Noch eine Idee

Auch hier gilt: Vorsicht Satire…

Liebe israelische Regierung,

wo Ihr grade so schön dabei seid, neue aufregende Gesetze zu verabschieden und gleichzeitig Euer Verhältnis zur Türkei wieder ein wenig zu verbessern, hab ich eine beinah brilliante Idee für Euch. Und Ihr wisst ja, wie das so ist, mit den brillianten Ideen – man kann sie einfach nicht für sich behalten. Deshalb und also: Weil man jetzt neuerdings nicht mehr zu Boykotten aufrufen darf und damit die Meinungsvielfalt ja endlich etwas übersichtlicher wird, könnte man das Ganze doch auch gleich noch ein wenig intensivieren. Und zwar nach türkischem Vorbild.

Die Türken haben nämlich einen Paragraphen. Der Paragraph hat die Nummer 301 und man findet ihn im türkischen Strafgesetzbuch. Es ist ein ganz harmloser Paragraph, der eigentlich nur sagt, dass man niemanden beleidigen darf. Jedenfalls keinen Türken. Und schließlich ist man ja in der Türkei und da muss man das Türkentum -ups, pardon, seit 2008 heisst es ja nur noch die türkische Nation, also jedenfalls muss man die türkische Nation, den türkischen Staat, die Nationalversammlung und die staatlichen Justitzorgane vor Beleidigung schützen.

Dieser Paragraph wurde schon manchmal angewendet. Zu den berühmtesten Verurteilten gehört der Schriftsteller Orhan Pamuk. Der ist nämlich ein ganz schlimmer Beleidiger. Er hat zum Beispiel den Völkermord an den Armeniern thematisiert. Aber er hat immerhin nicht zum Boykott türkischer Waren aufgefordert. Ein wirtschaftlicher Schaden blieb somit aus. Aber das ist ja nur am Rande interessant.

Jedenfalls, liebe israelische Regierung, wär das doch auch mal eine Idee für Euch. So als innovative Gesetzesinitiative. „Beleidigung der israelischen Regierung“ als Straftatbestand. Im Grunde nur eine konsequente Weiterentwicklung Eures aktuellen Vorstoßes. Und auf diese Weise könnten sich sogar die Beziehungen zur Türkei weiter verbessern. Denn die türkische Regierung versteht was von Demokratie. Und wie man sie richtig nutzen kann. Das Ganze wäre dann also nicht nur innenpolitisch wirksam, sondern auch außenpolitisch ein voller Erfolg. Zumindest teilweise. Und dann würde auch niemand mehr boykottiert und beleidigt werden können.

Das wär doch was, oder?

gruselige Grüße,
Ramona Ambs

13 Kommentare zu “Noch eine Idee

  1. Liebe Mit-Kommentator(inn)en.

    Es ist mir durchaus klar, das die werte Frau Ambs auf Missstände hinweisen will.
    Ich denke wer die Satire nicht herausliest sollte hier lieber nichts schreiben.

    Aber wie wäre es eigentlich wenn ich nun anfangen würde bei jedem Fehltritt der Türkischen Regierung – von denen es wahrlich nicht mangelt – auf Israel verweisen würde?
    Würde sich da nicht auch die Frage stellen, was den ein hirnverbranntes Gesetz eigentlich mit Israel zu tun hat?

    Gründe auf Verweise zu den „Bösen“ kann man freilich immer finden. Wir müssen uns aber alle hier nichts vormachen. Wir wissen ganz genau was die eigentlichen Ambitionen von Frau Ambs´Super „Idee“ sind.

    Allen die mir hier ein Gefühl des türkischen Beleidigt-Seins unterstellen wollen möchte ich nahelegen nochmal genau zu lesen was ich geschrieben habe.

    Es ist sehr viel passiert in den Beziehungen beider Länder in der letzten Zeit. Und es war leider nicht sehr viel gutes dabei. Das ist schon traurig genug. Da braucht es nicht noch solche „Berichte“ die nicht mal für einen Mülleimer gut sind.

    In Freundschaft

    B.Y.

  2. (nach Ibn Ishaq):

    „Leute! Wer Mohammed verehrt hat (dem sage ich): Mohammed ist gestorben. Wer den einzigen Gott verehrt hat (dem sage ich): Gott lebt und stirbt nicht.“

  3. „Die Pflicht der Nächstenliebe kann also auch so ausgedrückt werden: sie ist die Pflicht, anderer ihre Zwecke (so fern diese nur nicht unsittlich sind) zu den meinen zu machen; die Pflicht der Achtung meines Nächsten ist in der Maxime enthalten, keinen anderen Menschen bloß als Mittel zu meinen Zwecken abzuwürdigen (nicht zu verlangen, der andere solle sich selbst wegwerfen, um meinem Zwecke zu frönen).

    Immanuel Kant

  4. Mit Verlaub, aber wer jemals eine Satire gelesen hat, weiss, dass das keine ist.
    Diese angebliche Satire, zielt auf auf etwas ganz anderes, das kann man  -so behaupte ich- sehr leicht erkennen.

    Herr Yilmaz, ich gebe Ihnen uneingeschränkt recht.

