8 Tote, über 40 Verletzte: Terror im Negev

Aktuelle Erkenntnisse zum Terror bei Elath…

  • Terroristen töten 8 Israelis, darunter zwei Kinder; Hamas lobt die Angriffe
  • Kommentar: Terroranschläge in Israel werfen Fragen über Ägypten auf

Jerusalem, 19. August – Bei koordinierten Angriffen palästinensischer Terroristen sind am Donnerstag acht Israelis getötet und 30 weitere verletzt worden. Unter den acht Todesopfern sind auch zwei Kinder. Die Anschläge ereigneten sich bei Eilat im Süden Israels entlang der israelisch-ägyptischen Grenze.

Die Attentäter

Der Angriff wurde im Gazastreifen durch das palästinenensische „Volkswiderstandskomitee“ (Popular Resistance Committees, PRC) geplant. Die Terroristen, die die Überfälle ausführten, kamen aus Gaza und überquerten die Grenze über Schmuggler-Tunnel zur ägyptischen Halbinsel Sinai. Sie fuhren dann rund 200 Kilometer südlich entlang der ägyptisch-israelischen Grenze, bis sie eine Stelle etwa 15 Kilometer nördlich von Eilat erreichten, an der die Grenze nur durch einen Drahtzaun geschützt ist.

Israelische Streitkräfte töteten fünf der Terroristen. Ägyptische Soldaten töteten angeblich zwei weitere. Die israelische Armee (Israel Defense Forces, IDF) schätzen, dass insgesamt etwa 15 bis 20 Terroristen nach Israel eingedrungen waren, d.h. die meisten von ihnen entkamen.
Die IDF geht davon aus, dass es das Ziel des Angriffs war, einen israelischen Soldaten zu entführen. Die IDF verfügte über Geheimdienstinformationen über einen geplanten Anschlag und hatte ihre Truppen in der Region verstärkt.

Der erste Überfall

Der Angriff begann gegen Mittag, als drei Terroristen mit Gewehren, Granaten und Sprengstoff bewaffnet von Ägypten aus nach Israel eindrungen. Sie stellten sich in Abständen von etwa 200 Metern entlang der Schnellstraße 12 nach Eilat an den Straßenrand. Die Straße verläuft sehr Nahe an der ägyptischen Grenze.

Um 12:30 Uhr eröffneten sie das Feuer auf einen israelischen Regionalbus der Linie 392 des Unternehmens „Egged“. Bei diesem Angriff erlitten sieben Passagiere leichte bis mittelschwere Verletzungen. Die meisten der Verletzten waren Soldaten.
Ein paar Minuten später kamen ein leerer Bus und mehrere Autos. Die Terroristen eröffneten das Feuer wieder. Als der Bus hielt, lief einer der Terroristen zum Bus und aktivierte einen Sprengstoffgürtel und tötete dabei sich selbst und den Fahrer.

Bei diesem zweiten Angriff wurden vier Insassen des ersten PKWs sowie der Fahrer eines weiteren PKWs getötet.
Zu diesem Zeitpunkt trafen die ersten israelischen Soldaten mit zwei Fahrzeugen am Tatort ein. Das eine Fahrzeug fuhr auf den zweiten Terroristen zu und überfuhr ihn. Die Soldaten des zweiten Fahrzeugs schossen auf den dritten Terroristen und töteten ihn. Ein Soldat, Oberfeldwebel Moshe Naftali aus Ofra, wurde bei dem anschließenden Feuergefecht getötet.

Danach kamen israelische Polizisten und Soldaten zu Hilfe und töteten zwei weitere Terroristen, die auf der ägyptischen Seite der Grenze standen. Ein Polizist der Sondereinheit „Yamam“ drang dazu kurz auf ägyptisches Staatsgebiet vor und kehrte unmittelbar danach wieder auf die israeilsche Seite zurück.
Ein weiterer Terrorist schoss eine Panzerfaust auf einen israelischen Kampfhubschrauber, der in der Region eintraf, verfehlte ihn aber.
Während all dies geschah, schossen andere Terroristen Mörsergranaten auf israelische Arbeiter, die in der Nähe einen Abschnitt des Grenzzauns reparierten. Dabei wurde niemand verletzt.
Die ägyptische Armee berichtete später, dass sie zwei weitere Terroristen im Sinai getötet habe. Die IDF stand während der ganzen Zeit in engem Kontakt mit der ägyptischen Armee.
Nach diesen Ereignissen entdeckten Soldaten der IDF mehrere Bomben, die entlang der Straße gelegt worden waren. Die Bomben wurden entschärft.

