Sturm auf Botschaft

Der Sturm auf die israelische Botschaft in Kairo kann und darf nicht nur im Kontext des Nahostkonflikts betrachtet werden. Das war ein katastrophaler Vorfall, der gegen jegliche Regeln zwischenstaatlicher Beziehungen verstieß. Respekt der exterritorialen Botschaften und Immunität der Diplomaten gehören zu den Grundfesten zwischenstaatlicher Beziehungen…

Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 11. September 2011

Der Sturm auf die israelische Botschaft durch ägyptischen „Mob“ ist der Regierung in Kairo höchst peinlich. Arabische Staaten verurteilten die Ereignisse – ungeachtet ihrer sonstigen Feindseligkeit gegenüber Israel. Die höchste Spitze der amerikanischen Regierung bis hin zu Präsident Obama bemühte sich in stundenlangen nächtlichen Telefonaten, den ägyptischen Machthaber General Tantawi zu erreichen, um ihm mit „Konsequenzen“ zu drohen, falls den Diplomaten etwas zustoßen sollte. Der israelische Botschafter ist nicht „geflohen“. Wer das behauptet, erwartet wohl vom Botschafter, sich freiwillig umbringen zu lassen. 80 Botschaftsangehörige wurden mit ägyptischer Hilfe zum Flughafen in Sicherheit gebracht und nach Israel evakuiert. Sechs in der Botschaft verbarrikadierte Sicherheitsbeamte sahen schon ihren Tod vor den Augen. Der Pöbel drohte sie zu lynchen. Die Männer gaben Warnschüsse ab. In letzter Minute ein rettete sie ein ägyptisches Spezialkommando und lotste sie unerkannt zu Panzerwagen. Eine Militärmaschine flog sie nach Israel aus.

Unausdenkbar wären die Folgen für Diplomaten in aller Welt gewesen, falls den Israelis etwas zugestoßen wäre. Am Sonntag distanzierten sich alle ägyptischen Oppositionsgruppen von jenem „Pöbel“. Ägyptens Ruf ist schwer angeschlagen.

Gleichwohl wird dieser Vorfall positive Folgen haben. Weil das offizielle Ägypten die Wachmänner mit einem Spezialkommando aus Lebensgefahr gerettet und in Sicherheit gebracht hat, werden die Beziehungen mit Israel nicht leiden. Sowie Ägypten die Sicherheit israelischer Diplomaten garantieren kann, wird Botschafter Jitzchak Levanon umgehend nach Kairo zurückkehren. Auf ausdrücklichen Wunsch der Ägypter blieb der zweite Sekretär „an einem sicheren Ort“ in Kairo zurück, um „Kontakt“ zu halten. Ägypten wollte einen Bruch vermeiden.

Der persönliche Einsatz von Präsident Obama zeigt, wie ernst die Lage war. Ministerpräsident Netanjahus Lob für das ägyptische Kommando könnte zu einer Verbesserung der Beziehungen führen. Die herrschende ägyptische Militärjunta muss jetzt den enttäuschten „Pöbel“ beruhigen. Denn seit dem Umsturz ist die ägyptische Wirtschaft zugrunde gegangen. Innenpolitisch haben sich die Dinge nur zum Schlechteren gewendet. Nicht Israel, sondern die eigene Regierung war das wahre Ziel der Demonstranten, die zeitgleich auch das Innenministerium stürmten.
Sie benutzten Israels Botschaft als bewährter Sündenbock, um ihrer Wut über die gescheiterte Revolution Luft zu machen – zum Schaden ihres Landes und sogar ihrer eigenen Demokratiebestrebungen.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

7 Kommentare zu “Sturm auf Botschaft

  1. @efem

    Türkische Armee erschiesst 65 Kurden
    Syrische Armee erschiesst 15 Syrer
    Im Irak sind in den letzten Jahren ca 15000 Menschen durch Attentate ermordet worden
    deutscher Offizier tötet 100 Zivilisten in Afghanistan

    Das sind Aktionen ohne Selbstverteidigung sondern Rassismus gegen Minderheiten.

    Israel hat sich bei den genannten Aktionen Verteidigt und die 5 Ägytischen Soldaten sind im Kreuzfeuer versehentlich umgekommen.

    Aber Interessant wie es hier wieder ausgelegt wird ! Immer schön schüren den Judenhass nicht war !

  2.  
    @ efem
     
    So wenig ich ein Freund von dem fundamentalistischen Zionisten Baruch Zion bin, muss ich seine Befürchtung teilen.
    Aber Israel macht auch alles, damit der Hass auch schön gedeiht! Hier mal 1000 tote Zivilisten, da mal ein Jugendlicher mit einem Kopfschuss, weil er zu nah an die Mauer herangekommen ist. Dort mal 9 Türken erschiessen, hier mal 5 Ägypter erschiessen. Dort mal Palästinenser enteignen und hier mal jüdische Siedler sesshaft machen!

