Über Zionismus und Antzionismus

Zionismus ist eine im Zarenreich des 19. Jahrhunderts entstandene Bewegung des europäischen Judentums. Die Bewegung hatte das Ziel, dem in Europa diskriminierten und verfolgten Judentum durch einen eigenen Staat zu Selbstbestimmung und „Normalität“ zu verhelfen…

Rolf Verleger, Juni 2011*

A) Zionismus, 1 x pro, 4 x kontra.

Der Name „Zionismus“ sollte die Kontinui­tät zur jüdischen Tradition ausdrücken: Die alte religiöse Sehnsucht nach Gottes Rückkehr zum Berg Zion (in Jerusalem) sollte durch diese Bewegung ihre reale Erfüllung erhalten.

Jedoch war damals die große Mehrheit der Zionisten (nicht der Juden) unreligiös oder sogar anti-religiös. Denn der Zionis­mus verstand sich als ein modernisieren­des Element innerhalb des Judentums. Die traditionelle jüdische Kultur und Mentali­tät traf bei vielen Zionisten auf Verachtung. So wandten sie sich gegen die jiddische Sprache, die sie als „Jargon“ und Sklaven­sprache der Diaspora ansahen, und beleb­ten stattdessen erfolgreich das Hebräisch der heiligen Bücher zu einer im Alltag ge­sprochenen Sprache wieder.

Als Anti-Zionisten kann man entsprechend solche Leute bezeichnen, die diese Bewe­gung ablehnen. Viele Juden taten dies, aus guten und schlechten Gründen. Selbstver­ständlich definierten sie sich nicht negativ – als „Anti-Zionisten“ – , sondern positiv:

–   als religiöse traditionelle Juden (so wie die meisten aus der Familie meines Va­ters). Ihre Argumentation: Judentum ist eine Religion, deren Gebote und Ver­bo­te zu befolgen sind, und mitnich­ten eine politische Bewegung eines „Vol­kes“.    Emanzipation    und    Selbstbe­stimmung liegen in Gottes Hand. Die Zio­nisten pro­fanisieren unzulässiger­weise eine spiri­tu­elle Frage.

–   als jüdische Bürger ihres Staates (so wie die meisten aus der Familie meiner Mut­ter). Ihre Argumentation: Juden­tum ist eine Religion wie andere auch. Man kann nicht loyaler Bürger zweier Staaten sein. Emanzipation ist daher indi­viduell im Rahmen des jeweiligen Staates zu er­reichen. Beispielsweise war der einzige Jude im britischen Kabi­nett 1917, Edwin Montagu, aus diesen Gründen strikt ge­gen die Deklaration des britischen Außenministers Lord Bal­four zur Grün­dung einer Jüdischen Heim­stätte in Pa­lästina (s. Chaim Weiz­mann: Memoiren, S. 303ff.). Und diese Ansicht war nicht auf Arrivierte wie Mon­tagu beschränkt. Ihr individuelles Glück zu suchen war of­fen­sichtlich auch das Lebensmotto der Hundertausende von Juden aus dem Za­renreich, die sich auf die Auswanderer­schiffe nach Übersee zwängten.

–   als jüdische Sozialisten, vor allem im „Bund“ („Allgemeiner Jüdischer Arbei­ter­bund in Litauen, Polen und Russ­land“). Ihre Argumentation: Emanzipa­ti­on der Juden als nationale Gruppe mit eigener Sprache und Kultur muss im eige­nen Land und mit der eigenen Spra­che erfolgen: in Litauen, Polen und Russ­land, und mit der tatsächlich ge­sprochenen Sprache, dem Jiddischen. Der Bund wurde nach der Oktoberrevo­lu­tion von den herrschenden Bolsche­wisten zerschlagen.

–   als herkunftsunabhängige Sozialisten und Kommunisten. Ihre Argumentati­on: Die Unterdrückung der Juden ist nur in einer unfreien, ungleichen Ge­sellschaft möglich, als eigenes Problem irrelevant und durch die Schaffung einer Gesell­schaft von Freien und Glei­chen zu än­dern: Marx, Lassalle, Eduard Bernstein, Bronstein (Trotzki), Kagano­witsch, Sinowjew, Kamenew, Rosa Lu­xemburg, Ernest Mandel, Heinz Brandt, Bruno Kreisky und viele andere.

In meinen Augen sind alle diese An­sich­ten richtig und falsch – Religiosität, Zio­nismus, individuelle Emanzipation, Eman­zipation als Gruppe, Emanzipation der ganzen Welt. Jede dieser Ansichten habe ich ge­teilt, jeder dieser Ansichten habe ich wider­sprochen und beides tue ich im­mer noch. Irgendeine dieser Ansich­ten in eine Schublade namens „Anti-Zionismus“ zu stecken ist eigentlich nur möglich, wenn man die Welt in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Freund und Feind einteilt – wenn man also nur bis zwei zählen kann.

B) Im Zionismus: pro und kontra Jüdischer Staat

Zionismus hat, wie oben gesagt, das Ziel, den Juden durch einen eigenen Staat zu Selbstbestimmung, „Normalität“, eigener Kultur und Sprache zu verhelfen.

Die Geschichte des Zionismus ist eine Ge­schichte der Auseinandersetzung über dieses Ziel.

Es mag überraschen: Leute, die den Jüdi­schen Staat als Ziel ablehnten, bildeten Führung und Rückgrat der Zionisti­schen Bewegung.

Die Meinekestraße ist vom Bahn­hof Zoo aus gesehen die erste Querstraße links zum Kur­fürstendamm, bebaut mit schö­nen Berliner Gründerzeit-Reihen­häusern. Das Haus Nr. 10 gehörte seit 1925 der „Jüdi­schen Rundschau“, dem Zentral­organ der Zionistischen Vereini­gung für Deutsch­land. Wie es auf der Gedenktafel am Haus heißt (Foto: R.V.), verhalf diese Vereini­gung etwa 50.000 Men­schen zur Auswan­derung. Die meisten werden wohl nach Paläs­tina gegangen sein, in die „Jüdische Heimstätte“ unter britischer Herrschaft.

Chefredakteur der zionistischen Jüdischen Rundschau von 1919 bis 1938 war Robert Weltsch. Unter anderem publizierte er 1933 eine Serie von Artikeln „Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!“ (an die sich bei­spielsweise meine Mutter noch gut erin­nern kann). Er emigrierte 1938 nach Paläs­tina, lebte und arbeitete nach dem Krieg in England und starb 1982 in Israel.

Interessant ist, was dieser Zionist vom jüdischen Staat hielt. Er lehnte ihn ab! Und er schildert in seinem Essay von 1951 „A Tragedy of Leadership“ über die Autobio­gra­fie Dr. Chaim Weizmanns, dass dies die entscheidende Frage für die zionistische Bewegung und für ihren Führer war, für Dr. Chaim Weizmann, den Mann, der 1917 erreichte, dass der britische Außen­mini­ster, Lord Balfour, im Auftrag seiner briti­schen Regie­rung die Erklärung heraus­gab, dass diese Regierung die Errichtung einer jüdischen Heimstätte auf dem Gebiet des Osmanischen Reichs anstrebte. (Deutsche Über­setzung der folgenden Zitate aus dem Essay: R.V.)

„Die Geschichte des Zionismus 1917-1948 … wird dominiert von der permanenten Auseinandersetzung zwischen Dr. Weiz­mann und der von ihm geführten Bewe­gung … Auf den Kongressen war die Mehr­heit gegen seine Politik, wenn nicht sogar gegen ihn als Person, und am Ende hatte man keine Wahl als ihn wiederzuwählen, denn es gab keinen alternativen Kandida­ten. Der Konflikt kulminierte 1931, als Weiz­mann zurücktreten musste; vier Jahre spä­ter musste er wiederberufen werden, da die Bewegung in dieser sehr unruhigen Zeit kopflos war … Aber die Beziehung hatte sich nicht sehr verändert. … Nun tauchte ein neuer Gegner aus den Reihen der Partei auf, die immer Weizmanns lo­yalste Unterstützer war, in der Person von Herrn David Ben-Gurion, der offen Weiz­mann während des Krieges 1939-1945 und auf dem Kongress 1946 bekämpfte und der seine eigene politische Agenda und den sogenannten „Aktivismus“ organi­sier­te … den Dr. Weizmann niemals guthieß. Bereits 1940 hatte Weizmann praktisch al­len Einfluss auf das Geschehen in Palästina verloren und wurde nicht einmal mehr über die Ereignisse informiert.“ (S.212-213).

„Weizmann war der einzige in den Reihen der Zionisten der mit britischen Ministern auf Augenhöhe umgehen konnte, und instinktiv wusste das die zionistische Bewe­gung. Es gab niemanden, der so mutig und effektiv für die jüdische Sache auf­treten konnte.“ (S. 217)

„Bereits 1919 beunruhigte ihn die Frage, die ihn nach seinen Worten den Rest seines Lebens beschäftigen würde, näm­lich: ‚Warum mussten wir von Anfang an Feindschaft, oder bestenfalls frostige Neu­tra­lität, der britischen Vertreter vor Ort [d.h. im britischen Mandatsgebiet Palästi­na, R.V.] erleben? … Warum war es eine fast universelle Regel, dass Verwaltungs­beamte, die bei ihrer Ankunft uns günstig zugeneigt waren, sich nach wenigen Monaten gegen uns stellten?‘ Die Antwort ist relativ einfach. Die Offiziellen vor Ort glaubten – zu Recht oder Unrecht – dass es das zionistische Ziel war, die Araber ihres Landes zu berauben, oder sie zu domi­nie­ren, und sie lehnten den Gedanken ab, dass eine Minderheit eine Mehrheit domi­nieren sollte. …

Während all dieser Jahre wurde die zionis­ti­sche Bewegung nicht müde zu betonen, dass die Juden nicht nach Palästina kämen, um die Araber zu dominieren; und sie erklärten feierlichst zu vielen Anlässen, dass kein Araber aus dem Land vertrieben werden sollte. Nur Jabotinsky sagte offen schon auf dem Kongress von 1921, dass Palästina nicht mit dem Einverständnis der Araber zu besiedeln sei und dass Amerika eine Wildnis geblieben wäre, wenn die wei­ße Besiedlung vom Einverständnis der Indianer abhängig gewesen wäre. Der Kongress war über diesen Vergleich schockiert. Niemand akzeptierte Jabotins­kys Argumentation, dass das ganze Unter­nehmen letztlich militärisch sein würde … Weizmanns Formel war in den Jahren des scharfen Konflikts in der Folge des arabi­schen Aufstands von 1929 …, dass ‚die Ju­den nicht dominieren wollen und nicht dominiert werden wollen‚. Praktisch, wenn nicht sogar wörtlich, bedeutete dies … [das] Programm eines bi-nationalen Staats, wo beide Gemeinschaften gleiche Rechte und innere Autonomie haben wür­den. Die offizielle zionistische Position … wurde aus den zionistischen Reihen be­stritten … be­sonders … von den Revisi­o­nis­ten, die unter Führung Jabotinskys ‚einen jüdischen Staat auf beiden Seiten des Jor­dan‘ als das Ziel des Zionismus prokla­mier­ten, ohne zu er­läutern, was mit der nicht-jüdischen Bevöl­ke­rungsmehrheit Palästi­nas geschehen sol­­le.

Die Sache kulminierte auf dem schick­sal­haften Treffen des zionistischen General­rats in Berlin im August 1930 … Weizmann, provoziert durch die Tiraden der Revi­sio­ni­sten, erklärte unverblümt, dass die Um­wandlung Palästinas in einen Jüdischen Staat … unmöglich sei, da wir die Araber nicht vertreiben könnten und wollten. … Die Araber, sagte er, seien ’so gute Zio­ni­s­ten wie wir‘: auch sie liebten ihr Land und könnten nicht überredet werden, es jemand anderem zu überlassen. … Weizmanns Rede in Berlin wirkte als Bombe, obwohl diese Dinge schon lange debattiert worden waren. Niemals zuvor war dieser Aufruf zum Realismus mit solcher Autorität und so klar formuliert worden; es gab kein logisches Argument dagegen … [Trotzdem] protestierten die meisten Diskussionsteilnehmer sofort gegen Weizmanns Worte. „(S. 219-221)

Am Vorabend des 17. Kongresses in Basel 1931 gab Weizmann der Jüdischen Tele­graphen-Agentur (JTA) ein Interview, in dem er sich offen gegen die Idee wandte, einen Jüdischen Staat als das Ziel des Zio­nismus zu proklamieren. Laut JTA sagte er, ‚die Welt wird diese Forderung nur in eine Richtung deuten: dass wir eine Mehrheit erlangen wollen, um die Araber zu ver­trei­ben.‘ Das Interview verursachte einen Sturm, und ein Misstrauensantrag wurde gestellt. Kurioserweise waren die zionisti­schen Parteien auf zweifache, durch und durch widersprüchliche Weise schockiert. Sie lehnten Weizmanns Implikation ab, dass ihr Programm als ein Wunsch zur Vertreibung der Araber interpretiert werden könnte. Auf der anderen Seite waren sie strikt gegen jede Politik, die irgendwelche Restriktionen beinhalten würde, die darauf ausgerichtet wären, eine Vertreibung der Araber zu vermei­den.“ (S. 223f.)

