Stinkbomben gegen palästinensischen Staat

Die israelische Armee rüstet auf. 15 Millionen Euro hat das Verteidigungsministerium ausgegeben für Stinkbomben, Knallbomben, Tränengasgranaten, Wasserwerfer, Elektroschockpistolen und andere nicht-tödliche Waffen zum Vorgehen gegen Demonstranten. Hinzu kommen Geräte, die unerträglichen Krach machen und „Boasch“, eine stinkende Flüssigkeit, die Erbrechen und Unwohlsein auslöst und gegen die man sich nicht schützen kann…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 27. Juli 2011

Die Vorbereitungen für September laufen auf Hochtouren, wenn die palästinensische Regierung unter Mahmoud Abbas in der UNO-Generalversammlung den Antrag zur Anerkennung des palästinensischen Staates einbringen will. Anerkannt soll jener palästinensische Staat werden, den Jassir Arafat 1988 in Algiers ausgerufen hat, ohne dass dieser je verwirklicht worden wäre. Gleichwohl ist dieser Staat-auf-dem-Papier nach palästinensischen Angaben schon von 122 Staaten diplomatisch anerkannt worden.

In einem Grundsatzpapier der „PLO-Verhandlungsabteilung“ wird behauptet, dass das palästinensische Volk aufgrund zahlloser UNO-Resolutionen ein Recht habe, in den „Grenzen von 1967“ einen eigenen Staat zu errichten, obgleich das Westjordanland und der Gazastreifen nur 22 Prozent des angestammten palästinensischen Territoriums ausmachen. Das allein wird in dem Papier als „friedlicher Kompromiss“ bezeichnet. Das Dokument enthält auch Geschichtsklitterung. So habe Israel seit Unterzeichnung der Osloer Verträge 1993 auch „de jure“ den Status des besetzten Gebietes geändert, durch die Annexion Ostjerusalems. Israel hat das jedoch schon 1967 getan und 1980 in der Knesset noch einmal bestätigt. Offenbar wollen die Palästinenser so israelischer Kritik vorgreifen, wonach der Gang zur UNO ein „einseitiger Schritt“ und damit ein Bruch der Osloer Verträge bedeute.

Noch ist nicht beschlossen, wie Israel auf den bevorstehenden Schritt der PLO in der UNO reagieren will. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den „Nationalen Sicherheitsrat“ beauftragt, bei allen betroffenen Ministerien und Institutionen alternative Reaktionsmöglichkeiten und Maßnahmen einzuholen. Laut Medienberichten verlangt Netanjahu sechs unterschiedliche Aktionspläne.

Grundsätzlich könnte Israel eine Auflösung der Autonomiebehörde beschließen oder alle Abmachungen einhalten, als wäre nichts geschehen. Ebenso stünden Israel abgestufte Maßnahmen offen.

Eine Auflösung der Autonomiebehörde hat Netanjahu schon als „kontraproduktiv“ bezeichnet. Sie würde beiden Seiten teuer zu stehen kommen. Denn dann müsste Israel wieder einmarschieren und die Verwaltung der Schulen, Krankenhäuser und aller anderen zivilen Einrichtungen übernehmen. Im Rahmen der Osloer Verträge haben die Palästinenser eine Vielzahl von Privilegien erhalten, darunter ein eigenes Parlament, einen Pass, eigene Briefmarken, eine selbstständige Wirtschaft, eine Polizei mit eigenen Uniformen und andere symbolische wie praktische Dinge. Das könnten sie wieder verlieren.

Israel könnte, je nach politischem Ermessen, gezielte schmerzhafte Sanktionen beschließen und zum Beispiel die bevorzugte Reisefreiheit palästinensischer Politiker, darunter von Präsident Mahmoud Abbas, einschränken oder eingezogene Steuern und Zölle nicht überweisen. Mit dieser wichtigsten aller Einnahmequellen werden die Gehälter der Beamten der Autonomiebehörde bezahlt.

