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Israel und Türkei wollen Krise beilegen

Israel und die Türkei arbeiten in New York an der Beilegung der Krise um den Mavi Marmara-Vorfall. Moshe Ya’alon, Minister für Strategische Angelegenheiten, ist eigens nach New York gereist, um an der Kompromissfindung mitzuwirken…

Auch Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte gestern bei einem Manöver der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL): „Die Türkei ist ein zentraler Staat im Nahen Osten. Es muss ein Weg gefunden werden, um uns mit ihr zu versöhnen.“

Bei dem Streit geht es um die Vorfälle auf dem Schiff Mavi Marmara im Mai vergangenen Jahres. Beim Versuch, die israelische Blockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen, waren neun türkische Staatsbürger in den Auseinandersetzungen mit der ZAHAL ums Leben gekommen.

Die Türkei fordert von Israel eine Entschuldigung sowie finanzielle Entschädigung für die Opfer. Israel ist zur Zahlung einer Entschädigung bereit, solange dies weitere Forderungen ausschließt. Eine Entschuldigung kommt jedoch für Jerusalem nicht in Frage. Israel ist allerdings bereit, sein Bedauern über den Verlust von Menschenleben auszudrücken.

Beide Seiten stehen für die Findung eines Kompromisses unter Zeitdruck – sie wollen diesen unbedingt erreicht haben, bevor die Kommission, die mit der Untersuchung des Vorfalls betraut ist, morgen ihren Abschlussbericht vorlegt. Geoffrey Palmer, Vorsitzender der Kommission, hat bereits erklärt, mit der Veröffentlichung nicht weiter warten zu wollen und diese nicht von einer Versöhnung zwischen Israel und der Türkei abhängig zu machen.

Die Türkei hat Palmer immer wieder darum gebeten, die Fertigstellung des Berichts zu verschieben, der zunächst bereits am 15. Mai veröffentlicht werden sollte. Es wird allgemein angenommen, dass der Bericht Israels Recht auf die Aufrechterhaltung der Seeblockade betonen aber gleichzeitig die Anwendung der Gewalt beim Aufbringen des Schiffes kritisieren wird.

Auch Präsident Shimon Peres unterstrich die Wichtigkeit einer Normalisierung der Beziehungen. Peres erklärte der Tagesszeitung Haaretz gegenüber, er glaube, die Formel für einen Kompromiss könne gefunden werden, um Spannungen abzubauen und die Länder zu befähigen, wieder herzliche Beziehungen zueinander aufzubauen.

Jerusalem Post, 06.07.11, Haaretz, 06.07.11, Newsletter der Botschaft des Staates Israel