Filme aus Israel

Jeden ersten Mittwoch in der Filmpalette in Köln…

Von Alex Gillor und Robert Spitz

Die Filmproduktion in Israel hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung erfahren. Während in den Jahren davor weit überwiegend „traurige“ Komödien produziert wurden, entstanden in den letzten Jahren viele hochqualitative zeitkritische Dramen, die internationale Beachtung und viele Preise gewonnen haben.

Das ist das Schöne am Kino: das Licht geht aus, und wenn man sitzen bleibt (was die meisten tun), dann kann – und muss – man sich 90 Minuten die Gefühle und Meinungen zumuten, man kann nicht gleich widersprechen, „ja, aber“ sagen, sondern man lehnt sich zurück und kann sich heimlich und unbeobachtet mit Sichtweisen und Menschen identifizieren, die man im wirklichen Leben nicht an sich herran lässt. Und das ist bei dem Thema Israel schon viel.

Leider sind nur wenige dieser Filme in den deutschen Kinos zu sehen, denn sie finden häufig keinen deutschen Verleih.

Joggen im Stadtwald sind für uns der Ort und die Zeit, die Weltproblemen zu lösen: wir vereinbarten mit Betreibern der „Filmpalette“, ein Filmkunstkino in Köln, regelmäßig (jeden ersten Mittwoch im Monat) einen israelischen Film zu zeigen. Wir kannten einen großen Interessentenkreis und sie hatten das Kino und waren die Profis. Die Betreiber waren angetan, bisher hätten sie nach Interessentenkreisen gesucht und jetzt sei es umgekehrt.

Da wir gut über die Kinowelt in Israel informiert sind, empfehlen wir aktuelle Filme und die Betreiber der „Filmpalette“ scheuen keine Mühe, entsprechende Filme zu besorgen, und manchmal ist es tatsächlich schwierig. Den kommenden Film „INTIMATE GRAMMAR [HADIKDUK HAPNIMI]“ nach dem Buch von David Grossman haben sie z.B. aus Frankreich besorgt.
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Begonnen haben wir im Jahr 2008 mit dem Film „Walk on Water – Übers Wasser wandeln“ (Originaltitel: „Lalechet Al Hamaim“). Es folgten in willkürlicher Reihenfolge unter anderem: “Tehilim“ (auf Deutsch „Psalmen“), „Sweet Mud“ (auf Hebr. „Adama Meschuga’at = Verrückte Erde“), „Broken wings“ (auf Hebr. „Knafaim Schvurot“), ein argentinischer Film, „ALLES WAS ICH AN EUCH LIEBE“, der das Thema Romeo und Julia im israelisch-palästinensischem Konflikt behandelt, „News from Home/ News from House“ von Amos Gitai, „Rana’s Wedding“, „Waltz mit Bashir“, „Shnat Effes – Die Geschichte vom bösen Wolf“, „Beaufort“, der für den Oscar 2008 nominiert wurde, „Ein Leben für ein Leben – Adam Resurrected“ (nach dem Buch „Adam Sohn eines Hundes“ von Joram Kanyuk), „Das Herz von Jenin“, „Arnas Kinder“, „Alles für meinen Vater“ (Hebr. „Sof Shavua B’Tel Aviv / Shabat Shalom Maradona“), „The Bubble“, „Lemon tree“, „Jellyfish“, „Close to home“ , „Ajami“, „Defamation“, „Du sollst nicht lieben“ (Einaym Pkuchot / Eyes wide open), „Lebanon“, „Göttliche Interventionen“, „Rachel“, „Das verrückte Liebesleben des Simon Eskenazy“, „I SHOT MY LOVE“, „Jaffa“ (auf Hebr. „Kalat Hayam“), „Jaffa – The orange’s Clockwork“, „Paper Dolls“, „Marhaba, Shalom“, „MAZEL TOV“, „Nach der Stille“, „DIE REISE DES PERSONALMANAGERS“ nach dem Buch von A.B.Jehoshua.

Die israelischen Filme werden i.d.R. an jedem ersten Mittwoch im Monat gezeigt, in der FILMPALETTE, Lübecker Straße 15, 50668 Köln.Tel. 0221 / 12 21 12 (Kinokasse).
Weitere Informationen: http://www.filmpalette-koeln.de/

Nächster Termin:

„INTIMATE GRAMMAR [HADIKDUK HAPNIMI]“ (Nach dem Buch „Der Kindheitsfinder“ von David Grossman) (OmeU)
7.12.11 um 20:00, Filmpalette Köln

Der vielfach ausgezeichnete Film basiert auf dem Roman „Der Kindheitsfinder“ von David Grossman (2010 Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels) und spielt im Israel der früher 1960er-Jahre: Eine neue Generation wächst heran, die sich 20 Jahre nach dem Holocaust nie wieder als Opfer sehen will. Der elfjährige Aaron ist anders. Er findet sich in der Welt seiner Eltern nicht zurecht, in der es nur um Krieg und das Überleben geht. Für ihn zählen innere Werte. Aus Protest hört er auf zu wachsen.