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Fifa: Drusischer Fußballstar darf in Nationalmannschaft

Vor dreißig Jahren, im Dezember 1981, entschied die Regierung Menachem Begin, die Militärverwaltung des Golan aufzuheben und ihn endgültig zu annektieren. Den drusischen Bewohnern des Gebietes wurde damit auch die israelische Staatsbürgerschaft angeboten, sie lehnten sie jedoch ab und sind seitdem zwar Einwohner des Staates Israel, jedoch staatenlos…

Dies muss man wissen, um die Geschichte des 1985 geborenen Fußballspielers Wiam Amashe zu verstehen, in dessen Ausweisdokument, wie bei den anderen Drusen des Golan, ein „Status unklar“ vermerkt ist. „Wer die Staatsbürgerschaft annimmt, wird aus der Dorfgemeinschaft ausgestoßen“, so der Vater von Wiam. „Er wird nicht mehr zu Familienfeiern eingeladen und darf noch nicht einmal mehr an Beerdigungen teilnehmen.“

Und so bleibt auch Wiam Amashe staatenlos – was ihn aber nicht davon abgehalten hat, eine glänzende Karriere im israelischen Fußball zu machen. Der Stürmer von Maccabi Haifa führt mit bereits zwölf Treffern in dieser Saison die Tortabelle der Oberliga an, und jetzt sollte endlich der Traum eines jeden Fußballers in Erfüllung gehen – die Aufnahme in die Nationalmannschaft.

Doch für die Nationalmannschaft braucht man eine Nationalität, und die hat der staatenlose Ashame gerade nicht. Wie begehrt der Stürmer ist, kann man schon allein daran erkenn, dass auch die syrische Nationalmannschaft Interesse angemeldet hat. Aber für Ashame ist klar: Er spielt nur für Israel, und er spielt nur, wenn dies ohne Staatsbürgerschaft möglich sein sollte.

Avi Luzon, Vorsitzender des Israelischen Fußballbunds, stellte also bei der FIFA einen Sonderantrag auf Aufnahme von Ashame in die Nationalmannschaft, obwohl er kein israelischer Staatsbürger ist. „Ich könnte Sepp Blatter schon davon überzeugen, dass mein Fall weltweit einzigartig ist“, hatte Ashame im Oktober gesagt – und doch bestand nur wenig Hoffnung, dass dem Antrag stattgegeben wurde. Völlig überraschend kam daher am Donnerstag die Entscheidung: Ashama erhält eine Ausnahmegenehmigung, und die Nationalmannschaft ist künftig um ein Ausnahmetalent reicher.

Yaakov Shahar, dem Ashames Verein Maccabi Haifa gehört, erklärte: „Ich freue mich für Ashame und auch für unsere Nationalmannschaft. Es ist nur schade, dass die Entscheidung nicht schon vor den Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2012 gefallen ist. Aber besser spät als nie.“

Haaretz, 02.12.11, Newsletter der Botschaft des Staates Israel