„Als er 1944 [nach Palästina] zurückkam, fand er eine völlig andere Atmosphäre vor. [in seinen Worten] ‚ …  das tragische, vergebliche, un-jüdische Zurückgreifen auf Terrorismus, eine Perversion der reinen Verteidigungsfunktion der Haganah‘ … Die neue Generation militanter und selbst­auf­opfernder Nationalisten in Palästina hatte keine Spur übrig von dem humanistischen Zionismus, mit dem Weizmann identifiziert war.“ (S. 225).

„Die Wahrheit war, dass ein Kapitel zionistischer Geschichte zu Ende war. Neue Kräfte waren an die Oberfläche gekommen, und alle außer einer kleinen Gruppe von Old-Timern – waren überzeugt, dass eine neue Zeit – das barbarische post-Hitler-Zeitalter des 20. Jahrhunderts – neue Methoden benötigte, sehr verschieden von dem, was Dr. Weizmann und seine Freunde befürwortet hatten.“ (S. 226).

Was Robert Weltsch resigniert als „Old-Timer“ bezeichnete, waren meiner Meinung nach die besten Köpfe des Judentums innerhalb der zionistischen Bewegung: Chaim Weizmann selbst, sein Mentor Ascher Ginsberg (Achad ha’Am), Martin Buber, Hannah Arendt, später Mosche Scharett, Nachum Goldmann, Uri Avnery und viele andere – aber gewisslich die Minderheit.

Sollte ich eine Rangreihe der übelsten Typen innerhalb der zionistischen Bewe­gung aufstellen müssen, so ist Nr.1 nicht der von Weltsch erwähnte Wladimir Se’ev Jabotinsky. Dieser Mann hatte Format, er sprach das aus, was andere nicht zu den­ken wagten. Er war ein Ultra-Nationalist und viele seiner Sprüche und Gedanken klin­gen faschistisch, aber er war wenig­stens ehrlich. Nein, Nr.1 ist  David Ben-Gurion: Weizmanns Gegner ab 1935, der Mann, der Jabotinskys gewalttätiges Pro­gramm umsetzte, ihn aber bis über seinen Tod hinaus als Konkurrenten fürchtete (als dieser 1940 auf einer USA-Reise starb, ver­bot er die Bestattung der Leiche in Paläs­ti­na), der ohne jede Skrupel bereits 1938 die Pläne zur Vertreibung und Enteignung der Araber ausarbeiten ließ und sie ab 1947 umsetzte, der in der von ihm verfass­ten Unabhängigkeitserklärung einen demokratischen Rechtsstaat mit gleichen Rechten für jedermann proklamierte, aber die arabischen Vertriebenen ihres Besitzes beraubte, ihre Rückkehr mit Gewalt ver­hinderte und die Verbliebenen unter Mili­tärrecht stellte.

Es ist eine Schande, dass nach diesem Mann eine Straße in Berlin benannt ist. Konsequenterweise sollte man die Tier­garten­straße, die die Ben-Gurion-Straße kreuzt, in Slobodan-Milosevic-Straße um­benennen und die Lennéstraße in Kara­dzic- Mladic-Boulevard.

C) Die deutschen Befindlichkeiten

Konrad Adenauer wusste: Er bekommt Deutschland nur wieder in die Weltge­meinschaft, wenn er sich mit den USA gut stellt. Das Eintrittsticket dafür war Unter­stützung des Staats Israel: 1952 unter­zeichnete Deutschland das Luxemburger Abkom­men, in dem als „Wiedergut­ma­chungsleistung“ die Lieferung von Waren im Werte von 3 Milliarden DM an Israel vereinbart wurde. Deutschland wurde pro-zionistisch. Und so ist es geblieben bis heute: „Sie wissen ja, wir können nicht anders als Deutsche, die Vergangenheit …“.

Dass das bei Adenauer nichts mit mora­li­scher Umkehr von der Nazizeit zu tun hat­te, sieht man leicht daran, dass der pro-zionistische Adenauer den antisemitischen Bürokraten Dr. Hans Globke zu seinem wichtigsten Mitarbeiter machte und Kritik daran an sich abperlen ließ. Ebenso mag es ein Zufall sein, aber ist symptomatisch für die Adenauer-Zeit, dass der erste gro­ße Prozess über die Verbrechen in Ausch­witz erst im Jahr des Endes von Adenauers Kanzlerschaft begann, 1963. Pro-Zionis­mus und völlige Nonchalance gegenüber Antisemitismus gingen bei Adenauer trefflich zusammen.

Dass Pro-Zionismus und Antisemitismus zusammengehen, war keine Ausnahme von der Regel, sondern ist logisch. Denn wenn heutzutage die kleinen neonazis­ti­schen Gruppierungen „Ausländer raus“ fordern – was bedeutet das? Es heißt: Raus aus Deutschland, „zurück“ in die Türkei, in den Irak, nach Albanien etc. Würden sie es wagen, offen „Juden raus“ zu fordern, dann hieße das: Raus aus Deutschland, „zurück“ nach Palästina! Das ist das Wesen von Fremdenhass: Die „Fremden“ sollen aus „unserem“ Land in „ihre Heimat“ verschwinden. Genau so war es in den ersten Jahren der Nazi-Herrschaft: Zynische Sympathie für den Zionis­mus war die logische Kehrseite des Anti­semitismus.

Dies änderte sich bei den Nazis erst 1939, als sich Hitler im totalen Krieg mit dem Weltjudentum wähnte. Nun ging es nicht mehr um die Reinhaltung des deutschen Volkskörpers durch Verdrängung der Juden, sondern um einen Kampf auf Leben und Tod: Juden mussten vernichtet wer­den, wo immer man sie antraf. Auch in Pa­lästina hatten sie kein Lebensrecht, sonst würden sie Deutschland vernichten. Hitler weitete seinen Fremdenhass gegen Juden von seinem Deutschland auf sein Europa aus und auf die ganze Welt, denn die Welt sollte ihm gehören: Seinem Deutschland oder dem Weltjudentum, so sah er das. Mit Gegnerschaft speziell gegen das zio­nistische Projekt hatte dieser Verfolgungs­wahn nichts zu tun. Im harten Ringen gegen das Weltjudentum ließ er sie alle umbringen: meine Urgroßeltern Emma, Leopold, Hedwig, meinen Großvater Arnold, meinen Stief-Großvater Bruno, meine Großmütter Hanna und Miriam, mei­ne Onkel Jonas, Heinrich, Pinchas, meine Tanten Berta, Paula, Laura, meine Halbbrüder Heinrich, Me’ir, Zwi und viele andere.

Wie sollten sich in den 60er-Jahren Deut­sche gegenüber dem atemberaubenden Adenauer’schen Pragmatismus verhalten, wenn sie sich an moralischen Leitlinien orientieren wollten? Alles erschien rich­tiger als Adenauers kalte Distanzierung und kühle Berechnung: Aktion Sühne­zeichen versuchte die echte Wieder­gut­machung der Sünden der Eltern gegen­über Judentum und Israel auf einer per­sönlichen Ebene. Eine sich öffentlich immer weniger artikulierende nostalgische Grundstimmung trauerte dem „gesunden“ Hitler’schen Nationalismus der frühen 30er Jahre nach. Und Teile der Linken und insbesondere die ML-Bewegung, die für al­le, die in den 70er-Jahren studierten, ein­flussreich war, verbanden den Zorn gegen diese „Ewig-Gestrigen“ mit einer bedin­gungslosen Solidarität für die von unserem westlichen Bündnis Unterdrückten von Heute – und das waren die nationalen oder sozialistischen Bewegungen nicht nur in Vietnam, Südafrika, Kambodscha, Zim­babwe, Guinea-Bissao, Angola, Mozam­bique, El Salvador, Nicaragua, Guatemala, Chile, Kurdistan, Nord-Irland, Portugal, Baskenland, sondern auch in Palästina. Das war konsequent. Es war gespeist von dem richtigen Gefühl, dass ein radikaler Bruch mit der Nazi-Vergangenheit nötig war. Insbesondere wenn weiterhin große Teile der deutschen Politiker in den 70er Jahren, besonders aus der CDU/CSU, sich in Solidarität mit den Schlächtern Franco und Pinochet, dem Südafrikanischen Apartheid-Regime und anderen USA-freundlichen Diktaturen übten.

Die Kehrseite der Konsequenz der deut­schen Linken der 70er Jahre war, dass die­jenigen Teile der Realität verleugnet wur­den, die diese Konsequenz störten. Am drastischsten geschah dies in Bezug auf Kambodscha. Auch der Autor dieser Zeilen hielt die Berichte über den Massenmord des Pol-Pot-Regimes an seinen kam­bo­dschaner Bürgern – 30 Jahre nach Ausch­witz und in gleicher Quantität und Bruta­li­tät wie der NS-Massenmord an den Juden Europas – zunächst für imperialistische Greuelpropaganda.

Darüber redet heute keiner mehr. Alles vergessen. Alle haben, 66 Jahre nach den deutschen Verbrechen an den Juden Europas, 59 Jahre nachdem Adenauer es kaltschnäuzig vorgemacht hat, die „rich­ti­ge Linie“ entdeckt: „Solidarität mit Israel als deutsche Staatsräson“, denn „wir Deut­schen können ja nicht anders“.
Peinlich in seinem Scheuklappendenken.

Zur Veranschaulichung eine kleine Tabelle.

für Juden indifferent oder sowohl für als auch gegen Juden gegen Juden
für jüdischen Staat Jabotinsky Stalin (bis ca. 1950)
Adenauer
Hitler (bis 1939)
sowohl für als auch gegen jüdischen Staat Weizmann, Scharet, Goldmann
gegen jüdischen Staat Buber, Arendt Hitler (ab 1939)
Stalin (ab ca. 1950)

Da kann sich nun jede(r) mit seiner Bio­gra­fie in seinen verschiedenen Lebensab­schnitten selbst verorten. Zur heutzutage „politisch korrekten“ Einstellung (Jabotins­ky) siehe oben, in Teil (B).

D) Zusammenfassung und eigene heutige Meinung

Es gab und gibt eine Menge guter Gründe gegen das Projekt eines „Jüdischen Staats“. Weder historisch noch logisch hat die Gegnerschaft gegen dieses Projekt etwas mit Antisemitismus zu tun.

Der Staat Israel wird sich in Frieden nur halten können, wenn er den Ausgleich mit der nichtjüdischen Bevölkerung im Staat und in seiner Nachbarschaft sucht und wenn er von einem ethnokratischen Besatzerstaat in eine gerechtere poli­ti­sche Form übergeht.

Es gibt dazu zwei Alterna­ti­ven. Die eine Alternative ist der Untergang Israels. Die andere Alternative ist das Andauern des gegenwärtigen Unrechtszustands; den un­mittelbaren Preis für diese Alternative werden weiterhin die Palästinenser zu zahlen haben, aber mittelbar auch die Unterstützer dieses Unrechtszustands, be­sonders die westlichen Länder und die jü­dischen Gemeinschaften außerhalb Israels, in Form der Verachtung der Weltgemein­schaft und in Form von „terroristischen“ Akten aus Empörung über diese Unterstüt­zung.

Zitierte Quellen:

  • Chaim Weizmann: Memoiren – Das Werden des Staats Israel. Horovitz Publishing Company, London 1951
  • Robert Weltsch: A Tragedy of Leadership. In: Jewish Social Studies, Bd. 13 (3). Juli 1951.

Meine Hochachtung gilt den wenigen deutschen Politikern, die sich für die fried­li­che Lösung einsetzen, indem sie den Blick auf das Unrecht lenken, so wie Norman Paech, Inge Höger, Wolfgang Thierse, Rup­recht Polenz, Hermann Dierkes.

Mein Beileid gilt den vielen deutschen Politikern, die mit „wir können ja nichts tun als Deutsche …“ den Unrechtszustand unterstützen; eingehüllt in einen Kokon der wohlfeilen Betroffenheit über die Ver­gangenheit glauben sie, sie könnten nichts tun gegen Unrecht und Leiden in der Gegenwart.

[1] veröffentlicht in: Semit, Sondernr. 1/2011. © Rolf Verleger, verleger@onLuebeck.de

73 Kommentare zu “Über Zionismus und Antzionismus

  1. Jane, die anderswo ihre elend langen Mantras über uns ausgiesst ist anscheinend nicht in der Lage solch eine kurze und einfache Frage, wie ich vor mehr als einen Tag gestellt habe, zu beantworten.
    Die Welt steht nimmer lang. Jane – die doch vorgibt eine Nahostkennerin zu sein – kann meine Frage nicht beantworten, was ja auch eine Antwort ist.