    Kurz:
    Der kleine Arschlochjunge kann nicht einfach über den Schulhof rennen, Ohrfeigen verteilen und sich dann wundern, dass die anderen ihn blutig prügeln wenn sie ihn mal am Boden haben!

  3. @efem

    dann schau Dir diese Dokumentation an und lerne zu was Moslems fähig sein können,  denn das ist Realität die im Falle einer Niederlage gegen die Araber sich wiederholen wird. Und ich bin immer wieder erstaunt wie Nicht Juden ohne der eigenen Erfahrungen und Geschichte von Verfolgung, Mord, Progrome und Holocaust Juden der Paranoia bezichten können.

    The Forgotten Refugees (1 of 7)
    http://www.youtube.com/watch?v=IPq5qLajyNI

    The Forgotten Refugees (2 of 7)
    http://www.youtube.com/watch?v=qaifkVPexUQ&feature=related

    The Forgotten Refugees (3 of 7)
    http://www.youtube.com/watch?v=8sDJyrPByV0&feature=related

    The Forgotten Refugees (4 of 7)
    http://www.youtube.com/watch?v=MEUJPhnP5BQ&feature=related

    The Forgotten Refugees (5 of 7)
    http://www.youtube.com/watch?v=8b-s7iVNMT0&feature=related

    The Forgotten Refugees (6 of 7)
    http://www.youtube.com/watch?v=9HSpHJwIHrc&feature=related

    The Forgotten Refugees (7 of 7)
    http://www.youtube.com/watch?v=uu7ZN_ZSuJI&feature=related

  4. Man stelle sich vor G“tt behüte Israel verliert einen Angriff von Arabischen Staaten und der Arabische Mob stürmt die Israelischen Städte Dörfer und Gemeinden angefüllt mit den Hass auf die Juden.

  5. Nicht uninteressant im Zusammenhang:

    http://de.indymedia.org/2011/09/315756.shtml

    Zitate:

    „Unstrittig ist, dass die ägyptischen „Sicherheitskräfte“ stundenlang untätig zuschauten, wie die Mauer niedergerissen wurde, auch als einer Gruppe gelang, in das Gebäude vorzudringen, wurde dagegen nicht eingeschritten.“

    „Aber auch Teile der der säkulären Opposition begrüssen die Aktionen vor der israelischen Botschaft. Der Militärrat dürfte sein eigenes Spiel spielen. Schon seit Mai kommt es immer wieder zu Demonstrationen vor der israelischen Botschaft. Die „Sicherheitskräfte“ haben es auch schon in der Vergangenheit zugelassen, dass Menschen das Gebäude erklimmen und die Fahne abreissen konnten. Auf diplomatischer Ebene wird dann immer wieder im Anschluss das Bedauern über die Vorkommnisse geäußert.
    Auf jeden Fall führen die gestrigen Ereignisse vor der israelischen Botschaft dazu, dass niemand mehr über die Proteste auf dem Tahrir Platz redet, die säkuläre Opposition dürfte dadurch weiter geschwächt werden.“

    „Der Angriff
    Am Freitag nun begannen die Demonstranten am Nachmittag, mit Hämmern und Eisenstangen die Mauer zu zerlegen, es sollte ein Symbol gegen die Absperrung der Botschaft sein. Selbst Präsidentschaftskandidat Ayman Nour nahm teil. Zu der Aktion hatten Aktivisten übers Internet
    aufgerufen,“

    „Die Diskussion
    Eine heftige Schlacht begann zeitgleich auch bereits zwischen den Protestierenden, sie wurde nicht mit Steinen, sondern mit Worten und Zeilen (im Internet) ausgetragen. Schon während der Kletteraktion gingen die Meinungen derer, die das live oder im Fernsehen verfolgten, weit auseinander – und sie mögen so etwa 50/50 liegen. Während ausgerechnet die Aktivist_innen (in Ägypten werden so die zumeist aus der Oberschicht stammenden Internet-Aktivisten bezeichnet) euphorisch und außer sich diesen „Triumph“ feierten, sahen andere fassungslos oder wütend zu, wie, in ihren Augen gerade ihre Revolution zerstört wurde.“

    Wie gesagt nicht uninteressant zur Meinungsbildung über die Hintergründe und möglichen Folgen dieses in +/- zivilisierteren Nationen eigentlich undenkbaren Geschehens.

    Weiterhin wird am Ende des Artikels auf Veranstaltungen in Berlin zum Thema hingewiesen. Die „Egänzungen“ zu dem Text zu lesen lohnt bisher jedoch kaum.

  6. Mal wieder Ihrer Meinung! Vielleicht kann sich noch jemand an Lichtenhagen erinnern. Die Fähigkeiten der staatlichen Einsatzkräfte hatte eine durchaus längere Vorlaufzeit. Wenn wir mal bei Leuten bleiben, die Ihre Chefs weggeputscht haben und dann noch den Pöbel in den Griff bekommen sollen.

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