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Umfrage: Mehrheit der Palästinenser findet Verhandlungen besser als Gewalt

Eine Umfrage hat ergeben, dass es den Palästinensern wichtig ist, dass Ihre Politiker für sie Arbeitsplätze schaffen und das Gesundheitssystem ausbauen. Die Ausrufung eines Staates wurde hingegen für weniger wichtig erachtet…

Ebenso gibt eine Mehrheit an, diplomatische Kontakte mit Israel der Gewalt vorzuziehen. Die Ereignisse des „arabischen Frühlings“ sind für die meisten weit weg.
Zwar unterstützen 64% der Befragten die Anerkennung eines palästinensischen Staates durch die Vereinten Nationen, jedoch gaben nur 4% dies als eines der wichtigsten Themen an. Nur 1% sahen Massenproteste gegen Israel unter den beiden wichtigsten Themen.

Umfrage in Palästina: Arbeitsplätze wichtiger als Gang zu UN

Für die Umfrage befragte das Institut „Greenberg Quinlan Rosner Research“ gemeinsam mit dem „Palestinian Center for Public Opinion“ 1.010 Palästinenser (656 in der Westbank und 354 im Gaza-Streifen).
Hierbei waren 80% der Befragten der Meinung, die Schaffung von Arbeitsplätzen sei eines der beiden wichtigsten Themen. 36% erachteten den Ausbau des Gesundheitssystems als besonders wichtig, 23% Ausbildung und Erziehung.

74% stimmten der Aussage zu, sie seien „nicht wirklich Teil der Revolutionen“ des arabischen Frühlings. 46% waren besorgt darüber, dass die Revolutionen „den palästinensischen Gebieten Instabilität bringen werden“.

Die kritische Einstellung der Befragten zur Hamas hat sich seit dem letzten Jahr von 56% auf 67% erhöht. Noch größer ist die Steigerung bei der Ablehnung des Iran, die von 55% auf 77% gestiegen ist. 73% stimmten der Aussage zu, „der Iran ist kein Freund des palästinensischen Volkes“.

81% waren der Meinung, eine Versöhnung zwischen Hamas und Fatah diene dem nationalen Interesse. Auch bei der Frage, ob sie beabsichtigten, an den nächsten Wahlen teilzunehmen, lag die Zustimmung bei 81%.

65% der Befragten unterstützten diplomatische Kontakte mit Israel, nur 30% waren der Meinung, Gewalt sei das Mittel für die Lösung des Konflikts. Die Unterstützer von Gewalt waren in der Tendenz weniger gut ausgebildet und stärker religiös als die Unterstützer der Diplomatie.

Bei der Frage, ob sie bestimmte Maßnahmen als moralisch „richtig“ oder „falsch“ betrachteten, erklärten 62%, die Entführung israelischer Soldaten sei richtig. 61% unterstützten eine Benennung von Straßen nach Selbstmordattentätern. Nur 29% dagegen waren der Meinung, die Ermordung der Familie in Itamar sei richtig gewesen, und 59% sehen den Beschuss israelischer Zivilisten und Städte als falsch an.

Jerusalem Post, 22.07.11, unter Berufung auf TIP.