Derartige Sanktionen könnten langjährige positive Bemühungen sowohl der Palästinenser wie Israels zunichte machen, die zivilen Institutionen aufzubauen und die Wirtschaft anzukurbeln. Im Westjordanland gibt es seit etwa drei Jahren einen sichtbaren wirtschaftlichen Aufschwung von 8 Prozent pro Jahr. Das führte zu einer Ruhe zum Wohle der Menschen, wie seit Ausbruch der ersten Intifada 1987 nicht mehr. Vor allem die Kooperation von Militär, Polizei und Geheimdiensten funktioniert heute besser als jemals zuvor seit Einrichtung der Autonomie 1993.
Die Palästinenser erhoffen sich durch ihren Gang zur UNO internationalen Druck auf Israel, die Siedlungen zu räumen und eine halbe Million Israelis umzusiedeln, die Hälfte davon allein in Jerusalem. Die Israelis hingegen befürchten schwere Unruhen, einen Sturm auf die Grenzen und sogar eine „Dritte Intifada“.

Was am Ende passieren wird, ist nicht vorherzusehen, weil der Erfolg der palästinensischen Aktion ebenso ungewiss ist, wie Israels Reaktion oder die Reaktion der palästinensischen Bevölkerung. Abbas hat seinem Volk große Hoffnungen gemacht. Im Falle eines vorhersehbaren Scheiterns könnte sich die Volkswut sowohl gegen Abbas und seine Regierung wie auch gegen die Israelis richten. Denn einen Tag nach der Abstimmung in New York dürften sich weder die Siedlungen noch die israelische Besatzung in Luft aufgelöst haben.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

12 Kommentare zu “Stinkbomben gegen palästinensischen Staat

  1.  
     
    Ich denke, solche rassistische Postings sollten nicht gebracht werden. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass Hagalil, ein Posting in ähnlicher Tonlage über Araber publiziert hätte.
     
    Doch, Herr Pfeifer, haGalil hat schon des öfteren solch Posting in ähnlicher Tonlage über Araber bzw Muslime publiziert, denke da an Szimon, zB, oder auch an Ron, die österreichische Susi vor Kurzem und Konsorten, wir hatten das schon mal, Sie erinnern sich, diese widerlichen Kahanisten betreffend.
     
    Sie haben keine Vorstellung, was da an Gülle wellenartig anlandet, hier auf haGalil, und es ist nur gerecht, uns User daran teilhaben zu lassen. Warum auch sollten die Betreiber dieser Seite all diese ekelhaften Kreaturen ganz alleine ertragen müssen? Und außerdem spiegelt es die Wirklichkeit.
     
    OTon-admin, veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juli 2008 – 13:16 Uhr:
     

    […]Eben um diesen Dreck geht es hier, den ich als Admin tagtäglich in der Warteschlange lesen muß und den ich einfach nicht mehr für mich alleine haben möchte und ihn einfach löschen. Wenn ich lösche, habe ich es gelesen und weißt auch um die Gesinnung der Schreiben.
    Die anderen im Forum sitzen in ihren bequemen Sesseln und denken, ist ja da draußen alles in Ordnung, warum diese Aufregung?
    Nur aus diesem Grund stellen wir diesen Dreck rein, nicht, um euch zu ärgern, sondern die Wirklichkeit zu zeigen.
    Und glaube mir, die unregistrierten Beiträge sind noch nichts dagegen, was sonst noch per mail oder Post ankommt. Davon bleibt ihr alle verschont.

    Gruß
    Eva
     


     
     

  2. Hey Leutz,

    regt euch nicht auf. Der selbsterwartete „Herr Maier“ freut sich doch nur darüber .. um es mal mit seinem Niveau zu sagen – auf eure Aufregung auf seine Provokation holt er sich doch nur _____ ______. Er denkt wahrscheinlich, besser als gar kein Sexleben.

    Das Hagalil so wenig zensiert, finde ich voll in Ordnung. Was für ein Geistesbrathähnchen hier seine Faulgase hinterlassen hat, da brauch mensch nichts zu zensieren .. sollte er nunh aber noch seine Komasaufkumpanen anschleppen wäre sogar ich für „aufräumen“ 😉 .

