Weg frei für umstrittenes Toleranzmuseum

Der Jerusalemer Planungs- und Bauausschuss hat am Dienstag das umstrittene Toleranzmuseum in der israelischen Hauptstadt genehmigt. Muslimische Vertreter wenden sich gegen das Projekt, weil das Bauwerk auf dem Gelände eines alten Friedhofes errichtet werden soll…

Von E. Hausen, inn v. 13.07.2011

Die Initiative für das Museum kam vom Wiesenthal-Zentrum. Das Bauvorhaben wurde bereits 2002 genehmigt, drei Jahre später begannen die Vorbereitungen. Doch Anfang 2006 entdeckten Arbeiter auf dem Bauplatz muslimische Skelette aus alter Zeit. Daraufhin protestierten islamische Organisationen und auch arabische Christen gegen das geplante Toleranzmuseum. Das Oberste Gericht verfügte einen Baustopp, der im Oktober 2008 wieder aufgehoben wurde. Die alten Gräber und die sterblichen Überreste wurden entfernt, berichtet die Tageszeitung „Jediot Aharonot“.

Nach dem zweiten Gerichtsentscheid zum Baustopp hatte Scheich Ra´ad Salah eine Pressekonferenz einberufen und mitgeteilt, an der Stätte seien Gefährten von Mohammed begraben. „Das ist ein großer Skandal für die israelische Bürokratie“, sagte der Führer der Islamischen Bewegung in Nordisrael damals. „Von welcher Toleranz sprechen Sie? Warum lügen, verzerren und fälschen Sie? Sie begehen ein historisches und religiöses Verbrechen gegen alle menschlichen Werte, die jeder intelligente Mensch unterstützt.“

Infolge der aktuellen Genehmigung durch den Ausschuss versandte die islamische Aufsichtsbehörde Wakf einen Protestbrief. Jair Gabai, einer der federführenden Vertreter bei der Entscheidung, sagte hingegen: „Wir müssen dafür sorgen, dass dieses Museum mit der Toleranzlosigkeit und der Hetzkampagne und den Lügen zurechtkommt, die Israels Feinde verbreiten, an ihrer Spitze der Scheich Raed Salah.“

Das Bauvorhaben hat bereits alle juristischen Hürden genommen. Nur Formalitäten stehen dem offiziellen Beginn der Arbeiten noch im Wege.

2 Kommentare zu “Weg frei für umstrittenes Toleranzmuseum

  1. Was würde in der israelischen Presse zu lesen sein, was würden Hassprediger wie KP und BZ geifern, wenn in Deutschland ein alter jüdischer Friedhof durch ein Holocaustdenkmal vernichtet würde?

  2. BZ GÖTZ ALI 18. Juli 2011 Zitat: Wenn auf dem alten muslimischen Friedhof nun wenigstens ein Militärmuseum errichtet würde, das den wuchtigen Willen Israels dokumentierte, keinen Zentimeter Boden mehr aufzugeben, dann könnte man sagen: So ist ein noch unerwachsener, gewissermaßen pubertierender Nationalismus eben.
    Aber nein!

    Das Simon-Wiesenthal-Center wird ein so bezeichnetes Museum der Toleranz errichten. Es soll – das ist kein Witz – für friedliche Koexistenz und Menschenrechte werben.

    Wer ein derartiges Projekt ausgerechnet an einem solchen Ort erzwingt, der will keine Koexistenz, sondern Krawall, der will nicht für westliche Werte werben, sondern westliche Werte delegitimieren, der handelt aus Provinzialismus, dem fehlt es an Freisinn und Weltläufigkeit.

    Götz Aly kann ich mich nur anschließen.

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