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Ersatz Revolution

Linke Romantiker, die in der Regel in ihrer Heimat gar nichts bewegen und die sich nur um das Schicksal der Palästinenser kümmern, sind ganz euphorisch. Da gibt es wieder einige Boote, die nach Gaza auslaufen sollten, es aber nicht können, weil die griechischen Behörden ihnen nicht die Ausfahrt gestatten…

Von Karl Pfeifer

Was für eine wunderbare Gelegenheit auf die Weltverschwörung aufmerksam zu machen, dass Griechenland in den Händen der Deutschen Bank ist und Athen von Tel Aviv regiert wird. Und es gibt schon eine Ausrede, wenn das ganze Unternehmen ein Flop wird, weil die Boote nicht versichert sind und einige nicht den Sicherheitsbestimmungen entsprechen.

Schuld am Flop ist, dreimal dürfen Sie raten, der Mossad, dessen Agenten angeblich diese Boote sabotierten. Beweise brauchen sie keine liefern, ihre Anhänger glauben jeden Unsinn, wenn nur die Israelis als Täter „entlarvt“ werden.

Da erklärt trotz Parteibeschluss Elfi Padovan, Mitglied im Kreisvorstand der Linken in München, sie möchte mit einer neuen Gaza-Flottille die israelische Blockade brechen. Und sie begründet als erfahrene „Friedenskämpferin“ – gerade jetzt, wo schon über 1.500 syrische Zivilisten von den eigenen Soldaten und Sicherheitskräften massakriert wurden und sich die syrische Armee wieder auf ein Massaker an den Einwohnern von Hama vorbereitet – weshalb sie ausgerechnet ihre Aufmerksamkeit auf Gaza konzentriert: „Die Palästinenser sind ein weiteres Holocaustopfer“.

Und ein Reporter der Jungen Welt berichtet über die Aufrüstung des Schiffes Tahrir: „Den beiden jeweils 550 PS starken Caterpillar-Dieselmotoren wurden neue Öl- und Kraftstofffilter spendiert“.

Die Israel-Boykottierer haben sich noch vor kurzer Zeit auf die Firma Caterpillar eingeschossen, weil diese ihre Produkte auch in Israel verkauft und die israelische Armee deren Geräte benützt. Jetzt aber macht sogar die „Junge Welt“ für Caterpillar Reklame. Die Welt steht nimmer lang.