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Palästinenser weiten anti-israelischen Boykott aus

Die Fatah will nun Produkte aus ganz Israel boykottieren. Auch zum akademischen Boykott ruft die Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf. Bisher hatte sich die Maßnahme auf Waren beschränkt, die in den Siedlungen im Westjordanland produziert wurden…

Von J. Autenrieth, inn

Sabri Sajdam, Berater des palästinensischen Präsidenten, kündigte am Montag an, man plane eine Kampagne über soziale Netzwerke. Nicht nur Waren, die im Westjordanland produziert werden, sondern sämtliche israelische Produkte sollten boykottiert werden. Dies meldet die Zeitung „Jediot Aharonot“. Die Kampagne beschränke sich aber nicht nur auf den Handel: „Wir werden den Druck auf die akademischen Institutionen Israels erhöhen, indem wir fordern, dass Universitäten weltweit und vor allem in Ländern, die uns unterstützen, akademische Beziehungen mit israelischen Institutionen abbrechen.“

Sajdam fügte hinzu, die Palästinenser würden auch Proteste organisieren, die „zivilisierter als die in der arabischen Welt“ und „gewaltlos“ ablaufen würden. Die Führung wolle sich gezielt an palästinensische Städte wenden, um die Unterstützung ausländischer Aktivisten zu erlangen und um Spannungen mit israelischen Streitkräften zu vermeiden. Die Palästinenser hofften, die Koordination zwischen verschiedenen weltweiten Kampagnen voranzutreiben. Sajdam räumte ein, die Kampagnen seien möglicherweise auch dafür gedacht, Druck auf den UN-Sicherheitsrat auszuüben, damit er dem Antrag der Palästinenser auf einen eigenen Staat stattgibt.

Der Berater betonte, obwohl die neue Kampagne die Beendigung der Handelsbeziehungen mit Israel fordere, betreffe sie nicht die Sicherheitsvereinbarungen zwischen Jerusalem und Ramallah. „Bei der Kampagne geht es darum, dass unsere Leute Sicherheit erlangen“, sagte Sajdam.

Anfang 2010 war der Handel mit Siedlungswaren von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) per Gesetz unter Strafe gestellt worden. An die Haushalte wurden entsprechende Listen ausgegeben, auf denen die unerwünschten Produkte aufgeführt waren. Außerdem wurden die rund 22.000 in den Siedlungen arbeitenden Palästinenser dazu aufgefordert, ihre Tätigkeiten dort aufzugeben.