  5. Ja, beide haben ein bisken Recht.

    Frau Abs bringt es als Satire, dass – wenn Israel sich weiter von der Demokratie verabschiedet – es bald so schlimm ist wie die Türkei. Ich kann da schon verstehen, dass sich türkisch(stämmig)e Leser auf die berühmte Krawatte getreten fühlen.

    Wobei ich allerdings auch zustimmen muss, dass das erwähnte türkische Gesetz ebenfalls undemokratische „schlimme Scheisse“ ist.

  6. Hallo Herr Yilmaz,
     
    ich glaube, Sie haben den Sinn der oben stehenden Satire nicht richtig verstanden: Frau Ambs kritisiert darin das neue israelische Gesetz, welches die Aufforderung zum Boykott Israels oder einzelner israelischer Firmen, die in den besetzten Gebieten produzieren, verbietet. Sie macht dies in satirischer Form, indem sie der israelischen REgierung weitergehende Gesetze vorschlägt, wie z.B. das Gesetz 301 der Türkei.

  7. Lieber Herr Bülent!
    Ich verstehe Ihre Verärgerung, aber war der Text von Frau Ambs nicht als Satire erkennbar, zumal es in der Überschrift schon stand? Ihre Reaktion zeigt leider, dass Kritik an der Türkei (wenn auch als Satiere – und eigentlich als Kritik an Israel zu verstehen) als „schlimme Scheiße“ betrachtet wird. Damit unterstützen Sie sogar das, was Frau Ambs gesagt hat. Wollten Sie das erreichen?
     

  8. Liebe Frau Ambs.

    Ich habe selten so eine Scheiße gelesen, wie das was Sie gerade so von sich geben. Mir ist es auch scheißegal ob Sie das was ich schreibe hier löschen oder nicht. Es reicht mir wenn Sie es lesen.
    Ich weiß nicht genau was passiert ist und ab wann Sie so eine kleine beleidigte Leberwurst gegenüber den Türken geworden sind aber ich sage Ihnen mal eins:
    Fakt ist: euer tolles laecherliches „Kommando“ hat 9 Türken umgebracht – die maximal mit Messern bewaffnet waren. Da ist jeder Maidemonstrant besser bewaffnet. 9 Türken –  So viele Juden sind in den letzten 600 Jahren nicht bei uns ermordet worden. Es geht mir auch am Arsch vorbei wer Türken beleidigt oder nicht. Umbringen ist eben was anderes.

    Ich habe echte Freunde in Israel und ich habe noch nie etwas schlechtes von meiner Familie oder von meinen Freunden über Juden gehört. Aber wenn ich israelische Jugendliche treffe und die mir sagen „the turks hate Israelis“ dann finde ich das echt erbärmlich und armselig. Wissen Sie was uns wütend macht? Bei uns sterben jeden Tag Soldaten. Das verkraften wir. Aber diese Soldaten werden von Feinden getötet – und nicht von Freunden. Wenn aber 9 unserer Landsleute von Freunden getötet werden…. Sie sollten sich mal darüber Gedanken machen… so lange es ihr begrenzter, ängstlicher und ständig an der Antisemitismus-Krücke festhaltenmder Horizont es zulässt…

    • Bülent Yilmaz,
      Frau Ambs hat extra, auch für Sie, Satire drüber geschrieben.
      Aber, gibt es den §301 im türkischen Strafgesetzbuch?
      Was wäre es für ein Aufschrei, wenn in der BRD mal so ein § zur Geltung käme, zB, dass keine fremden Fahnen wehen dürfen, auch nicht in Neuköll, Kreuzberg und Wedding, oder Hamm und Dortmund?

      PS: Toll und lächerlich war (soll ich schreiben Ihr) das Kommando der Flotilla, samt der ach so friedfertigen Besatzung, die frohe Kinderlieder sangen?
      PPS: und überlegen Sie, was in der Türkei vor wenigen Wochen passierte, da kamen Soldaten um, durch „freundliches Feuer“ (von der eigenen Luftwaffe)…und schnell unterstellte man dies anderen. Nein, Selbstkritik ist kein türkisches Wort.

      SLM GerdEric

    • Werter Bülent Yilmaz,
      lesen Sie was Hagalil dokumentierte über Pogrome in der Türkei lange bevor es einen Staat Israel gab:
      http://test.hagalil.com/2004/07/thrazien.htm
      Und  Sie sollten sich auch an die Terrorangriffe gegen Istanbuler Synagogen erinnern als 61 Menschen ihr Leben verloren.
      http://homepage.univie.ac.at/thomas.schmidinger/php/texte/tuerkei_antisemitischer_terror_am_bosporus.pdf
      Wie würden türkische Ordnungskräfte reagieren, wenn bei einer Kontrolle, einige Leute mit Messern und mit Ketten sie angreifen würden?
      Wie haben türkische Polizisten am Flughafen Istanbul sich benommen, als eine schweizer Fußballmannschaft ein Spiel gewann. Ich erinnere mich, dass uniformierte türkische Polizisten auf die Sportler losgegangen sind und diese verprügelt haben.
      Wünsche Ihnen einen guten Abend

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.