    Konfrontiert  man solche Israelbasher wie Jane mit der Realität, antworten diese in der Regel mit entschiedener Ablehnung der Realität des Nahen Ostens. Für sie gibt es keine Realität, nur ihre Phantasie ihre Halluzinationen und Projektionen zählen für sie.
    Und sie haben für all die komplexe Fragen und Probleme nur eine Antwort: Israel ist schuld. Man schaue sich nur die Texte von Jane an.

     
     

  2. Jane, können Sie mir eine einfache Frage beantworten?
    Wenn die arabische Liga nicht das Abschlachten von tausenden Arabern in Syrien, die Pogrome in Ägypten, den Bürgerkrieg in Sudan, die Unterdrückung von Schiiten in Bahrein und Saudi-Arabien, den Selbstmordterror im Irak (und ich habe hier wirklich nicht alle krassen Menschenrechtsverletzungen in arabischen Staaten aufgezählt) verhindern kann, wie glaubwürdig ist dann ihr Angebot, Israel für den Rückzug zu den Waffenstillstandslinien von 1949 Frieden und Ruhe zu gewähren?

  3. BZ – jetzt springen Sie schon auf den PR-Zug der Hamas. Wie sagt man, der Feind meines Feindes ist mein Freund.
     
    Und nein – natürlich ist das Anebot der Arabischen Liga seriös.
     
    Allerdings beruht es auf dem internationalen Recht und somit auf den Grenzen von 1967, was selbstverständlich beinhaltet, dass Ost-Jerusalem die Hauptstadt Palästinas wird. Die Annexion Ost-Jerusalems durch Israel ist von keinem Land der Erde anerkannt und die Palästinenser haben das Recht ihren Teil der Stadt zurück zu bekommen.
     
    In der Flüchtlingsfrage ist die Arabische Liga den Israelis im Zuge der Jahre entgegen gekommen und hat ihr Angebot dahin gehend modifiziert, dass eine Lösung in Übereinstimmung mit den demographischen Interessen Israels gefunden werden soll.
     
    Sprich – es darf nicht unter den Teppich gekehrt werden, man kann davon ausgehen, dass ein symbolisch überschaubares Kontigent zurück darf (viele würden es ohnehin nicht mehr wollen) und für die anderen gibt es Entschädigungen.
     
    Die gesamte arabische Liga steht für das Angebot und hat es mehrere Jahre erneuert:


    Die arabischen Staaten bieten Israel die Aufnahme normaler Beziehungen an, wenn sich der jüdische Staat aus allen Gebieten zurückzieht, die er im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt hat


    Das Angebot, das 2002 in Beirut von allen Staaten der Liga akzeptiert worden war, bietet Israel die Aufnahme normaler Beziehungen zu den arabischen Staaten an, falls sich der jüdische Staat aus allen Gebieten zurückziehen sollte, die er im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt hat.
     
    http://www.fr-online.de/politik/friedensangebot-gilt-nicht-ewig/-/1472596/3440754/-/index.html
     
    http://www.welt.de/print-welt/article381311/Der_saudi_arabische_Friedensplan.html
     
    Dieses wahrhaft historische Angebot, wurde von der Knesset nicht einmal debattiert. Wir wissen auch warum – Israel ist nciht bereit die besestzten Gebiete wieder zu räumen, so wie mehrere UNO-Resolutionen und natürlich die Palästinenser, und natürlich die Arabische Liga es in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht fordern.
     
    So lange Israel militärisch überlegen ist –  pfeift es auf Frieden und nimmt sich was es will.

  4. Keine Basis für einen Palästinenserstaat

    Von Anav Silverman

    „Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hat vorausgesagt, dass ein palästinensischer Staat es seinem Volk erlauben werde, als „friedliebende, den Menschenrechten, der Demokratie und dem Rechtsstaat verpflichtete Nation“ zu leben. Damit spiegelt er die generelle Stimmung in der internationalen Gemeinschaft wider.“
     
    „In der palästinensischen Community dagegen sehen einige eine ganz andere Zukunft voraus. Einigen prominenten palästinensischen und arabischen Kommentatoren und Bloggern zufolge wird diese Prophezeiung niemals Realität, solange eine korrupte palästinensische Führung an der Macht bleibt und ihre unehrlichen Finanzgeschäfte fortführt, die früher Yassir Arafat und jetzt Abbas auszeichnen.“

    „Sami Jamil Jadallah, palästinensisch-amerikanischer Berater für Internationales Recht und Wirtschaft, hat kürzlich in einem Artikel zum 63. Geburtstag des Washingtoner Nachrichtenportals „Palestine Note“ israelische und palästinensische Führungspersönlichkeiten verglichen. Er begann weit zurück in der Geschichte und beschrieb David Ben-Gurion als einen Mann, der „sein Leben der Schaffung einer Nation aus den Überresten eines Volkes aus 120 Ländern gewidmet hat und dem es dabei gelungen ist, bereits an Tag eins einen Staat mit Regierungsinstitutionen zu haben.“

    „Über Arafat schrieb Jadallah: „Er hat es geschafft, sein Leben der politischen Manipulation und Täuschung zu widmen, alles zu korrumpieren, was ihn umgab und „sein“ Volk an jeder Abzweigung zu täuschen, ohne dass es ihm jemals gelungen wäre, Freiheit oder die Rückkehr von Flüchtlingen zu erreichen“. Er fügte hinzu: „Ben-Gurion hat nicht seine Familie und Freunde dazu eingeladen, das Land zu plündern, wie Yassir Arafat es getan hat“. Er könne sich auch nicht erinnern, dass “ein israelischer Politiker Multimillionär geworden ist, während er der Nation und dem Volk in einem öffentlichen Amt gedient hat“.

    „Arafats Frau Suha soll Berichten zufolge nach dem Tod ihres Mannes jährlich 22 Millionen Dollar aus der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) erhalten. Und auch Abbas lebt in einem Luxushaus.“

    „Der palästinensische Generalstaatsanwalt Ahmed Al-Moghani deckte im Jahr 2006 auf, dass in den letzten Jahren mindestens 700 Millionen Dollar an Geldern der PA (andere Schätzungen sprechen von einer Milliarde) gestohlen wurden oder verprasst wurden, um palästinensische Offizielle zu bestechen. Einige der Millionen wurden auf private Bankkonten im Ausland transferiert.“

    „Jadallah beendet seinen Artikel mit der Feststellung, die gegenwärtige PA besitze nicht die „Integrität, Professionalität und Kompetenz, um das Ende der Besatzung herbeizuführen.“ Die PA, so erklärt er, verspreche „dem Volk einen ‚virtuellen‘ Staat, der keine der Voraussetzungen für einen modernen Nationalstaat erfüllt.“

    „Der Washingtoner Journalist Ali Younis stellte Anfang des Jahres in einem Artikel für „Al-Arabiya“ fest: „Für den verstorbenen Palästinenserpräsident Yassir Arafat war Korruption ein Mittel, um die chaotische PA zu managen und kontrollieren“. Er fügte hinzu: „Präsident Mahmoud Abbas ist nicht anders, wenn wir die vielen Beschwerden gegen ihn von palästinensischen Intellektuellen betrachten.“

    „Zusätzlich zu dem fragwürdigen Finanzsystem der PA gibt es unter Abbas‘ Regime große Defizite in der  Meinungs- und Pressefreiheit. Ein Bericht von Human Rights Watch vom 06. April mit dem Titel „Keine Nachrichten sind gute Nachrichten. Misshandlung von Journalisten durch palästinensische Sicherheitskräfte“ zeigt auf, wie die Sicherheitskräfte von Abbas „Journalisten gefoltert, geschlagen und willkürlich festgehalten“ haben.“

    „Der Bericht zitiert auch das „Palestinian Center for Development and Media Freedoms“ (MADA) mit der Feststellung: “Die Anzahl physischer Attacken, Festnahmen, und willkürlicher Konfiszierungen von Ausrüstung sowie weiterer Missachtung der Rechte von Journalisten durch palästinensische Sicherheitskräfte sind in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr sowohl in der Westbank als auch im Gaza-Streifen um 45% gestiegen.“

    „Angesichts all dessen überrascht es nicht, dass die Mehrheit der Palästinenser in Jerusalem nach der Gründung eines palästinensischen Staates die israelische der palästinensischen Staatsbürgerschaft vorziehen würde. Eine Umfrage des „Pechter Middle East Polls“ in Zusammenarbeit mit dem „Council of Foreign Relations“ unter Aufsicht von Dr. David Pollock hat ergeben, dass 35% der Palästinenser in Ostjerusalem sich für die israelische und nur 30% für die palästinensische Staatsbürgerschaft entscheiden würden. Die übrigen 35% gaben keine Antwort oder waren unentschieden.“

    „Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass 40% der Ostjerusalemer Palästinenser wahrscheinlich nach Israel ziehen würden, wenn ihr Stadtteil Palästina zugeschlagen würde.“

    „Es gibt heute noch keinerlei ernsthafte Basis für einen stabilen demokratischen palästinensischen Staat. Es ist unverständlich, wie die internationale Gemeinschaft überhaupt die Schaffung eines solchen Staates zu diesem Zeitpunkt in Betracht ziehen kann.“

    „Wenn die Palästinenser in Freiheit und Demokratie leben wollen, brauchen sie ehrliche Führungspersönlichkeiten, faire Wahlen, demokratische Institutionen, eine transparente Finanzverwaltung und ein faires Justizsystem. Unter Hamas und Fatah haben die Palästinenser nichts dergleichen.“

    Die Autorin unterrichtet an der Secondary School of Education an der Hebräischen Universität Jerusalem und ist freie Publizistin. Vorher war sie als internationale Korrespondentin des „Sderot Media Center“ tätig.

    (Ynet, 03.07.11)

  5. @Jane

    Und Sie meinen, deshalb können die Israelis mit ihnen machen, was sie wollen?“

    Sie sind eine schlimme Demagogin die es immer wieder versucht eine Einseitige Schuld Israel anzulasten.

    1.macht Israel nicht was es will, weil dann wären es ja Araber denn die machen was sie wollen und kennen keine Menschenrechte.

    2. haben die Arabischen Staaten Jahrzehntelang einen PA Staat Blockiert aus eignen Egoistischen Interessen und weil sie mit den Flüchtlingen Geld verdienen.

    3. die Angebote der Arabischen Liga werden dann wohl wenn sie von Israel abgelehnt worden sind nicht Seriös und Einseitig gewesen sein. Wie zB die Flüchtlingsfrage und Jeruschalayim

    Sie haben völlig falsche Vorstellungen darüber, wie ich die arabischen Staaten wahrnehme – ich habe schon oft genug gesagt, auch wenn Sie es nicht begreifen – es geht nicht darum, wer besser oder schlechter ist etc. Für die Besatzung ist Israel verantwortlich und es liegt in seiner Macht sie zu beenden.“

    das hat nicht etwas mit nicht begreifen zu tun, sondern mit Ihrer Unseriösität.
    Sie sind Unseriös nehmen Einseitig Stellung und Deffamieren, und das ist der Grund warum ich ihnen nicht glauben kann sind nicht Ehrlich und sind oft genug beim Lügen verdrehen von Tatsachen und Geschichtlichen Fakten erwischt worden.

    Wer einmal Lügt dem glaubt man nicht mehr – ist das nicht so

  6. „mal wieder so eine perfide, verdrehte Wendung, die Sie mir unterschieben, um zu den gleichen perfiden Schlüssen zu kommen.“

    jaja, Jane, ist richtig…

    „Bislang bin ich glaube ich hier die einzige, die in aller Deutlichkeit gesagt, hat, dass es nicht nur den einen, sondern viele verschiedene politische Strömungen innerhalb des Zionismus gibt, von links nach rechts, von religiös zu säkular“

    Sie glauben im ernst, dass Sie die einzige sind? Glauben Sie mir, für Sie mag das eine neue Erkenntnis gewesen sein, für viele andere hier ist das eine Selbstverständlichkeit! Hindert Sie ja trotzdem nicht daran immer wieder von „den Zionisten“ und „dem Zionismus“ zu schwadronieren. Dann differenzieren Sie auch!

    „Dass Sie das schon für überflüssig halten, machen Sie recht deutlich. Sie sind einfach von einer unglaublichen Arroganz.“

    soso, unredlich bin ich also… wie schnell Sie sich in Rage schreiben ist immer wieder beeindruckend. Mir scheint, gerade da ich Sie nicht beschimpfe und die Form wahre, scheint Sie das immer in besondere Wut zu bringen. 

