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Emigrantski Republic: Sagte die Kanzlerin nicht, multikulti sei tot?

Im Berliner Phlexton Studio sind mit Hilfe des Produzenten Kraans De Lutin (Culcha Candela, Flo Mega, Tiger HiFi, Irie Revoltes) 15 neue Songs des kreativen Emigrantski Ragamuffin Kollektivs Rotfront entstanden. Mit klarer Haltung behandelt jeder einzelne Song des neuen Albums VisaFree ein anderes Themengebiet: von der Unterdrückung von Minderheiten in den Ländern Osteuropas; dem Status allein erziehender Exfrauen weltbekannter Spione bis hin zum Rauchen im Kosmos, wilde Hochzeitsfeiern im Berliner Multi-Kulti-Bezirk Wedding fehlen genauso wenig, wie weltweite Touren…

Drink a bottle of vodka, eat a pound of garlic –
This is the taste of Emigrantski Republic…

Gestern Emigrantski Republic, morgen die Welt – VisaFree!

Wie klingt VisaFree? Stellt euch Folgendes vor: Naftule Brandwein jammt mit Nirvana, Lee Scratch Perry mischt die Session und lässt sie zum Spaß mal nach Disco, mal nach Heavy Metal klingen. Die neue Platte von RotFront: schweißtreibend und gefühlsvoll wie guter Sex, stark und kristallklar wie der Obstschnaps aus einem bulgarischen Dorf, bunt und erfrischend wie Berlin selbst.

„Der mannigfaltige Einwandererchor erklingt in seinen vielen Muttersprachen, die verschiedenen Genres werden stolz nebeneinander ausgestellt. Im gemeinsamen Feiern – so banal das klingen mag – lösen sich alle Widersprüche auf. So wird Musik endgültig zu einer internationalen Sprache“
Le Monde

Das neue Album reflektiert die Biographien des Kollektivs und bietet Tanzmusik der Extraklasse mit Texten, die eine musikalische Absage gegen Langeweile, Vorurteile und Ausländerhass propagieren. Mit den neuen Songs möchte RotFront ihr Publikum nicht nur unterhalten – die Musik und die multinationale Besetzung der Band zeigen, wie spannend und positiv der Austausch zwischen den Kulturen sein kann, wie hässlich und absurd der Rassismus ist.

RotFront featuring András Kéri / MC Columbo (Irie Maffia, Brains), Gipsy.cz, Gaya Arutyunyan (Deti Picasso, Vattican Punk Ballet), Mickael Franci (Mala Vita), Annette Ezekiel Kogan (Golem), Rude (La Maquina), Perkalaba, Daniel Kahn, DJ Ipek, Wladimir Kaminer – „Gay, Gypsy and Jew“ from the album „VisaFree“ (Essay Recordings, 2011)

Das ist globaler Pop, nach vielen Seiten offen, sich nicht auf den verengenden Begriff „Weltmusik“ festlegen lassend. Das zweite Album VisaFree präsentiert schubladenfreie Musik für die neuen Weltbürger: Rotfront inszeniert den Soundtrack zu einer Globalisierungsparty, die nicht nur in der deutschen Hauptstadt gefeiert wird.

Ihre Musik ist keine Weltmusik mehr, sondern der urbane Sound aus den Schaltstellen der Ersten Welt. „Unsere Musik“, sagt Gurzhy, „sollte im Idealfall ein Modell für eine moderne Gesellschaft werden: Irgendwann spielen Nationalitäten keine Rolle mehr.“
taz

In den sieben Jahren seiner Existenz entwickelte sich das Emigrantski Raggamuffin Kollektiv zu einer einzigartigen Erscheinung in der deutschen Szene. „Wir sind gekommen, um Grenzen zu durchbrechen… So gesehen sind wir eine politische Band“, hieß es im Pressetext zum ersten Album von RotFront. Über Politik wird zwar nie direkt gesungen, jedoch am eigenen Beispiel bewiesen, wie organisch und harmonisch der Austausch zwischen verschiedenen Nationalitäten, Musikrichtungen und Kulturen funktionieren kann: Ein Ukrainer, zwei Ungaren, ein Australier und vier Deutsche mischen in ihren Songs Ska, Reggae, Dancehall -und Cumbia-Sounds mit Klezmer, Hiphop mit Berliner Schnauze, osteuropäischer Turbopolka, mediterranen Melodien und Rockriffs.

Um das Gründungsduo, den Gitarristen und Sänger Yuriy Gurzhy und Simon Wahorn, versammelten sich das blechgewaltige Bläsertrio Max Bakshish (Klarinette und Saxofon), Dan Freeman (Saxofon) und Anke Lucks (Posaune) sowie Drummer Jan Pfennig, die weibliche Stimme gehört der hinreißenden ungarischen Schauspielerin Dorka Gryllus (sie spielte u.a. in den Filmen von Sam Garbarsky „Irina Palm“, Wolfgang Murnberger „Der Knochenmann“, Fatih Akin „Soul Kitchen“, Robert Adrian Pejo: Der Kameramörder – Österreichischer Fimpreis 2010 für die beste weibliche Hauptrolle), das jüngste Mitglied der Band ist Mad Milian, ein Aktivist des Berliner HipHops.

Emigrantski Raggamuffin, das erste Album der Band (gefördert durch Initiative Musik) katapultierte die Band nach seiner Veröffentlichung nach oben: Aus dem überfüllten Kaffee Burger wagten die Musiker den Schritt auf die Bühnen großer internationaler Festivals. Im Sommer 2010 konnte man RotFront als Headliner von u.a. Fusion (DE), Sziget (HU), Path Of Peace (IT), Konzerthaus Wien (AU), Ariano Folk Festival (IT), Winterthurer Musik Festwochen (CH) und Helsinki Flow Festival (FIN) erleben. 2010 wurde die Band mit dem Deutschen Weltmusikpreis RUTH ausgezeichnet: „Rotfront sind nicht nur überzeugende Vertreter ihrer eigenen Geschichte, sondern wirken auch als Katalysator für Strömungen vieler urbaner Immigrantensounds.“ Mit VisaFree werden sie im Sommer 2011 überall in Europa die Club- und Festivalbühnen stürmen.

Bestellen: CDs visafrei…


Rotfront in Ungarn: RotFront performing Gay, Gypsy and Jew @ Sziget 2011, Budapest (HU) – together with Lemez Lovas (Shtetl Superstars), Gaya Arutyunyan (Deti Picasso, Vatican Punk Ballet), Palya Bea and Wahorn Matzaa (Yes Yes Matzaa).