Jerusalem: Hund zum Tode durch Steinigung verurteilt

Ein rabbinisches Gericht im ultraorthodoxen Jerusalemer Viertel Mea Schearim hat einen großen wilden Hund zum Tode durch Steinigung verurteilt, „bis seine Seele entflüchtet“…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 3. Juni 2011

Nach Angaben einer ultraorthodoxen Internetseite „in den inneren Kammern“ sei der große Hund zum Gerichtsgebäude gekommen, habe die Anwesenden verschreckt und wollte das Gebäude nicht verlassen. Da erinnerte sich einer der rabbinischen Richter, dass ein nicht-frommer berühmter Anwalt das religiöse Gericht vor etwa zwanzig Jahren zutiefst beleidigt habe. Die Richter wünschten damals jenem inzwischen verstorbenen Anwalt, dass seine Seele per Seelenwanderung in einen unreinen Hund wandern möge. Trotz der verstrichenen Zeit identifizierte einer der Anwesenden im Gericht die Seele des Anwalts in jenem Hund. Daraufhin verurteilte Richter Abraham Dov Levin den Hund zum Tode durch Steinigung. Kinder des ultraorthodoxen Viertels wurden gerufen, das Todesurteil zu vollziehen. Doch dazu kam es nicht, weil der Hund, der im Judentum als „unreines Tier“ gilt, rechtzeitig entkommen konnte.

Die Zeitung Jedijot Achronot prüfte die Angaben. Der Richter, Rabbi Abraham Dov Levin, dementierte die ganze Geschichte, doch einer der Gerichtsdiener bestätigte, dass ein Todesurteil ausgesprochen worden sei, weil jener inzwischen verstorbene Anwalt dem Gericht eine „schwere Beleidigung“ beigefügt habe. Es sei jedoch kein offizielles Urteil ausgesprochen worden. Vielmehr seien die Kinder gerufen wurden, um den Hund durch Steinwürfe zu vertreiben und der in den Hund gewanderten Seele eine gebührende Lehre zu erteilen.

Die Jerusalemer Stadträtin und Gesellschaftsaktivistin Rachel Asariah forderte in einem dringenden Brief den Generalstaatsanwalt Israels, „jene Verbrecher zu bestrafen“. Die Tierfreund-Organisation „Lasst die Tiere leben“ verkündete, bei der Polizei eine Beschwerde gegen Rabbi Abraham Dov Levin wegen Tierquälerei einreichen zu wollen.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

5 Kommentare zu “Jerusalem: Hund zum Tode durch Steinigung verurteilt

  1. Nun ja, spinnert und zutiefst grausam gegenüber einem unschuldigen Tier – was wohl auch der größte Teil der Israelis so empfindet.
    Vergessen wir aber nicht, dass anderswo – mit Billigung des Gros der Bevölkerung – Menschen gesteinigt werden.

  2. Ach ja, die arabischen Revolutionäre betrachten die Hamas sowie die Hisbollah als Diktatoren, die der arabischen Revolution im Wege stehen und dem Fortschritt und der Menschenrechtsdemokratie im Wege stehen !

  3. Kann ich hier nochmal ein paar Nachrichten übermitteln. Ich wollt hier noch eine kleine Botschaft an meine arabischen Revolutions Kollegen übermitteln. Es ist jetzt sehr wichtig, endlich an die politischen Fragen heranzugehen, und meine Empfehlung an die Revolutionäre ist, die Deklaration der allgemeinen Menschenrechte unbedingt gestärkt in die Verfassung mit aufzunehmen, und mit Abrüstung zu beginnen, die Gelder sollen gleich direkt per Gesetz in Existenzielles investiert werden, um die Möglichkeit zu schaffen, mit alternativer, nachhaltiger Wirtschaft, die Unzulänglichkeiten der, nur als sehr schlechtes Bespiel erscheinenden, westlichen Wirtschaft, nicht nachzuahmen. Israel kann ein wunderbarer Wirtschaftspartner werden, da auf ökologischem und alternativ Energie Branche, ziemlich gutes Wissen vorhanden ist. Es lebe die Revolution !

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