    Die Arabischen Palästinenser haben in der …“

    Auch das stammt nicht von mir. Auch wenn mir inhaltlich gegen die zitierte Passage nichts zu sprechen scheint. Und dass die Situation der in Israel als Staatsbürger lebenden Palästinenserinnen und Palästinenser sich zuweilen fundamental von der Situation derer in bsw. Lebanon unterscheidet, werden Sie ja nicht bestreiten. Aber bitte, achten Sie doch ein wenig mehr darauf, auf wen Sie sich beziehen, sonst könnte ich gar bösartig auf die Idee kommen, Sie wollten mir etwas „unterschieben“… (Vorsicht! Ironie!)

    „Da würden Sie sich ja auf dünnes Eis begeben und da es Ihnen mehr um Wirkung, als um echte Auseinandersetzung geht, wissen Sie sehr genau, wie sie was verdrehen und wo sie sich besser raushalten“

    Sicherlich nicht, Jane. Ganz im Gegenteil halte ich Kritik und Diskussion, gerne kontrovers und scharf, für essenziell wichtig und eine lebendige Diskussion mit fünf Diskutanten und sieben Positionen halte ich für erstrebenswert. Allerdings, und das habe ich mehrfach klar gemacht, ist Ihr Geschreibe an vielen, von mir immer wieder beispielhaft benannten Stellen durchsetzt mit einem Ressentiment und hier werden Argumente nutzlos. Genauer: die Bedeutung der Okkupation und Möglichkeiten diese zu beenden zu diskutieren? Gerne. Ab dem Punkt, an dem Sie anfangen von „diesem Volk“ zu schwadronieren und die Verantwortung für Antisemitismus in „bester“ Tradition den Betroffenen zu zuschieben (um nur zwei Beispiele Ihrer Ausfälle aufzugreifen, hört meine Bereitschaft auf.

    „Sie Heuchlerin!“

    Nunja, Jane, ich wahre, wie gesagt jedenfalls die Form. Beschimpfen Sie mich ruhig weiter, denn letztendlich disqualifizieren Sie sich als Diskutantin auf diese Weise nur auf einer zusätzlichen Ebene. Sticks and stones can break my bones…

  7. Über den Missbrauch des Antisemitsmus
    von Ran Ha Cohen, Universität, Tel Aviv

    …Jüdisches Bewusstsein, das sich auf AS konzentriert, hat die Form von antisemitischen Verschwörungstheorien angenommen, wie die Protokolle der Weisen von Zion, wobei der klassische Antisemit jedes Unglück jüdischer Verschwörung zurechnet. Juden rechnen jede Kritik an Israel antijüdischer Verschwörung zu. Wie wir sehen werden, ist dies nicht die einzige Ähnlichkeit zwischen anti-palästinensischer Haltung und antisemitischer Haltung.

    Es ist höchste Zeit, dies deutlich und laut auszusprechen: während der ganzen jüdischen Geschichte seit dem Babylonischen Exil im 6. Jhdt. hat es keine bessere Zeit gegeben als die unsere: nie gab es weniger AS. Es gab für Juden nie eine bessere Zeit als die, in der wir leben.

    Im Staat Israel sind antisemitische Aussagen immer zynisch ausgenützt worden und je nach Belieben wurden tatsächliche Antisemiten entweder verurteilt oder es wurde mit ihnen zusammengearbeitet. Um nur ein kleineres Beispiel aus der letzten Woche zu nennen: als die Welt durch die Behauptung von Italiens Herrscher Berlusconi — sein faschistischer Vorgänger Mussolini „hätte niemanden getötet sondern nur auf Ferien ins Exil geschickt“ — gröblich beleidigt wurde, so war das ziemlich nah an einer Holocaustverleugnung. Die einzige offizielle israelische Reaktion war die eines ungenannten Sprechers des 2. Ministers im Finanzministerium, der folgendes murmelte: „Falls diese Worte gesagt worden sind, kann man diesen nicht zustimmen; denn die Geschichte spricht für sich selbst“ (Haaretz 14.9. S.12 unten) Der Grund für dieses Sich-taub-stellen ist einfach: Berlusconi hat innerhalb Europa – wie alle rechten Extremisten – eine entschieden Pro-Israel-Haltung.

    Die institutionelle Pro-Israel-Lobby hat ihre Integrität in dem Ausmaß kompromittiert, dass ich nicht überrascht wäre, wenn die Anti-Defamation-Liga, die täglich blinden Alarm wegen Antisemitismus schlägt, nun den faschistischen Apologeten Berlusconi als einen ausgezeichneten Staatsmann hinstellt. Tatsächlich hat genau dieser Weltrekord an Heuchelei in dieser Woche stattgefunden.

    Viel beunruhigender ist jedoch die gezielte Ausflucht gegenüber Antisemitismusbehauptungen durch jüdische Personen oder Institutionen, die versuchen, ein integeres Ansehen zu bewahren. Solche Behauptungen nehmen viele kreative Formen an: z.B. haben einige Juden einen moralisch abstoßenden Zeitvertreib, indem sie auf die schlimmsten Fälle von Unterdrückung schauen: russische Gräueltaten in Tschetschenien ( deren Veteranen, nebenbei gesagt, sich der israelischen Armee angeschlossen haben) chinesische Gräueltaten in Tibet – was vermutlich „beweist“, dass der Medienschwerpunkt auf Israel antisemitisch motiviert sei. Als ob es nicht schon abscheulich genug ist, in die engere Wahl der Übeltäter gezählt zu werden, als ob nur die Goldmedaille bei diesem satanischen Wettbewerb und nicht die bronzene oder silberne, ein Protest wert wäre.


    Der Missbrauch von angeblichem Antisemitismus ist moralisch verabscheuungswürdig. Es waren Hunderte von Jahren nötig und Millionen von Opfer, um Antisemitismus – eine spezielle Form von Rassismus, die historisch zum Genozid führte – in ein Tabu zu wandeln. Menschen, die dieses Tabu missbrauchen, um Israels rassistische und genozidale Politik gegenüber den Palästinensern zu unterstützen, tun nichts anderes, als die Erinnerung an jene jüdischen Opfer zu schänden, deren Tod aus humanistischer Perspektive nur insofern Sinn hat, als er eine ewige Warnung an die Menschheit ist vor allerart von Diskriminierung, Rassismus und Genozid.

    Dadurch dass die jüdischen Opfer der Vergangenheit heraufbeschwört werden, um die jüdischen Täter von heute zu verteidigen, – denk daran, dass Israel eines der mächtigsten Militärs der Erde hat – ist dies abgesehen davon ein moralischer Fehler und peinlicherweise dem Antisemitismus selbst ähnlich…..

    http://www.antiwar.com/hacohen/h092903.html

  8. Ein Jude der vom Missbrauchs des Antisemitismusvorwufs auch die Nase voll hat, um eine Politik für sakrosant zu erklären, die man sehr viel deutlicher kritisieren muss:

    Löschen Sie den Namen meines Großvaters in Yad Vashem!

    Von Jean-Moïse Braitberg

    Sehr geehrter Herr Präsident des Staates Israel,

    ich schreibe Ihnen, damit Sie die zuständigen Verantwortlichen anweisen, in der (Holocaust-)Gedenkstätte Yad Vashem, die der Erinnerung an die jüdischen Opfer des Faschismus geweiht ist, den Namen meines Großvaters Moshe Brajtberg, der 1943 in Treblinka vergast wurde, zu löschen – ebenso die Namen der anderen Mitglieder meiner Familie, die im Zweiten Weltkrieg bei der Deportation in verschiedene (Konzentrations)lager der Nazis gestorben sind. Herr Präsident, ich bitte Sie, meinem Anliegen zu entsprechen, weil sich in meinen Augen Israel durch das, was in Gaza geschehen ist, und was dem arabischen Volk Palästinas seit nunmehr sechzig Jahren angetan wird, als Zentrum des Gedächtnisse an die Verbrechen an Juden und an der ganzen Menschheit disqualifiziert hat.

    Bedenken Sie, dass ich seit meiner Kindheit von Überlebenden der Vernichtungslager umgeben bin. Ich habe die auf die Arme tätowierten Nummern gesehen, ich habe die Berichte über die Folterungen gehört, ich habe ihre tiefe Trauer und ihre Albträume geteilt.

    Man hat mich gelehrt, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen dürfen; dass Menschen nie wieder andere Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihrer Religion verachten dürfen, dass man Menschen die elementaren Rechte auf ein Leben in Würde und Sicherheit und ohne Einschränkungen und die Hoffnung auf ein ferne Zukunft in Zufriedenheit und Wohlstand nicht nehmen darf.

    Herr Präsident, ich muss nun aber feststellen, dass trotz vieler UN-Resolutionen, trotz des schreienden Unrechts, das dem palästinensischen Volk seit 1948 angetan wird, trotz der in Oslo genährten Hoffnungen und trotz der mehrfach wiederholten Anerkennung des Rechts der israelischen Juden auf ein Leben in Frieden und Sicherheit durch die Palästinensische Autonomiebehörde, alle bisherigen Regierungen Ihres Landes immer nur mit Gewalt, Blutvergießen, Inhaftierungen, endlosen Kontrollen, Kolonisierung (durch immer neue israelischen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet) und Landraub geantwortet haben. (In dem so genannten Oslo-Abkommen von 1993 hatte Israel mit der PLO Arafats Grundlagen für eine künftige Zwei-Staaten-Lösung vereinbart.)

    Herr Präsident, Sie werden mir sicher antworten, Ihr Land habe das Recht, sich gegen diejenigen zu schützen, die Raketen auf Israel abschießen oder als Selbstmordattentäter schon zahlreiche unschuldige Israelis getötet haben. Darauf erwidere ich Ihnen, dass mein menschliches Mitgefühl allen Opfern gilt – unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft.

    Andererseits, Herr Präsident, sind Sie das Oberhaupt eines Staates, der nicht nur den Anspruch erhebt, die Gesamtheit der Juden zu repräsentieren, sondern auch die Erinnerung an die Juden wachzuhalten, die Opfer des Faschismus wurden. Das betrifft auch mich und ist mir unerträglich. In der Gedenkstätte Yad Vashem inmitten des jüdischen Staates hat ihr Land die Erinnerung an meine Angehörigen hinter dem Stacheldraht des Zionismus eingesperrt und sie zu Geiseln einer angemaßten moralischen Autorität gemacht, die jeden Tag abscheuliche Rechtsverletzungen begeht.

    Deshalb bitte ich Sie, lassen Sie den Namen meines Großvaters aus der Gedenkstätte entfernen, die an die Grausamkeiten gegen die Juden erinnern soll, weil damit nicht die Grausamkeiten zu rechtfertigen sind, die an den Palästinensern begangen werden.


    Abschließend möchte ich Ihnen, Herr Präsident, meine persönliche Hochachtung versichern.


    (Jean-Moïse Braitbergs offener Brief wurde am 28.01.09 zuerst in der französischen Zeitung LE MONDE veröffentlicht [s. http://www.lemonde.fr/opinions/article/2009/0/28/effacez-le-nom-de-mon-grand-pere-a-yad-vashem_1147635_3232.html ]. Informationen über den Autor sind zu finden unter http://arpel.aquitaine.f/spip.php?article100000518
     
    Herr Braitberg hat mein Mitgefühl und meinen tiefen Respekt für diesen konsequenten Schritt.

  9. “Jetzt gerade Jane lernen Sie was Arabaischen Interessenpolitik im Nahen Osten ist.“
    Nein BZ – rundherum sind lauter Diktaturen und es wäre doch nett, wenn Sie mal die OriginalInfo velrinken würden. Darüberhinaus habe ich schon recht deutlich gemacht, woran das liegt – eine einseitige Ausrufung wird ja erst mal nichts ändern und die Amerikaner machen Druch. Abdullah arbeitet seit Jahren darauf hin und fordert auch die Anerkennung eines palsätinensischen Staats durch die Israelis, ohne die es keinen Frieden geben kann. Die Ausrufung wird am Unfrieden erst mal nichts ändern, aber man kann verstehen, dass die Palästinenser nach 44 Jahren die Nase voll haben. Wenn Abdullah nicht mit ja stimmt, finde ich das freilich nicht gut – aber Sie haben völlig falsche Vorstellungen darüber, wie ich die arabischen Staaten wahrnehme – ich habe schon oft genug gesagt, auch wenn Sie es nicht begreifen – es geht nicht darum, wer besser oder schlechter ist etc. Für die Besatzung ist Israel verantwortlich und es liegt in seiner Macht sie zu beenden.
     
    … habe ich Ihre Reflexion etwa verpasst, Jane?
     
    ”man könne ja aus irgendwelchen Gründen gar nicht antisemitisch sein”
     
    Allerdings – mal wieder so eine perfide, verdrehte Wendung, die Sie mir unterschieben, um zu den gleichen perfiden Schlüssen zu kommen.

    und wie er sich heute begreift (in all seiner Diversität)

    Ach was Sie nicht sagen Ronit – Sie überlesen alles was Sie wollen, deuten um was Sie wollen, um dann zu den Schlüssen zu kommen, die ihnen opportun erscheinen.

