten moralischen Übermenschen wollen wir. Eine echte moralische Führungspersönlichkeit wollen wir. Einen Führer halt.
    Alles andere ist uns egal. Das ist greller Narzissmus. Nichts hat sich geändert!! 

    • All das, was wir angeblich wollen, das will ich gar nicht. Wie kannst Du nur 80 Millionen so über einen Kamm scheren und dann noch mit solch einem Zerrbild, das mehr über Deine Fantasie aussagt als über „Uns“.
      Ich will einen Demokraten, einen klugen Kopf, einen Denker mit Gespür für das, was dran ist, einen vom Politalltag geistig wie finanziell möglichst Unabhängigen als BP.
      Mehr nicht. Und ich gebe dem Gauck jetzt erstmal einen Vertrauensvorschuss. Und-das sei gesagt-das Thema „Freiheit“, für das er bislang steht, dieses Thema hat unser Land, das gerne dem Vaterstaat huldigt, sehr nötig.

      Noch ein Wort zu Amerika: Das Amerika, welches uns-also meine Großeltern-besiegte, war offenbar ein Anderes als das Heutige, das in großen Teilen immer bigotter, evanglikaler und fundamentalistischer wird und die Errungenschaften der europäischen Aufklärung, aus der es entstand, mehr und mehr vergisst. Wobei mir klar ist, das Teaparty nicht USA ist. Aber eben auch nicht nur eine Randerscheinung. 

  19. Ich möchte einige wenige Sätze kommentieren.

    „Gaucks neoliberales Verständnis von Freiheit als Freiheit des Bourgeois, schließt soziale Menschenrechte aus.“

    Unter Bourgeois wird der steinreiche Bürger der Oberschicht verstanden, das Wort bedeutet lediglich „Bürger“.  Es gibt nur eine Art gesellschaftlicher Freiheit: die bürgerliche = demokratische Freiheit! Alle anderen Arten von Freiheit, kommunistische, sozialistische, proletarische, arische oder christliche, meinen die Unfreiheit bis zur Sklaverei. Nur die bürgerliche Freiheit schließt die Menschenrechte ein. Jede unbürgerliche Unfreiheit schließt die Menschenrechte aus, incl. die sozialen, was man auch darunter verstehen will.

    „Gauck ist ein Anhänger der Totalitarismusideologie, der Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus“, einer „unerträglichen reaktionären Weltsicht.“

    Totalitarismusideologie ist nicht allein die Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus. Totalitarismusideologie ist die Gleichsetzung von Extremen. Als Jude wird man jeglichen Kommunismus dem Nationalsozialismus vorziehen, sogar der nordkoreanischen Spielart, die sich unmerklich vom Nationalsozialismus unterscheidet, außer dass dort keine Juden leben.
    Es gab viele Juden, die dankbar in das faschistische Spanien flohen.
    Es ist keine Schande, als Europäer der Totalitarismusideologie anzuhängen, um den Totalitarismus zu verdammen.

    „Das Amt des Bundespräsidenten ist überflüssig, ein feudales Relikt für obrigkeitsgläubige Deutsche.“

    Stimmt.
     

  20. @Werner Jurga: „Yael weist mit einem Link nach, dass Gauck durch halbe Zitate zu Sarrazins „Kumpel“ gemacht werde, obgleich er Sarrazins Thesen nur halb teile. Was ihm offenbar als gelungene Zurückweisung der Kritiker erscheint.“
    Yael ist ebenso wie Deborah ein durchaus weiblicher Kämpfer.

    „Merkwürdig also, es hier in einer Personalfrage anzutreffen, in der die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sowie (fast) alle Parteien die eigene Position teilen. Dies würde mir selbst dann missfallen, wenn ich keine Einwände gegen die Kandidatur Gaucks hätte.“
     
    Der Umkehrschluß lautet? Mir gefällt nur ein Bundespräsident, den die Mehrzahl der Bevölkerung und/oder der Parteien ablehnt? Wie soll der denn legitimiert werden? Durch Dich? Man könnte selbstverständlich auch wieder ein „Klassen“wahlrecht einführen, wobei selbstverständlich die Auswahl der Wahlberechtigten bei Dir liegen darf. Oder die englische Lösung? Der deutsche Hochadel gilt halt nur im Ausland.

