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Bis 120: Rabbiner Levinson zum 90. Geburtstag

Nathan Peter Levinson (Lewinski) studierte an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, bevor er 1941 über Asien in die USA emigrierte und Rabbiner wurde. 1950 entsandte ihn die Weltunion für das progressive Judentum als liberalen Gemeinderabbiner nach Berlin zurück…

Später war er Militärrabbiner u.a. in Japan, Landesrabbiner von Baden und Hamburg und Vorsitzender der deutschen Rabbinerkonferenz. Levinson war 20 Jahre Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit; 1976 wurde er zum Präsidenten des Internationalen Rates der Christen und Juden gewählt.

Er setzte sich für die Gründung der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg ein. Levinson hatte bereits 1971 die Einrichtung einer Ausbildungsstätte für jüdische Religionslehrer, Kantoren und Rabbiner angeregt. Ein erstes Memorandum über die Einrichtung eines jüdisch-theologischen Instituts stammt vom 4. Mai 1972. Der Oberrat der Israeliten Badens forderte damals für die jüdischen Gemeinden in Deutschland, für die 25.000 hier lebenden Juden ein akademisches Institut, um Rabbiner, Religionslehrer und Vorbeter für sie nicht länger im Ausland bei deutschsprachigen Fachleuten in der Emigration oder bei ausländischen Lehrkräften ausbilden zu lassen, die die deutsche Sprache nicht sonderlich beherrschen.

Die Hoffnungen, die Levinson in die Heidelberger Hochschule setzte, haben sich aber nicht erfüllt; als Mitglied der Leo Baeck Foundation hat er in den letzten Jahren umso mehr die Entwicklung der Rabbinerausbildung am Abraham Geiger Kolleg unterstützt und begleitet. Rabbiner Levinson trat 1985 in den Ruhestand, kehrte 2002 nach Berlin zurück und kann am 23. November seinen 90. Geburtstag feiern. Mazal tov!

Quelle: Kescher, Nr. 11-2011