    Bislang bin ich glaube ich hier die einzige, die in aller Deutlichkeit gesagt, hat, dass es nicht nur den einen, sondern viele verschiedene politische Strömungen innerhalb des Zionismus gibt, von links nach rechts, von religiös zu säkular und auch solche, die friedlich sind und auf Koexistenz setzten, und solche, die die Muslime von Anfang an vertreiben wollten. Wenn Sie schon Ihre brutalen Urteile so nonchalante verteilen, dann sollten Sie wenigstens redlich vorgehen. Dass Sie das schon für überflüssig halten, machen Sie recht deutlich. Sie sind einfach von einer unglaublichen Arroganz.

    Die Arabischen Palästinenser haben in der Arabischen Welt keinen guten Stand. Und die meisten Arabischen Staaten haben auch kein wirkliches Interesse an den Arabischen Palästinenser.

    Und Sie meinen, deshalb können die Israelis mit ihnen machen, was sie wollen?

    Ja – und wie kam es dann zu dem seit nunmehr 8 Jahren immer wiederholten Angebot der Arabischen Liga, welche sämtlich arabischen Staaten der Region umfasst, inklusive der PA, Israel anzuerkennen, vollständige diplomatische und Handelsbeziehungen mit Israel aufzunehmen, wenn sie die Staatsgründung PAs nicht weiter sabotieren? Worum es geht ist Frieden, nicht nur für Juden, sondern auch für Palästinenser – und den wird es nicht geben, solange Israel die Besatzung nicht beendet und den palsätinensischen Staat anerkennt – was die einseitige Ausrufung bringen wird ist fraglich. Der jordanische König hat noch vor ein paar Tagen Israel und Palästinenser aufgefordert, und die Amerikaner gebeten, entsprechenden Druck auf beide Parteien auszuüben.

    Jane, ich diskutiere meine Meinung zur Okkupation, und vor allem zu Möglichkeiten diese in Sicherheit für beide Parteien zu beenden, nicht mit einer offenen Antisemitin wie Ihnen.

    Ach Ronit – natürlich tun Sie das nicht.

    Da würden Sie sich ja auf dünnes Eis begeben und da es Ihnen mehr um Wirkung, als um echte Auseinandersetzung geht, wissen Sie sehr genau, wie sie was verdrehen und wo sie sich besser raushalten.

    Es war mir vollkommen klar, dass Sie sich vor einer Stellungnahme drücken werden, natürlich begründet mit dem gleichen, effektiven Todschlagargument wie immer.Ich habe nichts anderes erwartet.

    Ich habe es versucht

    Sie Heuchlerin!


  10. „mal wieder am fabulieren“

    … habe ich Ihre Reflexion etwa verpasst, Jane?

    Mich erschreckt ein wenig, dass Sie offensichtlich keinen Begriff von „völkisch Nationalismus“ haben, denn dieser an sich führt Ihren Vergleich schon ad absurdum. Dass Sie, obwohl Sie ja sehr viel dazu schreiben, keine Ahnung davon haben, was „Zionismus“ sein soll, wie sich seine historische Entwicklung darstellt, und wie er sich heute begreift (in all seiner Diversität), spricht mal wieder für sich… da helfen auch verkürzte Zitate nichts und ausgerechnet pflp-info als „Quelle“ heranzuziehen ist fast schon drollig.

    „Nicht jedwede, das ist völliger Unsinn“

    Dann bin ich in froher Hoffnung auf den Tag, an dem Sie mich eines besseren belehren. Aber vielleicht fallen wir ja vorher vom Rand der Erde….

    „Jane gründet also ihre Lügen und Geschichtsverdrehungen…“
    Jane, da waren Sie arg verwirrt, oder? Obwohl ich Herrn Pfeifer hier gar nicht widersprechen will, wenden Sie sich doch an ihn, wenn Sie sich auf diese Passage beziehen. Nebenbei macht Ihre Erwiderung auch nicht wirklich Sinn, vielleicht möchten Sie sie noch einmal überdenken.

    Was Ihre Fragen angeht: Ich fragte Sie, ob Sie die Besatzung durch Jordanien und Ägypten als ebensolches Verbrechen geißeln würden, was Sie verneinten, da Muslime über andere Muslime keine „Fremdherrschaft“ ausüben könnten (nebenbei: ein vorbildlicher Rassismus. Ist doch eh’ alles dasselbe, oder wie soll man Sie hier verstehen?!).

    Aber bevor das hier weiterführt: Jane, ich diskutiere meine Meinung zur Okkupation, und vor allem zu Möglichkeiten diese in Sicherheit für beide Parteien zu beenden, nicht mit einer offenen Antisemitin wie Ihnen. Ich habe es versucht, aber da Sie in mir natürlich nur eine Zelotin (soviel Zeit muss sein Jane) sehen (so sehen Sie alle, die nicht Ihrer Meinung sind, kann das sein?) bringt’s ja nichts. Und ich denke, damit bin ich nicht allein, damit müssen Sie wohl leben. Хватит!

  11. @Jane
    tja Jane, ich glaube Ihre kleine heile Welt in dem die Juden und der Zionismus an allem Schuld ist trifft gerade auf Arabische Realinteressen.
    Und lässt die kleine Jane Welt zusammenbrechen wie ein Kartenhaus.
    Der König von Jordanien unterstützt nicht,  sondern stimmt sogar gegen ein Staat Palästiner Westlich vom Jordan. Und das nennen Sie der König ist aber eigentlich doch dafür ? Reichlich Naiv und Dumm

    Jetzt gerade Jane lernen Sie was Arabaischen Interessenpolitik im Nahen Osten ist.
    Sie wollen grosse Meldungen haben weil die kleinen unwichtig sind meinen Sie !

    Aus vielen kleinen Meldungen erhalten sie eine grosse; wie z.B. das die Saudi gerade jetzt eine Anfrage für 200 deutsche Panzer zum Kauf in deutschland gestellt hat. Und Israel sowie die USA dabei sehr zurückhalten sind und es nicht kommentieren. Zudem scheint der Deal auch über die bühne zu gehen so das die Saudis die Panzer kaufen können.

    Der Jordanische König hat kein Interesse an einem Arabischen Palästinensischen Staat an seiner Westgrenze haben. Das hat nichts mit den Hilfsgelder aus den USA zu tun oder unter Druck setzen. Die Arabischen Palästinenser haben in der Arabischen Welt keinen guten Stand. Und die meisten Arabischen Staaten haben auch kein wirkliches Interesse an den Arabischen Palästinenser. Ausser zum benutzen für ihr zwecke gegen Israel um Weltpolitik zu machen.
    Aber das passt in ihre Ideologoe nicht rein, denn in ihrer Phantasie sind die Juden das Friedensproblem im Nahen Osten.
    Die Wirklichkeit und die Realität wird mir recht geben und sie werden noch in 10 Jahren hier ihre Antijüdischen Artikel kopieren und schreiben vom Bösen Juden.

    Im übrigen da Sie diese Info gelesen haben aus Jordanien, zeigt mir das das sie informiert sind.
    Was bedeutet das Sie ihre Antijüdischen Blogs in voller Absicht und Bewusstsein einseitig schreiben um die Jüdische Seite zu Deffamieren.
     

  12. ”was wollen sie uns Juden vorwerfen”
     
    Ja Herr Pfeifer – entschuldigen Sie – das war natürlich BZ. da haben Sie tatsächlich Recht.

    “Sie schlafen, Sie schlafen Jane, das es keinen Staat Palästiner geben soll Westlich vom Jordan hat der König von Jordanien vor zwei Tagen gesagt.“
     
    Dann seien Sie doch mal so gründlich Baruch Zion – und verlinken Sie Ihre Infos und kommen Sie mir nicht so


    Sie träumen BZ – was einige wenige israelische Medien verbreiten ist, dass er die Ausrufung im September nicht unterstützen würde, was aber nicht heißt, dass er nicht wie immer einen palästinensischen Staat innerhalb der 1967er Grenzen fordern würde auf der Basis von Übereinkommen.

    Bisher gibt es diese Meldung nur bei YNetNews und einigen Hasabara Seiten. (weshalb es wohl niemand außer den Lesern dieser einschlägigen Seiten mitbekommen hat)

     Was das zu bedeuten hat und den Hintergrund, das wäre erst mal zu klären, insofern es stimmt – was Jordanien allerdings schon lange fordert, ist ein palästinensischer Staat innerhalb der 1967er Grenzen. Daran hat sich jedenfalls nichts geändert. Der US-Senat hat ein Gesetz erlassen, wonach sie ihre Palästinahilfe einstellen wollen, wenn die PA den palästinensischen Staat im September ausrufen wird -möglicherweise setzt das Jordanien unter Druck und natürlich weiß niemand was dann losbricht. Allerdings ist die Meldung erst mal zu ‚klein‘, um daraus sonst was zu schließen – worum es jedenfalls geht ist die Ausrufung im September und nicht eine genrelle Ablehnung. Das ist wirklich Unsinn. Die israelische Regierung, die Aipac und schließlich dann die USA machen ja mächtig Druck.

    Regarding Jerusalem, Abdullah said Jordan will continue its role in „protecting holy sites“ and supporting Fatah and Hamas in Jerusalem in „confronting Israeli unilateral measures,“ which, he said, seek to alter the identity of the Holy City.


    “Jordan will continue to support you politically and economically during the next stage until reaching the establishment of an independent Palestinian state on Palestinian national soil,” the King said.

    Abdullah’s reference to „A Palestinian state on Palestinian soil“ marks a notable departure from his family’s long-held position and underscores the chill he has fostered in relations between the Hashemite monarchs and Israel since he ascended the throne….

    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/143951  5.5.11

    King Abdullah reviewed the circumstances surrounding the Middle East peace process, stressing the need for the international community to push the peace process forward to resolve the Palestinian-Israeli conflict on the basis of the two-state solution that leads to an independent Palestinian state on the 1967 borders.
    He underlined the significant role the US plays in helping Palestinians and Israelis return to the negotiating table and address all final status issues in a way that meets the aspirations of Palestinians for liberty, freedom and independence…

    http://www.jordantimes.com/?news=38921
     
    Regierungserklärung Jordanies vor 5 Tagen:


    The King also discussed with the delegation the latest developments on the Arab and regional levels, especially political development in the Arab region. King Abdullah also reviewed the Middle East peace process and obstacles facing it, and urged the international community to continue its support to the peace process to solve the Palestinian-Israeli conflict on the basis of the two-state solution, leading to the establishment of an independent Palestinian state on the 1967 borders


    His Majesty stressed the importance of the United State’s role in helping the Palestinians and Israelis to return to the negotiating table and address all final status issues that fulfill aspirations of Palestinians for freedom and independence.
     
    http://www.pm.gov.jo/english/index.php?page_type=news&part=1&id=7203


    He said the two sides have a window of opportunity over the next year to make progress on creating a two-state solution, after which point the possibility of a Palestinian state will disappear as more Arab land gets swallowed up by Jewish settlements.

    …He concluded: „I believed in a decisive turn at the beginning of the summer, ahead of a true peace negotiation at the United Nations, but the question of Israeli settlements – which are illegal according to the international community – remains central.“

     
    http://www.haaretz.com/news/jordan-king-i-expected-more-from-u-s-in-pushing-mideast-peace-1.5848
     
    Während all dessen geht die Landnahme und Enteignung an Land und Ressourcen der Palästinenser unverdrossen weiter:

    New measure gives 21 Jewish communities beyond pre-1967 lines 54,000 unused dunams, bringing total farmland to 110,000 dunams.


    The Settlement Division has agreed to double the amount of land that settlers can use for farming in the Jordan Valley. It also agreed to increase the amount of water Jewish farmers can use for their fields.

    The newly allocated agricultural areas are all on state land and do not involve any private Palestinian property, the division’s spokesman Ofer Amar told The Jerusalem Post on Tuesday.
     
    Wie es zu dem ‚Staatsland‘ kommt, das haben wir ja nun schon einmal in einem anderen Thread geklärt (Die IDF und Siedler zerstören Felder etc., halten die palästinensischen Besitzer jahrelang von ihrem Eigentum fern, und nach ein paar Jahren wird es dann zum ‚Staatsland‘ erklärt/weil es ja ‚brach‘ liegt / welcher Staat eigentlich?)


    Technically, the Settlement Division is part of the World Zionist Organization, a nongovernmental agency. It has been contracted since 1967 to implement government-funded projects in the West Bank. In the last decade its mandate was expanded to include the Negev and the Galilee.

    Although it had traditionally functioned under the Prime Minister’s Office, the Settlement Division was moved to the Agriculture Ministry in 2007.
     
    http://www.jpost.com/DiplomacyAndPolitics/Article.aspx?id=227016


    Israel says trees planted on ’state land‘


    A spokesman for Israel’s Civil Administration told Ma’an on Thursday that nearly 100 olive trees bulldozed near Beit Dajan the day before were planted on land that did not belong to Jamal Abu Kanaan.