    Jetzt lasst ihn doch mal machen! Man könnte auch böse sagen, er ist weder altNazi, geistig verwirrt, hat keine Flugmeilen umgemodelt, keine Schröderfreunde übernommen und lässt sich anscheinend nicht zwingen zu heiraten. Mit viel Glück singt er auch nicht. So, what? 
    Ich könnte mir sogar vorstellen, daß er Worte über unterschiedliche Ost-West Löhne äußert. Und dies wäre an der Zeit!

    • Nein, ich habe nichts dagegen einzuwenden, dass ein Kandidat von der Bevölkerungsmehrheit und (fast) allen Parteien unterstützt wird. Insofern erübrigt sich auch die Frage nach dem Umkehrschluss. Mir ist nur die Aggressivität der großen Mehrheit gegenüber der relativ kleinen Minderheit unangenehm aufgestoßen.

  21. Mir geht es vor allem um das Amt, was hier mal wieder mit einer weiteren Personaldebatte in Frage gestellt wird. Da wird über den Umweg Person an der demokratischen Ordnung gesägt und dann über Kapitaldiktatur hergezogen, ja was denn nun? Außerdem kritisiere ich vor allem die einseitig negative Darstellung hier im Text, ausgerechnet von einer Soziologin, die sich über die Wirkung solchen Wirkens bewusst sein muss. Sonst ist sie halt nur Populistin.
    Es geht aber auch darum, dass von beiden zurückgetretenen Präsidenten eine Kapitalismuskritik geübt wurde und sie nun zurückgetreten sind. Der eine aus „unerklärlichen“ Gründen und der andere aus sehr bekannten. Dann würde ich heute mal rückblickend auf die Erfahrungen mit Wulff fragen, welche unerklärlichen Gründe Horst Köhler für seinen Rücktritt denn gehabt haben möge. Ein Anruf diesmal VON Herrn Diekmann vielleicht? Als Ex-Zentralbanker und plötzlicher System-Kritiker, auch noch im Bundespräsidentenamt, war er wohl sehr gefährlich geworden.

    Bemerkt das keiner oder verschweigt man es absichtlich?

    Also aus meiner Sicht sind vor allem die Medien zu kritisieren, denen ja auch kaum eine ernsthafte Kapitalismuskritik einfällt außer „Über ihre Verhältnisse gelebt!“ um mal wieder etwas Stimmung zu machen, was anderes können sie nicht mehr. Was in Griechenland abläuft ist eine knallharte Machtübernahme der EU-Technokraten und Welt-Finanzakteure und das blüht Deutschland auch bald. Aber bitte, kritisieren wir weiter den Gauck, vielleicht kapiert der es ja endlich mal.

    Warum ist der Schäuble noch im Amt? Der braucht sich über die Griechen gar nicht aufzuregen, der ist wegen Korruption rechtskräftig verurteilt, interessiert von den Medien auch niemanden mehr. Kohl gab sein Ehrenwort gegenüber den Spendern und nicht gegenüber dem Staat oder der Bevölkerung, mehr Ehrverlust ist gar nicht mehr möglich. Und sein Mädel ist heute Kanzlerin!

  22. Auch in anderen Blogs beobachte ich bei der Debatte um den Präsidentschaftskandidaten Gauck eine Merkwürdigkeit. Normalerweise läuft doch eine Diskussion so: es wird ein Argument vorgetragen, woraufhin die „Gegenseite“ dies – am besten begründet – zurückweist oder erklärt, was daran zutrifft und was nicht. Worauf Erstere mit der Gegenargumentation wiederum auf gleiche Weise verfahren.

    In der Gauck-Debatte müsste es also etwa so laufen: seine Kritiker werfen ihm vor, „integrationsfeindlich“ zu sein, woraufhin seine Verteidiger entgegnen sollten, dass gerade der Hinweis auf eine mangelnde Integrationsbereitschaft bei einigen Migranten alle Integrationsbemühungen begleiten müsse. Oder so. Und vergleichbar auch in anderen Punkten.

