Ausgestorbener Frosch wiederauferstanden

Der „Rundzungenfrosch mit schwarzer Kehle“ ist vor sechzig Jahren in den Hula-Sümpfen nördlich des See Genezareth ausgestorben. Diese Froschart war nur in diesem früheren Sumpfgebietgebiet in Ober-Galiläa heimisch und nirgendwo sonst in der Welt gesichtet worden…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 16. November 2011

Anfang der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der Hula-Sumpf im Rahmen eines großangelegten Pionierprojekts trockengelegt, um einer Malariaplage zu begegnen und das Land urbar zu machen. Doch dieses Projekt stellte sich als eine der schlimmsten Umweltsünden Israels heraus. Nicht nur wurde ein wichtiges natürliches Biotop zerstört. Der Moorboden konnte kaum landwirtschaftlich genutzt werden, weil unterirdische Brände ausbrachen. Vor etwa zwanzig Jahren wurde deshalb das Gebiet erneut geflutet. Seitdem ist es wieder zu einem Tierparadies geworden und ein Landeplatz für Millionen Zugvögel auf dem Weg von Europa nach Afrika. Der heutige Hula-Park gilt als einer der wichtigsten Beobachtungsposten für Ornitologen aus aller Welt.

Naturschützer suchen seit Jahren erfolglos nach dem ausgestorbenen Frosch. Ein Mitarbeiter des Naturschutzgebietes, Joram Malka, sichtete ein Exemplar des Frosches, konnte es einfangen und ins Labor zur Identifizierung bringen, wie der israelische Rundfunk berichtete.

Der gefundene Frosch ist 6,3 cm lang und wiegt nur 26,3 Gramm. Er wurde einwandfrei identifiziert. „Ich war immer schon sicher, dass ich dem Frosch begegnen würde. Gestern sprang er mir entgegen. Ich hielt an, sammelte ihn ein und verstand sofort, etwas sehr seltenes in der Hand zu halten.“ Eine Forscherin der Naturschutzgesellschaft, Elijah Oron, erklärte: „In der gesamten wissenschaftlichen Literatur gilt dieser Frosch als endgültig ausgestorben.“

Die letzen drei Exemplare des Frosches wurden in den fünfziger Jahren gesichtet, obgleich „Dutzende Ökologen und Forscher angereist kamen, um nach dem ausgestorbenen Frosch zu suchen.“ Der „Hula-bemalte Frosch“, so der englische Name, heißt auf Latein „Discoglossus nigriventer“. Wie groß er werden kann, sei unklar, da viel zu wenige Exemplare gefunden und gemessen wurden, sagte Malka. Der Winzling mit brauen Flecken auf dem Rücken und runder Zunge ist nur im Winter aktiv und versteckt sich im Sommer im Gestrüpp.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

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