    The spokesman said the land in question was „state land,“ and said all documents necessary under law had been transmitted before the trees were uprooted and confiscated.

    „This was not the first time,“ the official said.


    Deputy to the Nablus governor Anan At-Ateera told Ma’an Wednesday that there was „no logical explanation“ for the trees to have been uprooted, identifying them as belonging to Abu Kanaan from Beit Dajan.

    Village council member Naser Abu Jeish said he considered the act a „blunt violation of Palestinian rights,“ adding that there was „not even an Israeli settlement in the area,“ referring to the common practice of taking down olive groves to facilitate Israeli military patrols around settlements.

    http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=369664
     
    Schön übrigens, dass wir das auch endlich mal erfahren. Die Settlement Division ist ein Teil des WeltZionistenVerundes, welche seit 1967 unter Vertrag der israelischen Regierung steht, um jüdische Projekte in der West-Bank zu fördern. s.o. Jerusalem Post
     
    Ja – haben uns nicht alle israelischen Regierungen vorgemacht – das wäre anfänglich eigentlich ohne ihren Willen und mehr oder weniger aus versehen passiert?
     
    War das nicht auch die gängige Darstellung in den israelischen Medien?
     
    Die meisten Israelis glaubten doch lange selbst, dass die Siedlungen mehr oder weniger so ausversehen und nicht mit Willen der Regierung entstanden und dass sie im Falle eines Friedensschlusses wieder geräumt werden müssten – so war das jedenfalls noch vor 10 Jahren die durchaus gängige Ansicht auch von Pro-Israel-Aktivisten – auch hier in diesem Forum.
     
    Haben die israelischen Regierungen auch die Israelis an der Nase herum geführt?
     
    Wurde das irgendwo publiziert, dass die israelische Regierung 1967 die ‚Settlement Division‘, ein Teil des WeltZionisten Bundes, unter Vertrag nahm?
     
    Das würde ich wirklich mal gerne wissen – vielleicht kann mir  das ja mal einer von den bleseneren Zeloten hier, so wie z.Bsp. Herr Pfeifer – beantworten.

     

  13. @Jane

    Sie schlafen, Sie schlafen Jane, das es keinen Staat Palästiner geben soll Westlich vom Jordan hat der König von Jordanien vor zwei Tagen gesagt.

    Und dazu hat er noch gesagt das das Votum in der UNO abgelehnt werden soll wenn die Palästinenser ihren Staat einseitig ausrufen wollen.

    Wollen Sie gar nicht wissen warum der König von Jordanien einen Staat Palästiner ablehnt? 

    Und haben Sie schon die neusten Bilder von Hamastan gesehen die Luxus Hotels die vollen Einkausläden, Luxusläden mit Gold und Luxusautos?

    Tja wie gesagt Sie müssen noch viel lernen wie der Nahe Osten wirklich funktioniert.

  14. Jane Sie verworrene Person, jetzt machen sie mich schon für etwas verantwortlich, was ich nicht geschrieben habe!
    Wenden Sie sich vertrauensvoll an denjenigen, der Sie fragte, was Sie den Juden vorzuwerfen haben. Ich war es nicht. Was Sie vorzuwerfen haben, interessiert mich so, wie mich die jetzt gerade in China umfallenden Reissäcke interessieren, oder noch besser, wie mich Ihre stinkfaden Mantras interessieren.

  15. @Herr Pfeifer

    “was wollen sie uns Juden vorwerfen“
     
    Ich werfe nicht ‚Euch‘ etwas vor. Ich kritisiere die Besatzung und jene die sie bagatellisieren bzw. gutheißen. (das sind allerdings hier im Forum nicht wenige, Juden und manche Nicht-Juden)

     
    ..und mit ‚Hans‘ habe ich schon gar nichts zu tun.
     
    Und darüberhinaus Herr Pfeifer, ich finde Sie auch ziemlich doof.

    @BZ

    “der Jordanische König lehnt ein Staat Palästiner Westlich vom Jordan ab.“
     
    Stimmt nicht!


    Die Arabische Liga erkannte 1974 die PLO als einzigen legitimen Vertreter des palästinensischen Volkes an und nicht Jordanien. Jordanien beugte sich dieser allarabischen Entscheidung und anerkannte im April 1974 die PLO als Vertreter aller Palästinenser (außer jener in Jordanien lebenden jordanischen Staatsbürger palästinensischer Herkunft). Im Oktober 1974 verzichtete König Hussein zugunsten der PLO auf seine Ansprüche auf Westjordanien.
     
    Am 19. Februar 1986 kam es schließlich zum Bruch, Hussein forderte die PLO auf, dem Terrorismus abzuschwören. Tatsächlich stritten beide Seite um die palästinensische Vorbedingung, Israel solle die Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats als Verhandlungsgrundlage anerkennen.


    Angesichts der 1987 ausgebrochenen  verkündete Hussein am 31. Juli 1988 die Aufgabe aller noch bestehenden formalen rechtlichen und administrativen Bindungen Jordaniens mit dem Westjordanland sowie die Aufhebung des mit Israel vereinbarten Entwicklungsplans für das besetzte Gebiet und forderte die PLO auf, das Machtvakuum zu füllen. Die PLO proklamierte daraufhin am 15. November 1988 in Algier den Staat Palästinea, bekräftigte aber 1989 erneut ihr Interesse, diesen palästinensischen Staat in einer Konföderation mit Jordanien zusammenzuschließen.

    Angesichts der Weigerung der israelischen Regierung Schamir, direkt mit der PLO oder auch Palästinensern aus Ost-Jerusalem zu verhandeln, kamen Jordanier und Palästinenser zu den Madrider NahOstkonferenz 1992 tatsächlich mit einer gemeinsamen Delegation, und erneut sprachen sich die PLO und Jordanien für eine anschließende Konföderation aus.

    Nach einem Regierungswechsel in Israel kam es dennoch zu israelisch-palästinensischen Geheimverhandlungen, die 1993 zum Oslo-Friedensprozess führten, und zu israelisch-jordanischen Verhandlungen, die 1994 zu einem Separatfrieden führten. Die im Abkommen von Oslo vorgesehene Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staatens innerhalb von fünf Jahren (also 1998) ist bis heute (2010) nicht zustande gekommen.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigtes_Arabisches_K%C3%B6nigreich#Jordanisch-Pal.C3.A4stinensische_Konf.C3.B6deration


    Die Friedensinitiative der Arabischen Liga, welche eine vollständige Normalisierung der Verhältnisse und vollständige Anerkennung Israels vorsieht, für den Fall, dass sich Israel hinter seine international anerkannten Grenzen zurückzieht und den palästinensischen Staat nicht weiter sabotiert – wird von allen Mitgliedern der arabischen Liga, dh. natürlich auch von Jordanien unterstützt.
     
    @Ronit

    “man könne ja aus irgendwelchen Gründen gar nicht antisemitisch sein“
     
    mal wieder am fabulieren.

    “Ihre Gleichsetzung von Zionismus und Nationalsozialismus ist eine weitere klassische Wendung eines sich als Anti-Zionismus generierenden Antisemitismus.“
     
    Beide Bewegungen basieren auf völkischem Nationalismus und den sahen Juden in der Weimarer Republik auch von zionistischer Seite als kontraproduktiv für ihre Bemühungen um Assmilation. Nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt. D.h. es gibt ideologische ‚Gemeinsamkeiten‘ – was keine ‚Gleichsetzung‘ ist. Inwieweit Brenners Thesen zutreffen, bedürfte sicherlich einer längeren Recherche, was offensichtlich ist, ist dass Spots, wie der oben genannte, gegen Mischehen, die Menschen unweigerlich an Hitlers Rassengesetze erinnern und dass ein übersteigerter Nationalismus in Israel immer wüstere Blüten treibt.

    Die Zionistische Vereinigung zum Beispiel schickte am 22. Juni 1933 Hitler ein Memorandum, in dem es hieß: „Der Zionismus glaubt, dass die Wiedergeburt des nationalen Lebens eines Volkes, wie sie sich nun in Deutschland auf christlicher und nationaler Gründlage vollzieht, auch für das jüdische Volk kommen wird. Auch für das jüdische Volk müssen Abstammung, Religion, gemeinsames Schicksal und ein Sinn für Einzigartigkeit von entscheidender Bedeutung für seine Existenz sein.“

    Noch deutlicher war die Stellungnahme Georg Kareskis, eines der führenden Vertreter der Staatszionisten, des revisionistischen Flügels innerhalb des deutschen Zionismus. Gegenüber einem Reporter der Goebbelschen Zeitung Der Angriff äußerte er quasi seine Zustimmung zu den Nürnberger Rassengesetzen vom September 1935: „Seit vielen Jahren halte ich eine klare Trennung des kulturellen Lebens zweier Völker, die in einer Gesellschaft leben, für ein friedliches Nebeneinander unabdingbar. Ich habe eine solche Trennung, die auf der Grundlage der Achtung der fremden Kultur beruht, lange unterstützt. Die Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 scheinen mir, unabhängig von ihren Verfassungsbestimmungen, ganz und gar auf dem Weg für eine gegenseitige Achtung der Selbständigkeit und Getrenntheit jedes Volkes zu liegen.“

    Die deutschen Juden, das war der Zweck dieser Politik, sollten aufhören, sich als Deutsche zu fühlen und stattdessen ein jüdischnationales Selbstverständnis entwickeln.
     
    http://www.pflp-info.de/palastina/nazis-mit-zionisten



    Der revisionistische Zionismus und die faschistischen Bewegungen, die damals an Popularität gewannen, waren sich nicht nur äußerlich ähnlich – es bestand eine innere Verwandtschaft. Das ging so weit, daß die Revisionisten braune Hemden trugen, den Führerkult pflegten und sich als disziplinierte militärische Truppe aufführten. Gewalt wurde ihnen zur zweiten Natur: Gegen Streikende oder Versammlungen linksgerichteter Juden gingen sie mit Fäusten vor, auf Araber wurde schon mit Gewehren geschossen. Und als 1936 der große Palästinenser-Aufstand ausbrach, half die revisionistische Miliz Haganah-B den britischen Truppen, ihn blutig niederzuschlagen. In Jabotinskys Denken finden sich selbst Züge von Rassismus, vor allem in seiner Novelle „Samson“, in der jede „Vermischung“ von Juden und Nichtjuden abgelehnt wird. Das alles war so deutlich, daß David Ben Gurion ihn „Wladimir Hitler“ nannte und von den Nazis als den „deutschen Revisionisten“ sprach. Der erste Ministerpräsident Israels bemerkte sogar einmal über einen Artikel Hitlers: „Das hätte von Jabotinsky sein können: die gleichen Begriffe, der gleiche Stil, der gleiche Geist.“

    ……Nach Jabotinskys Tod 1940 kam es vorübergehend zu einer Spaltung der Revisionisten. Während des Zweiten Weltkriegs hielt die Irgun-Fraktion den Waffenstillstand mit Großbritannien ein, die Gruppe Stern (später Lehi) dagegen machte die Briten zum Ziel zahlreicher bewaffneter Aktionen und genierte sich nicht, ein Bündnis mit dem Dritten Reich vorzuschlagen.

    http://www.monde-diplomatique.de/pm/1996/11/15/a0281.text.name,askbZbsSi.n,85

    und jedwede Kritik an einem Antisemitismus ab, der nicht in Zusammenhang mit dem NS zu sehen ist
     
    Nicht jedwede, das ist völliger Unsinn, dh. aber nicht, dass ich allem, welchem Sie das Etikett ‚Antisemitismus‘ anzuheften belieben, beipflichten würde. Die Zeloten, die für die Enteignung und Vertreibung der Palästinenser eintreten, so wie Sie Ronit, gehen mit diesen Etiketten nun einmal sehr großzügig um, um sich nicht mit Kritik konfrontieren zu müssen.

     
    @Ronit – Sie sagen die arabische Besatzung des West-Jordanlandes und Gazas ist ein Verbrechen gewesen – das müsste man näher betrachten (Jordanien gab den Palästinensern die volle Staatsbürgerschaft) – was nur veranlasst Sie dann die israelischen gutzuheißen – ist diese doch fraglos für die Palästinenser viel schlimmer – immerhin wollten die arabischen Nachbarn die Menschen weder vertreiben noch enteignen?

     
    Bitte Ronit – sagen Sie mir – was veranlasst Sie dann diese Besatzung gut zu heißen und weshalb sollte sie nicht nur schlechter, sondern sogar besser sein, als die ehemalige Besatzung Jordaniens und Ägyptens?

    Jane gründet also ihre Lügen und Geschichtsverdrehungen auf eine Publikation des Kai-Homilius-Verlags, der Anzeigen in der Jungen Freiheit schaltet und die rot-braune Querfront dadurch propagiert.
     