    Yael weist mit einem Link nach, dass Gauck durch halbe Zitate zu Sarrazins „Kumpel“ gemacht werde, obgleich er Sarrazins Thesen nur halb teile. Was ihm offenbar als gelungene Zurückweisung der Kritiker erscheint. Die häufiger anzutreffende Variante bringt Jens: Lobpreisung des Kandidaten bei gleichzeitiger Verurteilung „dieser ganzen Schmutzautoren“.

    Die Kritikpunkte an Gauck liegen konkret vor – teilweise gut, teilweise nur „halb“ belegt. Gaucks Verteidiger könnten sich an die argumentative Arbeit machen. Stattdessen stampfen sie mit dem Fuß und insistieren darauf, dass Gauck ein vorbildlicher Demokrat sei. Mit Verweis auf seine Vita. Ohne nähere Begründung. Zumeist etwas aggressiv.

    Man kennt dieses Verhalten eigentlich nur von sektiererischen Außenseitergruppen. Merkwürdig also, es hier in einer Personalfrage anzutreffen, in der die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sowie (fast) alle Parteien die eigene Position teilen. Dies würde mir selbst dann missfallen, wenn ich keine Einwände gegen die Kandidatur Gaucks hätte.

    • „Merkwürdig also, es hier in einer Personalfrage anzutreffen, in der die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sowie (fast) alle Parteien die eigene Position teilen. Dies würde mir selbst dann missfallen, wenn ich keine Einwände gegen die Kandidatur Gaucks hätte.“

      Interessanter Einwand. (Wobei allerdings auch nicht verschwiegen werden sollte, dass es in (fast) allen Parteien Vertreter gibt, die nicht hinter Gauck stehen.) Wollen Sie damit sagen, dass Ihnen ein Bundespräsident lieber wäre, der von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung sowie (fast) allen Parteien abgelehnt würde? So eine Art „Westerwelle“? Nur- wie sollte so einer denn gewählt werden?

      Oder wollen Sie eher einen, den zwar (fast) alle Parteien ablehnen, die Mehrheit des Volkes aber Klasse finden? Modell „Sarrazin“?

      Unt zum Thema „Einwände“ .. glauben Sie, es gibt auf der Welt jemanden, gegen den nicht irgendwer irgendwelche Einwände hat?

      Nein – Gauck ist auch nicht „mein“ Kandidat .. ich glaube allerdings, dass ich mit ihm besser klarkommen werde als mit dem bisherigen Bundesschnäppchenjäger.
      Und ja – ich bin mir sicher, dass ich mich mehr als einmal heftig über ihn ärgern werde .. aber über wen nicht? Ich bin ja nicht aufgestellt .. 😉

  23. „…weiß er sehr genau wie eine Diktatur arbeitet.“

    in der Tat, dass kann man von ihm hören, indem er berechtigt vorgetragene Forderungen „friedlicher Demonstranten“ (ähnlich DDR), in Sachen NACHWEISSLICH stattgefundener Fehlentwicklungen (MILLIARDEN Defizit-Ergebnisse „erfolgreichen freiheitlichen“ markt-Wirtschaftens) der „DIKTATUR pervertierenden Finanzkapitals“ majetätisch „staatstragend“ als LÄCHERLICH abtut!

    Nun scheinbar sind für ihn mit der „friedlichen Revolution“ 1989 all diktatorische Unterdrückungen beseitigt. All junge Demokratie-Menschen werden sicher noch von den lebensfüllenden Erfahrungen eines „Weisen“ lernen!

  24. Und da geht es schon wieder los! Er ist noch nicht mal im Amt und schon kommen alle möglichen Leute daher und meinen man müsste dem zukünftigen Bundespräsidenten  der BRD vorschreiben, was er für eine Meinung zu haben hat. Dafür braucht man aber so einen Bundespräsidenten tatsächlich nicht, der soll mal schön selbst wissen was er denkt.