Der zweite Überfall

Dann, etwa um 18.45 Uhr, während eines Pressebriefings durch hochrangige israelische Sicherheitsbeamte, eröffneten Terroristen das Feuer erneut, diesmal auf einen Grenzpolizisten der Einheit „Yamam“, der in der Nähe des ersten Tatorts an der Grenze patrouillierte. Bei diesem Angriff wurden ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt.

Etwa 45 Minuten zuvor hatte die israelische Luftwaffe eine Gruppe hochrangiger Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe PRC in Rafah angegriffen, einer Stadt an der Grenze zwischen Gaza und dem Sinai. Dabei wurden sechs Palästinenser getötet, darunter Kamel Nirab, der Chef der PRC; Imad Hamed, der verantwortlich für die militärischen Aktivitäten des PRC in Gaza war; Khaled Shaath, ein führendes Mitglied des militärischen Flügels der PRC, und der auch an Raketenangriffen auf Israel beteiligt war; sowie Khaled Masri, der an der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Shalit im Jahr 2006 beteiligt gewesen ist. Der israelische Allgemeine Sicherheitsdienst vermutet, dass Hamed der Drahtzieher der Angriffe vom 18.8.11 war.

Weitere Raketenangriffe aus Gaza

Später schossen Palästinenser zwei Grad-Raketen auf die israelische Stadt Aschkelon ab. Eine Rakete schlug auf offenem Gelände in der Nähe der Stadt ein und verursachte keinen Schaden. Die andere Rakete sollte offenbar ein bewohntes Stadtgebiet treffen, wurde aber von der Raketenbatterie „Iron Dome“ abgewehrt, die wenige Tage zuvor wegen des zunehmenden Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen durch die IDF dort aufgestellt worden war.

Über Nacht schossen Palästinenser im Gazastreifen 12 Raketen auf Wohnorte in Süd-Israel ab. Eine Rakete detonierte neben einer Schule in Aschdod. Durch die Explosion wurden sechs Personen leicht verletzt. Andere Raketen schlugen in der Nähe von Beerscheba, Aschkelon und Gadera ein. Auch in Beerscheba, der größten Stadt in Süd-Israel, wurde eine Batterie des Raketenabwehrsystems „Iron Dome“ aufgestellt.

Waffen aus Iran und Lybien

Die israelische Armee teilte mit, dass sich die Zahl der Warnungen über Terroranschläge vom Sinai auf Israel seit dem Sturz des früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak im Februar verdoppelt hat. Auch der Waffenschmuggel vom Sinai in den Gazastreifen ist seit Herbst angestiegen. Die meisten der geschmuggelten Waffen kommen aus dem Iran über den Sudan in den von der islamistischen Hamas beherrschten Gazastreifen. Doch im Zuge des Bürgerkriegs in Lybien gelangten in jüngster Zeit auch Waffen aus den Depots der libyschen Armee in die Hände von Terroristen im Gazastreifen.

Israels Reaktion

Nach der Terrorserie am Donnerstag flog die israelische Luftwaffe in der Nacht zu Freitag Angriffe auf drei von der Hamas genutzte Gebäudekomplexe im Gazastreifen. Dabei wurde palästinensischen Angaben zufolge ein 13-Jähriger getötet und 17 weitere Menschen verletzt. Am Samstagmorgen gab es nach palästinensischen Angaben einen Angriff auf ein Gebäude in Zeitoun in Gaza-Stadt.

Sicherheitszaun

Israel hat erst kürzlich einer Anfrage der neuen ägyptischen Regierung stattgegeben, mehr ägyptische Soldaten in den Sinai zu verlegen. Das Truppenkontingent war 1979 im Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten festgelegt worden. Erst letzte Woche trafen 2.000 weitere ägyptische Soldaten, begleitet von Panzern, im Sinai ein, um laut ägyptischen Angaben gegen die zahlreichen Terroristen vorzugehen, die mit palästinensischen Terrogruppen und mit dem internationalen Terrornetzwerk Al Qaida in Verbindung stehen und im Sinai aktiv sind. Doch bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Ägypten die Halbinsel wieder unter Kontrolle hat.
Das israelische Verteidigungsministerium hat bereits mit dem Bau eines 200-Kilometer langen High-Tech-Zauns entlang der südlichen Grenze begonnen und hat die Arbeiten in den vergangenen Monaten beschleunigt. Bisher wurden 45 Kilometer fertig gestellt. Der Sicherheitszaun soll bis Ende 2012 fertigestellt sein, anstatt bis Ende 2013, wie ursprünglich geplant.

idfspokesperson.com

8 Kommentare zu “8 Tote, über 40 Verletzte: Terror im Negev

  1. @Olaf

    Stell Dir mal vor, der Nahe Osten wäre so frei wie wir. Dann könnte man locker von Kairo nach Tel Aviv und weiter nach Beirut fahren. Davor haben manche Angst, es ist die Angst vor der Freiheit und die Angst vor dem Machtverlust.“

    Olaf du weist schon das die Saudis mit hilfe der deutschen einen Gigantische Grenzanlage zum Irak bauen, Hig Tech vom besten plus Ausbildung von BGS ?

