Aus wirtschaftlichen Gründen: Kein Krieg gegen Iran

Israelische Finanzexperten kommen zum Schluss, dass es keinen Krieg gegen Iran geben werde. Amir Cahanovitch von „Klal Finanzim“ erklärte im Rundfunk, dass Iran von der Wirtschaftskrise in den USA wie in Europa profitiere, gerade jetzt wegen des umstrittenen Atomprogramms Schlagzeilen zu machen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 10. November 2011

Cahanovitch sagte, dass weder die USA noch Europa fähig und bereit wären, einen Ölpreis von 200,- Dollar pro Fass hinzunehmen. Das sei jedoch zu erwarten, falls sie lähmende Sanktionen gegen die Ölexporte des Iran beschließen oder die Zentralbank Teherans boykottieren. Auch ein Militärschlag gegen Iran, gleichgültig von wem der ausgeht, könnte verheerende Folgen für den Ölpreis und damit für die Wirtschaft des ganzen Westens haben.

Cahanovitch erwähnte bei der Gelegenheit, dass Iran der wichtigste Öllieferant von China und Japan sei. Deshalb würden diese Länder keinesfalls harten Sanktionen gegen Iran zustimmen. Abschließend sagte Cahanovitch aufgrund der Analyse der Wirtschaftsexperten von „Klal Finanzim“: „Man kann zum Schluss kommen, dass Europa und die USA sich schon aus wirtschaftlichen Gründen mit einer Atommacht Iran abgefunden haben.“

Derweil hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen Ministern einen Maulkorb verhängt und ihnen „verboten“ sich zu Iran zu äußern. Offizielle Sprecher Israels, darunter der Ministerpräsident selber und Staatspräsident Schimon Peres hatten den Iran als „größte Gefahr für Israel“ bezeichnet, scharfe Sanktionen des Westens gefordert und die Formel „alle Optionen liegen auf dem Tisch“ wiederholt. Sie haben jedoch nicht direkt mit einem Militärschlag gegen Iran gedroht. Stattdessen gab es in Israel eine laute öffentliche Diskussion von Gegnern eines israelischen Alleingangs gegen das iranische Atomprogramm. Dabei wurde über „verheerende Folgen“ diskutiert und über eine allgemeine „Destabilisierung“ des Nahen Ostens. Ebenso wurde vor unerträglich hohen zivilen Opfern in Israel gewarnt, falls tatsächlich der Iran im Falle eines Angriffs zurückschlagen sollte und versuchen könnte, Israels „auszulöschen“, wie es Präsident Ahmadinedschad bei einer Rede in Teheran angekündigt hat.

Verteidigungsminister Ehud Barak reagierte auf diese Horrormeldungen in einem Rundfunkinterview mit der Behauptung: „Wenn alle Bürger sich im Kriegsfall in ihre Sicherheitsräume begeben, wird es in Israel keine Fünfhunderttausend, keine Fünftausend und nicht einmal 500 Opfer geben.“ Jerusalem wolle keinen Krieg, könnte aber in einen Krieg hineingezogen werden, sagte Barak. Es gebe keinen israelischen Beschluss zu einem Angriff auf Iran. Zu der Frage, ob Israel einen solchen Angriff mit den USA absprechen werde, sagte Barak, dass Israel seine amerikanischen Freunde respektiere. „Aber letztlich ist Israel ein souveräner Staat.“

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

7 Kommentare zu “Aus wirtschaftlichen Gründen: Kein Krieg gegen Iran

  1. Drohungen gegen Teheran: Niederlande schließen Militärangriff nicht aus – SPIEGEL ONLINE – Nachricht
    http://www.spiegel.de 
    „Im Atomstreit mit Iran bekommen die USA und Israel Beistand von unerwarteter Seite: Auch der niederländische Außenminister Uri Rosenthal will keine Option gegen Teheran ausschließen – Militärschlag inklusive. Bundesaußenminister Westerwelle ist erbost.“

    der kleine Giudo weis immer noch nicht wie alles so Funktioniert solange schon der lustige Aussenminister der deutschen und immer noch keine Ahnung vom Geschäft. 

  2. An den Grenzen der Freundschaft
    „Irans Bombenpläne, die Palästinenser und die arabische Revolution: Deutschland muss seine Israel-Politik überdenken.“

    „Iran steht schon jetzt nicht gut da. Seine Wirtschaft ächzt unter den Sanktionen. Die Führung ist gespalten, die Jugend entfremdet. Das Land ist mit der Türkei über Kreuz, mit den Saudis sowieso. Demnächst könnte es Assads Syrien verlieren und damit auch einigen Einfluss auf die radikalislamischen Milizen Hamas und Hisbollah. Die Welle des Freiheitswillens in der Region hat den tyrannischen Charakter des Regimes abermals offengelegt.“
    „Iran ist isoliert und verwundbar. Konsequentere Sanktionen wären für das angeschlagene Regime gefährlicher als ein Militärschlag, der alle – auch die Opposition – in die Solidarität mit den Herrschenden zwingt.“

    Gerade Deutschland hat noch viel Spielraum bei weiteren Sanktionen.