    Frau Ditfurth hätte ihr Thema ordentlich bearbeiten können. Das ist alles sehr einfach und platt, einseitig negativ hingeschreibselt. Für eine Soziologin schlecht bis unterirdisch. Da könnte man meinen sie respektiere die Würde des Amtes als solches schon nicht mehr und sie stört es, dass die BRD einen Bundespräsidenten hat, wie ja auch der letzte Satz eindeutig verrät. Wenn man seine Affinität gegenüber einem Amt seinen Inhaber aufprojiziert, gehört man – zumindest in Deutschland – in eine Kneipe an den Stammtisch, da kann man das nach Herzenslust tun.

    Überhaupt kommt das immer mehr auf: Wozu noch einen Bundespräsidenten? Kann ich beantworten: Als letzte Bastion der Demokratie! Er hat ja keine andere „Macht“ als Gesetze zu unterschreiben und er wäre der letzte im Land, der zB. ein Ermächtigungsgesetz blockieren könnte. Wohl nicht auf Dauer, aber wenigstens hätte er noch die Möglichkeit das Volk zu alarmieren, das ist seine wichtigste Pflicht. Und dazu braucht man einen überparteilichen und wachsamen Bundespräsidenten, der ist sehr wichtig. Es wäre also ein erster Schritt die Demokratie zu demontieren, wenn man das Amt entfernt.

    Da Joachim Gauck in der DDR lebte, dort in seiner Kirchentätigkeit, die damals nicht einfach war und von der Stasi streng überwacht wurde, und später auch als Chef der Stasi-Akten-Behörde tätig war, weiß er sehr genau wie eine Diktatur arbeitet. Ich gehe davon aus, dass er ein guter Präsident wird und seine Aufgabe ordentlich erfüllt, repräsentieren kann er das vereinigte Deutschland wie kaum ein zweiter. Im Volk ist er beliebt. Außerdem bestehen erhebliche Zweifel an seiner Korruptionsfähigkeit und eine gewisse Boulevardresistenz scheint auch vorzuliegen.

    Diese ganzen Schmutzautoren sollten sich mal um die wirklich bedenklichen Leute, aus der Wirtschaft und den Medien kümmern, von denen sie so fürstlich bezahlt werden. Oder was ist mit Kohl? Der hat das halbe Kanzleramtsarchriv löschen lassen und die Schmutzfinken und Aasgeier interessiert es nicht! Die vierte Macht entwickelt sich zum Meinungsdiktator.

  25. Lieber Manfred Albers,
    mal davon abgesehen, dass ich hier nicht der Chef bin (wenden Sie sich doch diesbezüglich vertrauensvoll an David Gall), käme ich nie auf die Idee Frau Ditfurth vorzuschreiben, welche Themen sie bearbeiten darf und welche nicht. Wenn ich  mich des Themas angenommen hätte, wären sicherlich auch nicht alle glücklich geworden damit…vermutlich hätte sogar der ein oder andere ein Tränchen vergossen. Man weiss ja nie…

  26. http://www.netzticker.com/allgemein/gauck-lehnt-staatsakt-fur-die-opfer-des-rechten-terrors-ab/111837
    Man lese und staune! Entsprechend dieser Argumentation wird dann wohl unter der Regentschaft Gauck auf alle Fälle die Gedenkfeier am 27.01. zum Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und wahrscheinlich auch die Gedenkveranstaltungen zum 09.11. abgeschaft werden. Denn „ein staatlicher Trauerakt schienen ihm nicht “die richtige Form zu sein, um Toter zu gedenken, deren Ermordung schon so lange zurückliegt”. Tja…