    Die Arabischen Staaten trauen sich selber nicht einmal über den Weg und haben extreme Grenzkontrollen untereiander.

    Was aber nicht meine Kritik war und ist denn ich Kritisierte teile der Europäischen Politik die zum eigentlichen Nachteil der EU Einseitige hilfe und Position zu gunsten der Araber einnehmen nur um den Juden aus Dafke zu schaden.

    Israel ist in vielen Europäischen Bereichen sehr Erfolgreich tätig und hinter vorgehaltener Hand sagt man in der EU, dass Israel ein guten Job macht und auch alles richtig macht.
    Aber Offiziell weil die EU vom Arabischen Öl und von billigen Produktionsstandorten abhängig ist, wird gegen Israel Front gemacht und die Hamas z.B. wird stellvertretend Verhätschelt und mit Geld unterstützt.

    Der Arabische Frühling wird hoffentlich als erstes für die Menschen die Erkenntnis bringen, das die Arbeitsleistung mehr wert ist als nur 1,- Euro pro Stunde. Die Europäische Union muss sich klar sein das Demokratie in den Arabischen Staaten Geld kostet denn die Arabischen Menschen wollen so leben wie die Menschen in Europa.

    Die Holen Sprüche der EU an Israel werden sich in Zukunft an den Taten von der EU bei Tunesien, Libyen und Ägypten messen lassen. Ob die Europäer wirklich bereit sind tiefer in die eigene Tasche zu greifen für mehr Glück und Freiheit der Arabischen Menschen.  

    Ich Kritisiere die Doppelmoral der EU (siehe Türkische Offensive im Nordirak gegen die PKK) Anspruch der Kurden auf einen eigenen Staat denn die wahren Nachweislich weit weit vor den Türken in der Region.

  2. @Baruch Zion
    Dass Catherine Ashton einen Fanclub hat, ist mir neu. Aber dafür hab ich keine Zeit. Ich muss arbeiten gehen und Geld verdienen. Die Familien muss ernährt werden.

    Baruch, die EU ist besser als ihr Ruf. Das Problem ist immer, dass kleine Länder einen Hang zum Nationalismus haben und große Länder einen Hang zur Arroganz. Für mich ist die EU zwar kein Idealzustand aber tausendmal besser als das System, welches ich bis Ende 1980 erlebt habe. Stell Dir mal vor, der Nahe Osten wäre so frei wie wir. Dann könnte man locker von Kairo nach Tel Aviv und weiter nach Beirut fahren. Davor haben manche Angst, es ist die Angst vor der Freiheit und die Angst vor dem Machtverlust.

  3. kurz nachdem die Hamas eine Waffenruhe erklärt hat gab es eine weitere Flut von Mörser und Raketenangriffen durch Hamas auf den Süden von Israel.

    Was schon einer Kriegserklärung gleich kommt

    Abgefangene Kassam Raketen durch Iron Dome enthielten Phosphor was eine neue Stufe des Krieges zwischen Hamas und Israel bedeutet.

    Das hat man auch einigen Naiven Politikern in Europa zu verdanken die der Meinung sind die Menschen haben nichts zu essen in Gaza.

    Geld für Raketen Phosphor Waffen ist anscheinend da Dank der Europäischen Union.

  4. @Olaf

     
    sie sind ein Fan von Chatherine Ashton ?

    Billigen Fusel und ins Koma trinken sich die Kids in Berlin, weil sie das deutsche Elend nicht mehr ertragen können.

  5. Dieser Anschlag war auch möglich durch die Naiven Europäer die der Meinung sind man kann mit Hamas verhandeln.
    Das verhätscheln der Hamas durch die Europäer und die ständigen Ermahnungen an Israel Verhältnismässig vorzugehen, sind die falschen Signale an eine Terrororganisation die in ihrer Charta zu stehen hat „die Befreiung Palästinas von den Juden vom Mittelmeer bis bis zum Jordan“.

    Die Juden sind in ihrer Heimat in Eretz Israel zurück und das kann man nicht mehr ändern, auch nicht mit Hilfe von Hamas Fatah Hezbollah oder dem Iran.

    Teile des Europäischen Establishment haben immer noch den grossen Traum die Judenfrage mit hilfe der Araber zu klären.

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