Mit Margol ist nicht zu spaßen: Israels bekannteste Popsängerin verhaftet

Margalit Zanani, 59, eine der bekanntesten Popsängerinnen Israels, wurde am Dienstag verhaftet und von der Abteilung für „Wirtschaftsverbrechen“ der Polizei in Lod verhört. Nach Angaben des israelischen Rundfunks gebe es einen „anfänglichen Verdacht“, dass sie mit Hilfe von Verbrecherfamilien versucht habe, gewaltsam Schulden einzutreiben…

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 16. August 2011

מרגלית צנעני – קפה אלהמברה

http://www.youtube.com/watch?v=41BCGpC0wp4

Zanani machte schon in den vergangenen Tagen Schlagzeilen, weil sie sich geweigert hatte, die Teilnehmer an Massendemonstrationen in Israel für „soziale Gerechtigkeit“ mit ihrem Gesang zu unterhalten. Bei den Demonstrationen am vergangenen Wochenende in Haifa, Tel Aviv, Beer Schewa und sogar in Eilat, traten überall honorarfrei die bekanntesten Popsänger des Landes auf, während Zanani zunächst fehlte. Sie hatte die Ziele der Demonstranten kritisiert und ihre Ernsthaftigkeit in Frage gestellt. Es gab lautstarke Proteste gegen die ansonsten so beliebte Sängerin, sodass sie schon einen Tag später einen Rückzieher veröffentlichen musste.

http://www.youtube.com/watch?v=WBndzWqV9oY

Bei ihrem Auftritt in Beer Schewa am Wochenende wurde sie während ihres Konzertes im Rahmen der Proteste ausgebuht. „Dabei habe ich doch die Kampagne für soziale Gerechtigkeit selber erfunden“, rechtfertigte sich die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Sängerin jemenitischen Ursprungs.

http://www.youtube.com/watch?v=CXOm91vM_RE

Die Polizei wurde gemäß Medienberichten auf mögliche „Wirtschaftsverbrechen“ der Sängerin im Rahmen des organisierten Verbrechens in Israel aufmerksam. Sie habe sich der „Unterwelt“ des organisierten Verbrechens in Israel nach einem Streit mit ihren Managern angenähert. Die Wohnung der Sängerin wurde durchsucht. Dabei wurden Computer beschlagnahmt. „Margol“, wie Zanani im Volksmund genannt wird, stehe im Verdacht, mit „Erpressung“ und „Drohungen“ Gelder eingetrieben zu haben.

© Ulrich W. Sahm, haGalil.com