  27. Hallo C. Fried:
    „Wie ich heute in der Zeitung lesen konnte liegt bei HDW in Kiel das nächste “Super-U-Boot” für Israel zur Auslieferung bereit. “
    Das ist eine reine Abschreckungs- bzw. Verteidigungswaffe um für den Fall der Fälle Israel zu ermöglichen einen, wenn es sein muss, atomaren Gegenschlag durchzuführen – möglicherweise eine langfristige Option mit einer atomaren Bedrohung aus Teheran leben zu können, wobei diese Option keine schöne ist und es sich nur um eine Option handelt.
     Iran hingegen sollte sich nun endlich zurückbesinnen und sich einfach mal fragen, was es denn geostrategisch will und vor allem was diese Feindschaft zu Israel überhaupt soll.
    Es gibt keine gemeinsame Grenze, keine Ressourcen- sowie Territorialkonflikte, also was soll das Ganze, permament eine Bevölkerung von <> 7 Mio Menschen zu terrorisieren? Aber zurück zu diversen Waffenlieferungen.
    Egal wie durcheinander unsere Politik derzeit auch sein mag und egal was sich für, für mich, gefährliche Strömungen etablieren, so wird es doch in diesem zunehmenden gespaltenen und sozial verfallenden Durcheinander immer einen Konsens geben. Sei es von links bis zur konservativen Mitte.

    Die deutsche Staatsräson, egal wer regieren mag, wird immer Israel in der Fähigkeit unterstützen, sich vor seinen Feinden schützen zu können. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz und darin sind wir uns alle einig von links bis zur Mitte.
     

  28. Was hat Christentum mit sogenanten Christen, mit Pseudo-Christentum zu tun?
    Was haben Kirchen mit der Lehre Christi zu tun?

    Dass der Obergefreite INRI allerdings Händler und Geldwechsler aus dem Tempel
    beförderte ist so unverzeihlich wie die Kritik an dem Tanz um das Goldene Kalb.

    Oj, Gewalt!

  29. Anetta Kahane fürchtet, mit Gaucks Betonung des Patriotismus und seinem Totalitarismusbegriff, der DDR-Unrecht und Drittes Reich gleichsetze, „ins Fahrwasser einer Relativierung der NS-Vergangenheit zu geraten“.
    Dieter Graumann, der dem Zentralrat der Juden vorsitzt, ist da zuversichtlich: Gauck sei nicht immer bequem, aber er werde „frischen Wind in die Politik bringen“.

    Mit seinen Äußerungen über Thilo Sarrazins Buch habe er „Irritationen ausgelöst“, räumt Kenan Kolat von der Türkischen Gemeinde in Deutschland ein. „Wir hoffen aber, dass er jetzt Zeichen setzt, dass er der Präsident aller Menschen in Deutschland werden will“, sagt Kolat.
    „Sein romantisches Bild vom Kapitalismus ist stark geprägt von seinen Erfahrungen in der DDR“, glaubt die Schriftstellerin Hatice Akyün. Sie stichelt: „Mein Vater schiene mir besser geeignet, weil er das Land besser kennt. Er lebt schon seit 50 Jahren in der Bundesrepublik – und damit 30 Jahre länger als Gauck,“ zitiert die TAZ.

  30. Danke, Jutta – sehr deutliche Worte an die predigende Zunft der ehemaligen DDR – nun “seine“ Freiheit??? scheint NUR seine ganz persönlich subjektiv für sich …sein Leben reflektiert Wahrgenommene zu sein. Da lässt sich jetzt durchaus konstatieren, dass er wohl seeehr frei von jeglichen “Zwängen“- im Gegensatz zu vllt. Millionen andrer im Lande, zu sein scheint – halt gut gelaufen! J
    “Kein einziger unter ihnen vermag dabei einen Widerspruch zur Lehre ihres Meisters, jenes Propheten Jesus, zu erkennen, denn, meinen sie alle, Christentum muss wehrhaft bleiben.
     
    Kann es etwas Überholteres, etwas Verlogeneres, ja, etwas Jämmerlicheres als ‘unser’ Christentum überhaupt noch geben?“
    Robert – da ist was dran – Sie stellen richtig/e – “Unangenehme“ – berechtigte Fragen ..und doch sollte zwingend einmal gefragt werden …
    Es gibt noch VIIIEL zu lernen aus der Lehre “ihres Meisters“ …der Torah – der WEISUNG!!!

  31. …denn auch dieser Christ ist ein Krieger
     
    Eine der so zahlreichen Absonderlichkeiten des Christentums, jedenfalls für jemanden, der gewohnt ist, seine Umwelt mit offenen Augen und kritisch zu sehen.
     