    Und Sie vergaßen zu erwähnen auf die Publikationen eines jüdischen Autors, der einem orthodox-jüdischen Elternhaus entstammt.
     
    Ziemlich früh schon, gleich mit der Machtergreifung der Nazis, kam es zu einem Abkommen zwischen Zionisten und Nazis, welches den Zwecken beider diente, nicht nur dass viele Juden zur Ausreise bewegt wurden, was sowohl Zionisten als auch Nazis wollten, auch Nazi-Deutschland erhielt in großem Maßstab Devisen aus dem Ausverkauf jüdischer Vermögen:

    Die Interessenidentität führte auf dem ökonomisch-wirtschaftlichen Sektor im Sommer 1933 zum so genannten Haavara-Abkommen, das den Kapitaltransfer zwischen Deutschland und Palästina’ regelte….

    …..Für Hitler-Deutschland war das Abkommen insofern von Vorteil, als die Reichsbank nur beschränkt Devisen für die Auswanderer zur Verfügung stellen musste. Hinzu kam, dass durch das Abkommen ein neuer Markt für deutsche Fertigwaren erschlossen wurde. Deutschland rückte, wie Nicosia ermittelt hat, dadurch in der Reihe der Einfuhrländer für Palästina vom vierten Rang im Jahre 1933 auf den zweiten Rang hinter Großbritannien im Juni 1936. Im Juni 1937 lag Deutschland mit 16,1 Prozent aller Einfuhren nach Palästina sogar an erster Stelle…..
     
    http://www.zeit.de/1989/42/nazis-mit-zionisten
     

  16. @Jane

    Was Kritisieren Sie eigentlich oder was wollen sie uns Juden vorwerfen?

    Das wir nach 2000 Jahren eine Möglichkeit gesehen und ergriffen haben uns das zurück zu holen was uns gehört und unser ‚Eigentum ist.

    Wir sind aus unserem Heimatland Brutal von den Römern vertrieben worden und alle Europäischen Mächte haben uns nicht nur Verfolgt und versucht uns zu Vernichten, Nein, sie haben sogar immer wieder versucht in diesen 2000 Jahren zu verhindern das die Juden wieder zurück in ihre Heimat können.

    Woher nehmen Sie sich das Recht die Juden und das Judentum zu Kritisieren?

    Sie haben gefälligst Respekt zu haben, vor den Juden der Jüdischen Religion und der Jüdische Geschichte.

  17. Ronit, es ist natürlich so, dass die meisten Leser erschrecken, wenn sie den Namen Jane merken. Hagalil will vermutlich den Sprachforschern die Möglichkeit bieten die neuesten Verformungen des Antisemitismus zu erforschen und veröffentlicht deswegen jeden Erguss von Jane.
    Mir hat Jane schon zuviel Zeit geraubt. Aber es ist wichtig aufzuzeigen, wie windig ihre „Argumente“ sind. Da Jane nicht sehr intelligent ist (das ist bitte ein understatement) kommen ihre Ergüsse bzw Ressentiments ohne jegliche Selbstkontrolle.
    Es diskutiert mit mir unter meinem Artikel über Ungarn ein „Hans“ der die geschichtsfälschende Mantra der ungarischen Nationalisten wiederkaut, ohne irgendeine seiner Quellen bekanntzugeben. Kaum habe ich diesem geantwortet, kommt schon Jane mit der unsäglichen Geschichtsverdrehung eines L. Brenners aus dem rot-braunen Kai-Homilius-Verlag.
     
     Zum Glück gibt es Konzerte und ich kann während ich dies schreibe gute Musik hören. Denn Jane und „Hans“ könnten sogar so tolerante Menschen wie mich zur Verzweiflung bringen mit ihren sturen Mantras.
     

  18. „Für Antisemitismusforscher wird durch Publikation der Ergüsse von Jane Hagalil eine Quelle für die Recherche.“

    Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund. Eigentlich fast schon unglaublich, wie vorbildlich sich hier ein Vorzeigebeispiel für einen Antisemitismus zeigt, der sich im Spektrum zwischen gesellschaftlicher Mitte und links manifestiert.

    Eine Selbstreflexion wird von vorne herein ausgeschlossen (man könne ja aus irgendwelchen Gründen gar nicht antisemitisch sein… so eine Ignoranz gegenüber der gesellschaftlichen Vermittlung von Ressentiments ist beeindruckend), statt dessen wird die klassische Argumentation bemüht, dass letztendlich die Betroffenen der Tiraden selbst den Antisemitismus erst erzeugen („und so denke ich, dass niemand mehr zum Gedeihen des Antisemitismus beiträgt, als Leute wie Sie“ !!!!). Antisemitismus ist stets ein Problem des Anderen: entweder produziert von Jüdinnen und Juden selbst und/oder er wird einzig dem NS zugeschrieben. Die Geschichte des modernen Antisemitismus (die lange vor der NSDAP beginnt), vor allem in seiner liberalen und linken Ausprägung, existiert in dieser Sicht schlichtweg nicht.
    Ihre Gleichsetzung von Zionismus und Nationalsozialismus ist eine weitere klassische Wendung eines sich als Anti-Zionismus generierenden Antisemitismus. Zwar wiederholt und wiederholt sie eifrig, es gehe nur um die Okkupation, doch gleitet sie sofort in ihren Hasstiraden auf Israel an sich, das Judentum an sich und jedwede Kritik an einem Antisemitismus ab, der nicht in Zusammenhang mit dem NS zu sehen ist. Nur um sofort zu versichern, sie habe ja nichts gegen Jüdinnen und Juden. Auch eine Wendung, die mir nur allzu bekannt vorkommt, folgt ihr doch stets das große ABER, nach dem sich das Ressentiment offenbart.

    @Uri: Danke für die aufmunternden Worte, sie sind manchmal bitter nötig. Natürlich wird sich durch Argumentation nichts verändern, das ist mit eine der Bedingungen des Ressentiments. Das Weltbild ist dermaßen geschlossen, dass weder Argumente noch Fakten daran rütteln können. Alles wird auf ein und dieselbe Quelle (hier Israel) zurückgeführt (erinnert mich immer wieder an die „Mossad-Haie“ oder ähnliche Absurditäten).

  19. Jane, findet den Kai-Homilius-Verlag als zuverlässige Quelle, um ihre  antisemitische Phantasie hier ausgiessen zu können. Ich denke, das reicht. Darüber mehr unten.
    Lenni Brenner und auch Jane haben keine Ahnung von den Bedingungen, unter denen Zionisten in Ungarn Juden retteten.
    „Nach der deutschen Okkupation änderten sich allerdings die Taktik und die Strategie der Halutz-Chefs drastisch. Veil sie. wahrscheinlich davon überzeugt waren, dass es keine Hoffnung für die Masse der Juden gab, konzentrierten sie in erster Linie ihreAufmerksamkeit auf die Rettung von Individuen, überwiegend ihrer Kameraden, zionistischer Sympathisanten und deren Familien. Sie weiteten den Rahmen ihrer Operationen in Budapest nach dem Deportationsstopp Anfang Juli aus, speziell nach dem Szälasi-Putsch am 15. Oktober. Für diesen Zweck produzierten und verteilten sie große Mengen falscher arischer Papiere, eine Auswahl an Schutzpässen ausgestellt von neutralen Staaten und sogar der Gestapo sowie der SS, und Pfeilkreuzler-Mitgliedskarten.
    Obwohl der Schlag gegen die Juden in der Provinz in rasendem Tempo voranging, schafften es die Chalutzim, einige hundert Juden nach Rumänien und in die Slowakei zu schmuggeln, wo zu dieser Zeit die Verfolgung der Juden zum Stillstand gekommen war. Als Teil ihres Rettungsvorhabens schickten sie auch einige ihrerjungen Anhänger in die Ghettos der Provinz, um die jüdischen Organisationen vor der zu erwartenden Katastrophe zu warnen – eine Mission, die in der Regel scheiterte, denn dort hielt man sich lieber an die Zusicherungen der traditionellen Repräsentanten in Budapest, die zu dieser Zeit den Zentralrat der Juden bildeten, als an die Warnungen wohlmeinender, aber unbekannter junger Leute…
    In der Pfeilkreuzler-Ara boten die zionistischen Widerstandsgruppen einige der schillerndsten Seiten in der Geschichte der Rettung im nationalsozialistisch dominierten Ungarn. Sie spielten eine Hauptrolle bei der Rettung von Juden aus unmittelbarer Gefahr und beim Schutz und der Ernährung Tausender Kinder. Man kann sicherlich nicht die genaue Zahl der Juden bestimmen, die tatsächlich von den Chalutzim gerettet wurden. Ihre Rettungs- und Hilfsmaßnahmen, wie groß oder bescheiden auch immer, waren Realität…“
    Quelle: Randolph L. Braham: „Rettungsaktionen: Mythos und Realität“ in „Ungarn und der Holocaust“ Metropol, Berlin 2005
    Jane gründet also ihre Lügen und Geschichtsverdrehungen auf eine Publikation des Kai-Homilius-Verlags, der Anzeigen in der Jungen Freiheit schaltet und die rot-braune Querfront dadurch propagiert.
    Ramona Ambs hat sich verdienstvoll auf Hagalil mit Kai Homilius auseinandergesetzt:
    http://test.hagalil.com/01/de/Antisemitismus.php?itemid=2417
    Dieser Verlag bringt Machwerke heraus, die serbische Kriegsverbrechen während der jugoslawischen Bürgerkriege leugnen.Im Kai Homilius Verlag kann auch der rot-braune Querfrontkämpfer Jügen Elsässer seine Ergüsse publizieren.
    Dieser Verlag publizierte u.a. folgende Machwerke:
    – Said Dudin: Ariel Sharon – ein hoffähiger Faschist, Berlin 2003
    – Said Dudin: Bankiers, Nazis, Zionisten – Geheime Reichssache
    – Said Dudin: Die Ballade von Kollektivschuld und Wiedergutmachung
    – Lenni Brenner: Zionismus und Faschismus
    http://eisberg.blogsport.de/2007/06/22/der-berliner-kai-homilius-verlag/
    Jane, ich empfehle Ihnen dringend einen guten Psychiater aufzusuchen. Vielleicht kann er Sie vom antisemitischen Wahn befreien. Ich denke aber, dass gerade dieser Ihnen derartige Triebbefriedigung bietet, dass Sie nicht darauf verzichten können und daher uns weiterhin mit ihrer unsäglichen Mantra belästigen werden. Was Ihnen von den toleranten RedakteurInnen von Hagalil gestattet wird.
    Für Antisemitismusforscher wird durch Publikation der Ergüsse von Jane Hagalil eine Quelle für die Recherche.

  20. @jane
     
    SO – tolerant ist der Katholizismus.
     
    Mag ja sein, dass der Katholizismus in diesem Fall und endlich zu Toleranz gefunden hat – lang – überlang – hat es jedenfalls gedauert.
    Als meine Eltern, meine Mutter eine bayerische Katholikin und mein Vater ein DP aus dem Osten im Jahre 1951 den Bund fürs Leben eingehen wollten, mussten sie sich noch ausdrücklich dazu verpflichten ihre gemeinsamen Kinder im kathol. Glauben zu erziehen, sonst wäre ihre Ehe in Bayern nicht geschlossen worden. Von Toleranz also noch bis vor kurzem keine Rede. (Was sind in der Weltgeschichte lächerliche sechzig Jahre!)
     
    Zur umfassenden Beurteilung einer Institution wie der Kath. Kirche darf man nicht nur die Gegenwart heranziehen, sondern muss man auch die Geschichte berücksichtigen.
     
    Und in der Geschichte steht die katholische Kirche als geradezu der Inbegriff für Intoleranz da – sowohl in der Geschichte der Frau, als auch in der Geschichte der Juden, der Sinti und Roma, der Homosexuellen, der Ketzer und Heiden etc.
     
    Hier zur Erinnerung:
    http://www.judenundbayern.de/05Juden-Katholiken.html
     
    Man kann gar nicht oft genug daran erinnern, was der Historiker und kath. Pfarrer, Ignaz von Döllinger, über seine Kirche schrieb, deshalb weise ich hier nochmals auf seine Ausführungen hin und bitte speziell Sie, jane, um aufmerksame Lektüre:
    http://www.judenundbayern.de/01judenineuropa.html
    Was Döllinger da geschrieben hat, gehörte eigentlich zur Pflichtlektüre eines jeden Europäers, der mitreden möchte!
     
    Erneut verweise ich auch noch auf einen Nachfolger und Nachfahren im Geiste Döllingers, den amerikanischen Reverend Edward Flannery
    http://en.wikipedia.org/wiki/Edward_Flannery
     
    Pfarrer Flannery geht in seinem Buch,
    The Anguish of the Jews: Twenty-Three Centuries of Antisemitism,
    wie der Titel schon besagt, von 23 Jahrhunderten katholischer Intoleranz aus.
    http://books.google.com/books?id=J40gNC7cxfYC&dq=Joshua+Burg&ie=ISO-8859-1&source=gbs_gdata

    Daher, jane, beschwören Sie das Wort Toleranz in Zusammenhang mit Katholizismus nicht allzu laut!