  3. iSRAEL BRAUCHT KEINE sTINKBOMBEN – JEDER WEISS DOCH DAS jUDEN STINKEN.
    sCHON DER aNBLICK EINES jIDDELE LOEST BEI EINEM ANSTAENDIGEN mENSCHEN bRECHREIZ UND kOTZANFAELLE AUS!
     
    uNNUETZE gELDAUSGABEN DES vERBRECHERLAANDES!

    • Ich denke, solche rassistische Postings sollten nicht gebracht werden. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass Hagalil, ein Posting in ähnlicher Tonlage über Araber publiziert hätte.

  4. Grad Raketen auf Israel : mehere Verletzte

    „Palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen haben gestern Abend und heute Nacht zwei Grad-Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die erste Rakete detonierte im Bezirk Chevel Lakish. Damit ist zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder eine Ortschaft betroffen, die nicht in unmittelbarer Nähe der Grenze zum Gaza-Streifen befindet.“

    „Keine zwei Stunden später ertönte erneut Sirenenalarm. Eine zweite Grad-Rakete detonierte in der Umgebung der Stadt Askhelon. Fünf Bewohner der Stadt wurden leicht verletzt.“

    (Ynet, 04.08.11)

    „In der Nacht zum Donnerstag haben die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) in Reaktion auf den Raketenbeschuss Ziele im nördlichen Gaza-Streifen angegriffen, die als Basis für terroristische Aktivitäten dienen. Des Weiteren wurde im südlichen Gaza-Streifen ein Tunnel angegriffen, der ebenfalls für terroristische Aktivitäten genutzt wurde. Die Tunnel dienen dazu, Terroristen nach Israel einzuschmuggeln und Terrorakte gegen israelische Zivilisten und Soldaten durchzuführen.“

    (Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 04.08.11)

  5. In dem Artikel oben geht es um die mögliche Abwehr durch Israelischen Sicherheitskräften von Massendemonstrationen aus den Gebieten oder aus Syrien mit Nicht tötlichen Waffen.

    Im Vergleich dazu und das ist die Realität die manche nicht sehen und hören wollen, wird Israel von den Palästinenser mit Tötlichen Raketen beschossen.

     

  6. Mal wieder die beiden altbekannten Sprachrohre der israelischen Rechten… und beide mal wieder glatt am Thema vorbei…  worum ging es noch gleich in dem Artikel??

    • Klar doch Zeev, aufrechte Linke halten es mit dem antiimperialistischen Syrien. Da zeigt uns Assad Sohn, dass der Apfel nicht weit vom Baum gefallen ist und dass die Demonstranten, die doch alle verkappte israelische und amerikanische Agenten sind, nicht anderes verdient haben, als das was ihnen die syrischen „Ordnungskräfte“ verpassen.
       

  7. Raketen auf Israel: eine Verletzte

    „Palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen haben gestern erneut eine Kassam-Rakete auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Rakete detonierte im Bezirk Chof Ashkelon. Eine 50-jährige Beduinin aus dem Bezirk wurde dabei verletzt.“

    „In der Nacht zum Dienstag haben die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) daraufhin im nördlichen Gaza-Streifen Ziele angegriffen, die als Basis für terroristische Aktivitäten dienen. Des Weiteren wurde im südlichen Gaza-Streifen ein Tunnel angegriffen, der ebenfalls für terroristische Aktivitäten genutzt wurde. Die Tunnel dienen dazu, Terroristen nach Israel einzuschmuggeln und Terrorakte gegen israelische Zivilisten und Soldaten durchzuführen.“

    (Haaretz, 02.08.11)

  8. Stinkbomben wendet man nicht gegen einen Staat an, sondern gegen Demonstranten, die man nicht erschiessen will.
    Es waere doch schoen wenn die syrische Armee gegen ihre eigenen Buerger lediglich Stinkbomben verwenden wuerden. Anstatt dessen haben die schon ueber 1600 Menschenleben wenn nicht viel mehr auf dem Gewissen.

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