    Da lehrte doch einst, vor zweitausend Jahren, dieser Prophet Jesus Christus Nächstenliebe und Gewaltfreiheit und lebte diese höchst lobenswerte Form zu existieren auch noch persönlich vor, heißt es. 
     
    Kaum ist er mausetot (wahrhaftig, toter als tot!), wissen seine Jünger, Adepten, „Stellvertreter“, Fans und Anhänger nichts Besseres zu tun als den Begriff eines „wehrhaften Christentums“ zu erfinden und schlagen unter diesem Alibinamen alles kurz und klein, was ihnen als nicht christlich oder christenfeindlich erscheint. Und das war, wie wir wissen, nicht wenig.
     
    Auch noch, und ganz besonders, heute, in alleraufgeklärtesten Zeiten hauen ganz besonders jene kräftig zu, die sich am christlichsten wähnen, darunter Christen der Ostkirche, ebenso wie die der Katholischen oder der Evangelikalen etc.; alle stellen sie bis zum Exzess Panzer, „Jabos“, MG’s, U-Boote, Minen sowie andere totschlagende Argumente her und sie fühlen sich dabei, und trotz allem, ganz und gar christlich und ihrer christlichen Tradition fest verbunden, ja, sogar verpflichtet.
    Kein einziger unter ihnen vermag dabei einen Widerspruch zur Lehre ihres Meisters, jenes Propheten Jesus, zu erkennen, denn, meinen sie alle, Christentum muss wehrhaft bleiben.
     
    Kann es etwas Überholteres, etwas Verlogeneres, ja, etwas Jämmerlicheres als ‚unser‘ Christentum überhaupt noch geben?

    • Dann ist das Judentum genauso überholt und verlogen. Es lehrt genauso Nächstenliebe (Sedakah), und die Passagen über die Schwerter, die zu Pflugscharen werden sollen stehen in dem hebräischen Teil der Bibel.
      Wie ich heute in der Zeitung lesen konnte liegt bei HDW in Kiel das nächste „Super-U-Boot“ für Israel zur Auslieferung bereit. 
      Vielleicht sind Sie, Herr Schlickewitz, der Ansicht, Religion an sich sei überholt. Gut, ist ein ehrenwerter Standpunkt. Sehen Sie zu, wie weit sie mit dem Humanismus der Stoa z.B., mit Seneca und Rouseau z.B. kommen. In Frankreich jedenfalls führte die Herrschaft der Tugend zum Fallbeil.

  32. OH je, Jutta hat eine „Ansicht“ von sich gegeben! Ob sie sich in eine Phalanx mit Oskar, „dem gefährlichen Clown“ einreihen will?  OL äußert ungefährdet schon mal „unterschiedliche Ansichten“ und verzehrt mit neuer Begleiterin seine auf seinem Marsch durch die Institutionen „erworbenen“ öffentlichen Pensions-Tantiemen.
    Und Frau Ditfurth? Ohne öffentliche Tantiemen? 
    Hartes Brot, wenn man dann noch zu praktisch allen strittigen Themen eine extrem einseitige Sicht für die einzig Wahre hält. Mancher bewundert sie hierfür und hält ihre politischen Aktivitäten für konsequent und standfest. Ja, es ist schade, dass sie ihr Engagement nicht kontrollierter einbringen konnte. So wirken ihre Ansichten eher bemüht kontrovers,  eher clownesk.
    Gut, dass der Mantel der Geschichte sich auch über dies gnädig decken wird.

  33. Genau, Frau Ditfurth. Sie haben völlig Recht. Gauck ist kein Pazifist, kein Sozialist, kein Ökofanatiker, er ist liberal, bürgerlich, patriotisch, er weiß, dass es dem Opfer egal ist, ob es aus rassischen Motiven oder aus Klassenstandpunktmotiven heraus ermordet wird, er tritt im Zweifel für Freiheit und damit auch gegen Zwangsehe und ähnliche sog. kulturelle Fänomene ein, er ist somit gewiss alles andere als braun, und somit genau der richtige Präsident für ein freies, liberales, rechtsstaatliches Land, dass wir sein wollen und hoffentlich oft auch sind. Hendryk M. Broder wird ihn mögen.

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