    „Im letzten Jahr aber stieg das Handelvolumen mit Iran sogar um 11,6 Prozent auf über 2,6 Milliarden Euro. Deutsche Firmen sind im Energiesektor aktiv, der Lebensader des Regimes. Die Bundesregierung kann das einschränken, es würde Iran schmerzen. Sind wir bereit, die Kosten zu schultern? Sie wären gewiss geringer als die eines regionalen Krieges.“

    http://www.zeit.de/2011/46/Israel

    Alte Devise der deutschen Wirtschaft Geld stinkt nicht und Moralische Bedenken kennt die deutsche Wirtschaft nicht. Man Reist zwar kein Zahngold mehr aus Toten Judenmünder um Geld zu verdienen dafür gibt es aber genügend Arabische und Persische Diktatoren die gut bezahlen können.

  3. Die UNESCO beschwert sich über israelische Karikatur
    „Die UNESCO hat sich formell bei Israel beschwert – über eine Karikatur der Redaktion von Ha’aretz!“
    „Israels Botschafter bei der UNESCO wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte, als ein hochrangiger Vertreter der Bildungs-, Wissenschafts- und Kultur-Organisation der UNO ihn Mittwoch für eine Standpauke einbestellte. Der Grund? Eine in Ha’aretz veröffentlichte Karikatur.“
    „Die Karikatur vom 4. November – ein erfinderischer Kommentar zur Entrüstung der Regierung darüber, dass die UNESCO Palästina als Vollmitglied anerkannte – zeigte Premierminister Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak, die ein Luftwaffenstaffel zum Angriff auf den Iran schicken; Netanyahu befiehlt: „Und auf dem Rückweg werdet ihr das UNESCO-Büro in Ramallah beschießen!“
    „Beim Treffen mit Eric Falt, dem stellvertretenden UNESCO-Direktor für Außenbeziehungen und öffentliche Information, war Botschafter Nimrod Barkan verblüfft, dass ihm eine Kopie dieser Karikatur und ein offizielles Protestschreiben von UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa ausgehändigt wurde. Falt sagte Barkan die Karikatur sei Hetze.“

    „Eine Karikatur wie diese gefährdet das Leben unbewaffneter Diplomaten und Sie haben die Verpflichtung diese zu schützen“, sagte Falk nach Angaben einer israelischen Quelle. „Wir verstehen, dass es in Israel Pressefreiheit gibt, aber die Regierung muss Angriffe auf die UNESCO verhindern.“
    „Barkan stellte heraus, dass die Regierung keine Kontrolle über in den Zeitungen abgedruckte Redaktionskarikaturen hat. „Fragen Sie sich, was Sie gemacht haben, dass eine moderate Zeitung mit einer tief sitzenden internationalen Neigung eine solche Karikatur veröffentlichte“, schlug er vor. „Vielleicht liegt das Problem bei Ihnen.“

    „Nachdem Barkan das Gespräch dem Außenministerium berichtete, kabelte dieses zurück: „Was genau will die UNESCO von uns – dass wir unsere ausgezeichneten Jungs losschicken, um die Beschäftigen der UNESCO zu schützen oder dass wir die Zeitung schließen? Es sieht so aus, als würde Ihre Arbeitsumgebung immer mehr Anklänge an ‚Animal Farm‘ bekommen.“
    „Ich könnte falsch liegen, aber ich interpretiere die Karikatur so, dass man bei Ha’aretz gegen einen Angriff auf den Iran ist und das zeigt, indem man die Absurdität eines Luftangriffs auf die „UNESCO“ „auf dem Rückweg“ herausstellt – was bedeutet, dass es sich um das genaue Gegenteil von Hetze handelt. Oder vielleicht war der Karikaturist gegen das, was nach seinem Gefühl Israels unverhältnismäßige Reaktion auf die Aufnahme Palästinas als Mitglied in die UNESCO empfindet.“

    „Wie auch immer, es scheint so, dass die islamisch dominierte UNESCO lehrt, wie diese Organisation angemessen auf Karikaturen reagieren soll, die sie geschmacklos finden.“
    „Eine weitere Möglichkeit ist, dass man bei der UNESCO, zu der jetzt die Hamas als Teil der „Einheit“ der palästinensisch-arabischen Delegation gehört, vielleicht glaubt, da mindestens eines ihrer Mitglieder keine Probleme hat UNO-Einrichtungen anzugreifen, wenn es ihren Zwecken dient, dass alle ihre Mitglieder genauso sind.“

    Hat mit Gleichberechtigung zu tun.
    „Oder vielleicht wollen die von der UNESCO, wo sie finanziell schmerzlich getroffen sind, von Israel kostenlos Sicherheitsmaßnahmen bekommen.“

    Elder of Ziyon, 11. November 2011 – Übersetzung: Heplev

    Tja wenn kein Geld mehr kommt hört auch die Simche auf bei der UNO 🙂

  4. Diese Diskussion ist gut geeignet, von anderen Dingen abzulenken – z.B. der noch einmal ausgedehnten Siedlungspolitik.
    Israel wird sicher keinen Selbstmord begehen und alle Einwohner werden wohl im Fall eines atomaren Angriffs (wenn er denn jemals stattfände) kaum Monate lang in Schutzräumen bleiben können – und es wäre seltsam, wenn auch alle Soldaten sich in Schutzräume zurückziehen würden, stattdessen gäbe es zumindest unter den IDF Verluste, die wohl über 500 hinausgehen würden!

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