  21. Lenni Brenner:

    Er wurde als Sohn orthodoxer Juden in den USA geboren. Brenner schloss sich einer marxistischen Gruppierung an und kämpfte für die Rechte der schwarzen Bevölkerung.

    Aus seiner Grundhaltung gegen jede Form von Rassismus heraus verurteilt und bekämpft Brenner auch den Zionismus, den er als eine weitere Form von Rassismus bezeichnet. Sein Buch The Zionism in the Age of the Dictators, erschien 1984 und behandelt die Kollaboration mit Europas Faschisten in der Zeit bis 1945 in Europa. 2007 erschien sein Buch, erweitert und aktualisiert, in Deutsch unter dem Titel Zionismus und Faschismus.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lenni_Brenner


    Mit der Gründungslegende des Staates Israel von 1948 wurden nahezu alle Hinweise auf die vorangegangene Verstrickung zionistischer Kreise in die Kollaboration mit den europäischen Faschisten getilgt bzw. im Nachhinein als unbedingt notwendig zur Rettung der Juden gerechtfertigt. Israel sollte zukünftig ein Heimplatz aller Juden, insbesondere der von den faschistischen Mächten verfolgten sein.

    Ist es vor diesem Hintergrund vorstellbar, dass jüdische Organisationen nicht nur lukrative Geschäfte mit den Mördern des eigenen Volkes machten, sondern diese auch aktiv und passiv unterstützten?

    Ist es vorstellbar, dass diese sogar jüdische Widerstandskämpfer an die Gestapo verrieten?

    Ist es vorstellbar, dass sowohl die Machtergreifung Hitlers als auch die Nürnberger Rassegesetze in jüdischen Medien begrüßt wurden?

    Ist es vorstellbar, dass der herrschende Antisemitismus missbraucht wurde, um genügend Wehrsiedler für Palästina zu rekrutieren?

    Lenni Brenner hat recherchiert und ist auf unglaubliche Antworten zu diesen Fragen gestoßen.


    Was glauben Sie, wer es war, der im März 1912 vor Publikum in Berlin sagte, dass „jedes Land nur eine begrenzte Anzahl von Juden aufnehmen könne, wenn es keine „Magenbeschwerden“ haben wolle. Und „Deutschland habe bereits zu viele Juden“?
    Nein, es war nicht Adolf Hitler, sondern Chaim Weizmann, der spätere Präsident der Zionistischen Weltorganisation und erste Präsident Israels.


    Und was glauben Sie, wo Sie folgende Erklärung finden, die ursprünglich im Jahr 1917 entstand, aber erst 1936 veröffentlicht wurde: „Der Jude ist eine Karikatur des normalen, natürlichen Menschen, sowohl physisch als auch geistig. Als Individuum in der Gesellschaft rebelliert er ständig und streift den Harnisch sozialer Verpflichtungen ab, kennt weder Ordnung noch Disziplin“?
    Nein, das stand nicht in „Der Stürmer“, sondern im Organ der zionistischen Jugendorganisation „Hashomer Hatzair“.


    Wie anhand der oben angeführten Zitate sichtbar wird, hat der Zionismus den Selbsthass der Juden in der Diaspora noch angestachelt und ihn für seine Zwecke ausgenutzt, indem man zunächst von der Annahme ausging, dass der Antisemitismus ein nicht zu verhinderndes Phänomen ist und dass er, solange er sich gegen Juden außerhalb des Landes Israel richtet, in gewisser Weise sogar gerechtfertigt ist.
     
    http://www.kai-homilius-verlag.de/vp/8.21/

    Brenner zeigt, wie der Zionismus seit seiner Entstehung ein Spiegelbild anderer völkischer Strömungen war und mit dem Antisemitismus eine feindliche Symbiose einging. Antisemitismus wurde in der zionistischen Presse als unausweichliche und verständliche Reaktion auf ein angebliches »Parasitentum« der Juden an anderen Völker entschuldigt. Nur ein eigener Judenstaat könne Abhilfe schaffen, lautete der zentrale Glaubenssatz des Zionismus. Die Assimilation der Juden erschien den Zionisten dagegen als Gefahr für ihr Palästinaprojekt. So begrüßte der Führer der Staatszionistischen Organisation in Deutschland Georg Kareski im Interview mit Goebbels Zeitung Der Angriff die Nürnberger Rassegesetze mit ihrem Verbot von Mischehen als die Erfüllung alter zionistischer Forderungen.

    Entsprechend verweigerten sich die zionistischen Verbände einem gemeinsamen Abwehrkampf mit Kommunisten oder Sozialdemokraten gegen die faschistische Bedrohung. Die deutschen Zionisten sprachen sich ausdrücklich gegen einen internationalen Boykott gegen Deutschland aus. Statt dessen wurde das von der Mehrheit der Juden weltweit abgelehnte Haavara-Abkommen zwischen Zionisten und Nazis geschlossen, das Auswanderung deutscher Juden nach Palästina im Gegenzug zu Handelsbeziehungen während der 30er Jahre regelte.


    Es ging den zionistischen Führern keineswegs um die Rettung möglichst vieler Juden vor ihrer Vernichtung, sondern um die Einwanderung gesunder, kräftiger und gut ausgebildeter Juden für das zionistische Kolonialprojekt in Palästina. Deutlich wird dies in den Worten des späteren Staatsgründers Israels, David Ben Gurion: »Wenn ich wüßte, daß es durch Transporte nach England möglich wäre, alle (jüdischen) Kinder aus Deutschland zu retten, durch Transporte nach Palästina aber nur die Hälfte, würde ich mich für Letzteres entscheiden. Denn wir müssen nicht nur das Leben dieser Kinder abwägen, sondern auch die Geschichte des Volkes Israel.«



    Entsprechend schloß der ungarische Zionistenführer Kasztner 1944 mit den Nazis das Abkommen, einige Tausend vor allem junge, zionistische oder landwirtschaftlich ausgebildete Juden nach Palästina zu bringen, um im Gegenzug durch seinen Einfluß Widerstandshandlungen der 450000 ungarischen Juden gegen ihre Deportation zu unterbinden.

    Da den Nazis das zionistische Ziel der Massenauswanderung von Juden nach Palästina entgegenkam, waren die Zionisten während der 30er Jahre niemals den gleichen Repressalien ausgesetzt wie die anderen jüdischen Verbände. Angesichts der erzwungenen Auflösung der nichtzionistischen Verbünde fand stattdessen eine erzwungene Gleichschaltung der deutschen Juden in den zionistischen Verbänden statt, die vor der NS-Machtübernahme nur eine Minderheit des deutschen Judentums repräsentierten. Neben den Nazifahnen war die blau-weiße Zionistenfahne die einzig zugelassene Fahne im Reich, und im April 1935 erlaubte die Polizei der revisionistisch-zionistischen Jugendorganisation Herzlia sogar das Tragen ihrer Uniform. »Vor dem Zweiten Weltkrieg waren unsere Operationen in Deutschland weder illegal noch geheim. Das Büro der Gestapo war gerade auf der anderen Straßenseite von unserem, und sie wußten ganz genau, wer wir waren und was wir taten«, bestätigte der an der illegalen Einwanderung von Juden aus »Großdeutschland« nach Palästina beteiligte Mossad-Agent Ehud Avriel.

    …Hitler hatte nie vor, irgend jemanden davonkommen zu lassen, nur weil er die Juden ermutigte, nach Palästina auszuwandern«, macht Brenner deutlich, »Die Zionisten hatten einfach die Tatsache ignoriert, daß Hitler alle Juden haßte und daß er besonders die zionistische Ideologie verachtete. Sie waren einfach Reaktionäre, die sich in ihrer Naivität entschlossen hatten, die Gemeinsamkeiten zwischen ihrer Ideologie (Zionismus) und Hitlers hervorzuheben.«

    Die in Palästina terroristisch gegen die britische Besatzungsmacht und die Araber operierende Stern-Gruppe der sogenannten revisionistischen Zionisten machte 1941 angesichts einer angeblichen »Interessengemeinschaft zwischen den Belangen einer Neuordnung Europas nach deutscher Konzeption und den wahren nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes« dem Nazireich ohne Erfolg das »Angebot einer aktiven Teilnahme am Kriege an der Seite Deutschlands«.


    Mit Yitzhak Schamir wurde später einer dieser Möchtegern-Alliierten Hitlers israelischer Ministerpräsident. In der Tradition des revisionistischen Zionismus stehen heute die Likud-Partei und die Kadima des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert. In den 30er Jahren wurden die Revisionisten von anderen Strömungen im Judentum aufgrund ihrer Mussolini-Bewunderung übrigens als jüdische Faschisten bezeichnet.

    Lenni Brenner: Zionismus und Faschismus: Über die unheimliche Zusammenarbeit von Faschisten und Zionisten. Kai Homilius Verlag, Berlin 2007,
    https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2007/06-04/027.php
     
    @Herr Pfeifer

    “Nun der Autor R.V. arbeitet mit Antisemiten zusammen und verleiht diesen einen Persilschein.“
     
    Sie machen hier recht deutlich, wessen Geistes Kind Sie sind; wie wahr wie begründet Kritik und Aufarbeitung sind durch eine ehrliche und umfassende Bestandsaufnahme, so wie z.Bsp, der obige Artikel, der doch eher harmlos ist, interessiert Sie nicht, alles was Ihnen nicht in Ihre Ideologie und ihre Absicht passt, wird diskreditiert und als Antisemitismus verleumdet und wo die Argumente versagen, da rückt man eben den Autoren in zwielichtiges Licht, selbst wenn es sichum einen Juden, einen ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland handelt. Sie schrecken wirklich vor nichts zurück und ihre Skrupellosigkeit entlarvt sich hier selbst.
     
    Aus einer solchen Geisteshaltung, die per se alles nach seiner Nützlichkeit für die eigenen Zwecke, sondiert, in Notwendigkeit sich vor allen nicht zu leugnenden Realitäten zu verschließen, sie zu verdammen ganz egal wie wahr sie sind beleidigen Sie einfach den Überbringer ’schlechter Nachrichten‘ (schlecht für ihr statisches schwarz-weiß Bild der Realität). Das einmal in eine feste Form gestanzte Weltbild verträgt keine Konfrontation der vielgestaltigen Realitäten, die Sie zu leugenen verdammt sind – So werden Sie letztendlich nichts positives zu einer konstruktiven Entwicklung beitragen können, denn Wahrheitsliebe ist eine grundlegende Vorausbedingung für sinnvolle, nachhaltig tragbare positive Entwicklung. Sie ist nichts statisches, keiner Ideologie, ob links rechts, oder sonstwie verpflichtet, sondern ein sich permanent erweiterndes Bemühen. Und wenn man sich als wahrheitsliebend wähnt, dann hat man auch die verdammte Pflicht sich für ‚die ganze‘ Wahrheit zu interessieren. Die Schlüsse, die man daraus ziehem mag, sind nachgegliedert .
     
    Es ist genau diese Demagogie, die tatsächlich immer mehr Menschen übel aufstößt, und so denke ich, dass niemand mehr zum Gedeihen des Antisemitismus beiträgt, als Leute wie Sie, die eigentlich nur das Interesse verfolgen, genau wie die opportunistischen Zionisten in den 20er und 30ern, den Keil zwischen Juden und Nicht-Juden zu festigen und eine erfolgreiche Emanzipation der Juden in ihren damaligen Heimatländern zu verhindern und den Leuten einreden wollen, sie sollten das offensichtliche nicht sehen, die Augen verschließen und  in stummer Unterordnung alles abnicken, was ihren aufgeplusterten, nationalistischen Forderungen entspricht.
     
    Ich habe nichts gegen Israel innerhalb seiner internationalen Grenzen und ich respektiere die Religionsfreiheit und darüberhinaus die grundsätzliche Gleichheit aller Menschen und zwar in tiefster Entschlossenheit und trete mit all meinen Sinnen für diese ein – und zwar für alle – natürlich auch für Juden. Und ganz egal, was man der zionistischen Bewegung auch vorwerfen mag, es rechtfertig niemals und in keiner Weise, weder im Voraus, noch im Nachhinein die abscheulichen Verbrechen der National-Sozialisten. Das sollte allerdings auch einer kritischen Bestandsaufnahme des Zionismus nicht im Wege stehen.
     
    Mir tun die Juden leid, die in einer weniger narzisstischen und rassitischen Manier, sich Gedanken auch über andere Menschen, als nur Juden machen, mitunter Zweifel äußern an der einseitigen und demagogischen Verunglimpfung all jener, gegen die Sie ihre Feldzüge führen. Sie haben einen schweren Stand.

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